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* Der Wahlrechts ttusschuß des preußischen Landtags HÄ
'seine-Beratung begonnen. Ans der gestrigen Sitzung heben wir zwei Moment hervor. Auf eine Beratung eines frei- konservativen Redners, daß Hand in Hand mit dem gleichen Wcch'recht für den Staat auch das in den Gemeinden gehen werde, erklärte der liberal-bürokratische Minister des Innern Dr. Drews, daß eine Beseitigung des Dreiklassenwahlrechts im Staate auch ihre Niickwirkung auf die Gestaltung des Ge- meindewahlrechts, aber noch nicht die Einführung des gleichen Wahlrechts auch in den Gemeinden Zur Folge haben inüffe. Die Gemeinden seien viel mehr auf Leistung nnd Gegenleistung anfgebant wie der Staat und die Ausgestaltung des Genreindetvahlrechts könne erst erfolgen, wenn die Zukünftige. Gestaltung des Wahlrechts im Staate zu über sehen und der Städtetag usw. gehört sei. Daß mit der Zeit eine Gemeindewahlreform kommen werde, sei zweifellos Es ist wirklich rührend, wie sehr das preußische Mini ieristnm die börsenliberalen Mehrheiten von Berlin, Breslau. Königsberg, usw. unter seine schützende Fittiche nimmß Interessant war auch folgende Erwiderung:
'«r' Auf eine andere Frage des konservativen Sprechers gibt ,der Minicher des Innern Dr. Drews an. daß auf Grund der letzten Wahlziffern unter dem gleichen Wahlrecht das Abgeordnetenhaus folgende Zusammensetzung haben würde: 'Konservative 81, Freikonservative 34, Nationalliberale 46, Fortschrittler 49, Zentrum 92, Polen 41, Sozialdemokraten '101, Verschiedene Parteien 11.
{ So fetzt weiß inan auch, wofür der famose Herr Drews kämpft: 142 Sozialdemokraten aus Polen, anstatt 30. die
gegenwärtig im preußischen Landtag sitzen, das ist das Ziel, das sich der Herr nnd seine höher und niederstehende Hinter- männer gesteckt haben. *
Anker Eikendahn kend.
Unsere Bevölkerung ist dieser Tage wieder von der Eisen- bahnverwaltung unliebsam überrascht worden, indem bei dem ohnehin knappen und unzulänglichen Zugverkehr eine ganze weitere Reihe von Zügen vom 13 Januar d. I. ab ausfallen wird. A sollen die Mittagszüge die zwischen Friedberg und Hungen und umgekehrt verkehren, in Wegfall kommen, so daß nunmehr auf dieser Linie nur noch ein Morgen- und ein Abendzuq verkehren soll. Der Lanotagsabgeordncte Vreidenbach hat Veranlassung genommen, an das Ministerium des Innern. Eisenbahn-Abteilung, folgendes Telegramm zu richten: „Soeben bekannt gewordene Einstellung der Züge 4256 4257 vom 13. Januar ab legt den Verkehr der ganzen Gegend lahm. Verbleiben dieser Züge wird im Interesse der Gesamtheit gefordert!" Eine Antwort ist bis jetzt noch nicht eingegangen. Wohl aber finden wir eine folgende Pressenotiz:
Weitere Einschränkung des Personenverkehrs.
Berlin, 10. Jan. Die durch den Krieg bedingten Schwierigkeiten im Eisenbahnbetrieb bestehen fort und verschärfen sich außerordentlich unter dem Einfluß ungünstiger Witterungs- Verhältnisse. Die Binnenschiffahrt ruht, so daß der auf den Binnenwasserstraßen sich bewegende Verkehr an dringendsten Gütern plötzlich auf den Eisenbahnweg übergegangen ist. Ganze große Kohlenverbrauchsgebtete, die jetzt überwiegend auf dem Wasserwege bedient werden, wie Berlin und Süddeutschland. fallen jetzt ausschließlich den Eisenbahnen zu. Eine Abbtlfe kann durch Einschränkung des Güterverkehrs nicht mehr erreicht werden, weil zur Zeit ohnehin nur dringende Töter befördert werden, die für die Kriegswirtschaft und für die Bolkeernährung (einschließlich der Hausbrand- Versorgung) erforderlich sind Es muß erneut und unverzüglich eine Einschränkung des Personenverkehrs erfolgen. Diese wtrd am 13. Januar beginnen mit dem ausschließlichen Zweck, über das bisher Erreichte hinaus Maschinen. Personal und Strecken durch Ausfall von Personenzügen frei zu machen und
rang einzuräume« ist. zu fördern. Es ist dringende Pflicht der Bevölkerung, auch freiwillig alles überflüssige Reisen etnzustellen, denn alles unnötige Reisen trägt dazu bei, die Kriegsaufgaben der Eisenbahn zu beeinträchtigen, die Abfuhr der Kohlen und anderer für die Rüstungsindustrie er. forderlichen Rohsteffe, den regelmäßigen Nachschub an die Front, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und mit Hausbrandkchlen und dergleichen mehr zu erschweren.
