Uirrnmer 47 Montag, den 25. Februar 1918 11 . Jahrgang.
Die .»Lieue Taaesreitung" erscheint reden Werlta^. Regelmäßige Beilagen „9er Hauer aus Hessen", „Zie Spinnssubs". Bezugspreis: Bei den Postanitalten merrelrbrlirt) 2 ,4Q hin u rritt noch das Bestellsi-ldr e> oen ui .vnter. monattich 85 Pfg. einschließlich Trägerlotm. Anzeigen: Grund.eile 25 Psg., totale 20 Psg^ Anzeigen von auswärrs werden our-.b b'ostnachnabmO erhoben. E n^eorr briedberg. Kchriflleltunq und Verlag Medderq (Hessen), ^anaueritrahe 12. Fern>precher 48. Pssljhrck-Lsnto Nr. 4859. 2 lin ".-anrsuet a. '\H.
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tt Vormarsch auf Reval
Walk bcfckt. — Sie Gefangeueurahl um über 9000 erhöht. — Kampflatiakeit am Hartmannsweilerks^f
10000 Tonnen versenkt. — Eine einzigartige Leistung.
Der deutsche Geueralstab == meldet:
W. T. K. Großes Dcrn^tssrrartiep» den 23. Februar. Amtlich.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In Estland sind unsere Truppen im Vordringen nach Osten. In Livland wurde Walk besetzt. In der Ukraine haben die südlich von Luck vorgehenden Kräfte D u b n o erreicht.
Im übrigen nehmen die Operationen ihren Fortgang.
Die Zahl der etngebrachten Gefangenen hat sich um 2 Generale, 12 Obersten, 433 Offiziere und 8770 Mann erhöht.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeistee: Ludendorff.
Aberrbbericht.
Berlin. 23. Fetzr^ abends. (WTB. Amtlich.) Am Hartmannsweilerkopf und westlich von Mülhausen tagsüber erhöhte Vefechtstätigkeit.
Die Opemtionen im Osten nehmen den erwarteten Verlauf.
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W. T. K. Großes Nariptqrrartrer, den 24. Februar. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Rupprechl und Deutscher Kronprinz.
Engländer und Franzosen entwickelten an vielen Stellen der Front rege Erkundungstätigkeit. Stärkere französische Abteilun- ,gen, die über die Ailette in Chevgregny einzudringen versuchten, wurden im Gegenstotz vor dem südlichen Dorfrande zurückgeworfen. Auf dem westlichen Maas-Ufer holten Sturmtrupps Gefangene aus den französischen Gräben.
Heeresgruppe Herzog Alb recht.
In den Vogesen erfolgreiche Erkundungsgefechte. Westlich »an Mülhausen griffen französische Bataillone nach heftiger mehrstündiger Feuerwirkung beiderseits des Doller an. Ihre Angriffe brachen bei Nieder-Asbach im Gegenstoß, bei Exbrücke und Nieder-Vournhaupt im Feuer bayerischer Truppen zusammen, Vierzehn Gefangene blieben in unserer Hand.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
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Heeresgruppe Eichhorn.
In Estland stoßen unsere Truppen, von der Bevölkerung Überall freudig begrüßt, trotz verschneiter Wege in Gewaltmärschen vor, warfen den an einzelnen Punkten sich stellenden Feind
und nähern sich Reval.
Bei der Einnahme von Walk am 23. Februar wurden durch die schneidige Attacke einer Husarenschwadron die Stadt vor der Einäscherung durch den Feind gerettet, eintausend Gefangene gemacht und sechshundert deutsche und österreichisch-ungarische Kriegsgefangene befreit.
Kleine Abteilungen stießen gestern bis Ostrow vor und brachen dort feindlichen Widerstand. Sächsische Truppen machten in Valbinowo eintausend Gefangene. Von Minsk aus wurde Bo- riffow besetzt.
Auch bei der
Heeresgruppe Linfingem
nahmen die zur Unterstützung der Ukraine in ihrem Befreiungskämpfe eingeleiteten Operationen den beabsichtigten Verlauf. In Ifkorost sind deutsche Truppen eingerückt. Ein auf dem Bahnhof Schepietowka einlausender Zug mit großrussischen Truppen wurde angehalten, die Besatzung entwaffnet.
Italienische Front.
( Oestlich von der Brenta brachen die Italiener am Abend Überraschend zum Angriff am Col Eaprile vor. Sie wurden im Feuer abgewiesen.
