-er. In eingewe-hten Kreyen wutzte man schon lange, da« Lenin unzufrieden ist sowohl mit dem Einflüsse Trotzkiz al» auch mit den Ansichten desselben, -te sich nicht dem Leninsche» Draufgängertum anpassen. Dem verbissenen Urologen Lenin, der dem wirklichen Leben stets ferngestanden hat, werde Trotzki, der Anhänger des praktisch Möglichen, simner uiuetbndier, und so ist schließlich zwischen diesen beiden eine Spannung eingetreten, die ein weiteres Zusaurmenarbeite» so gut wie unmöglich macht.
Außerordentliche ' Sitzung.
D-s Blatt der Petersburgs ?iler- und Soldaten,
ttiie „Iswestija" nreldet: Der Hau, .isschuß des Sowjets rst aus Anlaß der neuen Stockung der Friedensverhandlungen in Brest°Litowsk zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengettrten. Der Hauptaussckwß erörterte in eingehender Weise die vorliegenden Berichte der russischen Ab- ordnung. Bemerkenswert ist, daß sich ein nicht unerheb- Ucher Teil der Mitglieder des Hauptausschusses gegen den Oang^ rer Verhandlungen ungeduldig zeigte und erklärte, daß die russische Abordnung weniger die rein russischen In-' tereffen wahrnehme als die Verwirklichung der Partei- dokttlnen bei jenen Völkern erstrebe, denen das Selbstbe- fnmmungsrecht zugebilligt werden müsse.
Ein Bluff der Bolsckiewiki?
Der gut unterrichtete, kadettischen Kreisen nahestehende sT" ^rfretter der finnischen Zetimg „Hufvud- smdsbladet^ erfahrt zu den letzten Unterhandlungen in Brest-^ltowsk, daß die Bolschewiki-Negierung auf die For- derungen d^r Mittelmächte eingeben werde, tzn den letzten Tagen wird in der bolschewistisch Presse sowie im Smolny.
.^5nstitut (dem Sitz der Bolsck-ewiki-Negierung in Petersburg) sicherlich viel gefabelt von dem „heiligen Krieg- für das SelbsGesttmmungsrecht der Volker, diese Redensarten wer- den jedoch m unterrichteten Kreisen für Blufi gehalten. Die Bo.schewiki müssen sich in das Unvermeidliche fügen.
Plünderung der italienischen Botschaft j»
Mailand. 18. Jan. Die italienische Votschast in Petersburg tst nach einem Drahtbericht des ..Corriere della Sera" von einer bewaffneten Bande angegriffen und geplündert worden. Der Pförtner der Votfchast wurde gefangen abgefiihrt. Es gelang dem Botschaftspersonal mit Hilfe einiger die plün»
dernden Soldaten herauszuwerfen. von dene 16 entwaffnet und 2 verhaftet wurden.
Dieses Attentat auf die italienische Botschaft und die Der. Haftung des rumänischen Gesandten ist nach dem Gewährsmann des „Eorriere della Sera" ein deutliches Zeichen für die Zu. fpitzung der Lage. Der Berichterstatter behauptet weiter, die politische und militärische Mission Deutschland» und Oesterreichs organisiere im Einverständnis mit der Regierung Lenins die Verfolgung der Alliierten, um sie aus der russischen Hauptstadt zu entfernen, und so ihre Kontrolle über ihre eigenen Tätigkeit auszuscholten. Aller Bertteter der alliierten und neuttalen Lander sind in der Botschaft der Vereinigten Staaten zusammengekommen. um über üe Lage zu beraten und um sich über ihr weiteres Verhalten schlüssig zu werden. Es fei nicht ausgeschlossen, daß die diplomatischen Vertreter Petersburg verlassen, um sich an einen ruhigeren und der Politik Lenins weniger aus.' gesetzten Ort zutückzuzichen. Die erste Folge der in der ameri- konischen Botschaft abgehaltenen Beratung war. daß sich sämtliche 18 Dertteter der alliierten und neutralen Staaten am 14. Januar zu Lenin begaben, um gegen die Vorgänge in der rumcü urschen und italienischen Botschaft Protest einzulegen. Der am-rikanis,be Botschafter erklärte, wenn die Mitglieder der rumänischen Botschaft nicht sofort befreit würden, werde das gesamte diplomatische Korps Petersburg verlassen. Lenin erwiderte. daß er die Angelegenheit dem sofort einzub prüfenden Rat der Volkskommiffare vorlepen wolle.
Freilassung des rumanischen Gesandten?
Basel. 17. Jan. Rach einer Petersburger £>gd - 113
V auf Weisung Lenins der rumänische Gesandte ssi^l auf freien Fuß gesetzt worden.
Kerenski entdeckt?
Stockholm. 17. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Laut „Rjetsch" soll es bei, Bolschewik! gelungen sein. Kerenski in der Wohnung eines sozialrcvokntronären Stadtrats aufzuspüren. Seine Verhaftung soll bevorstehen.
Eine Republik Turkestaa.
Stockholm. 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Das ukrainische J'.lformaticnsbureau teilt mit: Der Rat der Nation in Kiew erhielt die Nachricht, daß ein außerordentlicher Kongreß der Muselmanen Turkestans in Uebereinstimmung mit der mehrere Millionen zahlenden Bevölkerung Turkestans das Gebiet von Turkestan als selbständige Republik im Bunde mit der föderativen russischen Republik erklärt hat.
auu.de dm» russische« Kr ntz es g e »off « Mehr». Sfejcf Kapital wird jetzt mtt Vernichtung bedroht, weu» es zu et»« Auflösung de» russische» Reiche» komme» sollte. Solch ei« fUf tastrophe würde für das französische Kapital derartig gewaltig sein, daß die französische Regierung einer daraus entstehende« Lage überhaupt nicht in die Augen zu sehen wagt. Cie hat de- schlossen, die Januarkupon» auf russische Staatspapiere aus ihrer eigenen Tasche zu bezahlen und de« weitere» Gang dieser Angelegenheit abzuwarten. Die Getteideernte i, Frankreich hat in diesem Jahre nicht einmal die Hälfte des Erttages eines normalen Erntejahres ergeben. Das war die Folge von vnzu- reichender Düngung und mangelnder Arbeitskräfte. Die Kriegskosten der Republik sind bereits bis auf 102 Milliarden gestiegen, wodurch der Bevölkerung eine fast unerttägliche Rentenkast auferlegt werden mutz. Natürlich haben die Der. suche zur Wiedergewinnung der 1871 verlorenen Provinzen unter diesen Umständen auch in wirtschaftlicher Beziehung große Bedeutung Aber die Aussicht auf Erreichung des gesteckten Zieles wird, je länger der Krieg dauert, umso geringer. Außer- dem ist es fraglich, ob die Kosten, mit denen man für die Fortsetzung des Krieges rechnen mutz, nicht bereits lange den Wert übersteigen, der für Frankreich in dem Wiedergewinn der Provinzen liegen würde
Noch viel ungünstiger aber als in Frankreich ist die wirk- schaftltche Lage in Italien. Größeren Gewinnen einzelner In- dustriezweige steht eine Lähmung des Betriebes vieler anderer Jndufttien gegenüber die durch Manne! an Steinkohlen still liegen. In Friedenszeiten geschah die Einfuhr von Kohlen nach Italien zi.m Teil auch von Deutschland aus. Die Entente konnte diese Einfuhr, besonders nachdem sich der U-Bootkrieg fühlbar machte, nur in sehr unzureichendem Matze ersetzen. Arbeitslosigkeit und Not haben immer mehr zugenommen und das hat sehr starke llnmftiedsnhett im Lande erwirkt, die sich in den norditalienischen Provinzen in Zusammenstößen der Zivilbevöl- kerung mit dem Militär äußerte.
Auch auf die Lage an der Front blieb die Unzufriedenheit im Jnlar.de nicht ohne Einfluß Eine der Folgen war der geringe Widerstand, den das Jsonzoheer den deutschen Angriff-n bot. nachdem die russische Anarchie Deutschland befähigte, seine Kraft auf der ttalienifchen Front zusammenzuziehen. Die Hoffnung auf die Eroberung von Triest, von welcher Stadt die ita. lienische Armee nur noch vier Stunden Wegs entkernt gelegen hatte, und ebenso die Eroberung der Dalmattnischen Küste ift vorüber. Man n ird sich in Italien schon freuen, wenn man W Heere der Mittelmächte, die bereits einen beträchtlichen Teil der fruchtbaren nord-italienischen Ebene besetzt halten, eut einem weiteren Vormarsch hindern kann. Dieser Erfolg wird dann von Italien mit Kriegskosten erkauft worden sein, die bereits jetzt mehr als 30 Milliarden Lire betragen, also mehr als ein Drittel des italienischen Nationalvermögens. Nach dom Krieg aber wird Italien außerdem wahrscheinlich noch durch ein geringeren Fremdenverkehr gesä ödigt werden. Denn dieser machte eine der hauptsächlichsten Einnohmequellcn der itcrlienischea Bevölkerung aus.
Montenearos Nittemerfttns.
Dir MrWjMe Astlagr in Franttcjch
uni) ssualau-.
In einer wirtschaftlichen Uebersicht zum Jahresende schreibt -»"llgemeen Handelsblad" folgendes:
„In Frankreich werden die großen Banken durch den Krieg in keiner Weise gefordert werden. Frankreich hat durch die Besetzung seiner industriell hcch entwickelten nördlichen Provinzen durch die Verwüstung großer, fruchtbarer Landstriche und durch dre Erschöpft-ng der Bevölkerung zu sehr gelitten, als daß ein rraftcges Wirtschaftsleben wahrend des Krieges noch möglich , n J e ..Das ist auch aus den Stattstiken der Bank von Frankrerch ersichtlich, die noch immer für reichlich eine Milliarde Francs unbezahlte Prä-Moratorrums-Wechfel in ihrem Besitz hat.
r ift aUä) bui ^ ben Rückgang des Wertes der aus-
lan^chen Ncncen sehr geschädigt. Von 1895 bis 1913 wurden Fmnkrelch ,m ganzen ungefähr für 56,5 Milliarden neue
1<m benen °ber nur 16 Milliarden dem hnanb^en B-darj -md reichlich -10,5 Milliarde« für auslän- «apitat&ar.lcKF dienten. Ungefähr bw Hälft» davon
3mn zweijährigen Gedenktage der Erstürmung des Lowcen. Von Oberst Immanuel.
Der Lowcen ist feit Jahrhunderte» da» Wahrzeichen der ..Schwarzen Berge", das Sinnbild der llnbczwinglichkeit der Felsen, hinter denen die Czernagorzen b»s dahin ihre Freiheit gegen alle Eroberungsversuche verteidigt hatten. Einer Mauer gleich türmt stch die Felswand des Lowcen über dem schmalen Küstensaum de: Bucht von Cattoro empor, eine schwarzgraue, finstere Wand ohne Baum und Sttauch. drohend und unnahbar zugleich, scheinbar unersteiglich von der Seeseite her.
Als der Weltkrieg ausbrach, setzte der König von Montenegro seine Streben dahin ein. zunächst Stadt und Hasen von Cattaro durch eine starke Geschützwirkung vom Lowcen her zusammenschießen zu lasten, um -dann zum Angriff zu schreiten und Oesterreich diesen Platz zu entteißen. der das Ziel der mon- tcnegrinffchen Wünsche bildete. Italien. Rußland und Frankreich hatten keine Kosten gespart, um den Söhnen der Schwarzen Berge hilfreiche Hand bei den Vorbereitungen zu diesem Ueberfall zu leisten. Zahlreiche Geschütze und eine Menge Munition wurden auf den Felsenlamm des Lowcen hinaufgeschafft, so daß man hoffte, die klerne und doch so wichttge österreichische Hafenfestung bald zu bezwingen, um so mehr, als man überdies der Erwartung lebte, daß sich die Bevölkerung des österreichischen Dalmatiens zugunsten der Serben und Montenegriner erhebe» würde.
Allem die Dinge kamen wesentlich anders, als man ste sich in Eetttüe vcrgestellt hatte. So konnte Eattaro, wenn auch in beschränktem Maße, trotz der Lowcen der Schlupfwtnkel b« leichten österreichisch-ungarischen Flottenteile bleiben.
