Grane Gefahren.
Nömon aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 18) -'.ach druck oerdoren.
„Alchie ist so entsetzlich bequem," sagte die junge Frau entschuldigend. „Natürlich, bei euch kommt das alles von der milltärischon Erziehung. Ihr seid eben alle Soldaten."
„Bitte sehr, liebes Kind, h)i» sind erstens nicht alle Soldaten, und zweitens ist das Betragen Deines Bruders Archibald kein Ausnahmefall. Ich führte ihn nur an, weil er mir am nächsten lag. Ich könnte aber diese Fälle echt britischer Rücksichtslosigkeit ins Tausendfache vennehren, aber dafür sind sie mir nicht wichtig genug. Ich möchte nur — wenigstens bei Dir, nicht Ansichten aufkommen lassen, als ob Du Dich unter nur halb kultivierten Völkern befindest, wenn Du in meiner Heimat bist."
Er hatte etwas schärfer gesprochen, als es sonst seine Art war. Aber es war ihm seit seiner Verheiratung schon oft ausgefallen, daß man im Hause Douglas von Deutschland und den Deutschen in einem Loire sprach, der ihm nickt Paßte.
Es war nichts Bestimmtes, man k^nte es nicht mit Händen greifen, aber es war da.
Er hatte schon einmal mit Harthausen darüber gesprochen und ihm sein Herz ausgeschüttet.
„An diesen ganzen Zuständen sind wir selbst'schuld," hatte Harthansen geantwortet. „Sehen Sie sich doch mal unsere Vornehmtuer an. Im Stall geht es nicht ohne einen englischen Trainer. Das Segelboot hat einen englischen Namen. Der Hund muß echt englischer Abstammung sein — Foxterriers, Bullterriers, Collies und so fort. Ebenso gebt es nicht ohne englische Namen bei diesen Kötern. Jack, Snap, Bobby, Daisy und so weiter. In ihrer Kleidung sind sie nock) dünkelhafter. Tragen sie nicht stets die letzte Londoner Herrenmode? Ich sage Ihnen, diese Leute sind viel englischer als der Engländer selbst. —
Wenn mam das alles so mit ansieht, kann man es da dem Engländer verdenken, wenn er schließlich auch daran glaubt, daß er wirklich erstklassig ist, und dann in langem Abstand erst der deutsche Trottel kommt? Ich wundere mich
gar nicht! Vor dieser allmahNHen DerengMnderung kann uns nur kräftige Selbsthilfe retten. Jeder einzelne muß helfen. Also lasten Sie sich nicht unterkriegen und hinüberziehen, Werkheim!"
Daran mußte er jetzt denken. —
Als er seine Frau ansah, machte sie ein ganz erschrak, kenes Gesicht.
Der scharfe Ton !var ihr neu.
Sie tat ihm leid. Er war ein' Barbar! Sprach, von guter Erziehung und fuhr die kleine Frau an, wie ein Fuhr, knecht.
„Komm, Helen, streiten wir uns nicht darüber, wer die beste Erziehung hat, gehen wir lieber in die Oper."
Helen ging in ihre Ankleidezimmer.
„Gott sei Dank, daß Fred nichts bemerkt hat. Zum Aushorchen eigene ich mich ganz und gar nicht. Ich weiß auch nicht, was Archibald immer wissen will! Nach allem Möglichen fragte er. Ich habe schon ein ganz schlechtes Ge- wissen Fred gegenüber."-
Am Spätnachmittag des Weihnachtsabends waren Helen und Regina damit beschäftigt die letzte Hand an den WeibnaMsbaum zu legen. Ziemlich einsilbig verhielten sich die beiden bei ihrer Beschäftigung. Sie wußten nicht so recht was sie miteinander anfangen sollten.
<Ven in ihrer warmherzigen Art batte schon einige Male einen Anlauf genommen. Vergebens. Regina blieb scheu und verschlossen.
Alfred befand sich im Zimmer seines Vaters.
Schon eine geraume Weile saßen die beiden sich schweigend gegenüber.
„Willst Du nicht rauchen?" ftagte der alte Herr nach längerer Pause.
„Danke, Vater! Später!"
Alfred war in Gedanken versunken, ans denen ihn auch die Bemerkung des Vaters nicht losznreißen vermochte. Er schien etwas sagen zu wollen, konnte aber die rechten Worte nicht finden.
„Sag mal, Vater," begann er endlich zögernd, „was ist . das mit Regina? Ich weiß mir keinen Rat mehr mit dem >
Kinde. Sie ist so fremd und kühl gegen mich, als hätten wir uns jetzt zum erst-n Male im Loben gesehen."
Der Vater warf tfjirr einen forschenden Blick zu. „Du bist ihr jetzt wohl mehr Respektsperson, seit Du verheiratet bist, sonst wüßte ich nichts."
Alfred schüttelte den Kopf. „Nein, dis ist es nicht. Sie ist gegen Helen ebenso. Ja, ich möchte beinah sagen, daß sie gegen Helen geradezu feindlich ist. Helen ist sonst mit allen Leuten leicht befteundet. Aber sie sagt, sie kann Gina mit dem besten Willen nicht näher kommen. Für mid) ist es lim so verwunderlicher, als ihre ganze jetzige Art und Weise gegen ihr früheres warmherziges Wesen gar nicht wieder zu erkennen ist."
Der alte Herr schwieg. Merkwürdig, dachte er. wie doch die gescheitesten Männer in manchen Sacken kurzsichtig sind. Aber ibm war's recht. Wenn Alfred fe'bst den Grund zu dieser Veränderung nicht ahnte, so würde er sich hüten, ihn darauf aufmerksam zu machen.