Der Erste Generalquartiermeister: Lrtdendorfsi
Abendbrricht.
i Berlin, 24. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Osten gehen die Bewegungen planmäßig vorwärts. Von den andere» Kriegsschauplätzen nichts Neues
Der österreichische Generaistad 7 > . . ,= meidet: =========
Wien, 23. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse. Deutsche Truppen besetzten D ub n o.
Der Chef des kcueralstAbr,.
Wien, 24. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Bei der Heeresgruppe Linsingen nehmen die zur Unterstützung der Ukrainer eingeleiteten Operationen den beabsichtigten Verlauf.
Der Chef des Generalstabes.
Sofia, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Westlich des Ochrida-Sees zerstreute unsere Artillerie mehrere französische Infanteriegruppen. An einigen Stellen im Eernabogen und bei Dobropolje kurze Feuer- Lberfälle. In der Moglenagegend und an beiden Wardarufern das gewöhnliche Artitteriefeuer. Im unteren Strumatale lebhafte Tätigkeit unserer Erkunder.
Das türkische Hanptgnartier ==== = meldet: =
Konstantinopel, 21. Febr. Tagesbericht.
(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher
An der Palästinafront erneuerte der Gegner am 20. Februar feine Angriffe gegen unseren linken Flügel. Sie konnten nicht überall abgewiesen werden. Unsere Truppen bezogen teilweise neue vorher bestimmte Stellungen. Sonst keine besonderen Ereignisse.
Jericho in cnililchen Sonden.
Englischer Bericht aus Palästina vom 21. Februar: Am 21. Februar früh nahmen unsere östlich Jerusalem operierenden Truppen nach einer ohne Zwischenfall verlaufenen Nacht ihren Vormarsch gegen Jericho wieder auf. Wir stießen nur auf schwachen Widerstand und um 8 Uhr 20 vormittags zogen die be- rittenen Truppen in die Ortschaft ein und fetzten sich später in der Linie des Jordans und des Wadi-Auja fest. Im Norden und Nordwesten von Jerusalem wurde unsere vorgeschobene Stellung leicht ausgedehnt und befestigt.
lOObO Tonnen versenkt.
Berlin, 22. Febr. (WTB.) Neue Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 18 000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein großer Dampfer von über 10 000 Vrt. vom Aussehen des englischen Dampfers „Orama".
Der Chef des Admiralstabs der Mariae,
Berlin. 23. Febr. (WTB. Amtlich.) Neue U-Vootserfolge trn westlichen Mittelmeer: 22 000 Bruttoregistertonnen. Ein
etwa 6000 Tonnen großer bewaffneter tief beladener Frachtdampfer mit Passagierdeck wurde aus Zerstörer- und Fisch- dampierbedeckung, der bewaffnete tief beladene Transportdampfer „Maiar" (2700 Vrt.), aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Unter den übrigen versenkten Schiffen konnte der bewaffnete erst 1917 erbaute französische Dampfer „Ville de Verdun" festgestellt werden, der mit Erdnüssen von Dakar nach Marseille unterwegs war. Der Kapitän des Dampfers wurde gefangen genommen.
Der Chef de, Admiralstabs der Mari»-.
Eine einzigartige Leistung.
Rückkehr des Hilfskreuzers „Wolf" nach ISmonatiger erfolgreicher Kreuzfahrt.
Berlin. 23. Febr. (WTB.) S. M. S. Hilfskreuzer Jß o l f* ist nach Ibmonatiger Kreuzfahrt durch den Atlantischen, Indi
schen und Stillen Ozean dank der hervorragenden Führung seines Kommandanten, Fregattenkapitäns Nerger und d^r glänzenden Leistung seiner Besatzung glücklich und erfolggekrönt i» d i e Heimat zurückgekehrt. Das Schiff hat den Seeverkehr zu unseren Feinden durch Vernichtung von Schiffsraum und Ladung in schwerster Weise geschädigt. Mehl als 400 Angehörige von Besatzungen versenkter Schiffe, darunter die verschiedenste« Nationalitäten, insbesondere auch zahlreiche farbige uud weiße englische Militärpersonen find durch S. M. S. „Woks' nach Deutschland übergeführt.
Außer mehreren von bewaffneten Dampfern erbeuteten Geschützen hat S. M. S. „Wolf" große Meirgen von wertvollen Rohstoffen: Gummi, Kupfer, Messing, Zink, Kakaobohpen, Koyra usm. im Werte von vielen Millionen Mark mitgebracht. Näher» Angaben werden noch veröffentlicht.
