Pflicht und Arbeit, tausend Wünsche und Pläne, Essen, Trinken, Kleiber, Geld, Lust und Hoffart des Lebens füllen des Menschen Tage aus, die kurzen, nie wiederkehrenden Tage!
In unserem deutschen Volke gab es bis zum Kriegsausbruch Millionen von Menschen, welche nicht mehr an Gott glauben wollten und die cs für Unsinn erklärten, die Hilfe in irdischer Not hei dem ewigen Gott zu suchen. Es gibt deren auch heute leider noch genug. Aber die Stimmen dieser Gottesleugner sind für jetzt verstummt, und viele Zeugen von der Gegenwart, Macht und Treue des rettenden allmächtigen Gottes sind in unserem Heere und in unserer Flotte, welche als versöhnte und geliebte Kinder Gottes im Umgänge stehen mit ihrem himmlischen Vater und ihrem großen Erretter Jesus Christus. Welche Gnade von Gott ist das für unser deutsches Volk im Angesicht der schier ungezählten Feinde, die uns das Verderben geschworen haben! Aber wie viele, ja, zahllose deutsche Streiter, lapfere Männer sind -ausgezogen im feldgrauen Rocke, die nicht beten können und auf deren Leben und Gewissen die unvergebene Schuld ihrer Vergangenheit liegt! Wie traurig, wenn dann ein zu Tode Verwundeter auf dem Kampffelde niedersinkt und auf den Zuruf seines neben ihm streitenden Kameraden, so schrieh der letztere nach der Heimat, er möge Gott anrufen, als letztes Wort mit brechendem Auge antwortet: „Ich kann nicht beten!"
Sorge, mein Freund, daß es dir nicht also gehe! Die Gnadenhände Jesu sind nach dir ausgestreckt, um dich zu retten aus Schuld und Not und deinem Herzen den Zugang zu öffnen zum Vaterherzen Gottes. v. V.
Aas mit Wasser gefüllte Schiff.
Al» ich über den Atlantischen Ozean fuhr, sah ich ein Schiff, welches schwamm und sich doch nicht bewegte. Es lag dort wie ein toter'Stamm. Ich konnte das nicht verstehen und erkundigte mich/ was das zu bedeuten habe. Man sagte mir, es sei mit Wasser gefüllt; da aber seine Ladung aus Holz bestand, konnte es nicht sinken. Es konnte aber auch nicht segeln, darum war es von seiner Mannschaft verlassen worden, und seine Ladung war verloren. So geht's mit vielen Menschen. Wie viele gleichen einem mit Wasser gefüllten Schiff! Du liegst da nutzlos; du kannst nicht nach dem Himmel sehen, weil du so beladen bist mit den Dingen der Welt, daß du dich nicht regen noch bewegen kannst. Du kannst nicht einmal die Reise beginnen, deine Zeit ist so in Anspruch genommen von den Dingen dieser Erde, daß du keine Zeit hast, an den Himmel zu denken.
Ich wundere mich darüber nicht. Der Grund ist der, daß du keinen Schatz im Himmel baß, rechts
hast, was dich dorthin zieht. Dein Herz ist hier in dieser Welt, und wenn du sie verläßt, verläßl du alles, worum du dich gesorgt hast — dein Alles. Was wir nötig haben, meine Freunde, ist ein Schatz im Himmel, der unsere Herzen dort hinauf zieht. Dann wird die Welt wenig Einfluß mehr auf uns haben. Unsere Hoffnung wird sich an die Dinge dort oben klammern.
Es ist damit, wie wenn Leute in einem Luftballon auffahren. Haben sie eine gewisse Höhe erreicht, so fangen die Dinge drunten an sehr klein auszusehen. Was vorher groß, imposant aussah, sieht jetzt nach nichts aus. Und je höher sie steigen, desto kleiner erscheint alles aus der Erde — der Sil- zug, der unten dahersaust, sieht aus wie ein Faden und scheint sich kaum zu bewegen, und die großen Gebäude scheinen nur noch Punkte zu sein. So ist es, wenn wir dem Himmel näherkommen; die Schätze der Erde, die Sorgen der Erde sehen immer kleiner, immer unbedeutender aus.
Wenn aber Menschen in einem Luftballon auf- fahrcn, so nehmen sie Ballast mit sich, d. h. kleine Sandsäcke, und wenn sie höher steigen wollen, so werfen sie etwas von dem Sand über Bord. Das müssen auch wir tun, wenn wir nach dem Himmel reisen wollen — alles, was uns aufhält und beschwert, hinwegräumen. Moody.
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Mereitsein ist alles.
„Bereitsein ist alles," — so lernten wir wieder,
Als Feinde das Vaterland grausam bedrängt, „Bereitsein ist alles," — wir ringen sie nieder — Und Gott hat zum Wollen Gelingen geschenkt.
„Bereitsein ist alles," — auch wenn in der Nähe Kein Feind auf dich lauert, wenn lichtvoll dem Pfad, Die Treue schon mildert das kommende Wehe,
Und dann reift in Trübsal die himmlische Saat-
„Bereitsein ist alles," — du weißt nicht, ob mdrgen Dein Herz in der Brust sich noch reget, dir schlägt,
Ob du nicht mit all deinen Wünschen und Sorgen Bald stille zur letzten Ruh' wirst gelegt.
„Bereitsein ist alles," — o, daß deine Seele Von Gottes barmherziger Liebe betaut,
Weil unter das Kreuz du gebracht deine Fehle Und auf zu dem Gotteslamm einstens geschaut.
„Bereitsein ist alles," — im Leben, im Sterben,
Im frohen Genießen, im herben Verzicht,
Es gilt ja die Krone des Lebens zu erben, —
Such Frieden mit Gott nur und furchle dich nicht.
Eh. F.
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