Wir wissen ja nun sehr wohk, welch' ungeheure Schwierigkeiten unsere Eiseirbahnen zu bewältigen haben und wissen auch, welchen Dank wir namentlich dem Fahrpersonal, den Lokomotivführern uub Heizern, den Schaffnern. Zugführern usw. für die Erfüllung ihrer Riesenausgabe schulden. Auf der anderen Seite steht aber doch die Eisenbahnverwaltnng auf einem ganz falschen Standpunkt, wenn sie glaubt, durch rücksichtslose Verordnungen Besserung zu schaffen. Mir wissen, daß in Deutschland viel zu viel überflüssig gereist wird, da helfen leider alle Vorstellungen nicht. Wie oft ist schon cm die Bevölkerung die Mahnung gerichtet worden,- alles überflüssige Reisen zu unterlassen, es ist alles vergebens. Ein großer Teil der Bevölkerung. namentlich der weibliche Teil, ist einmal von der Reisewut befallen, dagegen helfen keine Mahnungen, keine ungeheizten Züge. Wagenüberfüllung und sonstige Unbequemlichkeiten. Gereist wird doch und wenn noch mehr Züge ausfallen so werden die wenigen, noch verkehrenden Züge noch mehr überfüllt werden und den Reifenden, die beruflich und im Interesse der Allgemeinheit (Volksernährung) reisen müssen, wird das Reisen noch mehr zur Qual gemacht werden. Der Unschuldige muß mit dem Schuldigen blutdn und das bringt uns zu der Forderung, daß das Eisenbahnfähren von einem Verechtigungsnachweis abhängig gemacht wird. Wir verkennen die Schwierigkeiten dieser Maßnahme keineswegs, aber was haben wir schon für Bezugs-, Erlaubnis- und Berechtigungsscheine, es muß auch hier gehen, zumal alle Mahnungen, das Reuen einzuschränken, an dem Unverstand der Bevölkerung scheitern und alle, von der Eisenbahnverwaltnng angeordneten Verfügungen das U-sbel nur vergrößert haben.
Bis zum 15. Oktober verkehrten die Züge so leidlich, da kamen von heute auf morgen die ungeheuren Schnellzugszuschläge, die das Reisen in den v- und Schnellzügen nur noch den Leuten möglich machen, die auf's Geld nicht zu sehen brauchen. Mit dem Augenblick war der Teufel los, alles flüchtete in die Personenzüge, die überfüllt wurden und bei denen solche Verspätungen d'e Regel wurden daß von einem Fahrplan kaum mehr die Rede sein kann. Ohne jede Rücksicht wurde dann im November eine Zugeinschränkung vorgenommen. Ein Verfahren, das man. wenn es im Geschäftslehen eingeschlagen worden wäre, nicht als etmvandftei bezeichnen konnte, denn auf Grund des Fahrplanes kaufte sich gar mancher eine Monatskarte für Schnellzüge zum deppelten Preis ut$ nachher verkehrten die Schnellzüge, dle er benutzen wollte, gar nicht mehr. Unseres Erachtens hätte der Betrefsende Anspruch auf Schadloshaltung gehabt.
