Ausgabe 
13.6.1915
 
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Die Gnade ist erschienen, und die Herrlichkeit wird einmal erscheinen, und wie die Gnade Errettung und Heil gebracht hat, wird die Erscheinung des Herrn ewige, ungestörte Glückseligkeit im Anschauen des Herrn der Herrlichkeit bringen für die erlösten Kinder Gottes. Kannst du, teurer Leser, dich auch zu denen zählen, die die Gnade Gottes kennen?

O. D.

Unteroffizier Zj.

Unteroffizier B. war vor seiner Militärzeit ein äußerlich frommer Jüngling. Aber ihm fehlte die Hauptsache, nämlich: die neue Geburt, d. h. eine aufrichtige Bekehrung zu Gott, ohne welche niemand ms Reich Gottes eingehen kann. Sagt doch auch v^esus:Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wenn je­mand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." (Joh. 3, 5) Leider geht ^kilm Leuten so, denen dieses eine unbekannte Sache ist, die eine solche Bekehrung, eine Wieder­geburt, nicht erlebt haben.

Unser Unteroffizier B. durfte jedoch etwas er- leben, was ihm kein Mensch geben konnte, es war ein Geschenk Gottes. Er durste vom Tode zum Leben durchgehen und erfahren, wie alles neu in seinem Leben ivurde, daß das Alte vergangen war. (2 Slot. 5, 17.) Es war das Leben aus Gott, ihm aus freier Gnade geschenkt. Dieses ereignete sich im >;ahre 1907, wo er an christlichen Versammlungen, welche in G. an den Osterfeiertagen stattfanden, mit zwei Freunden aus K. ebenfalls teilnahm. Hier in diesen Versammlungen erwies sich das Wort Gottes al» eine Kraft, selig zu machen alle, die daran glauben jRöm. 1, 16.) Er lernte sich erkennen als eine» verlorenen Sünder, welcher, fern von Gott die göttlichen Gebote übertrat. Er erkannte, daß er bisher ^ unter dem Zorne Gottes gestanden hatte, (jot). 3, 36.) Am zweiten Feiertage blieb er nach der Abendversammlung zu einer Aussprache zurück, >vo er seine Sünden dem HErrn bekannte und sich vor ^hm beugte. Er durste alsdann auch erfahren was uns Gottes Wort in 1 Joh. 1, 9 sagt:So mit unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, daß Er unsere Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit"; oder was Jesus zu der großen Sünderin sagte:Dir sind deine Lunden vergeben! Dein Glaube hat dich gerettet! Gehe hin in Frieden!" Mit diesem Frieden konnte auch unser Freund zurück nach K. gehen als ein be­gnadigtes Kind Gottes. Bei ihm war es nun zur Gewißheit geworden, daß er Jesu angehöre, erkauft durch das teure Blut des Sohnes Gottes. Er durfte ausrusen:Jesus ist mein, und ich bin Sein!"

In K. fand B. alsbald Anschluß an ernstge- sinnre Christen Er mußte jedoch anfänglich durch liefe Wege unk schwere Anfechtungen gehen, die nur

dazu beitrugen, daß sein inneres Leben gestärkt und befestigt wurde. Satan, der Verführer, Lügner und Mörder, flüsterte ihm zu, daß alles nur auf Ein­bildungen beruhe, was er erfahren habe, er sei kein Kind Gottes. Weiter ivollte ihn Satan immer da­mit^ beunruhigen, daß er ihm die Echtheit seiner Buße in Zweifel stellle, daß er ein größeres Gefühl , der Sünde hätte haben müssen.

B. durfte erfahren, daß ihm Satan wohl eine Zeitlang nachstellen, aber ihn nicht umbringen konnte. Durch fleißiges Lesen im Worte Gottes wurde sein Glaubensleben immer mehr befestigt. Welch ein köstliches Ding ist es doch, wenn ein Herz fest wird! J (Ebr. 13, 9.)

Es war der aufrichtige Wunsch seines Herzens, j den Weg der Wahrheit zu wandeln, ein ganzes Leben für Jesum zu leben. Alle, welche mit ihm Umgang Pflegten, mußten ihm das Zeugnis aus- stellen, daß er das Christentum im praktischen Leben darstellte.

Um diese Zeit mußte er des Königs Rock an- ziehen; er wurde dem Infanterieregiment Nr. 169 in L. zugeteilt. Dort gab es viel an Spott und Hohn zu ertragen. Es ging durch tiefe Prüfungen hindurch, wo sein Christentum erst recht sich be- währte. Seinen Dienst tat er zur vollsten Zufrieden- heit seiner Vorgesetzten, was auch schon daraus her- vorgeht, daß er nach zweijähriger Dienstzeit als Unteroffizier entlassen wurde. Während seiner Militär- zeit in L. versäumte er jedoch auch nicht, in seinen freien Stunden Gemeinschaft mit gläubigen Brüdern zu pflegen, um sich Kraft und Stärke für sein geist- i liches Leben zu holen.

Nach Beendigung seiner Dienstzeit kehrte er nach K. zurück. Er suchte in Gemeinschaft mit Kindern Gottes die Tage seines Lebens nützlich aus­zukaufen. Völlig und rückhaltslos übergab er sein Leben Gott. Was er bekannte zu sei», das lebte er auch aus, er war ein ganzer Christ. Er lebte das Leben Jesu, indem er auch andere zum Heiland führte, überhaupt sich fleißig am Werke Gottes be- teiligte.

Da brach plötzlich der große Krieg über unser Land herein. B. mußte auch sofort einrücken. Er kam als Unteroffizier zum Grenadierregiment Nr. 110 in M. Bevor er von dort ins Feld zog, schrieb : er^a» seinen Freund W. in K. Der Brief lautete:

Ich habe mein Leben ganz in die Hand meines l Herrn gelegt. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Wir werden uns gewiß Wieder­sehen, entweder hier oder droben beim HErrn in der Herrlichkeit. Was wird das sein? Ich kann es nicht fassen! Wie wunderbar hat mich der HErr errettet und erlöst! Bitte, betet für mich und unsere ganze Armee!"

Ja, wenn alle unsere Soldaten mit solcher Gesinnung in den Krieg gezogen ivären, dann hätte Gott noch Größeres tun können. Doch wie viele