und im Westen (dom Ostpreußen und kleinen Grenzstreifen in, Westen abgesehen) jenseits der deutschen Grenzen blieb.
Wunderbar, Gott redet zu unserem ganzen Volke, und Er redet doch zugleich zu jedem Einzelnen, >vie dieser es nötig hat. Er redet zu den Eilten und zu den Jungen. Glückselig der Mensch, welcher aufrichtigen Herzens antwortet: „Rede, HErr, Dein Knecht hört!" v. B.
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Gnade.
„Gott war in Christo, die Welt mit Sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend." (2 Kor 5, 19.) Er läßt auf dem weiten Erdenrund die Botschaft der Gnade verkündigen: „Laßt euch versöhnen mit Gott! Den, der Sünde nicht kannte, hat Er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in Ihm." (2 Kor. 5, 21.) über dem friedelosen und hoffnungslosen Geschlecht der Sünder ging eine neue Sonne auf: „Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen."
Gnade ist eine himmlische Gabe. Sie reicht aus für jedes Bedürfnis, für jeden Schmerz, für jede Schuld. Die Gnade Gottes bringt das Heil für alle Menschen, für Kaiser und Könige, für Landstreicher und Bettler, für Greise und Sterbende, für Eltern und Kinder. Es ist kein Menschenleben so unglücklich, so verloren, so verdorben, daß nicht die Gnade Gottes cs noch heilen könnte und wollte. Diese Gnade Gottes ist erschienen nicht in einer geheim- nisvollen Lehre, die man mühsam erlernen müßte, nicht in Opfern, die man darbringen müßte, sondern in einer heiligem, wunderbaren Person, in Jesu, dem Sohne Gottes. Dieser rettende, gnadenreiche Heiland ist allen nahe, ist für jeden zu ffnden; Er liebt und sucht alle, Er versteht alle. Er, der die Menschen kennt bis auf den Grund ihrer Herzen, ruft in diese seufzende Sünderwelt hinein: „Kömmt her zu Mir alle, ihr Mühseligen und Beladenen, und Ich werde euch Ruhe geben." (Match. 11, 28.) „O, ihr Durstigen alle, kommt zu den Wassern; und die ihr kein Geld habt, kommt, kauft und eßt! Ja, kommt, kauft ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch! Warum wägt ihr Geld dar für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, >oas nicht sättigt? Hört doch auf Mich und eßt das Gute und eure Seele labe sich an, Fetten! Neigt euer Ohr und kommt zu Mir, hört und eure Seele >oird leben!" (Jes. 55, 1—3.)
Keine Religion dieser Welt hat jemals die Menschen zur freien Gnade gerufen; in keines Menschen Herz ivar der Gedanke gekommen, daß Gott vom Himmel her Sich neigen wollte, um Sünder zu begnadigen und zu versöhnen, ohne daß der Mensch dafür Opfer oder Kaufpreis zu zahlen hätte.
'Nun sind bald ziveitausend Jahre vergaugeu, seit Jesus auf Erden erschien, aber noch hat kein Mensch das Meer der Gnade Gottes audgemessen, und kein Menjchenwort hat darstellen können, welche Höhen und Tiefen der Barmherzigkeit und der rettenden Liebe da erschlossen wurden,' als der Sohn Gottes Sich selbst opferte auf dem Kreuz, um das Tor der Gnade aufzutun.
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Sünde' und Erlösung.
Die Sünde hat den Menschen von Gott getrennt und sein Herz mit tausend Ängsten erfüllt. Durch die Sünde ist Not und Tod in gar mannigfacher Gestalt in die Welt gekommen, auch der Krieg mit seinen Schrecken. Die Sünde hat ja nicht nur den Menschen zu einem Feinde Gottes gemacht, sondern auch zum Feinde seines Nächsten. Die Menschen hassen einander.
In diese Welt nun, voll Elend und Not, Furcht und Tod, ist Jesus Christus gekommen, der Sohn Gottes, von Gott herabgesandt als Heiland und Er- löser. Er ist es, den wir die Worte sagen hören: „Fürchte dich nicht, glaube nur!" Und es istwunder- bar, sobald das Herz des Menschen sich zu Ihm im Glauben wendet. Ihn als Heiland erkennt, wird es allgemach von aller Furcht befreit. Durch Ihn findet das verirrte Menschenkind den Weg zu Gott, wie Er selbst gesagt hat: „Ich bin der Weg, die Wahr- heit und das Leben; niemand kommt zum Bater denn durch Mich." Alles, was dem Herzen sonst Schrecken und Angst und Furcht einflößt, wird durch den Glauben an Ihn überwunden oder seiner Schrecklichkeit und Furchtbarkeit entkleidet.
Denken wir zunächst an die Sünden oder Schuld des Menschen, von der einer unserer ersten Dichter mit Recht sagt, daß sie „der Übel größtes" sei. Die Heilige Schrift sagt uns:
„Christus ist gestorben für unsere Sünden."
(1 Kor 15, 3.)
Und „Ihm geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an Ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt in Seinem Namen." (Apg. 10, 43.) Hat sich aber ein Herz in aufrichtiger Buße mit dem Bekenntnis seiner Schuld zu Gott gewandt und im lebendigen Glauben an das kostbare Blut Jesu Christi Ber- gebung und Frieden gefunden, so ist damit auch als- bald alle Furcht vor dem Tode aus dem Herzen verbannt. Denn wir lesen in Gottes Wort: „Der Stachel des Todes ist die Sünde." (1 Kor. 15, 56.) Ist die Schuld also vergeben, was Gott dem Gläubigen durch Sein Wort klar bezeugt, so hat der Tod für ihn keinen Stachel mehr, keine Bitterkeit. Der Gläubige weiß, daß Jesus Christus das Gericht ! für ihn am Kreuze völlig getragen und erduldet hat. Ihm gilt das klare Zeugnis Gottes:


