Ausgabe 
14.1.1918
 
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. ^Für mich und aUi Stellen, die wirklich' in diese Frage* eingedrungen sind, unterliegt es keinem Zweifel, daß wir Eng« land zwingen können, wenn wir dem U-Vootkrieg die Stange halten, und zwar zwingen können in durchaus absehbarer Zeit. Das Schicksal ist für England unentrinnbar, das erkennt Eng­land selbst ganz genau. Je näher der Augenblick rückt, der es zwingen mutz, nachzugeben, desto grötzer wird vielleicht das eng­lische Mundwerk sein. Das darf uns nicht rrre machen. Wir können bis dahin aushalten. Natürlich müssen wir den Willen dazu haben und die entsvrechende Politik treiben. Ich traue den Deutschen ja auf diesem Gebiet der Politik allerhand zu, aber oas möchte ich doch nicht für möglich halten, datz wir uns auf einen Waffenstillstand einlassen, der unsere U-Voote lahm­legt."

< Dir Friedensverhandluttgeu.

Hertlings Antwort.

Berlin, 12. Jan. Der Reichskanzler Graf Herkling beab­sichtigt in der nächsten Worbe im Hauptausschutz zu den jüngsten Ausführungen Lloyd Georges und zu der Botschaft des Präsi­denten Wilson Stellung zu nehmen, und nach den bis jetzt ge­troffenen Vereinbarungen mit den Parteiführern wird das voraussichtlich am kommenden Mittwoch geschehen.

Ausschntzarbeiten in Brest-Litowsk.

Deest-Ltowsk, 12 Jan. (WTV.) Im Sinne des in der gestrigen Vollsitzung gefaßten Defcklusses traten gestern nach­mittag die Abordnungen Deutschlands. Oesterreich-Ungarns und Rußlands zu einer Besprechung zusammen. Es wurde verein­bart, datz der von der russischen Abordnung am 27. Dezember 1917 vorgeschlagene Ausschuß zur Beratung politischer und ge- bietlicher Fragen gebildet werden solle und datz gleichzeitig mit den Beratungen dieses Ausfchusies Vorbesprechungen der Fach­berichterstatter der einzelnen Abordnungen über die Regelung der wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen stattzufinden hätten. Des weiteren wurde vereinbart datz der erwähnte Ausschuß am 11. Januar, vormittags 10 Uhr. feine Beratungen beginnen sollte. Von deutscher und österreichisch-ungarischer Seite wurden in den Ausschuß entsandt: die Vorsitzenden der beiden Abord­nungen, je ein diplomatischer und militärischer Beigeordneter und je zwei Sekretäre. Die russische Abordnung hielt sich die Beschlußfassung über die Zahl der in den Ausschuß zu entsen- denden Mitglieder vor. Dieser Ausschuß trat vormittags 10 Uhr zusammen und begann seine Beratungen, die um 1 Uhr nach­mittags unterbrochen und um Uhr fortgesetzt wurden.

In der Sitzung vom 12. Januar war der wichtigste Vor­gang die Erklärung des Grafen C z e r n i n namens der Vier­bundsregierungen. datz sie die ukrainische Delegation als selbst­ständige Delegation und als bevollmächtigte Vertretung der selbständigen ukrainischen Voiksrepublik anerkennen. Die for­melle Anerkennung der ukrainischen Volksrepublik als selbst­ständiger Staat durch die vier verbündeten Mächte bleibe dem Friedensvertrag Vorbehalten. Herr Trotz ki sprach sich gegen einen Konflikt mit der Bruderpolitik und erklärte demgemäß, daß die ruPsche Delegation keinerlei Hindernisse für eine selbst­ständige Teilnahme der Delegation des Generalfekretariats an den Friedensverhandlungen.

