Ausgabe 
21.1.1918
 
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N ummer 17 _ Montag, de» 21. Januar 191k 11. Iahrgana

Die Tagrsreitung" erscheint irden Werktag. Regelmäßige BeilagenÄer Kauer aus Hessen'

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AnflSsung LZU rnlftfchen gesetzgebenden Jersamminng. 5.'! 000 Tonnen versenkt.Kloyd George redet.

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Der deutsche Generalkad weidet:

W. T. K. Großes Karrptquirrtier» derr 19 . Januar. Amtlich.

Wörtlicher Kriegsschauplatz.

Lebhafte Artiller iekämpfe im Siellungsbogen nordöstlich von Pporn. auf dem Südufer der Ecarpe und in der Gegend von . Moeuvres. Auch an vielen Stellen der übrigen Front, nament­lich zu beiden Seiten der Maas, war die Feuertätigkeit gestei­gert. Nördlich Bezonvaux holten Stoßtrupps Gefangene aus < den kranzosischen Linien.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues. '

Mazedonische Front.

Im Cernabogen lag unsere Höhenstellung nordöstlich von Paralovo tagsüber unter Artillerie- und Minenfeuer.

Italienische Front. v Die Lage ist unverändert.

Der Erste Gsueralqnartiermei'ster; Ludendorff.

Abend»ericht.

Berlin, 19. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Lebhafte Artitteiictäiigkeit rm Pperer Bogen. Von den anderen Fron­te» nichts Neues.

*

W. T. K. Großes Hartplqnovriev, den 29. Janrrav. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Ostende wurde von See her beschössest. Heftige Artillerie- kämpfe dauerten im Stellungsbogen nordöstlich von Ppern bis spät in die Nacht hinein mi

Zu beiden Selten der Lys, am La Vasteetanal sowie zwi­schen Lens und St. Quentin hat die Eefechtstätigkeit zugenom­men. Mit besonderer Stärke lag englisches Feuer tagsüber auf unseren Stellungen südlich von der Scarpe.

Die französische Artillerie war nur in "wenigem Abschnitten lebhaft. Feuersteigernng trat zeitweilig im Maasgebiet soun: rüZrdlich und südlich vom Rhein-Marne-Kanal ein.

Oestlicher Kriegsschauplatz ' .

Nichts Neues.

An dec

Maz^omschen und Italienischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Eeneralgnartiermeister: Ludendorff.

A5ettd!»errcht.

Berlin, 20. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ,

objekte, sie befanden -sich fast alle auf dem Wege nach dem Orient und fuhren sämtlich unter starker Bedeckung. Unter ihnen konnte der bewaffnete tief beladene englische Transport- dempferSplräa" (3620 Vruttoregistertonnen) festgestellt wer­den, der durch gut durchgeführten Angriff aus einem stark ge­sicherten Geleitzug herausgesckiossen wurde. Von den beiden anderen Dampfern war einer englischer Nationalität, bewaff­net und nach den Holzausbauten, zahlreichen Booten und Ret­tungsflößen zu urteilen, e'n Truppentransporter, der andere, ein großer Dampfer, anscheinend der P. and O. oder White Star-Linie, mit Sprengstoffladung.

Der Thef des Admiralstabs der Marine.

Berlin, 19. Jan. (WTB Amtlich.), Eines unserer Unter­seeboote, Kommandant Kgpitänleutnant Dieckmann, hat kürzlich sechs durchweg bewaffnete Dampfer mit rund 32 000 Bruttoregistertonncn vernichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde in der Irischen See. teils einzeln, teils in Eeleitzügen unter starker Sicherung fahrend, abgeschosien, unter ihnen ein etwa 12 000 Tonnen großer Dampfer, ähnlich dem Aftic-Typ der White Star Line.

Der Ches des Admiralstabs der Marine.

Der ernsteste Faktor der gegenwärtigen Lage.

In derNation" vom 5. 1. heißt es: Die,18 großen Damp­fer, die in der Admiralilätsstatistik der ersten Januarwoche als versenkt gemeldet wurden, sind der ernsteste Faktor der gegen­wärtigen Lage. Der Schiffsverkehr in unseren Häfen während der vergangenen Woche wies die seit geraumer Frist niedrig­sten Ziffern auf. Allerdings gibt es Gründe, warum dies zu erwarten war. doch ist es nicht ratsam, diese hier darzulegen. Aber die Versenkungen großer Schiffe halten sich auf dem hohen Durchschnitt, der neuerdings zu bemerken ist und pasisn schlecht zu den britischen und französischen Versicherungen, nach denen der nnbeschränkte U-Voot-Krieg ein Fehlschlag sein soll. Die jüngere Schule der Admiralität hofft, den U-Vootkrieg auf viel bescheidenere Maße zurückführen zu können, und es wird interes­sant sein, zu beobachten, wie sie das anfängt,' noch viel be­ruhigender aber wäre es, wenn man auch die Regierung diese Frage erfassen sähe. Zurzeit scheint ihr der U-Boot-Krieg nur einer derbestimmenden" Faktors zu sein, wir sind demgegen­über nach wie vor der Ansicht daß er der Faktor der ganzen militärischen Lago überhaupt sei.