In den K'.icgsjuhren 1914/15 spielte sich u-m Cattaro ein langsamer Klein- und Grenzkrtey ab, in dem der österreichisch, ungarische Landsturm, darunter die treuen und tüchtigen dolma. trnrschen Aufgebote, siegreich und bluttg die Vorstöße der Mo« tenegriner vom Lowcen herab abwiese»,
DH Lage gewann aber bald ein ganz anderes Aussehen, als Anfang Dezcmb« 191b unser Feldmarschall von Mackensen mtt deutschen, österreichisch-ungarische» und bulgarische» Heerestet- len gleichsam im Sturmesflug Serbien bis auf den letzten Rest erobett hatte. Jetzt kam die Stunde der Abrechnung mit Montenegro. Die Strettkröfte dieses Berglandes, rund 50 000 Bewaffnet* vom Knaben bis zum Greis, standen zumeist an bx serbischen Grenze und wollten in den hohen, zerkflüfteten Bergen am oberen Lim und an der ccheren Tara in stark befeisrigten Stellungen dem Vordringen des Gegners nach dem inneren Montenegro Einhalt gebieten, mn so mehr, als metertiefer Schnee bei grimmiger Külte den Feldzug in diesem Gebiete ungemein erschwerte. Nach rrnd nach gelang es der Armee Kö- veß, die Montenegriner übs-r den Lim zurückzudrängen.
Um aber ganze Arbeit zu machen mtt» mit Montenegro so schnell als möglich fettig zu werden, beschloß die österreichisch- ungarische Heeresleitung, den Angriff auch von der Seezeiie he,
zu «offnen, also gerade dorr anzufasten, wo es der Feind für unmöglich n»d ausgefchlosten hielt, nämlich am Lowcen. DG hierzu verhältnismäßig nur schwache Kräfte zur Verfügung ftai« *** so wurde ein Teil der Armee Köveß auf den Kleinbahn«« Bosniens noch Cüddalmatten überführt. Diese Leistung ver» dient volle Bewunderung, denn sie geschah im tiefen Winter mt* ßw&eT Schnelligkeit und noch dazu zur gründlichen UeberraschunA de» Gegners.
So mar die österreichisch-ungarische Führung m der Lage. Montenegro an der empfindlichsten Stelle anzufassen, der» wenn der Lowcen genommen war, lag die Landeshauptstadt schutzlos vor dem Sieger, dem sich für die Besetzung des am beste, bewohnten und bebauten Teiles des Ländchens dann keine wesentlichen Hindernisse mehr boten. Während die Montenegriner durch die Hauplkräfte der Armee Köveß an den Gebirgsfronten beschäftigt waren, wurde gegen den Lowcen der entscheidende Schlag vorbereitet. Die Merke von Eattaro unterhielten seit Anfang Januar 1916 ein starkes Feuer gegen die Lowcenstel- lungen: die schweren Geschütze der k. u. k Kriegsflotte sandte ihre Geschosse mtt vernichtender Sicherheit hinauf aus die scheinbar so unerreichbaren Felsenhöhen.
Auch Gasgranaten kamen zur Anwendung, deren Wirkung hier eine ganz besonders nachhaltige gewesen sein soll.
Während des Artilleriekampfes arbeiteten sich die öfter- reichisck-ungarischen Gebirgsbataillone mtt ihren Maschinengewehren und Minenwerfern von Abschnitt zu Abschnitt durch die Felsscbründe und Steilhänge der Lowcenmauer hinaus, die Montenegriner von Vorsprung zu Vorsprung, von Klippe z» Klippe vertreibend, ein zähes Ringen, in dem die bessere Durch, bildung und die taktische Ueberlegenherl der k. u. k. Tnippen dis Oberhand gewann. Sie erklommen in fünf Tagen dis 1759 Meter hohe Wand und waren am 10. Januar abends dicht un. ter der Hobenkante angelangt.
Der Feind, durch das Artilleriefeur zermürbt und von der Aucsichtslosigkeit des weiteren Widerstandes überzeugt., ließ e» auf den letzten Entscheidungskampf nicht mehr ankommen, fon, dern gab die Siellung kampflos auf. Die gesamte auf dem Lowcen eingebaute Attillerie mtt großen Munitionsmenge» fiel in die Hände der Sieger.