Sodann sprach sich General H offmann abermal» mit großer Entschiedenheit gegen die Versuche der russischen Regierung aus, das deutsche Heer zu revolu- t i o n i e t c n, bßs widerspreche dem Geist der Waffenstillstands- Verhandlungen. In ihrer Antwort stellten sich die Russen dumm und sagten, die deutsche Presse aller Parteirichtungen sei doch in Rußland zugelaffen, was wiederum dem General Hoffmann Veranlassung gab. zu erklären, datz es sich nicht um die Presse handele sondern um die offiziellen Negierungs-Kundgebuirgen 'und die offizielle Propagandatätigkeit, die mit der Unterschrift des Oberkommandierenden Krylenko versehen seien. Der Ober, befehlshaber Ost und der Staatssekretär des Aeußern betrieben keine analoge Propaganda. Als Herr Trotzki abermals aus­weichend antwortete. bestaO der Staatssekretär von Kühl- m a n n bestimmt^daraus. daß die Nichteinmischung in die rus­sischen Verhältnisse ein feststehender Grundsatz der deutschen Re­gierung sei, der aber natürlich volle Gegenfeitikeit erheische.

§ie Wiliilhkidkn der sslitkuie.

In der französischen Kammer hat der Außenminister Pichen wieder einmal getönt. Mit bemerkenswerter Schärfe wandte er sich gegen Trotzki. Ueber die K r i e g s z i e l e sagte er:

Wir kampfcn für einen gerechten und dauerhaften Frieden. Dazu gehören drei Bedingungen: Die heilige Achtung vor den Verträgen. territoriale Regelungen auf der Grundlage des Rechts der Völker, über sich selbst zu bestimmen. Einschränkung der Rüstungen. Das ist unser Programm und dieses Programm hat auch Lloyd George aufgegriffen. Zu einer Völkerliga kann nur der Sieg führen. Das hat Lloyd Georgs erklärt und das ist auch unser Programm. Wilson bestätigt ebenfalls, daß keine Divergenz bestehe zwischen den Grundsätzen, die er und die Al­liierten aufftellten. Was verlangt er? Die Veröffentlichung der Verträge. (Stimme auf der äußersten Linken: Tut es! Pichon: Geben Sie doch Ihren maximaltstischen Freunden den Rat, alle Verträge jeder Art zu veröffentlichen. Lebhafter Bei­fall.) Wilson verlangte Beseitigung der wirtschaftlichen Schran- Len. die Räumung unserer Gebiete, die Wiederherstellung Bel­giens, Rumäniens, Serbiens und die Wiedergutmachung des Fraukretch im Jahre 1871 zugefüzten Schadens. Rach den Er­klärungen Lloyd Georges geben diese Erklärungen unseren For­derungen einen universalen Charakter. Was wir wollen, ist ein gerechter Friede, der geheiligt wird durch die Wiederherstel- lung des im Jahre 1871 verletzten Rechtes. Diese Wiederher­stellung steht höher al» alle heuchlerischen Plebiszite. Alle Er- fiatmttn der Alliiert« stimmen überein. Wenn sie mich nicht wentffch sind in der Form, so sind sie es doch in der Sache.

Bafel, 12. Jan. Nach dem berichtigten Ergebnis hat die Kammer die Vertrauens-Tagesordnung mit 377 gegen 113 Kimmen angenommen. Die Minderheit «mfaht 85 geeinigt.

Sozialisten, 23 sozialistische Radttal«, drei sozialistische Republi- kaner und zwei UnabhÄigige. . ^ , .

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Auch der englische Minister Balfour hat wieder einmal da» Bedürfnis gehabf zu reden. Auf die Erklärungen von Lloyd George und Wilson zurückkommend, sagte er: Durch die Erklä­rung unserer Kriegsziele und die Weigerung der Feinde, sie auch nur in Betracht zu ziehen, wissen wir, daß diese für das Gegen­teil von dem kämpfen, für was wir kämpfen, nämlich lediglich um zu verhindern, datz das im Jahre 1871 begangene Unrecht wieder gutgemackit werde (Vmfall). zu verhindern, datz Belgien in die Lage zurückversetzt werde, in der es fein Vormund gefun- d»en hat. als er seine Grenze verletzte, zu verhindern, daß das große Werk der italienischen Einigung zur Vollendung gebracht werde (Beifall), um zu verhindern, daß ein anderes großes U». recht, das große Unrecht der Teilung Polens, wieder gutgemacht werde; um Mesopotamien und Arabien den Türken znrückzu- geben. um Jerusalem wieder unter die Herrschaft Konstantino­pels zu bringen, um Griechenland denstni 7 en auszuliefern, die es verraten baben, um die Heilung der Leiden Rumäniens, Ser­biens und Montenegros zu verhindern.

