Gläubigen ist für die wartenden Kinder Gottes überaus kostbar.
Die Verwandlung wird in einem Augenblick geschehen. Nachdem die Toten, die in Jesu entschlafen sind, auferstehen unverweslich, werden die noch lebenden Gläubigen überkleidet, verwandelt und daun mit den in Christo Entschlafenen entrückt werden, dem Herrn entgegen in der Luft. (1 Thess. 4, 16 17.)
Bei Seiner ersten Wiederkunft erscheint Christus nur den Scinigen, und sie werden Ihm entgegengerückt werden, um für alle Zeit bei Ihm zu sein. Das ist eine gesegnete Hoffnung — eine Hoffnung, bie auf alle, welche sie kennen und in ihrem Herzen bewahren, eine heiligende und reinigende Wirkung ausübt. Gott sagt uns das in Seinem Worte, und Sein Wort ist untrüglich. Er hat uns diese Hoffnung auch zu unserem Trost gegeben, und der Geist erhält sie lebendig in unseren Herzen. „Der Geist und die Braut sagen: Komm!"
Mit allerlei Mitteln kämpft der Unglaube gegen diese Wahrheit. Doch der HEcr sagt einmal zu den Sadduzäern, den Veruunftsgläubigen jener Tage: „Ihr irrt, indem ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes." Der Unglaube vergißt, daß Gott allmächtig ist; er kennt die Kraft Gottes nicht und will sie nicht kennen. Er will nicht glauben, daß Christus selbst als der auferstandene Mensch gen Himmel gefahren ist; daß Seine Jünger Ihn höher und hoher steigen sahen, bis eine Wolke Ihn vor ihren Blicken hinwegnahm. Er will es auch nicht annehmen, daß Stephanus Ihn später stehen sah zur Rechten Gottes, und daß Saulus durch den Anblick des verherrlichten Jesus zu Boden gestreckt wurde und drei Tage laug blind war.
Andere huldigen nicht gerade diesem nackten Unglauben, lassen aber ihre Vernunft reden, anstatt dem einfachen Worte Gottes zu glauben. Sie sagen: Es ist nickt wahrscheinlich, daß Christus wiederkommeu und Sein Volk von der Erde entrücken werde. Es bleibt alles so, wie es von Anfang an gewesen ist.
Doch die Sckrift bezeugt: „Durch den Glauben war Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis g habt, daß er Gott Wohlgefallen habe." sEbr. l l, 5.) Wir ersehen daraus, daß die Spötter und Verächter in Heuochs Zeiten nicht glauben wollten, daß „Gott ihn entrückt hatte". Aber nach- dem Gott lange mit ihnen Geduld gehabt und sie viele Jahre in großer Langmut getragen hatte, kam Sein Gericht über sie. „Die Flut kam und bracht? jj sie alle um."
Elias wurde ebenfalls entrückt, und er ivußte, || daß er weggenommen werden würde. Fünfzig Pro- phetensöhne sahen ihn trockenen Fußes den Jordan durchschreiten und mit ihm Elisa; und gleich darauf lesen wir: „Und es geschah, während sie gingen und redeten, siehe da, ein Wogen von Feuer und Rosse
von Feuer, welche sie beide trennten; und Elias fuhr auf im Sturmwinde gen Himmel." (2 Kön. 2, 11.) Elisa sah ihn hinauffahren. Aber die Menschen ! jener Tage wollten auck nicht glauben, daß er enl- rückt worden sei. Fünfzig rüstige Männer zogen drei Tage lang durch das Land, um ihn zu suchen. Zie meinten, vielleicht „habe der Geist Jehovahs ihn weggelragen und ihn auf einen der Berge oder in eines der Täler geworfen". (V. 16.) Der Gedanke war ihnen unfaßlich, daß Gott ihn wirklich entrückt haben könne. Sie konnten und wollten es nicht glauben; „und sie suchten drei Tage lang, aber sie fanden ihn nicht".
Suchen und nicht finden; hören und sehen und doch nicht glauben, das ist sehr traurig.
Wer sich aber vertrauensvoll an Gottes Wort hält, Sein Wort als wahr annimmt, wird nie zu- ; schänden und nie enttäuscht. O. D.
Ä.
Iriedensgedttnken Kottes.
(3er. 29, 11.)
„Denn Ich weiß wohl, was Ich für Gedanken über euch habe — Gedanken des Friedens." Gott ist Sich Seiner Gedanken bewußt. Er denkt. Besteht nicht die Welt aus zweierlei: Denker und Ge- danken? Gott sieht voraus. Er ist Sich Seiner Gedanken bewußt und auch Seiner Pläne. Er weiß wohl, wo alles hinaus will. „Der Mensch sieht, was vor Augen ist," Gott sieht weiter, „Gott sieht das Herz an."
Wenn wir das Ende einer Sache nicht sehen können, sollen wir die Sache ignorieren oder gar abstreiten? Nein! Die gegenwärtigen Verhältnisse mögen herb und die Trübsale schwer und die Aus- sichten auf Besserung ungünstig und schlecht sein. Man mag keine Absicht in den Leiden und Heimsuchungen erkennen. Die Wege mögen dunkel, der Plan unverständlich sein. So sahen es die falschen Propheten zu Jeremias Zeit an. Sie erkannten keine Friedensgedanken und Absichten Gottes in der langen Gefangenschaft. Sie weissagten desha b eine schnelle Wendung, eine Rückkehr der Leute nach zwei Jahren Sie predigten „Friede, Friede — und es war kein Friede". Und wie nun ihre Pläne scheiterten und ihre Hoffnungen zerflossen, da fingen sie an, wider Jeremia zu murren, ihm nachzustellen und ihn zu verfolgen. Jeremia aber hatte die Gedanken und Absichten Gottes besser erkannt als sie, er hatte gesagt, es werden siebzig Jahre vergehen müssen. Und ob die Zeit auch lange erscheint, Gott versichert ihm, daß Er Friedensgedanken und Heilsgedanken hegt. Er ist sich dieser Heilsgedanken be- mußt inmitten aller Unbill und Leiden, welche über sein Volk ergehen müssen.
O, ist die Zeit der Trübsal nicht oft nötig? Geht nicht aus dem Leide die Freude hervor?


