können darin wohnen! Wie verkommen und schmutzig i ist diese Herberge bei Tausenden und aber Tausenden, wie finster! Da heißt es in Wahrheit: Für alles Raum, nur für den Heiland nicht.
Aber wenn ein Menschenkind auswacht und die große Stunde schlagen hört, in der der Heiland in seinem Herzen geboren werden soll? Wenn es anfängt Raum zu machen für den, der der Inbegriff aller wahren Freude und Seligkeit ist? Wenn es erkennt, ohne einen Heiland bin ich arm und elend, verkauft und verloren, ja, alles kann ich missen, nur Ihn nicht, der Licht, Liebe und Leben in mein armes Leben bringen will?
Nun, wo Jesus Raum findet, da findet das Leben selber Raum und vertreibt den Tod, da kehrt das herrlichste Licht ein und vertreibt die Nacht des Zweifels und der Hoffnungslosigkeit, da kommt die seligste Liebe zu wohnen und macht ein Paradies der Freude aus dem Leben. Wo Jesus Raum hat, da hat der Segen des HErrn Eingang und das Glück seine Wohnung, denn Er ist unser Friede, und bei Ihm ist Freude die Fülle. Da wird unter dem starken Einfluß Seines Geistes und Wortes, Seiner heiligen Jnnewohnung aus der Herberge ein Herr- licher Tempel, den Seine Herrlichkeit erfüllt, daß die Sünde und der Vater der Sünde keinen Raum niehr finden in den Gedanken, in den Worten und Handlungen.
O sollte diese köstliche Wahrheit nicht jedes Herz bewegen, Ihm Raum zu schaffen um jeden Preis? Sollten wir nicht mit Freuden alles fahren lassen, was Ihm den Königsplatz im Herzen und Leben streitig machen möchte? Wahrhaftig, ein Narr ist der Mensch, der das höchste Glück vor der Tür { stehen läßt, der keinen Platz hat für den Schönsten unter den Menschenkindern, für Jesum, den ewigen Gottessohn. E. Sch.
Aie grosre Save.
„Denn ihr kennt die Gnade unseres HErrn Jesu Christi, daß Er, da Er reich war, um euretwillen arm wurde, auf daß ihr durch Seine Armut reich würdet." 2 Kor. 8, 9.
Unser Elend in der Zeit und unser Verderben für die Ewigkeit ließ Ihn, der glücklich und reich war, nicht länger im Schoße Seines Vaters. Er verließ die Herrlichkeit des Himmels, verließ das ewige Lob- getöne der Myriaden Ihm dienender Engel. Er, I der reich war, ivurde arm. In unser armes Fleisch und Blut gekleidet, betrat Er, in Bethlehem in der Krippe, die Küste unserer armen Erde: „Uns zu befreien von der Hand unserer Feinde und aller derer, die uns hassen" (Luk. 1, 70), uns zu erretten von unserem schrecklichen Sklavenräuber und Menschen- s
Mörder, dem Teufel. Lieber Leser, das ist die ge- segnete Botschaft dieser Weihnachtstage:
„Welt war verloren,
Christ ist geboren.
Freue dich, freue dich, o Christenheit I"
Wende, lieber Leser, dieser göttlichen Liebestat ! deine volle Beachtung in diesen Tagen zu. Christus war reich, reich an Herrlichkeit, Macht und Majestät, reich an himmlischer Freude und Segnung, reich an wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit, reich in über- strömender Liebe und dem Wohlgefallen Seines himm- lischen Vaters. Und Er wurde arm, damit wir Armen durch Sein Armwerden reich würden.
Weil Er arm wurde, wird für den Schöpfer der Himmel und den Baumeister der Welten kein Raum in der Herberge gesunden, sondern der Hohe und Erhabene mußte mit einem Stalle und einer Krippe vorliebnehmen, damit uns droben die Stätte im Vaterhaus bereitet würde.
Weil Er arm wurde, mußte „der Reichste über alle" klagen: „Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da Er Sein Haupt hinlegt," damit das, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gekommen, unser gewisses Erbteil würde.
Weihnachten im Schützengraben.
Im Schützengraben an der ostpreußischen Grenze sitzt ein Rittmeister in der Mitte seiner Reiter. Es ist erster Weihnachtsfeiertag 1914. Er liest ihnen vor Jes. 53, jenes Kapitel, in welchem geschrieben steht: „Wir alle irrten wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jehovah hat Ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit." Der Ritt- meister, welcher seine Schwadron vom ersten Mobilmachungstage an durch ungezählte Kämpfe und Ge- fahren siegreich geführt hatte, stand vor den Augen seiner Leute als das, was er war, nicht nur ein. tapferer Soldat, sondern zugleich ein betender Christ. Sie wußten alle, was sie an ihm hatten. Er hatte es ihnen oft genug gesagt, daß hinter diesem eilenden Leben mit seinen Kämpfen und Entbehrungen die Ewigkeit steht; daß es sich darum hand elt: errettet oder verloren für die Ewigkeit, und daß es nur einen Weg der Errettung, einen Weg zu Herzensfrieden und Gewißheit gibt: „Glaube an den HErrn Jesum Christum, und du wirst errettet werden." Das sagte er ihnen auch jetzt in den stillen Stunden im Schützengraben. Jeder einzelne sollte es ja verstehen: Ich bin auch ein verirrtes Schaf auf meinem Wege, ohne Gott und ohne Frieden. Aber da ist einer gekommen aus den Himmeln, Jesus, Er nahm alle meine Ungerechtig- keit, alles, was Schuld war in meinem Leben, auf Sein schuldloses Haupt, denn es steht ja in demselben Kapitel Jes. 53 geschrieben: „Doch um unserer Über-


