Ausgabe 
15.1.1918
 
Einzelbild herunterladen

D ummer 12 _ Dienstag. den 15« Januar 1918 11 if , t

Die .,1t*«* f n.-eoicitmic" et^emt iet>en SL'ctllo-. »iepelma&ifl« '-Peiloren ..Ser Kau» ««» k,essen".Si. K»in«»«b,-. s.,»,.xr,i.: »«n Po?ta>ta,t n v.er.elmlirlich ->m

hin u tritt noch das Bestellgeld: -e> de" -"-l-ntev monailich «5 Bi fl. einschließlich Tragertodn. Anzeigen : Gründete 2d Prg., morale 20 Anzeigen von auswans ^bf". tt-riii-lhinosüri ^neobera. uttfr Jerlax neöbera fre ien 1 >ana,er traqe 12. vcrn ocetj?r 48. P, t» ;rk- L, «o -.-tr. iz-»r i-r:

oersen durch Bo machna me 'rrrr.surt ci. I

Eine kräftige Animort General Hofmnnns. Unklarheit iiker die Lage in Keriin.

Keine kelonderen Ercignistc an den Fronten.

W. T. K. Trotzes Aanitm.- '

14. Januav. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz R u p p r e ch t.

Die Feuertätigkeit blieb tagsüber meist auf Störungsfeuer beschränkt In einzelnen Abschnitten, besonders beiderseits von Lens, war sie am Abend gesteigert.

Aufklärungsabteilungen drangen südöstlich von Armen- ovtcyclicres und rrördlich von La Vacguerle in die englischen Graben ein und machten Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz und Heerespruppe Herzog Al brecht.

Abgesehen von erfolgreichen Erkundungsgefechten in der Gegend Iuvincourt und auf dem Westufer der Maas verlief der Tag ohne besondere Ereignisse.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

> Mazedonische Front,

r Westlich vom Ochrida-See. am Dobropolje und südwestlich vom Doiran-See Artillerierätigkeit.

Italienische Front. /

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Eeneralquartiermeister". Ludendorsf.

Abends erickt.

Berlin, 14 Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegs­schauplätzen nichts Neues.

» ===s=s= = ==s = =^^

| Das türkische Hauptquartier ||

meldet: - *

Konstantinopel, 13. Jan. (WB.) Amtlicher Tages« bericht vom 12. Januar. (Verspätet eingetroffen). Palästinafront: Im Küstenabschnitt etwas lebhafteres Ge­schützfeuer, sonst nur geringe Gefechtstätigkeit. An den an­deren Fronten keine Ereignisse.

A:ntlicher Tagesbericht vom 13. Januar. An keiner Front besondere Ereignisse.

Fünf Dampfer versenkt.

Berlin, 13 Jan. (WTV. Amtlich.) Bei starker Bewachung und unter stärkster Gegenwirkung, die vielfach auch durch feind­liche Luftstreitkräfte ausgeübt. wurde, versenkten unsere U-Boote im Aermel-Kanal und an der englischen Ostküste fünf größere Ta mp er. Die Mehrzahl der Schiffe war tief beladen und be­waffnet.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Die Hampflaae im Westen.

Berlin, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bei stellen­weise lebhafter Artillerietätigkeit und regenr Flugbetrieb trotz des schlechten Wetters hielt die feindliche Erknndungs- tätigkeit an einzelnen Abschnitten der Westfront auch am 13. Januar an. So wurden an der Bahn Boesinghe-Staden, nördlich Lensqtowre nördlich Reims, hier nach etwa ^stiin- diger starker feindlicher Feuervorbereitung, feindliche Er­kundungsvorstöße abgckviesen. Auch in der Champagne vor­brechende feindliche Patrouillen wurden im Handgranaten- kanlpf zurückgesll/agen. Dagegen holten unsere Patrouillen nördlich der Straße Lille-Arinentiäres neun Engländer aus den feindlichen Gräben, brachten nördlich La Pacquerie einen englischen Offizier ein, bargen bei Villers-Guislain trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung ein englisches Feldgeschütz und nahmen bei Iuvincourt mehrere Franzosen gefangen.

Wir müssen siegen.

Berlin. 14 . Jan. DieDeutsche Tageszeitung" berichtet: Am Samstag abend hatte Großadmiral v o n T i r p i tz als erster Vorsitzender der Deutschen Vaterlandspartei einen größe­ren Kreis ron Politikern nach dem Ensthof Bristol geladen. Von den iwlitilchen Führern waren u. a. Graf Westarp, Frbr. von

Eamp und der Abgeordnete Stresenwnn der Einladung gefolgt. Im Laufe des Abends brachte der Führer der Reichsvartei Frhr. vcn Gamp ein Hoch auf den Gastgeber aus