Jetzt soll der Verkehr noch mehr eingeschränkt werden. Die Eisenbahnvcrwaltung möge doch bedenken, daß nicht alle Reifende zum Vergnügen fahren. Gerade in der Gegenwart, wo zu allem Tun und Treiben eine amtliche Erlaubnis notwendig ist. wo die Regterungsm aschig mehr denn je in Tätigkeit gesetzt ist. müssen viele Menschen amtlich und beruflich fahren. Da wird über den Mangel an Arbeitskräften geklagt und dabei soll der Landwirt aus Wohnbach. der in seine Kreisstadt von amts- wegen bestellt ist. einen, ganzen Tag versäumen, denn früh morgens muß er fahren und vor 8 Uhr abends kommt er nicht heim. Wir fordern die Eisenbahn-Abteilung des Mi- nifteiums im Groß. Hessen auf. die Rechte des hessischen Staates in der preußisch-hessischen Verwaltung wahr- zunehmen. Als die Gemeinschaft gegründet wurde, da hörte man in den höchsten Tönen vom Regierungslisch die Versicherung, daß Hessens Rechte nicht gekürzt werden sollen, heute verfügt* Preußen ganz rach Gutdünken. Wir sind soweit, daß hessische Beamte in Oberhessen, der Provinzialdirektor und die Kreis- )
Aus meiner Dorfkirche.
Mission snd Kriegszielek
Matthäus 28 V. 18-20. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Hinnnel und auf Erden. Darum geht hin ln alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch besohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Liebe Gemeinde!
Wir hsben im Laufe biefes Rriejos eine ganze Reihe von Menschen und menschlichen Unternehmungen kennen gelernt, ober so gründlich hat der Weltkrieg wohl mit keinem anderen aufgeräumt, als mit dem deutschen Missionswerk. Ein paar elende Reste und Trümmer stehen noch draußen, alles andere ist verschwunden! Mit Menschenaugen gesehen ist da nur ein Urteil möglich die deutsche Mission war einmal — aber sie ist nicht mehr, So gründlich hat der Weltkrieg mit dem deutschen Mis- sionswerk Schluß gemacht! Und nun kommt das überraschende Gegenstück: Wer haben in diesem Weltkrieg nirgends - rundweg nirgends — wieder Menschen gefunden. >ie mit einer sol. chen selbstverständlichen Sicherheit daran festhielten: unser Werk geht »eiter und siegreich weiter, wie die deutschen Missionsleute' Und wenn ihr sie fragen werdet, woher sie dieses Vertrauen neh, men m einer Sache, die doch eigentlich völlig aussichtlos geworden rst, dann werden sie euch auf das Wort weisen, das am Anfang vnseres heutigen Btbelwortes steht und werden sagen: unsrem Herrn ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Er ist uns derttsthen Christen eines der schwersten Rätsel, warum diese völlige Zerstörung unseres blühenden Mijfiimswerks ^gelassen hat, und doch ist es uns zugleich ein Kennzeichen für di« Art dieses Krieges, für den Geist, der diesen Krieg angezet-
telt hat, und durch ihn fein Ziel erreichen will: der Geist heißt' Mammon! Für uns deutsche Christen ist dieser Krte^ein Kamps zwischen dem Geist des Mammons und dem Geist unseres Herrn, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Und weil es ein Kampf der Geister ist, so gehen auch seine Wirkungen über die Grenzen hinaus, die Menschen und Völker gezogen haben. Wir sind überzeugt, daß es auch in England und Amerika wahre Anhänger unseres Herrn gibt, genau fo, wie wir ja leider auch mit eigenen Augen sehen müssen, daß auch in unferm Land und Volk der Mammon feine Diener gefunden hat. Aber ' das dürfen wir doch auch sagen, daß die Kriegsführer und Staatsmänner und die Kriegsziele unserer Feinde ganz bejon- . ders im Dienste Mummons stehen. Und wer das alles einmal so^ansehen gelernt ha,, der'versteht auch, warum der Mammon seine Diener mit so besonderem Haß gegen die deutsche Mission hat vorgehen lassen, denn die deutsche Mission hat nie im Dienste Mammons gestanden, wie so manchesmal die englische und amerikanische Mission, sondern immer nur im Dienste dessen, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden. Darum hat die deutsche Mission Mammons ganzen Hatz tragen müssen. Vernichtung der deutschen Mission, das ist eines der Kriegsziele des Geistes Mammon! Und Gott sei Dank ist nun aber auch die deutsche Mission nicht so verzagt, wie manche anderen L-ute in Deutschland. Sie stellt diesem rücksichtslosen Kriegszie! des Mammons ein ebenso rücksichtsloses gegenüber, dos KrtzAsziel der deutschen Mission. das fteilich nicht in den V/, Jahren des Weltkrieges erreicht werden kann, das heißt: völlig- Vernichtung Mammons, restlose Eroberung der Welt, geht hin in olle Wett, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des V^rs und des Sohnes und des heiligen Geistes — das ist das Kriegsziel der deutschen Mission!