Ein alter Sinrpel.

Im Senat hielt der 85jährige Senator Gouzy eine An­sprache. worin er die Deutschen als barbarische Horden schil­derte. die in ihrer bestialischen Schändlichkeit die Mordbrenner Tschingis-Khan und Tamerlan Übertresen. Er nannte die Deut­schen Räuber und Frauenschänder, den deutschen Soldaten das Ebenbild des Schinderbannes Eine Viertelstunde lang sprach der Senator in den gröbsten Sckümpswortei, vom deutschen Kai­ser. dessen Leben er !n behaglicher Breite mit Nero verglich. Er kramte die bluttriefenden Stellen der französischen Greuel­berichte aus den ersten. Kriegsmonaten aus und verlangte dann die exemplarische Bestrafung der Hohenzoll^rnfamilie durch einen Entenreeerichtshof Gouzy schloß unter stürmischem Bei­fall:Mit aller Kraft und aller Feierlichkeit proklamiere rch das Ziel: Krieg bis zum äußersten, bis der deutsche Raubstaat und sein Kaiser niedergeschlagen sind."

jTfr Stur? hg im'rnlHrfff« lleist

Zu dem Sturz des auitral.schon Ministerpräsidenten Hughes schreiben dieR. Zürcher Nachrichten":

So tst denn der australische Kriegsheros, Mr. Hughes. ge­fallen, gestürzt über das, Volksverdikt, das ihm vor einigen Wochen zuteil wurde. Er wollte fein Kriegswerk mit der Ein­führung der obligatorischen Dienstpflicht krönen. Die Mehrheit der australischen Bürger aber hatte genug, und sie warf dem einst von ihr Hochgefei etter, die zugedachte Bescherung an den Kopf. Der bis vor kurzem Allmächkge muß gehen. Die Ver­wünschungen feines Volkes w erden sein Begleiter auf dem fer­neren Lebensweg ie-n

Seit August 1914 hatte die englische Kriegspolitik keinen fanatischeren Anhänger im ganzen großen Weltreiche als Mr^ Hughes. Ob er an den Rrichskonferenzen in London sprach oder in Volksversammlungen zu Sidney und Melb-vurnc oder im australischen Parlamente, immer war es eine wilde und wal­lende Kriegshetze Das muß Mr. Hughes der Neid lassen, er wußte nicht nur zu hetzen, sondern auch zu schaffen. Er hat Dt- visienen über Divisionen aus Australien nach Europa dirigiert, und fein Laad auch zu gewaln'gen finanziellen Leistungen für den Krieg zu begeistern gewußt. Es war ein rauhes und rohes, zum Terl auch ein entfetzl'ch. ungezügeltes Trnppenmaterial, tas von dorther kam wir erinnern nur an die Australier- greuel in Aegypten. Immerhin waren es abgehärtete, drauf­gängerische Kerle, die in Dutzend Schlachtberichten lobend er­wähnt wurden.

Aber die Kehrseite der Medaille zeigte sich mehr und mehr. Schon bei den Dardanellen verbluteten australische Brigaden, und der Name Eallipoli wird für alle Zeiten ein größter au­stralischer Tote, racker bedeuten, der noch größere freilich Flan. dern, wo die dortigen Schlachten die australische Jungmänner- weli zu ungezählten Tausenden niedermabten. Jetzt mochte man im fernen Australien sehen, datz die Worte von Mr. Hug­hes nicht nur mit gutem australischen Gelde. sondern mit Strö­men noch viel wertvolleren australischen Blutes bezahlt wer­den mußten. Das ohnehin, viel zu dünn bevölkerte Land mochte mit Schrecken entdecken, datz es der eigentlichen Entvölkerung von seiten der weißen Rasse zusteuere. Daß weiß aber jeder Australier, datz der Niedergang der Weißen dort den siegreichen Aufstieg der verhaßtenGelben", der Japaner, und das Ende der Herrschaft der elfteren bedeutet. Das war ja auch wieder ein tragisches Kapitel der kriegspolitifchen Tragödie Englands, datz es mit ihr^ie Erhaltung des fünften Erdteils für die weiße Rüsle aufs Spiel setzte. Dazu kam aber noch anderes. Durch . den deutschen U-Boottrieg konnten die Ernten an Getreide und Wolle nur noch ganz spärlich verfrachtet werden. Ein riesiger Erutesegen ging unaufhaltsam teilweise der Verderbnis ent­gegen. Ferner fehlten für die Bestellung der Ländereien mehr und mehr die Arbeitskräfte. Australien fand sich getauscht und betrogen, verwünschte den Krieg, verwarf die obligatorische Militärpflicht und stürzte seinen Kriegsgott Hughes.

