Augenblick gedacht und ihre Lampen mit Öl gefüllt. Die anderen hatten gebacht: es kann vielleicht länger währen, und hatten sich Öl mitgenommen, um nach- füllen zu können.
Es kam, wie sie gedacht hatten. Es dauerte lange, so lange, daß sie alle einschliefen. Da plötzlich, um Mitternacht, gab's ein Geschrei: „Siehe, der Bräutigam kommt!"
Die Lampen waren herabgebrannt, sie drohten zu erlöschen. Da füllten die klugen Jungfrauen ihre Lampen neu, und sie brannten wieder hell und klar in der dunkeln Nacht.
Aber die anderen Jungfrauen, die so töricht gewesen waren, keinen Vorrat mitzunehmen, kamen in Verlegenheit. Ihre Lampen erloschen. Ihre Dochte glühten und glimmten nur noch, aber sie brannten und leuchteten nicht mehr. Da wandten sie sich an die anderen: „Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen!"
Sie baten umsonst. Sie bekamen die Antwort: „Nicht also, auf daß nicht uns und euch ge- breche I"
Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als zu den Krämern zu laufen, sie herauszuklopfen in der mitternächtlichen Stunde und neues Öl zu kaufen.
Aber als sie wiederkamen, da war der Bräuti- gam gekommen und mit den anderen zur Hochzeit gegangen. Nun war die Tür verschlossen. . Wie sie auch riefen und baten — sie wurden nicht eingelassen. Sie standen draußen in Nacht und Finsternis.
Kein Öl!
O, wie folgenschwer ist das, wenn man kein Ol hat!
Hast du Öl, genug Öl für deine Lampe, liebe Seele? Brennt deine Lampe hell und klar in der Dunkelheit dieser Zeit?
Ach, wieviel Lampen verlöschen I Anstatt bren- nender und scheinender Lampen — soviel glimmende und qualmende Dochtei
Das Ol ist in der Bibel oft ein Bild des Heiligen Geistes. Die klugen Jungfrauen, das sind Leute, die für immer neue Zuflüsse des Geistes sorgen, die unter fortwährendem Zufluß des Geistes Gottes stehen, unter Seiner Zucht und Leitung. Die törichten Jungfrauen haben auch einmal etwas erlebt, haben auch einmal religiöse Erfahrungen gemacht. Aber — sie sind nicht unter den Zuflüssen des Hei- ligen Geistes geblieben. Das Ol ist herabgebrannt. Nun erlischt ihre Lampe.
Glimmende Dochte statt brennender Lampen, wie traurig ist das!
Wehe, wenn unsere Lampen verlöschen — und der Bräutigam kommt!
Wehe, wenn wir draußen stehen müßten und hörten: „Ich kenne euch nicht!"
O laßt uns flehen um neues Öl für unsere Lampen!
Fünf waren töricht, fünf waren klug! Nicht wahr, wir wollen doch nicht zu den fünf törichten Jungfrauen gehören? Nun denn, so wollen wir unsere Lampen darbringen, daß sie neugefüllt werden mit dem Öl des Heiligen Geistes, wollen unter den for,währenden Zuflüssen des Heiligen Geistes stehen und bleiben, damit es nicht einmal heißen müsse:
Kein Ol I Kein Öl I , E. M.
K
Wie kann ich es wissen?
Wie kann ich es wissen, daß Gott mir meine Sünden vergeben hat? Muß ich warten, bis ich es fühle, daß sie mir vergeben sind, ehe ich Trost darüber haben kann? Oder muß ich warten, bis es mir gewesen ist, als ob ein Stein von meinem Herzen gewälzt würde; oder bis es mir ist, als hörte ich gleichsam eine Stimme vom Himmel mir zurufen: Gehe hin in Frieden, deine Sünden sind dir ver- geben ?
Diese Frage kann nur allein durch das Wort Gottes beantwortet werden. Wir haben nicht zu warten, bis wir es fühlen, daß uns unsere Sünden vergeben sind. Der Schreiber ist nun schon seit mehr als sechsundfünfzig Jahren ein Gläubiger, und seit mehr als dreiundfünfzig Jahren hat er sich ununter- brochen der Vergebung seiner Sünden erfreut und hat nie^einen einzigen Augenblick an der Vergebung seiner Sünden zweifeln dürfen; und doch erinnert er sich kaum der Zeit, da er es gefühlt hätte, daß ihm seine Sünden vergeben sind. Daß wir es wissen, daß uns die Sünden vergeben sind, und daß wir es fühlen, sind zwei verschiedene Dinge. — Die rechte Weise, zur Erkenntnis der Vergebung unserer Sünden zu gelangen, ist, daß wir es durch das Wort Gottes allein auszumachen suchen. Apg. 10, 43 heißt es von dem HErrn Jesu: „Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch Seinen Namen alle, die an Ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen." Alle Propheten, die unter der unmittelbaren Eingebung des Heiligen Geistes sprachen, legten das Zeugnis ab, daß durch den Gehorsam und die Leiden des HErrn Jesu, wodurch Er unser Heiland oder Erretter wurde, alle, die an Ihn glauben, auf Ihn vertrauen, was ihre Seligkeit betrifft, die sollen Vergebung ihrer Sünden empfangen. Die Fragen, die wir deshalb an uns selbst zu richten haben, sind diese: Wandle ich dahin in Sorglosigkeit über meine Seele? Vertraue ich auf meine eigenen Kräfte, um selig zu werden? Vertraue ich darauf, daß ich in der Folge ein besseres Leben führen will? Oder vertraue ich vielmehr darauf, daß Jesus von Nazareth am Kreuze starb, um Sünder selig zu machen, und daß Er das Gesetz


