Dummer 22
Samstag, den 26. Januar 1618
Xtvit Tlmesiei
11. Jahrgang
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Hm». KHlmm U fei!
put vielen Worten wenig gesagt. . Jene Tattchhosierfolge. — Der Sozialdemokrat in Daichen gewählt.
Der deutsche Generalstalr k
- ineldet: »
W. T. K. Grotzes HrnrptqnarLier, derr Januar. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Poelcapelle und der Lys, bei Lens und beiderseits der Scarpe lebte die Eefechtstätigkeit am Nachmittage auf. 3ln verschiedenen Stellen der Front Erknndungsgefechte.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
L?r Erste Ceneralquartiermeister: Ludendorff.
Abendöericht.
B-rli«. 25. Jan., abends. (WIB Amtlich.) Von den Ariegaschauplätzen nicht» Neues.
Der österreichische General stab jj
f , Wie», Fan. (WTV.) Amtlich wird verlautbart: Keine besoitderen Ereignisse.
Das türkische Hanptg?untier ^
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Koustantinoper. 22. Jan. (WTV.) Amtlicher Tagesbericht, s An der Palästinofront keine besonderen Ereignisse. In -Mesopotamien griffen feindliche Flieger Kisri an. Durch Abwehrfeuer wurde ein feindliches Flugzeug ebgefchossen. Die Besatzung ist tot. der Apparat verbrannt. Als Vergeltung griffen unsere Flieger ein feindliches Lager bei Kasritfchirin mit gutem. Erfolge an. Eine feindliche Kaoalleriepatrouille wurde gefangen genommen. Das im gestrigen Bericht als vernichtet gemeldete englische Flugzeug wprde durch den Seeslieger Leutnant Schubert abgeschossen.
Neue 1I-Ko0tSrfolge.
f Berlin, 24. Jan. (MTB. Amtlich.) Sechs Dampfer und ein Wachtfahrzeug wurden letzthin von unseren Unterseebooten versenkt. Vier Dampfer wurden dicht unter der englischen Ost- ki'iste, wo die Bewachung besonders stark ist. abgeschossen, einer von ihnen aus einem durch viele Zerstörer und Fifchdawpfer gesicherten Geleitzng.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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Mieder sechs Schiffe.' An der Hand der neuesten Berichte Über die Lebensmittelkrise in England verstärkt sich der Eindruck: Unsere U-Voote schaffen es. Die Not in England ist da! Kein Zw-eifel mehr. Die 3800 Schiffe von über 1600 Vrulto- registsrtonnen, über die. England vor einem Jahre verfügte, deren eine Hälfte für militärische Zwecke beschlagnahmt ist und deren anderer Hälfte in der Hauptsache die Ernährung des Jn- felreiches obliegt sind durch die rastlose Tätigkeit unserer Unterseeboote derart zusammengeschmolzen, daß sie das englische Volk vor der Not nicht mehr schützen können. „Die Speisekammer der Veröandsgeuossen ist verzweifelt leer." Dieses Einge- ständnis findet sich- toi „Daily News" vom 1. Januar zufolge in einem Neujahrsglückwunsch des englischen Ernährungs- rninisters Rhondda an seinen amerikanischen Kollegen Hoover. Rhondda vertraut noch auf die Hilfe Amerikas; wir vertrauen auf unsere Unterseeboote.
Firrgerangriffe auf badischeStädte
Karlsruhe, 25. Jan. Amtlich wird gemeldet: Am 24. Jan. stonds fanden mehrere Fliegerangriffe auf die offenen Städte Mannheim, Ludwigshafen und dessen wertere Umgebung, Lahr und Freiburg, statt. Der Sachschaden ist in Mannheim und Lahr unerheblich. In Freiburg wurden verschiedene bürger- ltche Wohngebäude erheblich beschädigt. Dort wurde auch eine Frau getötet.
Eine SdjlöiJit Milieu Russen und ^»zniinen.
f 23. Jan. (WTV.) Die Bulgarische Telegraphen-
Agentur erhält aus Vabadag, einer Stadt in der nördlichen Dcbrudscha folgende Depesche vom 23. Januar: Die russisch.