*

Im Golf von Mexiko versenkt.

Genf, 18. Jan. Ergänzend wird gemeldet: Der 6778 Ton­nen große amerikanische DampferTexas", der Salpeter führte, ist in der Bucht von Galrestone versenkt worden. 48 Mann der Besatzung sind nach einer Meldung des ..Temps" geborgen wor­den. (Solange keine amtliche deutsche Bestätigung vorliegt, wird man dieser Nachricht imr mit Vorbehalt begegnen können. Die Schriftl.)

Der öftere'chilche Generalftab

Wien, 19. Jan. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird ve, leutbatt:

, Keine Ereignisse.

Der Chef des Generalstabcs.

Wien, 20. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart:

Keine Ereignisse von Belang.

Der Chef des Generolstabcs.

57000 Tonne» versenkt.

Ein italienischer Trnppendarnpfec vernichtet.

Berlin, 18. Jan. (WTB. Amtlich.) Neue U-Bootserfolge im östlichen Mittelmeer: Vier Dampfer, und ein Segler mit rund 25 000 Bruttoreglstertonnen.

Eines unserer Unterseeboote vernichtete in Sicht der tripo- liianischen Küste den voll besetzten bewaffneten italienischen TruppentransporterReglna Helena" (7940 Bruttoregister­tonnen) Geschützfener von Land vermochte nicht, das Unter­seeboot an der planmäßigen Durchführung seines Angriffes zu verhindern. Auch die übrigen vernichteten Dampfer waren weaen ihrer Größe und Ladung besonders wertvolle Angriffs­

Wt VtthMlimrli in Brck-Mswlk

drohten sich zunächst abermals um das Selbstbestimmungsrecht Jtnei Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Deutscherseits wurde darauf hin gewiesen, daß das von der russischen Delega­tion hierfür beantragte Referendum dem Entwicklungszustand der Bevölkerung dieser Gebiete nicht entspreche und daß es rich­tiger wäre, die in den fraglichen Territorien bestehenden Ver- tretungskörper durch Wahlen auf breiter Grundlage derart zu ergänzen und zu erweitern, daß sie tatsächlich als Vertretung der gesinnten Bevölkerung angesehen werden könnten. Dem­gegenüber bemerkte Trotzki, daß die russische Delegation an ihrem Anträge f5sthalte, daß nur das Referendum über die staatliche Zukunft dieser Länder entscheiden tolle.

In Erwiderung hierauf betonte der Staatssekretär, daß un­bedingt Ordnung in den besetzten Gebieten gewahrt werden müssen. (Anmerkung der Schriftleitung: Das ist ja gerade,

was die Trotzki und Konsorten, ebenso wie ihre Freunde in Deutschland, nicht wollen.) Auf Einladung des Vorsitzenden legte hierauf General H o f f m a n n eine Karte vor, welche die betreffenden Einzeichnungen für das Gebiet zwischen der Ost­see und Brest-Litowsk enthielt. Auf die Bemerkung, daß die südlich von Brest-Litowsk liegenden Territorien in dieser Karte nicht berücksichtigt seien, da hierüber Verhandlungen mit der ukiainisck>en Delegation schwebten, sah sich Herr Trotzki zu einer Erklärung veranlaßt, in der er hervorhob, daß zwar die ukrai­nische Delegation von Rußland anerkannt werde. Die Grund­sätze über die Bestimmungen der Grenzen müsse von dem Wil­len der Bevölkerung abhänge«.

Im Zusammenhänge hiermit brachte der Vorsitzende d4r österreichisch-ungarischen Delegation das Tbema der durch die österreichisch-ungarischen Truppen besetzen Gebiete zur Sprache und ersuchte den Vorsitzenden der russischen Delegation um Auf­klärung darüber, ob die hierauf bezüglichen Verhandlungen mit der Petersburger Regierung oder, wie dies die ukrainische De­legation wünsche, nur mit dieser allein zu führe« seien Auch hierauf erwiderte Herr Trotzki, daß der ukrainischen Delega­tion eine einseitige und selbständige Behandlung dieser Frage nicht zugestanden werden könne, worauf Graf Cz^nin sich die weitere Besprechung dieser Frage bis nach der binnen kurzer Zeit zu erwartenden Klärung der Kompetenzfrage zwischen der .russischen und der ukrainischen Delegation Vorbehalt.

