Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck. 14j 'Ja^brudveroien-
Es blieb still im Zimmer nach dieser Erklärung. Alfred wartete auf ein Wort des Vaters, der aber saß und blickte finster vor sich hin.
„Vater!"
„Gerade Du, A'fred! Gerade Du! Hast Du so ganz vergessen, was ich Dir immer gesagt?"
„Nichts Hab i;ft vergessen. Vater! Mer sag, was hat Helen — was meine Heirat mit dein allen zu tun? Ich denke sogar, daß meine Frau einst eine gute, deutsche Hausfrau werden wird."
Der alte Herr lächelte spöttisch. „Ich wünsche Dir viel Glück zu Deinem Vorhaben, fürchte aber. Du schneidest Dick ins eigene Fleisch. Aus einer Engländerin eine gute Deutsche 5 « macken. wird Dir schwerlich gelingen. Die schöne Eigenschaft, in kurzer Zeit Heimat v.nb Vaterland zu verleugnen, hat leider nur der Deutsche."
..Wenn Du Helen kennen lernst, wirst Du meine Wahl billigen!-
„Billigen? Nie! Begreifen vielleicht! Aber hast Du denn ganz vergessen, tnas Du mir einst versprach''" Hast Du nicht ein einziges Mal an Regina gedacht?"
„Ich habe Dir nie etwas versprochen, Vater!"
„Du hast recht! Förmlich versprachst Dn mir nichts! Mer Du kanntest meine Wünsche und hast sie stillschweigend gebilligt. Du wußtest, was ich Reainas Vater auf dem Sterbebett versprochen, und nie hast Du auch nur den leisesten Zweifel darüber aufkommen lassen, daß Du dagegen warst. War Dir Regina nicht stets lieb und wert? Gibt es eine passendere Frau fiir Dich?"
v liebe.Regina wie eine Schwester, mehr nicht. Da- ma's. hatte mein Herz noch nicht gesprochen, das weiß ich. jetzt."
„Mer Regina liebt Dich! All ihre Gedanken gel- ten Dir!-
„Jch glaube, da irrst Du Ditz. Regina liebt mich, wie ich sie liebe, wie Schwester und Bruder. So etwas fühlt man."
„Dn wirst in Dein Unglück rennen, Mfred, glaub es mir. Was uns von dort gekommen ist, hat uns noch nie Segen gebracht. Und daß nun gerade mir, gerade meinem Sohne das geschehen muß! Ich sehe es schon kommen. Sie werden Dich uns rauben. Langsam aber sicher werden sie Dein Empfinden vergiften. Abtrünnig allen heiligen Vater- landsgefiihlen werden sie Dich machen."
„Vater, Du gehst zu wett! Gab ich Dir schon je Ver- onlassung an meiner anständigen Gesinnung zu zweifeln? Und bin ich denn nicht ein Werkheim? Bin ich nicht Dein Sohn?"
„Wärst Du ganz mein Sohn, dann wäre diese Stunde nns erspart geblieben. Ich kann Dir nur das eine sagen 1 Ein rechter Mann darf sich auch durch ein Weib nicht von dem abbringen lassen, was er einmal für Recht erkannt hat."
Der Sohn ickstvieg. Was sollte er noch sagen? Ueber- wngen ließ sich der Vater ja doch nicht. Der hatte gut reden! Sein Blut lief träge und schwer durch die Adern. Ob er so ganz vergaß, daß auch er einst jung gewesen? Wenn er ihm Helen bringen könnte! Aber natürlich! Hier konnte nur He>n selbst Helsen. Ihr Liebreiz mußte den Vater be- zwingen.
„Wenn ich nur daran denke, was wir durch die da drüben überm Kanal schon alles gelitten haben." fuhr der Vater grollend fort. „Lies die Geschichte unseres Königshauses aufmerksam durch und wo Du hinsiehst. Lug und Trug von Englands Seite. Und wo wir wirklich einmal mir ihnen zusammen gegangen sind, da haben sie schließlich auch nichts Eiligeres zu tun gehabt, als unsere Verdienste zu schmälern und herabzusehen.
Die Worte „Ich wollte es wäre Nackt oder d-e Preußen kämen!" sind nie gesprochen worden, so heißt es jetzt. Wer hier bei uns etwas anderes behauptet, ist ein Lügner. der neidvoll versucht, den Eng ändern den sauer erworbenen Ruhm zu schmälern. — Wörtlich dies sagte mir einmal ein einflußreicher Brite, als ich damals drüben war."
Unsere Beziehungen sind aber wirklich jetzt besser."
„Glaubst Dn das wirklich?"
„Doch! Es ist besser jetzt. Obgleich ich ja auch nicht behaupten will, daß alles so rosig ist, wie man die Oefsent- llchkert gern g'anben lassen möchte."
„Ich glaribe an gar nichts! Kann ein Leopard sein Fell wechseln? Tie Beziehungen sind wie sie immer waren: Heuchlerische Freundlichkeit ans der einen. Vertrauensseligkeit und viel zu viel Offenheit auf der anderen Seite. Für uns Deutsche gibt es eben einen Strich, auf dem wir nie gehen lernen, und das ist unser Verkehr mit andern Völkern."
Er stand auf und trat an das Fenster. „Uebrigens k^ben lange Erörterungen wenig Zweck. Dein Entsch nß ist gefaßt, Du bist alt genug, um für Deine.Hand?nngen verantwortlich zu sein, also erübrigt sich jedes weitere Wort."