Großadmiral von Tirpitz dankte. indem er kurz die Lage be­leuchtete. Voller Hoffnungen sebe er dem Ende entgegen. In bemerkenswerter Deutlichkeit erklärte er. daß schon 1910 die ganze deutsche Flotte bis Z".m 'etzten Matrosen den tt-Bootkrieg für- möglich und für notig gehalten Hobe. Nun wäre England gegenüber die gefährlichste Zeit aekommen. da wir diplomatisch zu e-nem Verzichtfriedrn gedrängt werden sotten. Da heiße es Stange halten. Der U-Boo"krieq wirke und werde weiter wir­ken. Wir müssen siegen und <m Wüten unser Ziel erreichen. Geben wir dieses Ziel auf. so sind wir verloren und können un­sere Wettmack'tstellung nie w'.ed-er erringen, da unser Wirt­schaftsleben vom Welthandel ab Schnitten ist und unsere In­dustrie verkümmern würde Tirpitz schloß mit einem Hoch auf Hindenburg und Ludendorsf, unsere großen Führer in diesem Kriege.

Hnnstttg will

Ne»»ork, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rentersckvn Bureaus. Staatssekretär Lansing rühmte ge­stern bei einem Essen der Advokatenvereiuigung in einer Rede die alliierten Nationen und erklärte, seine Hauptbot- sckaft an alle sei: Wir gehen vorwärts in diesem Kriege. Wir müssen um der.Menschheit willen siegen, wir werden siegen.

ausgesprochen werden solle Dagegen lehnte es Trotzki ob. an­schließend hieran auszusprechen, daß die vertra -schulenden Teile entschlossen seien,fortan in Frieden und Freundschaft zu leben". Trotzki fand, daß dies eine dekorative Phrase sei. d?e nickt den Sinn der Beziehungen kennzeichne, welche zukünftig zwischen dem russischen und deutschen Volke bezw. den Völkern Oesterreichs Ungarns bestehen würden: er hoffe, deß ganz andere Dinge die Beziehungen zwischen den Völkern beeinflussen wür­den. Nach einer Diskussion über diesen Punkt wurde bes^losstn, aur den Gegenstand in einem späteren Zeitpunkt nochmals zu­rückzukommen.

Die Räumung der besetzten Erbiete.

Im weiteren Verlaufe der Besprechung wurde festgestellt daß ein Einvernehmen darüber herrsche, die Räumung der von den beiden kriegführenden Parteien besetzten Gebiete prinzipiell auf die Grundlage der vollen Gegenseitigkeit zu stellen, derart, daß die Räumung des besetzten russischen Gebietes an die Räu­mung der von Rußland besetzten Gebiete Oesterreich-Unoarns, der Türkei und Persiens zu knüpfen sei. In einem spateren Stadium der Verhandlungen wurde Persien aus diesem Zusam. menhange gestrichen, da es nicht kriegführender Teil sei. Trotzki schlug vor am Schlag den Satz etnzuschalten:Rußland ver­pflichtet sich, in möglichst schneller Zeit seine Truppen aus den Gebieten des besetzten neutralen Persiens herausznführen." und fügte hinzu, daß er keinen anderen Grund zu dieser geplanten Aenderung habe als den Wunsch, das schreiende Unrecht zu be­tonen. das von der früheren russischen Regierung gegenüber dem neutralen Lande begangen worden sei.

Un' csteat gefallen.

München, 14 Jan. Der bayerische Fliegerleutnant Max Müller bei der Jagdstaffel Voelcke. Ritter des Ordens Pour le merite, ist in der Nähe von Eambrai nach feinem 39. Luftste-'e durch einen Fluazeuafrhler tödlich verunglückt und so unbesiegt für das Vaterland gefallen.

Megernüarlss mtf Karlsruhe.

Karlsruhe. 14. Jan. MTV. Am lj st) Bei einem heute Mittag auf Karlsruhe erfolgten Fliegerangriff wurden einige Bomben abaeworfen. Eine Person wurde ganz leicht verletzt. Militärischer Schaden ist nicht entstanden, sonstiger Sachschaden gering.

Ein englischer Heeresbericht aus Ostafrika vom 11. Januar lautet: Der Verlauf der Operationen vom letzten Monat war folgender: Nachdem eine deutsche Kolonne unter General von Lettow-Vorbeck als kleine erschöpfte Gruppe, die unter Lebens- mittel- und Munitionsmanael litt. das portugiesische Gebiet bei Egome betrat, bewegte sie sich das Ludschental auswärts und eroberte auf ihrem Vormarsch mehrere Neine isolierte portugie­sische Posten Sie zerstreute sich dann in Neine Trupps und Stre'fabteilungen über das ganze Land zwischen Mwembo sin der Nähe des Nyassasees) und der Küste bei Port Amalta. Britische berittene Truppen folgten den Deutschen das Ludschen­tal aufwärts, während andere Kolonnen, die mit den Portu­giesen zusammen rorgingen, in Port Amalta ausgeschifft wur­den und weiter unten vom südlichen Ende des Nyassasees in öst­licher und nordöstlicher Richtung Vordringen. In den letzten Tagen kam es zu Patrouillenkämpf-n im Gebiete von Mwembo, wo eine feindliche Abteilung aufgefpürt wurde.

