Ausgabe 
21.11.1915
 
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nkmbt Dem, der Mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist aus dem Tode ins Leben hindurchgedrungen."

Der Ernst unserer Zeit und der Donner der Geschütze wecke noch manches Herz, manchen sorglosen Sünder aus der Gleichgültigkeit auf, daß er mit Ernst frage:Wie kann ich selig werden?"Führt mein Weg zum Himmel?" Wer wirklich aufrichtig so fragt und sich in Buße und Glauben zum Hei- land wendet, der findet Gnade, Friede und ewiges Leben. Jesus ruft noch:Kommt her zu Mir alle, die ihrmühselig und beladen seid," und: ..Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinaus stoßen."

So bedenke auch du, teurer Leser, was zu deinem ewigen Frieden dient, ob du draußen stehst als Krieger auf dem Felde oder daheim weilst bei den Deinigen.Siehe, jetzt ist der Tag der An- nehmung; jetzt ist der Tag des HeilsI"

Wer Ruhe für sein Herz und Frieden mit Gott auf Grund des Erlösungswerkes des HErrn Jesu ge- sunden hat, der kann getrost sein mitten in allen Stürmen, weiß er doch, wenn er heute oder morgen durch den Tod abgerusen wird, daß ihm dort kein strenger Richter, sondern ein durch Jesu Blut ver- söhnter Vater begegnen wird.

Wenn du dieses Bewußtsein noch nicht hast, dann laß heute Gottes ernste Sprache nicht vergeb- lich für dich sein. 0 D

K

Kin Ketdengraö.

Im Park des Herrenhauses, unter hohen, alten Bäumen, liegt ein stiller, kleiner Friedhof. Darauf ist ein frisches Grab. Das hölzerne Kreuz, das bald durch eins aus Marmor ersetzt werden soll, iiagt die Inschrift:Ich weiß, daß mein Er­löser lebt!"

Kühn und mutig war der junge Fahnenjunker vorangestürmt gegen die feindlichen Schützengräben, da traf ihn das feindliche Geschoß, das ihn zu Boden warf. Als er dalag, traf ihn ein zweites Geschoß Zwei Tage noch lag er dann im Feld­lazarett, dann starb er. In diesen zwei Tagen wiederholte er inimer ein Wort, wie die Schwester mitteilte, die ihn pflegte. Es war das Wort:Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!" Darum stand es auf dem Holzkreuz auf seinem Grabe.

Wohl dem, der mit diesem Wissen in den Tod gehen kann, sei es, daß er aus dem Schmerzenslager im Lazarett stirbt oder daß der Tod ihn ereilt auf blutiger Walstatt! Wohl dem, der daun sagen kann: ,,^ch weiß, daß mein Erlöser lebt!"

Und wohl auch dem, der diese Inschrift auf ein liebes Grab setzen kann! Der Tod hat doch iel von seiner Bitterkeit und seinem Schmerz ver- oren, wenn man weiß: der Entschlafene batte dieses

Wissen im Leben und im Sterben:Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!"

Hast du dieses Wissen auch, mein Freund? Man kann nur selig leben und ruhig sterbe», wenn man dieses Wissen hat, wenn man mit Herz und Mund bekennen kann:Ich ,weiß, daß mein Erlöser lebt!"

Es gibt Menschen, ich hoffe, daß du nicht zu ihnen gehörst, die sagen:Wer da sagt, er wisse, daß er ein Kind Gottes sei, daß er in den Himmel komme, der betrügt sich selbst, oder er betrügt andere. Der ist entweder eingebildet oder hochmütig." Nein, nein! Es ist weder Einbildung noch Hoch- mut, wenn jemand dies Wissen zu haben behauptet. Dies Wissen haben die Apostel gehabt. Und die waren doch gewiß weder eingebildet noch hochmütig. Dieses Wissen hatten und haben alle Kinder Gottes von alten Zeiten bis auf diesen Tag.

Du mußt es auch haben. Und wenn du es noch nicht hast, dann mußt du trachten, es zu be- kommen.

Wie bekommt man es?

Dies Wissen kann man nicht aus Büchern lernen und nicht aus Predigten gewinnen. Dies Wissen ruht auf persönlicher Erfahrung des Heils, auf leben­diger Gemeinschaft mit dem lebendigen Heiland.

^Man bekommt dieses Wisset^ wenn man als ein Sünder zu dem gekreuzigten und auferstandenen Heiland kommt und Ihn bittet, daß Er die Ver- gangenheit reinigen wolle mit Seinem Blut, und daß Er die Zukunft regieren wolle mit Seinem Heiligen Geist. Wer so zu Ihm kommt, der lernt Jesum kennen als den, der ihm alle Sünden vergibt und alle Gebrechen heilt, der sein Leben vom Verderben erlöst und ihn krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.

Mein Erlöser." So erfährt man Ihn dann. Er nimmt die Last der Sünde und Schuld von unserer Seele. Er vergibt uns Missetat, Über­tretung und Sünde.

Wer diese Erfahrung gemacht, wer die Ver­gebung seiner Sünden erfahren hat, der hat dieses selige Wissen:Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!"

Und mit dieser einen Erfahrung ist es nicht am Ende. 0 nein, damit fängt es erst an. Dieser Er­löser lebt. Und in allen Lagen des Lebens darf man sich an Ihn wenden. Und Er hat ein 0hr und ein Herz für uns. Nichts, gar nichts, was Ihm zu geringfügig, zu nebensächlich, zu unbedeutend wäre. Wir dürfen Ihm alles sagen und alles klagen.

Wie ist das so herrlich, in allem sich an Ihn wenden zu dürfen! Was wir brauchenEr hat's. 0b wir Kraft brauchen zum Tragen oder Trost im Leid, ob wir Mut brauchen oder Unerschrockenhe!t, dem Tode entgegenzugehen Jesus hat, was wir brauchen.

Seliges Wissen! Wer mit dem lebendigen Er­löser in Lebensgemeinschaft sich befindet, der hat's