Ausgabe 
8.8.1915
 
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Arieden, wann und wie?

Die Frage, wann und wie für Deutschland Friede werden kann' ist manches Mal gestellt worden, und Gott sei Dank dafür! sie wird von allen Einsichtigen dahin beantwortete Friede kann nur werden, wenn unsere Feinde besiegt sind und wenn unser deutsches Vaterland die Gewißheit erlangt, daß wir unbehelligt und ungefährdet im Vaterlande wie auf dem weiten Erdenrunde diejenigen Aufgaben er­füllen können, die Gott unserem Volke zugedacht hat. Es ist aber überaus wichtig, zu erfassen, daß öer Sieg ein Gnadengeschenk Gottes ist. Der allmächtige Gott hat Sich diese Gabe Vorbehalten, sie muß erbeten sein im Glauben. Gott sei Lob und Dank dafür, daß wir einen Kaiser haben, der den Sieg von Gott erbittet und erwartet und der da wünscht, daß sein Volk mit ihm um den Sieg bete.

Zwei Worte Heiliger Schrift sind jetzt für unser deutsches Volk besonders wichtig: 1.Das Roß wird gerüstet für den Tag des Streites, aber der Sieg ist Jehovahs." (Spr. 21,21.) Was bedeutet das? Rüste dein Roß, ichärfe dein Schwert, übe deine Truppen, baue deine Kriegsschiffe und Festungen, schaffe Kanonen und Munition, sorge für bewährte Heerführer das alles ist dringend notwendig, aber: die Gabe des Sieges will erbeten sein von dem allmächtigen Gott!

2.Ein König wird nicht gerettet durch die Größe seines Heeres; ein Held wird nicht befreit durch die Größe seiner Kraft. Ein Trug ist das Roß zur Rettung, und durch die Größe seiner Stärke läßt es nicht ent­rinnen. Siehe, das Auge Jehovahs ist gerichet auf die, so Ihn fürchten, auf die, welche auf Seine Güte harren, um ihre Seele vom Tode zu erretten und sie am Leben zu erhalten in Hungersnot. Unsere Seele wartet auf Jehovah; unsere Hilfe und unser Schild ist Er. Denn in Ihm wird unser Herz sich freuen, weil wir Seinem heiligen Namen vertraut haben. Deine Güte, Jehovah, sei über uns, gleich, wie wir auf Dich geharrt haben." (Pf. 33, 16-22.)

Sind das nicht wunderbare Worte? Ja, wenn unser Volk sich in Wahrheit und Demut so vor Gott beugt und Jehovah vertraut und glaubend zu Ihm fleht und auf Seine Hilfe harrt, so werden wir Sieg und Frieden erleben. Wir werden ihn ficher er- leben, aber werden wir ihn bald erleben? Es ist eine bedeutungsvolle Frage, durch wieviel Harren, Ringen und Opfer wir hindurchgehen müssen, bis der allmächtige Gott Sein Ziel am deutschen Volke erreicht haben wird. Der Weg dazu geht durch Buße und Glauben.

Mein Freund, auch in deinem Leben wird rin großer Kampf gekämpft, und die Frage ist: Wann ivird Sieg und Friede werden? Gottes Mort sagt von den Menschen, die ihren Lebensweg ohne Jesum gehen, nach den Gedanken

ihres natürlichen Herzens:Keine.Hoffnung habend und 'ohne Gott in der Welt?' (Eph 2, 12.) Damit ist ein Leben bezeichnet, in welchem die Menschen dem Sterben und der Ewig, keit entgegengehen ohne Hoffnung ewiger Herrlichkeit und ohne Herzensfrieden. Solche Menschen können sich niemals freuen, daß sie in diesem Leben unter der Obhut und der Segnung des allmächtigen Gottes stehen und daß sie nach dieser» Leben einen freien Eingang haben in die Herrlichkeit Gottts, in das himmlische Vaterhaus. In solchem Zustand kann man ein tapferer Streiter sein und kann furchtlos dem Tode ins Angesicht sehen. Man kann mit un­widerstehlichem Mute mit dem Bajonett auf den Feind losgehen und in unerschütterlichec Treue auf sinkendem Schiffe den letzten Schuß abseuern. Unser Vaterland hat an solchem Heldentum keinen Mangel Gott sei Dank dafür! aber laß mich fragen: Wenn du im heftigen Geschützfeuer stehst, oder wenn du einen feindlichen Schützen- graben stürmst hat dein Herz Frieden? Wenn du verwundet wirst, wenn du vielleicht stunden, lang ini feindlichen Feuer liegen bleibst, kannst du dann in deinem Herzen sprechen: Ich bin geborgen in den Armen und am Herzen des allmächtigen Heilandes, der mich auf dem Kreuze von Golgatha mit Gott versöhnt hat!?

Es gibt einen Sieg über Satan, Sünde, Well und Tod, eine Befreiung von aller Schuld und allen Gewissensanklagen durch den Glaubensblick auf das Kreuz von Golgatha. Dort ist der Sieg er­rungen und der Friede ei kauft durch das Blut des Sohnes Gottes für jeden Glaubenden. Kein Mensch kann Frieden finden auf einem anderen Wege, als daß er mit seiner Schuld zu Jesu Füßen kommt und sein Herz Dem öffnet, der für uns den Sieg er> rungen und den Frieden erkauft hat, als Er auf dem Kreuze sterbend rief:Es ist vollbracht!"

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Aer Spion.

Die Spione spielen während eines Krieges eine sehr wichtige Rolle. Die Auskünfte, die sie über das feindliche Land geben können, über die Truppen, ihre Stellungen und ihre Zahl, über die Festungen, über die Gestaltung des Bodens, die Wege usw., sind unschätzbar und werden sehr bezahlt. Aber die Auskünfte sind meistens mit Lebensgefahr erworben, und wenn ein Spion entdeckt wird, wird er fast ohne Gnade erschossen, besonders in der Kriegszeit. Seine Mitteilungen können dem Heere, dem er dient, große Zeitverluste und Schrecken ersparen, oder sogar das Leben von Hunderten oder Tausenden Soldaten.

In dem Krieg, der unglücklicherweise zwischen Gott und dem Menschen besteht und in dem die Folgen für den Menschen schrecklich sind, braucht