Für die allgemeine Lage ist dessen Sturz für den Moment kaum von besonderem Belang. Aber als Symptom ist das Er­eignis ren großer Bedeutung. Eine wichtigste Dominion Eng. lands ist krieysscheu geworden. Wie lange wird es noch dauern, bis es auch in Kanada so sein wird denn schon rumort e» auch dort bedenklich wie lange noch di, die .LSereinigte« Staaten von Südafrika" Nachfolgen? Da» ist dann der schwerste innere Krieqsverfall. den Großbritannien treffen kann. Darum bedeutet der Fall von Mr Hughes für dasselbe mehr denn eine verlorene Schlacht. Es war der Träger des Weltkriegsgedan- kens. Jetzt naht das Schicksal eines Weltabfalles von ihm. vor- läufig nur ein erste» Abbröckeln, dann aber ein krachender Ein­sturz.

Der australische Lloyd George ist gefallen. Wie lange noch, rmd der andere folgt ihm nach? Die Schweiz braucht keinem von beiden Tränen nachzuweinev.--- . »

'^4,

PuMano.

£*< Die Republik am Don«

Petersburg, 10. Jan. (WB.) Aus Rostow wird" ge* meldet, datz in diesen Tagen die Verkündigung einer unab* hängigen Republik der Dongege,rd erfolgen wird. Bei der Kabinettsbildung wird Kaledin vermutlich den Vorsitz unti das Kriegsministerium, Seeler das Justiz-, Agekoff das Unterrichts-, Parvmonow das Handelsministerium übev nehmen und Bogajewski Staatskontrolleur werden.

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Petersburg, 10. Jan. (WB.) Abteilungen der Bolfche^ wiki nahmen die Stationen Debalzewo (im Tonezgebiet). Snowska und Semenowska. Aus Kiew wird gemeldet, daß der Widerstand gegen die Rada wächst. Unter den Truppe» der Hauptrada herrscht große Erregung.

Wladiwostok.

Basel, 12. Jan. Nach einer New Aorker Havasmelduntz wird aus Tokio berichtet. Japan sei bereit. Truppen nach Wladiwostok zu senden, wenn die Interessen der Alliierten bedroht würden. Die Lage in jener Gegend sei kritisch. Man müsse die in der Amurgegend internierten 80 000 deut- scheu Gefangenen unbedingt überwachen.

Ein Ausruf Krvlenkos.

Petersburg, 12. Jan. (WB.) Wie das Reutersche Bureau meldet, bat Krylenko eine lange Kundgebung er- lassen, in der er schildert, wie die russische Republik und die Arbeiter- und Soldatcnräte von Fe'mden umgeben seien, und in der er den heiligen revolutionären 'Krieg gegen das rus­sische. deutsche, englische und französische Bürgertum ins Auge faßt. Er sagt, für diesen Zweck müsse ein neues Heer ansgestellt werden. Er fordert daher alle Regimenter Bataillone und Kompagnien auf. in dieses einzutreten.

Kaledin.

Stockholm, 12. Jan. (WB.)Nasch Wjack" veröffent- licht eine Unterredung mit Kaledin, in der dieser erklärte, der Gedanke einer konstituierenden Versammlung sei für ge­bildete Menschen zweifellos wertvoll, für die breiten Maff-^ jedoch ganz gleichgültig. Es sei jetzt nicht an der Zeit, sicb mit solchen Fragen zu beschäftigen, da die Aufgabe vor­läufig darin bestehe, die eigenen Gehiete zu retten.

