11. 12) mögen nichts anderes sein als tue ausgewachten Gewissen, und auch dein Büchlein, beschrieben mit deinen Mistetaten, wird aufgetan werden. Bemühe dick dach nicht länger, deine Sünden zu vergessen. Es gibt etwas Besseres als Vergessen, und das ist die Vergebung.
Viele Menschen suchen ihre Sünden zu entschuldigen. Man kommt selten mit einem Menschen zusammen, der ehrlich genug ist, zu sagen, wer er ist. Keiner ist schlecht. Gehe am Morgen auf die Suche nach Sündern, und wenn du bis zum Abend einen gefunden hast, ist dein Lohn groß. Kommt man zu den Ehrbaren, um mit ihnen über ihre Sünden zu reden, schicken sie einen fort mit der Bemerkung: „Sünder muß man im Zuchthaus suchen." Kommt man ins Zuchthaus, so ist auch dort keiner schlecht. Sie hat man eingesteckt, und die Schlechten läßt man laufen. Des Entschuldigens ist kein Ende. Aber solange du deine Sünde entschuldigst, kann dir nicht geholfen werden. Du mußt bekennen, wer du bist.
Hast du gestohlen? Du sagst: Ja — aber . . . ich war in großer Not und wußte mir nicht anders zu helfen. Zudem war der Mann, dem ich diese Kleinigkeit genommen habe, reich, er wird's nicht spüren — und deine Sünde ist entschuldigt Der reiche Mann wird's nicht spüren, aber du wirst es einmal spüren müssen als ein Brennen im Gewissen.
sC^r du bringst dein Gestohlenes zum Opferkasten — und deine Sünde if* r: schuldigt. Du hast es ja gut gemacht. Ader weißt du auch, daß dies „räuberisches Brandopfer" ist, das Gott haßt? (Jes. 61, 8.) Du mußt dein Gestohlenes zurückgeben, es kann dir sonst nicht geholfen werden. Erst nachdem Zachäus bereit war, sein erpreßtes Geld vierfältig zurückzugeben, sagt der Heiland: „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren."
Du hast gelogen. Aber nicht wahr, dein Geschäft brachte es mit sich — und deine Sünde ist entschuldigt. Gott kennt keine Geschäftslüge. Du mußt deine Lüge bekennen und aufgeben.
Du hast jemand verleumdet. Aber du warst eben sehr aufgeregt — und deine Sünde ist entschuldigt. Du mußt hingehen und um Verzeihung bitten, sonst kannst du unmöglich an die göttliche Verzeihung glauben.
Lieber Freund, werde einmal wahr, ganz wahr. Nenne deine Sünden mit Namen; sei bereit, sie zu bekennen und aufzugeben, und Vergebung und Frieden werden dein köstliches Teil sein. Viel mehr Menschen, als wir nur meinen, gehen unglücklich auf dem Erdboden umher und suchen vergebens nach Fr eben, weil sie ihre Sünden entschuldigen, anstatt sie zu bekennen. L. H.
Aie Aüuigul von Kava.
(t Köm 10, 1—10. 13.)
Der Ruf von Salomos Weisheit war weit über die Grenzen des Landes hinausgedrungcn. Die Königin, die ihn besuchte, kam vom südlichen Arabien, wo schon in ältester Zeit ein Reich mit großer Kultur bestand. Es war ein reiches und fruchtbares Land, warum man es auch Reicharabien nannte. Hier im Süden Arabiens bestand ein Reich der Minäer, dieses aber wurde verdrängt durch das Reich der Sabäer. Dse Sabäer besaßen großen Reichtum, und sie waren ein sehr bedeutendes Handelsvolk, dessen Einfluß sich über viele Länder erstreckte. Diese Tatsache erklärt auch den Reichtum der Königin, von welcher unser Abschnitt redet.
„Das Gerücht von Salomo und von dem Na- men des HErrn kam vor die Königin von Reich- arabien." sV. 1.) Weil hier der Name des HErrn genannt wird, so liegt der Gedanke nahe, daß durch den herrlick^n Tempelbau die Kunde ins Ausland drang.
D': Königin war nicht zufrieden mit der Kunde von Talomos Weisheit; auch sandte sie keinen Boten, um.weitere Erkundigungen über diesen großen König einzuziehen. Sie macht sich selbst auf den Weg, um die Erkenntnis am rechten Orte und aus erster Quelle zu erhalten. Es ist traurig, daß so viele sich begnügen mit einer Erkenntnis aus zweiter Hand, mit einem Glauben vom Hörensagen. Salomos Weisheil konnte man bei Salomo selbst am besten lernen, und die Weisheit und das Heil unseres Erlösers kann man nur bei persönlicher Berührung mit Ihm kennen lernen. Deshalb heißt es: „Kommt zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid." „Komm und siehe." Je näher der Quelle, desto reiner fließt das Wasser.
„Die Königin vom Mittag kam vom Ende der Erde." Der HErr Jesus legt Gewicht darauf, daß sie einen weiten Weg machen mußte. Man sagt, sie habe einen Weg von fünfzehnhundert Meilen zurück- legen müssen. Solches zeugte von Ernst und Ausdauer. Es ist wahr, wer gar kein Opfer bringen will, der wird auch die köstliche Perle nicht finden Die Weisen aus dem Morgenlande machten auch eine Reise, die viele Wochen in Anspruch nahm, aber sie fanden auch den verheißenen König. Zwei Indianer, die jenseits der Felsengebirge lebten, machten sich zu Fuß auf den Weg nach St. Louis. Sie hatten gehört, daß hier weiße Lehrer wohnten, die ein heiliges Buch hätten. Dieses heilige Buch wollten sie haben. Einer von ihnen starb, der andere brachte das Bibelbuch zu seinem Stamme Auch du wirst den HErrn finden, wenn du Ihn von ganzem Herzen suchst.
Die Königin von Saba wollte nur die Bestätigung dessen, das sie gehört hatte, aber wie wurde sie überrascht, als sie zur Quelle dieser Weisheit