Aber wer soll nun dies Knegszlel ausführen? Auch da gehört die Mission nicht zu denen, die schwächlich verzichten, die da sagen: wir wollen jedem sein Selbstbestimmungsrecht lassen. Wir sagen nicht: laßt uns Mtsstonsleute unser Werk machen, und treibt ihr. was ihr wollt, nein mir fordern: dieler Befebl
direktore»i mcht ausgeschlossen, keine Verbindung^mit der Lan^ deehauptstadt erhalten können, weil die Zugverspätungen elne* Verbindung mit Darmstadt unmöglich machen und der Fahr- plan so gelegt ist. daß kaum eine Verbindung übrig bleibt. Die Ermäßigung der Schnellzugsergänzungskarte in Gestalt der Ver- doppelung des Fahrpreises kommt Hessen nicht zu gut. weil innerhalb Hessen der Fahrpreis kaum mehr wie 3 Mark beträgt. Dazu kommt das Verbot der Benutzung mancher I)-Züge für den Ortsverkehr, die Einschränkung des Lokalverkehrs, das Ueber- fahren mancher Stationen, alles Maßnahmen, durch die die hes« sische Bevölkerung besonders hart getroffen und geschädigt wird. Wir können verlangen, daß sich die hessische Negierung ihres Landes annimmt. Nochmals betonen wir, daß wir die ungeheure Belastung und die wachsenden Schwierigkeiten der Eisenbahn nicht verkennen, aber es ist ein bslliges Verlangen, daß eine geordnete Verbindung mit Frankfurt und mit der Landeshauptstadt hergestellt wird, damit diejenigen, die für den Staat und die Allgemeinheit reisen müssen, ihre Aufgaben erledigen können. Es ist ja recht einfach, kurzerhand Verbote und Einschränkungen zu erlassen und den Rotstift für Zugausfälle zu gebrauchen. Besser aber wirds dadurch nicht: das hat die Erfahrung gelehrt.
EeMMMilhe Llmktzhk'Miliiniq.
Am verflossenen Dienstag hielt der Verband der Hess, land- wirtschaftlichen Genosserrschaften seine erste Bezirksbesprechung in dem neuen Jahre in Friedberg ab. Daß derartigen zwanglosen Besprechungen über wichtige genossenschaftliche und kriegswirtschaftliche Tagesftagen großes Interesse entgeo-ngebracht wird beweist die stets zunehmende Zahl der Genossenfchaftsver- treter. welche der Einladung wiederum Folge leisteten.