Mmänischen Beziehungen stnd LußeA gespannt. , Jo§ fuTjen
^fechten zwischen kleineren russischen und rumänischen Einheiten haben Kämpfe auch zwischen größeren Abteilungen begonnen. Zur gegenwärtigen Stunde ist die Welt Zeuge eines neuen Krieges zwischen den, Verbiindelen. Infolge des Ve:. suches der Rumänen, sich der Wagen mit Munition und. des Wagenparkes der Truppen des 4. Sibirischen Korps, bestehend aus der 9. und 10. russischen Division, zu bemächtigen, wird seit drei Tagen südwestlich Ealatz zwischen den Flüssen Sereth und Pruth mit der größten Erbitterung eine Schlacht geschlagen. Beide Parteien kämpfen mit Kanonen und Monieren. Die rumänischen Truppen erhielten große Verstärkungen. Um nicht in die Hände der Rumänen zu fallen, haben die Soldaten einer russischen Brigade diesseits der durch den Maffenstillstandsver- trag festgesetzten Demarkationslinie zahlreiche Mengen Waffen. Geschütze. Maschinengewehre und Gewehre, sowie ihren Train und ihr Verpflegungsmaterial abgelief'wt. Der Rest des rttf= fischen Korps setzt die Schlacht in Ermattung von Unterstützungen fort.
GmMnds WMtärstasks.
Die „Dailn Mail" bringt einen scharfen Aufsatz Frasers gegen die britische Heersleltung. Er schreibt: Im Dunkel und Schmerz gingen wir 1914 in den Krieg. Während wir für die Freiheit der Welt zu kämpfen vermeinten, waren wir tatsächlich von Anfang an in dem Netz der Wahrheitsentstellung und Heimlichkeit gefangen. Die Heeresleitung fei völlig unfähig. Dies habe die flandrische Offensive bewiesen. Habe etwa die Eroberung einiger Höhenzüge die schweren Verluste gelohnt? Die Operationen in Mesopotamien und Palästina kritisiert Fraser gleichfalls sehr scharf. Das Vordringen in Palästina sei ein Schlag in die Luft.
Oesterreich.
Der beendigte Ausstand.
Wien. 23. Jan. (WTV.) Meldung des Wiener k. v. I Kerr.-Bur. Nach ton schon vorgestern und gestern in Wien die Arbeit zum größten Teil wieder ausgenommen worden ist, wird heute ln allen Betrieben ausnahmslos gearbeitet, so daß di« Ausstandsbewegung unter der Wiener Arbeiterschaft beendet ist. Auch aus der Provinz vorliegende Meldungen besagen, daß überall die Arbeiterschaft zum größten Teil zur Arbeit zu- rückgekehrt ist. Währerrd der ganzen Dauer der Ausstandsbewe- gung kam es nirgends zu nennenswerten Zwischenfällen.
Pkag. 2.3. Jan (MTB.) Nach 24stündiger Arbeitsruhe ist heute früh die Arbeit in allen Betrieben wieder ausgenommen worden.
Dir Wirkung des W-rurr Simks in MIM.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" entnimmt der „Expreßkorrespondenz" eine Meldung aus Petersburg, der zufolge der Maximalistenführer Stecklo im allrussischen Kongreßß der Arbeiter- und Soldatenräte eine Rede gehalten hat, in der er unter anderem erklärte, daß die russischen Unterhändler den Abschluß des Friedas nicht überstürzen dürften, wenn auch die allgemeinen Verhältnisse Rußlands zu einem raschen Friedensschluß drängten. Der umfangreiche Arbeiterausstand in Oesterreich-Ungarn hätte die Stellung der russischen Unterhändler fo. J als eine Antwort auf die Rede Lloyd Georges und auf die letzte gestärkt, daß von einem bedingungslosen Nachgeben der russischen 1 Wilsousche Botschaft anfzufassen. Es sei eine gefchickte Rede
mit großem Vertrauen die Ergebnisse der allgemeinen Wahlen erwartet, die am 24. Februar vor sich gehen werden.
Dorträge Mm Kaller.
Berlin, 24. Jan. (WB. Amtlich.) Seine Maiestät der Kaiser horte gestern den Vortrag des Kriegsministers und den Generalstabsvortrag. Seine Majestät empfing darauf den badischen Ministerpräsidenten Frbr. v Bodman. Zur Frühstückstafel waren geladen Ministerpräsident Frhr v Bodman, badischer Gesandter Dr. Nieser, Staatssekretär v. Kühlmann, Hausminister Graf zu Eulenburg und der Anführer des diplomatischen Korps v. Röder.
Gin Dementi»
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter „Falsche Gerüchte": Wir find zu der Feststellung ermächtigt, daß die im Anschluß an einen Artikel der „Deutschen Zeitung" in der Presse auftretenden Gerüchte von eir«m bevorstehenden Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts, Admiral von Müller, und des Oberhofmeisters und Hausmarschalls Frhrn. von Reischach, auf freier Erfindung beruhen.
Wieder nach Srrst Atomfk.
München, 26. Jan. Mt Staatssekretär des Aeußeren Dr. v. Kühlmann reist auch der in Berlin weilende bayerische Vertreter v. Podewils am Sonntag nachmittag zu den Frie- densverhandlnngen nach Brest°Litowsk.
Die Kansterrede.