Ans zuverlässiger Quelle verlautet, daß Kaledin in drahtloser Verbindung mit dem englischen Hauptquartier in Mesopotamien steht.

Die Russen in Frankreich.

Dern. 11. Jan. (WB.) Die russische Kolonie ln Lau­sanne erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die Russen in Frankreich von der Bevölkerung außerordentlich schleckt be­handelt und in Verruf erklärt werden. Das Leben ist für sie gegenwärtig in Frankreich ein wahres Martyrium. Dazu sind Nachrichten eingetroffen, daß auch neuerdings wieder unter den Mannschaften der russischen Hilfstruppen Er* schießungen vorgenommen wurden.

Mng des UlaMkN Mksrs'ktz.

Wilna, 11. Jan. (WB.) Der Korrespondenz B wird aus Wilna vom 10. Januar gemeldet: Die Versammlung des litauischen Landesrates wurde durch den Verwaltnngs- chef Ob-Ost. Unterstaatssekretär von Falkenhausen, mit einer längeren Ansprache eröffnet, in der er aus die Bedentuna der Stunde hinwies. Der Präsident des litauischen Landes­rates, Dr. Smetowa, antwortete namens des Landesrates. Nachdem dann Haupimann Gilsa und Oberleutnant Klüg­ler als Kommissare der Militärverwaltung Litauens borge- stellt lvaren und Präsident Dr. Smetowa, unterstützt von dem Schriftführer Klimas, den Vorsitz des Landesrates über- nommen hatte, wurden Vorträge über die den Wiederaufbau des Landes betreffenden Angelegenheiten gehalten. an die sich Diskussionen entschlossen. Auch aus der Mitte der Ver­sammlung wurden dann verschiedene Fragen zur Erörterung und Aussprache gebracht. Zur Erledigng dieser Frager» wurden mehrere Kommissionen gebildet.

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Koten.

Aus dem Haag. Das polnische Preffebureau schreibt' Der Besuch der polnischen Regenten beim Deutschen Kaiser ist eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Der Führer der Abordnung, Fürst Lubomirski, der von den Russen zum Stadttesiden- len von Warschau ernannt worden war nahm gegen die deut­schen Behörden ursprünglich eine sehr kühle und reserviette Hal­tung ein. Erst der Gang der Ereignisse brachte ihn. ebenso wt« die beiden anderen Regenten, den Erzbischof Kakowski und den Grafen Ostrowskis die ebenfalls pazifistisch gesinnt waren, zu der Ueberzeugung. daß für die Polen die Formelex Oriente lux^ nicht paßt, da die gesamte polnische Kultur aus westeuropäische« Fundanrenten aufgebaut ist, und daß der Anschluß an die Mit­telmächte eine natürliche Folge der taffachlichen Ereignisse war. Die Rede des Fürsten Lubmorski war auch deshalb bemerkens­wert, weil darin dem Deutschen Kaiser als Friedensfürst gehul. dgit wurde.

Wien. 12. Jan. Au» Lemberg wird berichtet: In einer hier' abgehaltenen polnischen Bürgerversammlung wurden nach den Ausführungen des Obmann-Stellvertreters des polnische» Klubs, Dr. Glombinski und nach eingehender Debatte über dis pclnlsche Frage im Zusammenhang mit den Verhandlungen bet; Zentralmächte sowie mit dem Verlauf der Friedensverhandlun- gen in Brest-Litowsk eine Resolution angenommen, in der auf^ die mwerjährten Rechte und Besttebungen der polnischen Ratio» hingewiesen wird. Gegen die Versuche, die Unabhängigkett Poe< lens in Frage z« stellen, wird Verwahrung eingelegt und eW gegen dem ukrainischen Teilungsprogram» die V«einigunr' von ganz Galizien mit dem Königreich Pole« «nter Sicherstes lung der nationalen Miuorttüte» al» geeignete LSpmg zeichnet,^. ' -