Mit dem Verlust des Lowcen war Montenegros W^dev. standskraft gebrochen Das Volt, der Not und des Hunoer» »lüde, batte die Lust am Widerstande und an der Fortsetzung des Krieges verloren. König Nikolaus ftob über Skutari und durch Albanien aus dem Lande, während die Behörden sich ohns weitere Kämpfe dem Sieger unterwarfen. Am 13 Januar, zv-»ei Tage nach der Einnahme des Lowcen, wurde die Landeshauptstadt Eetinje besetzt, am 26. die Entwaffnung des ganze» Landes vollzogen, das unter österreichisch-nugarische Verwaltung ttal und nach mehrjährigen Drangsalen endlich Ruh« fa,ch. Die Gesamtbevte betrug 314 Geschütze. 50 000 Gewehr, und 56 Maschinengewehre. Einige Tausend Montenegrine, halten sich nach Albanien geflüchtet und fanden spät« Auß nähme tm Saloniki.Heere des Verbandes
Unter den unzäbligen Glanztaten des Krieges, die unser» und unserer Verbündeten Truppen vollbracht haben, nimmt der Sturm auf den Lowcen eine hervorragende Steve ein. Hie, waren ganz ungewöhnlich große Geländeschwreriqkeiien zu be- woltigerr, deren Ueberwindung der Tatkraft. Ausdauer untz Tapferkeit unserer Verbündeten das beste Zeugnis ausstelll.
Bas berliner Ergebnis.
Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Zu den kürzlicben Konferenzen zwischen der Obersten Heeresleitung und dem Reichskanzler erfahren wird daß ein volles Einvernehmen dahin erzielt worden ist. daß die Regelung der gesamten Ostftagen al» ein einheitliches Ganzes zu betrachten sei, und daß daher di, lttauische, kurländrsche und polnische Frage wechselseittg ineiu- ander übergehen Damit ist eine einheitliche deutsch-österreichische Front gegenüber Rußland gegeben. Diese Front wird stch auf die berufenen derzeittgen Derttettmgen Litauens mrt» Kurlands sowie Polens stützen, da einhellige Willenserklärungen vorliegen, welche cnrsgebaut, aber nie umgestoßen werden können. Ebenso ist ein volles Einverständnis darüber vorhanden, daß auch nach dem Westen hin wirksame Sicherungen geschaffen werden müssen. Ob und wiey>ei1 diese Sicherungen territoriale Defensivmaßnahmea unumgänglich machen, wird unserem Der- teidigungsstandpunkt entsprechend davon abhängerr, wie wett unsere Feinde uns zu gehen zwingen. Je größer die Opfer sind, die wir unserer Selbstbehauptung zu bringen gezwungen werden, je stärker plso die gegen uns gerichtete Drohung sich erweist, um so großer und nachdrücklicher werden die Garantten werden müssem die uns vor einer Wiederkehr einer solchen Daseinsgefährdung sicherstcllen Für dieses Ergebnis erwies sich eine grundsätzliche Neuorientterung unserer vom Reichskanzler als verantwortlich zu verttetenden Polttik nicht als gegeben. Deutschland wird die ihm unentbehrlichen militärischen Sicherungen erhalten, ohne den Boden des Rechtes zu verlassen. Alle sonstigen Nachrichten der letzten Tage entbehren somit jeder sachlichen Derechtigung.
Die Kanzlerrede wieder verschoben
Die Nede des Reichskanzlers nn Hauptausschutz, die für Freitag erwartet wurde, ist, wie neuerlich in parlamentarischen Kreisen verlautet, bereits noch weiter hinausgv- schoben worden. Es gitt für nicht unwahrsckreinlich daß der Kanzler erst in der nächsten Woche sprechen wirch, zumal. Entscheidendes mrs Brest-Litowsk nicht vorlregt.
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Die Parteiführer im Auswärtigen Amt. ^
Wie der „Berliner LokalanzeigerE erfährt, find bi» Parteiführer gestern abend wiederum von dem Unterstaats* sekretär von dem Bussche im Auswärügen Amt zu einer Besprechung iiber die Lage empfangen worden. An der Besprechung nachm auch der Referent für di» russischen Angelegenheiten Legationsrat Lrautnunm teil.


