r Gemeinscbaftsblatt für fressen. |
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Erscheint wöchentlich einmal.
Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.
Verlag der Buchhandlung der Pügermission Kletzen.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann Gießen. Mitarbeiter:
Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Predigerd. Pilgermission. Druck v. I. G. Onckeu Rachf., G. m. b. H., Cassel.
Nr. 45.
Sonntag, öen 7. November 1915.
8. Jahrg.
Ilnser täglich 2.:rot.
Wir haben's nicht immer genügend geachtet,
Nicht immer als Gabe von Dir, HErr, betrachtet, Trum lehrst Du uns bitten wohlweislich aus Not: „D gib uns auch beut' unser tägliches Brotl"
bis au die Brust des Gegners durchzuführen. Die Folge war, dag das ganze Blachfeld zwischen den französischen und deutschen Schützengräben -— e* mochten 1000 Meter sein — mit Toten und Verwundeten zu Hunderten bedeckt war.
Das tägliche Brot, wie lernten wir's schätzen, Mit Tränen der Freude jetzt oft zu benetzen, Und was noch alsUndank auch heute verblieb, O Vater im Himmel, wir bitten: „Vergibt"
Gewähre auch Liebe und rechtes Gefallen Den armen verblendeten Menschen jetzt allen, Die D ich noch nicht kennen, das köstlichste Brot, Alz Speise der Seele in all ihrer Not.
HErr Jesus, o Heiland, vollkommene Gabe, Vom Himmel gekommen als süßeste Labe, Erfüll unsre Herzen mit himmlischem Licht, Damit uns das Beste doch niemals gebricht I
O lehr in der Trübsal Dein Antlitz uns grüßen, Dein Herz zu erforschen und recht zu genießen, Dich nie zu mißachten im Leben und Tod, Vom Himmel gekomm'nes lebendiges Brotl
Eh. F.
eine ruUUche FeldbSckerei, In der letzt für deutsche Soldaten gebacken wird.
Kin Ereignis aus dem Kriege.
Während in den Oktobertagen 1914 die deutschen Linien die Befestigungen von Verdun und Toul um- kränzten, geschah eines Tages ein mächtiger Durch- bruchsversuch von Toul her gegen die deutschen Schützengräben. Er war vergeblich. Wie oft auch die französische Infanterie von neuem ansetzte, um das kurze Schußfeld zu durchschreiten, immer wieder brach der Angriff unter dem deutschen Feuer zusammen. Es zeigte sich, daß die französische Infanterie trotz aller Zähigkeit in der Verteidigung nicht mehr die moraliscke Kraft hatte, einen Angriff
Der Abend kam. Von deutscher Seite wurde unter der weißen Flagge eine Botschaft zu den Franzosen hinübergeschickt., Man machte ihnen den Vorschlag einer zweitägigen Waffenruhe an dieser Stelle, um die Toten zu begraben, die Verwundeten zu bergen und in Pflege zu bringen. Nach wenigen Stunden erfolgte die Antwort: „Der Vorschlag ist abgelehnt I"
Durch das Dunkel der Nacht und das Grauen des Morgens erschallten weithin die langgezogenen Klagerufe der vielen Verwundeten, die dort mit den Gefallenen untermischt das französische Angriffsfeld