„Du hast mir bis jetzt noch kein Wort über Helen ge- sagt, Vater. Und ich war doch so gespannt, wie sie Dir ge- fallen würde."
„Sie ist sehr schön, eine richtige englische Schönheit. Und wenn ich der Wahrheit die Ehre geben will, so muß ich gestehen, daß sie wirklich recht liebenswürdig unb bescheiden ift. Eigenschaften, die ich bis jetzt noch bei keiner Engländerin gesunden habe."
„Und doch kannst Du ihr uicht verzeihen, ^>aß sie sich als Engländerin Deinen Jungen erobert hat?"
„Ich werde es ihr verzeihen, wenn Du Dein Versprechen erfüllst und eine gute deutsche Hausfrau aus ihr machst."
„Was meinst Du, Vater, soll ich itm meine Versetzung einkommen?"
Der Baron sah seinen Sohn forschend an. „Ist das nur ein Augenblicksgedanke oder ist er Dir schon früher gekommen und liegen ihm bestimmte Gründe mnter?"
Einen Augenblick zögerte der Sohn, dann sagte et hastig: „Der Gedanke kam mir nur eben." — ttetzung folat.
Es ist bestimmt in Gottes Rat,
Tatz man vom Liebsten was man hat Mutz scheiden.
Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vate^ Bruder, Schwager, Onkel und Neffe
August Jacobi
Landsturmmann in einer leichten Munitionskolonne
nach Zjähriger treuer Pflichterfüllung im Reserve-Lazarett zu Friedberg im Alter von nahezu 43 Jahren dem Herrn sonst entschlafen ist.
Kekanntmlichnny.
Mainzer Handkäse
sind noch vorrätig bei
Georg Mobs A. Bechstein Adolf Schmidt L. Arnstein Wwe. Gegen Abschnitt „K“ der Brotkarte wird 1 Käse zum Preise von 22 Pfennig abgegeben.
Friedberg, den 10. Januar 1918.
Stä)t. Lebensmiltel-A isschuz.
Langsdorf.
Rodheim v. d. H>, den 16. Januar 1913.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Brätchen Jacobi geb. Henrici Robert Jacobi z. Zt. im Felde Ernst Jacobi
Johann Balthasar Jacobi II. und Familie Karl Kunz und Familie.
sindet in Nodheim v. d. H., Samstag, den 19. Januar 1918, nachmittags 3 Uhr statt.
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Paprika
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Friedrich Michel
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G. W. Zoll,
Fricdbcrg, kaiserstr. 12, Tel. 4ia Fachmännische Bedienung.
Ern prima 4 jähriger
Fahrochse
wegen Platzmangel zu verlaufen
Karl Lorey,
c-teinbach a. T.
KriegskinderspenVe.
7 , V Au ruf an die Mütter, die während des Krieges einem Kinde das Leben geschenkt haben, einen Beitrag zur Kro ivrinz.'ssin pende zu geben, hate einen guten Erfolg. Aus dem Ertrag weiden auf Anregung der Deut'chen Kronprinzessin hedürftiee Frauen von Kriegsteilnehmern bei der Geburt eines Kindes unterstützt.
Es folot hierunter eine erflma ige Veröffenttichunr der e>n- gegangen n Gaben, und wir benutz?» Die Gelegen! eit, unsere Bitte ju erneuern, datz die besser gestellten Frauen, an die die Aufforderung besonders ergeht, die em cm ca Beispiel folgen.
Für den Alice-Frauen Verein:
Freifrau von Schenk. Frau August Meier. Frau Lina Nebel.
Liste der Spenderinnen.
* ««hi? und Fauerbach: Frau Karl Stump-, Fauerbach.
6 Mk Mn enannt in Fauerbach 3 j Md, ;-ra:i Kaufmann Ott 10 Mk.. <^au Backenr.enter Ro en lyou 10 Akk.. Fra , Berta und Meta Ehr- mann 34 Mk.. Frau Ju ius Müller 20 Mk.. Frau Reallchrer Schaum o Mk., ,y.ai Dr. Rudolf Trapp 10 Mk.
CC. 1 -Ä Vr °r- ß- ^Ulmann 3 Mk.. Frieda Meuer 1 Mk..
Elisabeihe Ctori 1 Mk.. Frau Kreh 1 Mk., Frau Sachs l Akk.. Frau Warzecka 1 Mk.. Frau H. Kopp 2 Mk., Frau Adolf Lewatter2 Mk.. Frau Karolt re Datz 50 Pfg, Heinrich Boit 2. 1 Mk.. Hch. Röhmig >. 1 Mk.. August Welker 1 Mk., Karl Stork 1 Mk., August Hof- mann 2 Mk Philipp Euntz 2 Alk.. Frau Etzwein 1 Mk. Frau Peier ^akob Schutz 1 Mk.. Frau Kail Ditz 2 Mk.. Frau K. H. Wör- ner 1 Mk., Frau Ehnstian Slaudt 1 Mk., Frau Philipp Blecher 1 Mk.. ^rau Heinrich Wegner 1 Ack., Frau Karl Launspach 2 Mk.. Frau' Zb'nnch Vogt 3 1 Mk.. Georg Vogt 2 Mk.. Frau Jakob Hock 1 Mk.. Jak. Backes 1 Mk.. Anton Hch. Sommerlad 1 Mi.. Frau Krag 60 Pfg.
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werden erteilt.
Wo? sagt die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszettima."
Bekanntmachung.
Am kommenden Freitag, den 18 . ds. Mts., bleiben unsere Schalter ausnahmsweise
geschlossen.
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