Der „Vorwärts" schreibt: Die Rede des Kanzlers hätte ge- rade eine weltbefreiende Tat werden können, wenn sie klar zum Ausdruck gebracht hätte, daß sich hinter den deutschen Friedenswünschen keine machtegoistischen Hintergedanken verbergen. Das aber hat sie nicht getan. Sie war leider in einigen ihrer Teil< dazu geeignet, das Mißtrauen der Gegner in die Aufrichtigkeit der deutschen Erklärung zu verschärfen. Das gilt ganz besam ders für die Partien, die von Polen und Belgien handeln. Was das belgische Problem betrifft, so hat der Kanzler hier einen Weg betreten, auf dem er sich auch nicht einmal mit den radikalsten englischen Friedensfreunden begegnen kann.
Die „Frankfurter Zeitung" hätte gewünscht, daß to Kanzler den Engländern und Amerikanern sich ganz an den Hals hätte werfen sollen. Aehnlich drückt sich das „Berliner Tageblatt" ans.
Die „Tägliche Rundschau" erblickt den Kernpunkt der §ert- ling-Nede in der Frage, ob die Sozialdemokratie den Kanzler zur Anerkennung ihres Friedensdiktats zwingen könne oder nicht und ob die Sozialdemokratie, wenn Graf Hertling auf seinem Standpunkt beharrt, es zum Bruch mit der Negierung treiben würde oder nicht. Die „Tägliche Rundschau" findet, das Ergebnis der Aussprache sei gewesen, daß Graf Hertling seine selbständige Stellung gewahrt hat und daß die Sozialdemokratie es nicht wagte, ihre Drohungen auszuführen, sondern sich ntit den Darlegungen des Kanzlers znfriedcngab.
Die „Vossische Zeitung" ssagt: Die Rede sei im wesentlichen,
Maximalisten nicht mehr die Red« sein könne. Aus diesen Werten Stecklos ergibt sich, daß die Arbeiterbewegung in Oester, reich-Ungarn, die den Zweck verfolgte, den Friedensschluß zu beschleunigen, im Gegenteil ein« den Friedensschluß hemmende Wirkung ausgeübt hat.
putze in Spanien? '"V
Sofia, 2.3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. Die spanische Gesandtschaft hat heute den Blättern folgende Note zugehen lassen: In Bezug auf die aus französischer Quell« stammenden, kürzlich in der Presse veröffentlichten telegraphischen Meldungen, wonach in Valencia, Malaga und Barcelona große Unruhen ausgebrochen feien, bei denen die Menge einige Theater zerstört hätte, und in denen weiter gesagt wird, daß die innere Lage revolutionär und der Belagerungszustand verhängt worden sei, und wonach schließlich die Politik der unbedingten Neutralität, die bisher von Spanien beobachtet wurde, kornpromittiert worden sei, sieht sich die Königlich spanische Gesandtschaft veranlaßt, festzustellen, daß im Gegensatz zu den oben erwähnten Meldungen in Spanien vollste Ruhe herrscht, daß ferner das Kabinett Garcia
eines klugen Mannes gewesen. Recht deutlich sei Graf Hertling geworden, als er darauf hinwies, daß die Freiheit der Meere nicht ganz unwesentlich durch die befestigten Stützpunkte bedroht- sei. die auf jedem Jnselchen die Engländer sich im Laufe der Jahrhunderte eingerichtet hätten.
Der „Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt: Mer von der Nede^ des Grafen Hertling Wunderdinge erwartet haben sollte, wird vielleicht enttäuscht sein. Cie verleugnet auch diesmal nicht ab-' geklärten Geist der durch nichts in seiner ruhigen Haltung zu erschütternden Staatsmannes, der den ungeheuren Stürmen der Zeit vor allem durch eine maßvolle Festigkeit Trotz bieten will.'. Er ist keine Freund von starken Worten. Ueber seine Friedens--. Politik im Osten hat er wenig Neues gesagt.
Die „Deutsche Tageszeitung" sagt: In seinen Erklärungen^ über die Verhandlungen in Brest Litowsk hat der Kanzler» gestern im Hauptaussckuß des Reichstages mir die Auffassung^ bestätigt die bereits vorher als die unserer amtlichen Stellen^ bekannt war. Auf das positive Programm und auf den Willen,! unsere militärischen Siege beim Friedensschluß in politische Er-^ rungenschaften umzumünzen, kommt alles an. Ein klares und'' letztes Wort darüber hat der Kanzler gestern nicht gesprochen. Die „Deutsche Zeitung" schreibt: Die Red« des Kanzlers _Prieto dirl-lb<,äubore Politik bÄolat wie bisher. es stellte sich als ein« schwache Verteidigung ßeßenjbie, äufeetjt ge-


