Ausgabe 
29.8.1915
 
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Zwei Tage später machten sich zwei gläubige Männer auf, um die Frau zu besuchen. Sobald sie ins Zimmer traten, rief die Bewohnerin ihnen entgegen:Ach, wie unglücklich bin ich! Meine Sünden lasten schwer auf mir. Ich inöchte Ver- gebuug und Frieden haben und kann beides nicht erlangen. Ich habe mich schon auf die Knie ge- worfe» und »in Gnade und Rettung gerufen, aber ich komme nicht dazu."

Diese Worte, so traurig sie lauteten, klangen lieblich in den Ohren der beiden Boten des Friedens. Mit glücklichem Herzen durften sie die heilsver- langende Seele Hinweisen auf Den, der für solch Mühselige und Beladene, wie sie eine ivar, am Kreuze auf Golgatha gestorben ist und dort ein ganzes Werk für sie getan hat.

Sobald die Männer sich entfernt hatten, sank Frau N. abermals auf die Knie und schrie aus der Tiefe^ ihres Herzens um Gnade und Erbarmen. Und der HErr hörte. Während sie noch ain Boden lag, wurde es licht in ihrer Seele. Die Gewißheit zog in ihr Herz ein, daß der HErr auch für sie gelitten und Sein kostbares Blut vergossen habe. Damit schwand die Last, unter der sie die letzten Tage so sehr geseufzt hatte, und es wurde ihr so leicht ums Herz,^daß sie laut hätte jubeln mögen.

Uhr Erstes war jetzt, die große Veränderung, die mit ihr vorgegangen war, ihrem geliebten Manne mitzuteilen. Ihrem Brief legte sie verschiedene Blätter bei, die ihm den Weg des Friedens noch klarer beschrieben, als sie es zu tun vermochte. Ein­dringlich bat sie ihren Mann, doch ohne Aufschub zu c'tfu zu eilen und sich retten zu lassen.

. _ Das Schreiben seiner Frau bewegte unseren N. tief. Was sie gefunden hatte, fehlte ihm noch gänzlich. Seine Sünden hatte er zwar erkannt, aber diese Erkenntnis war für ihn eine Quelle täglicher Qual 11110 Unruhe. Er sehnte sich förmlich nach jemand, dem gegenüber er sich aussprcchen konnte und der ibni bei, Weg des Heils genau anszulegen vermochte.

Aber niemand fand sich. In seiner Not flehte er: ,.0 HErr, gib doch, daß ich Urlaub bekomme!" Der HErr erhörte seine Bitte. Der geforderte Ur- laub wurde gewährt, und die Bahn brachte ihn schnell von Budapest der Heimat zu.

Daheim angekommen, war sein erster Gang in den Siall. Er mußte allein sein. Hier sank er auf die Knie und rief:Ach, HErr, laß doch dieses mein Hiersein zum Segen für mich werden! Laß mich Dich erkenne»! O laß inich Frieden finden und Rettung für meine unsterbliche Seele!"

Dann erst begrüßte er seine Frau, deren Freude, ihren Mann zu sehen, natürlich groß war, aber noch größer wurde, als sie erfuhr, weshalb er heimge- kommen war. N. suchte dann seinen gläubigen Nach, barn auf, um von ihm mehr von der Liebe Gottes und dem Heilswege zu hören. Mit Dank zu Gott kam der Nachbar der Bitte nach. Er wurde nicht müde, N. auf das vollbrachte Werk Christi hinzu- iveisen, und durch die Gnade Gottes ivaren seine Bemühungen von Erfolg gekrönt. Auch N. glaubte dem geredeten Worte und fand Frieden.

Glücklichen Herzens konnte N. zu seinem Truppenteil zurückkehren. Hier warteten seiner frei- lich mancherlei Kränkungen. Wer Christum in dieser Welt treu bekennt, erntet Spott und Hohn Das mußte auch N. erfahren. Doch der HErr stand ihm ziir Seite. _ Er bewahrte Seinen schwachen Jünger. Satan durfte nicht triumphieren. Durch die Kraft Gottes harrte N. aus, und die Proben dienten nur zur Verherrlichung Gottes und zur Stärkung seines Glaubenslebens, wie Jakobus sagt:Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet!" Ja, ein solcher ist nicht nur glückselig auf Erden, nein,nach, dem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der HErr denen verheißen hat, die Ihn lieben". (Vgl. Jak. 1, 12.)

(Samenkörner.)

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Versammlungs-Anzeigen

Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstr. 14. «_^

Jeden Sonntag 1V* Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr - Jung- * erfammlun0; 41/2 Uh.: Christlicher

Jeden Mittwoch, abends 8'/- Uhr: Bibelstunde Jeden Freitag 87> Uhr: Gebetsstunde.

, den 5. September: Beuern und Altenbuseck

»^Beuerm ^E"berg, Frauenstunde, 8V> Uhr: Wieseck;

o b a n ^vtember. nachmittags: Großenlinden abends: Leihgestern,; Montag, den 6.: Münchholzhausen Dienstag den 7.: Hörnsheim; Mittwoch, den 8.: Kinzenbach Donnerstag, den 9.: Ullendorf.

Versammlungen für Frauen und Jungfrauen

durch Schwester Anna.

Niedemefle?' aufluft: Lerbach bei Ostheim und

Bezirk Bellnhausen.

Sonntag, den 15. August, nachmittags 2 Nbr- Ver sammlung in Bellnhausen.

Sonntag, den 22. August: Versammlung tm Zweien in Odenhausen.

Sonntag, den 29. August, den 5. und 12. September, nachmittags 2 Uhr: Versammlung in Bellnhausen.

Anzeigen für die Nummern 37-40 bis zum 29. August ds. Js. erbeten.