Aber Jesus, der selbst die Wahrheit ist, ist ge- kommen, um die Menschen aus Sündendienst und Teufelsherrschaft zu erlösen. Und ^ wenn diese Befreiung dem Sünder selbst so schwer erscheinen mag wie die Einnahme des Gibraltarfelsens, so ist sie doch für jeden vom Satan geknechteten Menschen möglich. Jesus hat den Sieg und die Rettung er- worben. So heiß und schwer der Kampf auch war, so teuer auch der Sieg erstritten worden ist, nun ist Rettung da und Heil für jedermann: eine freie, völlige und ewige Errettung, die auch alsbald im Glauben ergriffen werden kann. Wer nun dem gewaltigen Machthaber, dem grausamen Tyrannen, dem alle Menschen im unbekehrtem Zustande dienen müssen, entrinnen will, der eile zu Jesu, dem Sohne Gottes. „Wer den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden!" (Röm. 10, 13.)
Tausende und Zehntausende, ja, Unzählige hat der Sohn Gottes sreigemacht aus der Sklaverei Satans, hat sie eingeführt durch den Glauben an Seinen kostbaren Namen in die glückselige Freiheit der Kinder Gottes.
Tausende mögen scherzen und spotten über jeden Glauben an Satan und Satans Macht. Aber ihr Spott befreit sie nicht von ihrem Treiber und Dränger; nur sind sie seine blinden Sklaven und müssen auch in Ewigkeit bei ihrem finsteren Gebieter sein, wenn sie nicht der Einladung des großen Siegers von Golgatha folgen und zu Ihm kommen. — Laß dich denn nicht von Satan betören, noch bewegen, deine Bekehrung aufzuschieben. Eile noch heute zu Jesu! Schaue, Hilfe und Rettung suchend, auf Jesum, den großen Befreier. Rufe Ihn an von Herzensgrund; ergib dich Ihm, so bist du erlöst und Jesu teures Eigentum, das Er mit allmächtigen Händen ergreift und schützt. O. D.
Bedenken.
„Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, aus das wir klug werden!" Ps. 90,12.
Manchem mag es scheinen, daß ein solches Wort für diese trostbedürftige Zeit nicht passe: aber ent- hält's nicht eine herrliche Verheißung? Verspricht Gott nicht, uns klug zu machen? Und was könnten wir mehr wünschen, als ein Volk zu sein, welchem von Gott Klugheit geschenkt wäre zum Leben, zum Arbeiten und zum seligen Heimgang?
Gerade weil der HErr ein solches Volk sucht und haben möchte, hält Er den Völkern, und nicht zum wenigsten auch unserem deutschen Volk, eine so ernste Lektion. Er lehrt uns bedenken, daß wir sterben müssen.
Wie ängstlich meidet der natürliche Mensch die Begegnung mit dem Tod! Wiewenig geneigt ist er, an den Tod zu denken! Jetzt hat Gott Hunderttausende, ja, Millionen aus unserem Volk in eine
Lage gebracht, in welcher sie täglich dem Tod ins Auge schauen müssen und ernstlich und gewaltig an den Tod erinnert werden. Und zwar gilt dies nicht nur unseren lieben Kriegern, sondern auch denen, die daheim geblieben sind. Nie sind wir soviel ans Sterben erinnert worden als in dieser Zeit.
Gottlob! die Früchte dieser ernsten Lektüre sind auch nicht ausgeblieben. Vielfach wird es bezeugt, daß Menschen, welche sich kaum noch um Gott gekümmert hatten, ja, vielleicht Gottesleugner gewesen sind, wieder anfangen zu beten, wieder anfangs, Gott zu fürchten und damit die ersten Schritte zur himmlischen Weisheit zu tun! Wie hat Gott uns gewaltige Predigten halten lassen von der Vergänglichkeit alles dessen, was vor Menschenaugen groß und herrlich ist! Wie sank die Pracht und der Reichtum mancher Städte in den Staub! Und auch vor Altehrwürdigem machte die heilige Unterweisung Gottes nicht halt. Die Menschheit muß die Wertlosigkeit dessen erkennen, was sie bis dahin so hoch achtete, damit sie wieder lernt, ihren Halt und ihre Zuflucht woanders zu suchen als in dem Vergänglichen. Wie ist angesichts des Todes die Albernheit und Hohlheit des modernen Gesellschaftslebens, des Genußlebens, der Mode und vieler anderer Dinge ins Licht gestellt worden!
Das alte Gebet Mosis aus dem 90. Psalm hat angefangen in Erfüllung zu gehen: Gott lehrt die Menschen bedenken, daß sie sterben müssen; und manche fangen wieder an, klug zu werden. Möchten doch viele ihren Weg finden ans Vaterherz, denn zwar ist es bei vielen wohl zu einem Gottsuchen gekommen, aber zu einem wirklichen Suchen nach Frieden mit Gott durch Jesu Mittlerschaft ist es noch nicht gekommen. Immerhin bleibt es der Weg, um zur wahren Lebensklugheit durchzudringen, daß wir das „Bedenken, daß wir sterben müssen", recht gründlich lernen. Fängt nicht das göttliche Leben damit an, daß man sich einmal vor den Ernst der Ewigkeit gestellt sieht und die verzweifelte Lage seines Innern in dem unbestechlichen Licht des himmlischen Heiligtums erkennt, und muß man nicht seiner eigenen Gerechtigkeit und seinem eigenen Können absterben, um Gottes Gerechtigkeit und Gottes Kraft anziehen zu können? Darum: Möchte doch jenes Gebet Mosis, des Mannes Gottes: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen!" eine dauernde Stätte in unserem Herzen finden; so bleiben wir auf dem Wege, klug zu werden.
L
Mergier und Khambon.
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurden einige Gegenden Südfrankreichs stark beunruhigt durch verwegene Raubanfälle und gräßliche Mordtaten, welche daselbst verübt worden waren. Endlich, im Jahre 1552, gelang es, einen gewissen Johann Peter