In Verhinderung des Verbandspräsidenten, Geh. Ockono. mierat Walter eröffnete dessen Stellvertreter, Molkeretdirek- tor Bill- Ostheim, die Versammlung und begrüßte die zahl- reich erschienenen Genossenschafter sowie die anwesenden Gäste: Oekonomierat B re rden bach-Dorheim, Landtagsabg. Fen- ch el - Ober-Hörgern, von He l m ol t, Oekonomierat Hen- s e l-Dortelweil sowie den Direktor der Landwirtschaftlichen Winlerschule Oekonomierat Spieß und Oekonomierat Haug- Darmstadt. Der'Vorsitzende betonte die Wichtigkeit der heutigen Beratung für die Genossenschaft und deren weiteren Ausban für die künftige Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und erteilte dem Direktor der Zentralgenossenschaft. Berg. Darnlstadt das Wort zu Punkt 1 der Tagesordnung: „Mitwirkung der landwirtschaftlichen Genossenschaften bei der Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse". Redner verbreitete sich in eingehender Weise über die bisherigen Ergebnisse der Vera, lungen der führenden Genossenschaftsverbände bezüglich der Vor- ratswirtfchaft. In der Denkschrift der landwirtschaftlichen Kör- perschaften an das Krtegsernährunqsarnt wird die Einführung des Getreidemonopols abgelehnt. Dagegen erklärten die großen genossenschaftlichen Organisationen ihre Bereitwilligkeit zur Einrichtung der mit einer durch den Krieg als notwendig er- wiefenen Vorratswirtschast. aufgebant auf rein landwirtschaftlicher und genossenschaftlicher Grundlage. Der Unterbau hierzu ist in den Genossenschaften gegeben. Das Kommifsionarsnstem in seiner bisherigen Form wird fallen. Die landwirtschaftlichen Organisationen können selbst Sachwalter sein und die künftige Erfassung soll durch die Genossenschaften und durch eine zu schaffende Vezirksstelle erftlgen, wozu wiederum die Grundlage durch diö Zentralgenossenschoft und ihre hiesige Zweigstelle gegeben ist. Aber rmr dann, wenn ein lückenloser Ausbau, wozu vor allem die Errichtung von Bezugs- und Abfatz^enossenschaflen in jedem Ort gehört, einsetzt und durchgeführt wird, kann der Arbeitsplan der bundesstaatlichen Genossenschaftsorganisntion wie in der Denkschrift des Kriegsernahrungsamtes vom 18. November v. I. ntedergelegt ist. in die Tat umqefetzt werden. Redner bespricht die in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach bereits, getroffenen Einrichtungen bezüglich der Cetreideerfassung und bezeichnet die Errichtung der Ööftverwertungsgenossenschaft Gießen, welche bei IX Million Umsatz ungemein günstige Erfolge
unseres Heilandes geht an das ganze christliche deutsche Volk, und wir fordern, daß jeder sich ihm beuge! Ja wir sagen denen, die dem Gott Mammon dienen, einen rücksichtslosen Krieg an! Denn freilich sind wir Missionsleute Menschen der Liebe. Aber wo rechte Liebe ist, da ist auch rechter Haß. und auch wir deutschen Missionsleute haben einen Haß. und der gilt dem Gott Mammon. Lieber soll unser geliebtes deutsches Volk und Land in Stiicke gehen, als daß es unter dle herzlose Herrschaft des Gottes Mammon sich beuge! Wir wollen in Deutschland und überall wo deutscher Einfluß reicht, nicht den Gott, der die Men. scheu nur schätzt nach ihrem Besitz an Geld und Gut, wir wollen dem Gott dienen, der den Menschen aufs Herz sieht, das ist allem deutsche Art, andere gibt es nicht, Ja, wir meinen, das sei die Missionsaufgabe, die Jesus unserem deutschen Volk vor die Seele stellt in diesem Weltkrieg: im Kampf gegen den Gott Mammon diese seine deutsch-christliche Art hineinzutragen in die ganze Welt!
Und nun sagen wir fteilich nicht: an deutschem Wese« soll die Welt genesen, dazu hat uns schon zu oft das Herz bluten müssen über den Fehlern und Sünden, die wir an diesem deutschen Wesen gesehen haben. Aber es ist unser stolzer Glaube, daß das deutsche Wesen ganz besonders geeignet ist. in den Dienst Christi zu treten. Denn an Christi Wesen wtrd die Welt gencftn. Christi Geist von deutscher Art siegreich durch die Weltz getragen, das ist unser stolzes Krieqsziel! Was für irdischä Kriegsziele wir nun dafür wünschen sollen? Ein mächtiges Deutsches Reich hätte da wohl manche Vorteile, aber es wärs vielleicht auch dem Gott Mammon stärker ausgesetzt. Da fab. len wir die Hände und beten: Herr Dein Wille geschehe! Wts Du uns auch führest, laß es so gehen, wie D u es beschlossen hast, und laß den Gott Mammon nicht herrschen über unser Volk.
Und dann wissen wir aber auch: Mag der Kampf, der mrtt kommen wird, ausgehen wie er wolle, wir werdenstege«^ denn stehe, unser Herr ist bet uns alls Tage, bis an der Weitz.
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