Während die Lyoner Funksprüche gerade in den letzten Tagen aller Welt Wunderdinge von der großen Zahl der in Ost­afrika angeblich vorhanden gewesenen Truppen der Deutschen erzählen und dabei bemerken, daß der unter General L.'ttow in das portugiesische Gebiet eingedrungene Rest der Schutztruppe noch 1700 Europäer und 9000 Askaris betrage, spricht Reute? nlrnmehr von einer kleinen erschöpften Truppe.

ss?e pkrWe Harke in sireÜ-ßitawÜ!.

SKest-Litowsk, 13. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Am 11. Januar konstituierte sich die deutsch-österreichisch-ungarisch- russische Kommission zur Beratung der territorialen Fragen und hielt am 11 und 12. Januar drei lange Sitzungen ab, die folgen­den Verlauf nahmen:

Rach einer kurzen .einleitenden Diskussion über formale Fragen der Beratungen wurde zunächst festgestellt, daß an der ersten Stelle des abzuschließenden Friedensvertrages die Been­digung des Kriegszustandes zwischen den kriegführenden Teilen

Hierzu bemerkte Staatssekretär von Kühlmann, e^r begrüße diese Erklärung umsomehr, als auf der Seite der Zentralmächte für das alte Kulturvolk der Perser die allerlebhaftesten Sym­pathien bestünden und sie nichts webr wünschten, als daß die Perser in Zukunft frei von Unterdrückung ihre nationale Kul­tur pfleaen könnten Es kam sodann die Frage zur Besprechung, an welchem Zeitpunkte die Räumung der besetzten Gebiete zu er- fclgen haben werde Der deutsche Vorschlag ging dahin, die Räumung an einen Zei'punkt zu knüpfen, in welchem nach Frie­densschluss Rußland seine Streitkräfte demobilisiert haben werde. Die Räumung der besetzten Gebiete an die erfolgte De­mobilisierung der russischen Streitkräfte zu binden, sei deshalb notwenNg. weil die Gefahr vorliege. infolge Veränderungen in seinem Regierunassystem und seinen Absichten jederzeit in der Lage wäre, wieder Offensivoperationen durchzuführen. Hierbei wies von Kühlmann auf die Beispiele Finnlands und der. Ukraine hin. welche sich ja im Sinne der deutscherseits entwickel­ten Grundsätze konstituiert hätten und welchen die Petersburger Regierung die Selbständigkeit zuerkannt hat obgleich ihre Ent­stehung nicht nach den von ihr jetzt vertretenen Prinzipien er folgt sei.

Demgegenüber hielt Trotzki an dem von ihm vertretenen Standpunkte lest und bemerkte zu den von dem deutschen Staats^ sekretär ins Treffen geführten Beispielen folgendes: Was Finn­land betrifft, so war es nicht okkupiert von fremden Truppen. Der Wille des finnländifchen Volkes äußerte sich in einer Art und Weise, die als demokratisch bezeichnet werden kann und muß, und von unserer Seite konnte nicht die leiseste Einwendung dagegen erheben werden, daß der geäußerte Wille des finnlän- difchen Volkes auch tatsächlich in die Praxis umgefetzt wird. Was die Ukraine anbetrifst, so ist dort der Prozeß einer derartigen demokratischen Selbstbestimmung noch nicht durchgeführt. Da aber die Ukraine andererseits nicht besetzt ist von ausländischen Truppen und wir auch der Ansicht sind, daß die Räumung des ukrainischen Gebietes durch die russischen Truppen keinerlei Schwierigkeiten bereiten kann, zumal dies eine rein technische und nicht eine politische Frage ist. so sehen wir keinerlei Hinder­nisse dagegen, daß die Selbstbestimmung des ukrainischen Volkes auf dem Wege der Anerkennung der unabhängigen ukrainische!. Republik erfolgt.

Zusammenfassend stellte von Kühlmann fest, daß sich aus den Ausführungen Trotzkis zu ergeben scheine, er wäre bereit, die in den besetzten Gebieten vorhandenen Organe der Volksvertre­tung als provisorische Organe anzuerkennen, wenn diese Lan- desteile nicht militärisch besetzt seien. Er würde diesen dann auch die Befugnisse zuerkennen, das von ihm geforderte Relereu» dum durchzuführen.

Trotzki erklärte hierauf, daß die Aeußerunaen van tagen, Stadtvertretungen und dergleichen als Aeußerung des Willens eines bestimmten einflußreichen Teiles der Bevölke­rung aufgefaßt werden könnten die aber nur Grund zu der Am n-ahme bildeten, daß das betreffende Volk mit seiner staatlichen Position unzufrieden sei. Hieraus ergebe sich die Cchlußsolge-