Der im Februar 1917 von S. M. S. „Wolf" aufgebracht« und als zweiter Hilfskreuzer ausgerüstete englische Dampfer „Turritella". der den Namen „Iltis" erhielt, hat unter Führung des ersten Offiziers S. M. S. „Wolf", Kapitänleutnant Brandes erfolgreich nn Golf von Aden operiert, bis er durch englische Streitkräfte gestellt und von der eigenen Besatzung versenkt wurde, die sich in Stärke von 27 Köpfen in englischer Gefangenschaft befindet.
Diese unter den schwierigsten Verhältnissen ohne feden Stutzpunkt und ohne Verbindung mit der Heimat durchgeführte Kreuzfahrt S. M. S. „Wolf" stellt eine einzigartige Leistung dar.
Der Chef des Admiralstabs der Marine,
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Ein englischer Handelsgeleitzug verunglückt.
Kopenhagen, 22. Febr. (WTB.) Die hiesigen Blätter melden aus Bergen, daß ein großer englischer Handelsgeleitzug von einer Katastrophe betroffen worden sei. Montag ftüh verließe» 29 Schiffe, und zwar 18 skandinavische und 11 englische im Ee- leitzug England auf der Reise nach Norwegen. Der EeleitzuK geriet auf See in einen furchtbaren Sturm. Am Mittwoch morgen ereignete sich das erste Unglück. Ein dänischer Dampfer verschwand plötzlich und zueilende Schiffe fanden eine Anzahl Wrackstücke und die um Hilfe rufende Besatzung. Es war aber unmöglich, sie zu retten. Nach den Wrackstücken zu schließen, handelt es sich um den dänischen Dampfer „Georg". Mittwoch noch- mittag versank plötzlich der englische Dampfer „Harrowgate", ans selben Abend der schwedische Dampfer „Sranö". Auch ein anderer schwedischer Dampfer ging verloren. Während der ganzen Reise wurden weder Unterseeboote noch Kriegsschiffe gesichtet. Es wird daher nicht angenommen, daß die Schiffe versenkt worden sind. Die „Harrowgate" ist untergegangen, weil sich die Ladung verschoben hatte. Von den 29 Schiffen des Geleitzuges sind nur acht in Bergen eingetroffen und später noch zwei in Stavanger eingelaufen.
Unser Vormarsch im Osten.
Wolmar, 21. Jan. (WTB.) Wolmar wurde nach kurzem Gefecht nach vorangegangenen Gewaltmärschen erreicht. 300 Ges sangene und erhebliches Zugmaterial wurden erbeutet. Blutige Verluste hatte nur der Feind. In Wolmar und Wenden war die Dankbarkeit der von den Bolschewisten befreiten Bewohner groß und aufrichtig. Ihre Lage war unerträglich, die Willkür der Roten Garde entsetzlich. Noch im letzten Augenblick wurden 100 angesehene Bürger Wolmars verhaftet und zum Teil im Walds erschossen, darunter eine 62jährige Frau. Die Landsitze bei Wolmar sind sämtlich längst geplündert und leer bis auf die Mauern. Einige wurden noch gestern niedergebrannt. Die Kirche in Wol- mar war durch die Bolschewisten »erbrechen und verwüstet, de» Gottesdienst verboten, der Pfarrer verbrannt worden.
Die deutsche Vormärsche vollzogen sich in beschleunigtem Tempo unter größten Entbehrungen und Anstrengungen. Die> Truppen biwakieren bei 18 Grad Kälte und geben in ununterbrochenen Tagesmärschen ihr Aeußerstes her. Haltung und» Stimmung ist vorzüglich, obwohl das Nachkommen der Ver-^ pflegungstruppen in völlig ausgeraubtem Gebiet bei großen ^ Entfernungen auf fchneeverwehten Straßen ungeheuer schwierig,' ist. Ganze Bataillone opfern ihre Nachruhe für die Herstellung' der Straßen. Nur ein Wille ist vorhanden, schleunigst dem tm*) menschlichen Treiben der Noten Garde ein Ende zu machen unß! die zu Tod^ geängstigle Bevölkerung zu erlösen. Nur so war e»'. möglich, daß am 21. Februar alle Marschziele -wischen dem Ri- * gaer Meerbusen und dem Alukstesee erreicht wurden, Vormarsch^ und Befreiung gehen planmäßig schnell weiter.
Stockholm. 23. Febr. Nach Meldungen aus Finnland fr«*" !$» i» Wiborg wiederum 6003 russische Soldaten vom russischen