. „Wenn Du Helen erst kennst, wirst auch Tu Dich mit niemer Wahl aussöhnen. Du wirst sie lieb gewinnen, ich weiß es."
„jedenfalls werde ich ihr mit der Achtung begegnen, die die Gattin meines Sobnes von mir erwarten kann' Alles andere wollen wir. der Zeit iim^en. _ Uebrigens erwähntest Du noch gar nicht, was der Visier der jungen Dame. Lord Douglas, zu Deiner Werbung gesagt bat."
„Was tollte er sagen! Ich habe mich mit Helen ans- gesprochen und wüßte nicht, was Sir Edward Tong as gege« eine Verbindung haben könnte."
ES kam etwas unsicher heraus.
„Na — ich weiß doch nicht so reckst. Sir Edward Tonglas' Gesinnung uns gegenüber ist hinlänglich bekannt. Zn- dem ist der englische Adel maßlos stolz."
„Na. ich denke, wir haben nickt weniger Grund, stolz zu sein. Die Werkheims können sich ohne Gefahr mit den Douglas' messen.-
„Das können sie. Und ich hoffe, daß Du es nickt vergißt. Du kennst meine Ansicht hinlänglich. Hast Dn nun ,chon einmal diesen unverzeihlichen Schritt getan, so laß Dich nun wenigstens nicht unterkriegen."
„Sei ohne Sorge. Vater. Ich werde nie vergessen, was ich unserem Namen und unserem Vaterlande schuldig bin - ^n»-v'tznna ioior
Statt Karten.
Helene Berl Siegfried Krämer
Verlobte
Saarbrücken
Januar 1918.
Friedberg
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Krstanutmachnug.
2n den Geschäften von:
A. Vechstein A. Schmidt
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Maiuzer-Handkäfe
zum Verkauf.
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abgegeben.
Friedöerg, den 10. Januar 1918.
Stär»t. Lebensmittel-Ausschnsz.
,_ Langsdorf.
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Bekanntmachung.
Am 10. 1. 18. ist die Vekannt'.nachunq des stellvertretenden General'o.nmandos 18. Armeekorps vom 14. 12. 17. Nr. B t. (L) 169 betreffend Beschlagnahme und Vestandsanmclbung von Arb^iterschuhzeug' aufgehoben worden,
, _Ste llv. Gt ü tta llmimiis 1 8. Knnftfo qil
Holzversteigemmg/
Im Nodheimer Gemeinbewald. Distrikt Ketz.-rborn, werden vlontaz, den 14. Januar l. Js. versteigert:
2 Kiekern--tämine. 3—10 m lang. 0 30 Durchmesser, itt fm Iisialt !».*5'^en-«ta:nme.8-14 m lan'. 0,35-0,64 Durchm.. 15,91 fm Inh. 631 rm K?e ernrunbscheit, 1,50 lang 85 rin Kieseen-Kn'üppel 11 rra Achten Knüppel 71 rm Kie ern-Stöcke 32‘ij) Stück Ktefern-Wrllen.
Anfang und Zusammenkunft vor,nUtage lg Uhr auf der Waldbahn, o^erhal > de S.aalssvoße Fri^oderg Homburg Bemerkt wrrd. dag das Stammholz gleichzeitig mit dem anderen Holz zum Ausgebot kommt. ^ 0
Rodheim o. d. Höhe, am 8. Januar 1918.
Erogh. Bürgermeisterei Rodheim v. d. Höhe.
H o f m a n n.
Drucksachen
kann der Geschäftsmann auch während der Kriepszeit nicht panz entbehren, wenn auch der Papiermangel und die Teuerung eine aewisse Einschränkung mit sich gebracht haben. Die Eeschästsdrucksache ist und bleibt nun einmal für jeden Eeschästsbetrieb unentbehrlich, sei es. datz man sie braucht zur llebermittlung geschäftlicher Angelegenheiten, oder zwecks Regelung von Aus- stä iden usw. Wie kein Geschäft seinen Vertreter oder Reisenden in schäbigem Gewände zum Besuche seiner Kundschaft hinausgehen läßt, so sollte es auch darauf bedacht sein, das; die von ihm verbrauchten Drucksachen die es ja doch auch bei dem Empfänger derselben vertreten sollen, oin einwandfreies Aussehen haben. Auch familiäre Mitteilungen jeder Art lassen in ihrer äußeren Aufmachung einen Schluß auf die Persönlichkeit des Absenders zu. Wir empfehlen uns zur Anfertigung von Drucksachen jeder Art in sauberer und geschmackvoller Ausführung und sichern schnellste Lieferung und billigste Berechnung zu. Bei einiretendem Bedarf bitten wir Muster und Preisberechnung von uns einzufordern.
i Neue Tageszeitung
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Die Pferderäude.
Sekannfrnachimt
Ich bringe hierdurch m offen! lichen kenn nis. daß bei 2 Pferdei der Firma (Sir an Schwan ori Söhne (5. m. b. H. in Friedber die Räude festgestellt worden ifi Friedbero.den 10. Januar 1915 Der Bürgermeister. I. V.: Dam m.
Cder-Aiil!«»!
Die Gemeinde Södel beabsichtis einen fprungfähigen Fafelrbe anzukaufen.
Besitzer solcher Tiere wolle dies bei Unterzeichneter Stell
anmelden.
Södel, den 11. Januar 1918.
Grotzh. Bürgermeistere
2. V.: H e n s e 1.
Gutsbesitzer, welche größei Posten
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letzen. wollen ihre Bestellung si lort machen.
Gärtnerei Schmidt. Fsie dberg, Frankfurterstraf ze 3
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