Auf eine dahingehende Anfrage Kühlmanns erklärte Trotzki, daß die Kaukasus-Armee zu der Bolschewiki-Reqierung stehe. Hierauf wurde die Frage der Aalands-Inseln ange­schnitten. Trotzki erklärte, daß die Proklamierung der staatlichen Unabhängigkeit Finnlands bisher keinerlei Veränderung in der Frage der Aalandsinseln hervorgerufen habe. Staats­sekretär von Kühlmann wies darauf hin. daß aus dem Aalands- vertrage, dessen Unterschriften aus einer rein historischen Kon­stellation. nämlich der des Krimkrieges zu erklären seien, für Deutschland individuelle Rechte erwüchsen deren Anerkennung in dem Friedensvertrage eine deutsche Forderung darstellen würde. Rußland würde durch eine solche Anerkennung nichts crufgeöen. was es vor vem Krieg besessen hätte, wenn man nicht etwa behaupten wolle, daß die vertragswidrige Befestigung der Aalandsinseln während des Krieges und der durch-die heutige Regierung aufgedeckte Versuch des zaristischen Regimes, die ver­tragswidrige Vefestiarn« zu einem dauernden Recht zu erheben, irgend ein neues Recht in dieser Frage geschaffen hätten. Im übrigen sei es im Interesie der Anfrechterhaltung der Harmo­nie unter den die Ostsee amvohnenden Völkern ein deutscher Wunsch, daß bei der Erneuerung der betreffenden Vertrags­bestimmungen die Anwohner der Ostsee, insbesondere das durch seine geographische Lage an der Sache in hervorragendem Maße interessierte Schweden zur Mitberaiung und Mitunterzeichnung herangezogen werden. Schweden sei zwar bei den gegenwär­tigen Beratungen nicht vertreten, er habe aber Grund zu der Annahme, daß die Wünsche des schwedischen Volkes, wenn es auch bei den gegenwärtigen Beratungen nicht vertreten sei, sich in dieser Richtung bewegen. Herr Trotzki behielt sich eine Ant­wort auf kmse Anregungen für später vor.

Am Schlüsse der Nachmittagssitzung erklärte Herr Trotzki, ^ aus innerpolitischen Gründen sich für die Dauer 'einer Woche nach Petersburg begeben zu müsien. weshalb er die Vertagung der Beratungen der politischen Kommission bis zum 29. Januar verschlage/ Mit seiner Abreise gehe die Führung der russischen Delegation auf Herrn Joffe über Auf seiten der Mittel­mächte wurde diese Erklärung zur Kenntnis genommen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß nach der Rückkehr des Herrn Trotzki eine volle Einigung zu erzielen wäre.

Die Wirtschaftskommission, die heute unverbindliche vor- trauliche Besprechungen hatte, setzte'ihre erste offizielle Citzu'i.z auf Samstag vormittag 11 Uhr fest.

Oesterreich nnd der Frieden.

Czernin gegen Annexionen.

Brest-Litowsk. 18. Jan (WTB.) Ein Vertreter des Wie­ner k. k. Telegraphen-Korrefpcndenz-Vureaus hatte am 17. Januar eine Unterredung mit dem Grafen Ezernin über den Stand der Fricdensverhandlungen. Graf Czernin äußerte sich hierbei folgendermaßen: Die Verhandlungen mit den Vertre­tern von Petersburg und Kiew sind in vollem Gange. Deren Verlauf ist allerdings schwierig und langwierig. Ich hafte und bürge jedoch dafür, daß der Friede unsererseits nicht an Erobe­rungsabsichten scheitern wird Ich nehme kein Wort von dem zurück, was ich als Fricdensprogramm der Monarchie aufze- stellt und vertreten habe. Wir wollen nichts von Rußland» weker Gebietsabtretungen noch Kriegsentschädigungen. Wir wollen nur ein srenndnachbarliches. auf sicheren Grundlagen be­ruhendes Verhältnis, das von Dauer ist und auf sicheren Grund­lagen beruht.

Kriemmnlltt v. Strin und dkl (fiOfifij.

In dem Interview, das der Kriegsminisier von Stein mik einem Journalisten hatte äußerte sich der Kriegsmlnister über die Tanks: In der Schlacht an der Somme, die ich noch geführt habe, kamen die Tanks zum ersten Mal in Sicht. Im ersten »Augenblick wußte man natürlich nicht, wie sie vernichtet wer­den könnten. Meine Soldaten kletterten sogar auf die plumpen Riesenwerke oder versuchten, sie von außen mit Handgranaten