Ausgabe 
25.4.1915
 
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Aufwärts!

Gcineinscbaflsblaü für Hessen.

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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Verlag der Buchhandlung der Pilgermission Gießen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. m. b. H., Cassel.

Nr. 17.

Sonntag, den 25. April 1915.

8. Jahrg.

Befreiung.

Eines der denkwürdigsten Denkmäler im deutschen Lande steht hoch auf einem Berge in der Nähe von Detmold. Es ist das Her­mannsdenkmal im Teutoburgerwalde, welches unser Bild zeigt.

Es war zur Zeit des ersten römischen Kaisers Augustus, unter dessen Regierung zu Bethlehem unser Herr und Heiland geboren wurde. Unser Land war damals gleichsam ein großer Wald, in welchem außer Hirschen und Rehen auch Wölfe, Bären und Auerochsen hausten. Städte,

Eisenbahnen und Automobile kannte man nicht. Der Kaiser Augustus wollte auch das Land der Ger­manen unter seine Herrschaft bringen und drang mir seinen Heeren bis zur Elbe vor.

Nach dem Tode seines Heerführers Drusus übernahm TiberiusdenOber- befehl und unter­warf das Land zwischen Rhein und Weser. Er behan­delte die Unter­worfenen milde und ließ mehrere Söhne von ger­manischen Häupt­lingen in Rom er­ziehen. Unter diesen befand sich auch der junge Hermann. In Rom lernte Hermann auch die Laster

und Sünden kennen, von denen er sich aber mit Abscheu abwandte. Jetzt faßte Hermann den En schluß, alles aufzubieten, um sein Vaterland von den Bedrückern zu befreien. Durch seine begeisterten Reden wurden die übrigen Fürsten ermutigt, und so kam es zu dem Aufstand der Germanen, der schließlich zu der gewaltigen Schlacht im Teutoburger- ivalde führte, in welcher 40000 Mann feind­licher Truppen vernichtet wurden.

Aber Hermann wollte ganzen Sieg über die Feinde, und so fuhr er fort und zerstörte alle römischen Festungen zwischen dem Rhein und der Weser. So befreite er sein Land von den feindlichen Unterjochern.

Doch alle früheren Kriege waren klein, die Heere, die sich gegenüberstanden, gering an Zahl im Vergleich mit unserem jetzigen gewaltigen

Krieg.

Die völlige Niederwerfung und Zerteilung unseres Vater­landes ist der Plan, den Eng­land, Frankreich und Rußland ge- schmiedetundunbe- dingt durchführen wollen.

Grausam und schrecklich sind unsere jetzigen Feinde Doch Satan, der Fürst der Finsternis, ist viel grausamer, er will die Menschen dahinführen in das ewige Verderben. Die großen Massen unseres Volkes ziehen als seine Gefangenen