unumstößliche Wahrheit bleibt das Wort: „Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm." (Joh. 3, 36.)
Mag solche Botschaft auch hart klingen, so darf sie doch gerade in jetziger Zeit, in welcher der Krieg so ungeheuer viele Opfer an blühenden Menschenleben fordert, nicht verschwiegen werden, damit vielen noch geholfen werde, den rechten Heimatweg nach oben zu finden, falls sie zu denen gehören sollten, die der mordende Krieg mit grausigen Armen umschlingt und nicht wieder zurückkehren läßt. Viele haben ja auch wieder zu beten begonnen und haben ihr Herz aufgetan dem ernsten Mahnen Gottes, das in diesem Kriege für unser ganzes Volk gilt: „Schicke dich und begegne deinem Gottl" Es wird vieler solcher Begegnungen geben, und Gott wird Sich finden lassen, auch wenn es im dichtesten Kugelregen wäre. „Barmherzig und gnädig ist der Herr . . .", „. . . bei Ihm ist viel Vergebung."
Denen aber, die noch leben und vom Tode um- droht kämpfen für den endgültigen Sieg, sollen diese Worte, wenn sie ihnen zu Gesicht kommen, helfen zur rechten Todesbereitschaft. Dieses Bereitsein besteht in der Erkenntnis unserer Sünde und unseres verlorenen Zustandes und im Glauben und An- nehmen dessen, was Gott getan hat zu unserer Rettung aus dem ewigen Verderben, wie geschrieben steht: „Denn Er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt." (2 Kor. 5, 21.) Wohl dem aber, der in der Wahrheit jubeln und sagen kann:
Ich bin bereit, ob heut', ob morgen Der Tod mir kürzt die Lebenszeit:
Im Glauben bin ich fest geborgen In meinem Gott, ich bin bereit 1 G. H.
Gottes Gedanken.
„Denn Ich weiß ja die Gedanken, die Ich über euch habe . .. Gedanken des Friedens und nicht zum Unglück, um euch guten Ausgang und Hoffnung zu gewähren." Jer. 29, 11.
Gott erklärt uns in Seinem Worte, daß Er Gedanken des Friedens über uns hegt und nicht des Leides, Gedanken zum Heil und nicht zum Unglück. An dieser Seiner gnadenvollen Absicht ändert auch ein furchtbarer Krieg nichts. Was immer Satan in dieser Welt an Unheil, Krieg und Blutvergießen anrichten mag, Gott hält an Seinen gesegneten Ratschlüssen fest: Er hat Gedanken des Friedens über uns und nicht des Leides und des Unglücks, um uns einen „guten Ausgang und Hoffnung zu gewähren". Das Kreuz Seines Sohnes auf Golgatha bezeugt
auch jetzt noch der blutenden Menschheit, daß Gottes Herz über dem Elend der Menschenkinder gebrochen ist. Und Sein herrliches Evangelium ruft uns auch heute noch zu: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Wenn auch diese wunderbare Wahrheit, diese frohe Kunde unter dem Kanonendonner so vieler Schlachtfelder und Völker zu verhallen scheint, immer wieder öffnen sich die Ohren und die Herzen einzelner teurer, unsterblicher Seelen für diese kostbare Botschaft von Gottes Gnade, „die heilbringend erschienen ist allen Menschen". Gerade auf den Schlachtfeldern wenden sich immer wieder Kämpfer, wie auch in den Lazaretten gar manche Verwundete und gewiß auch in der Gefangenschaft so mancher „Vermißte" hin zu Jesu Christo, dem Sohne Gottes, dem Heilande der Welt. Wie gut, daß geschrieben steht und zwar dreimal im Worte Gottes: „Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der wird errettet werden!" (3oel2,32; Apg. 2, 21; Röm. 10, 13.) Wie kostbar auch, daß der Erlöser selber ruft: „Kommt her zu Mir alle, ihr Mühseligen und Beladenen! Ich will euch Ruhe geben." (Matth. 11, 28.) Und wie gesegnet, daß Er weiter sagt: „Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen." (Joh. 6, 37.)
Aber nicht nur die Streiter im Felde und die Verwundeten und Gefangenen draußen, nein, auch die teuren Angehörigen zu Hause, die in Liebe und Treue der Ihrigen im Felde gedenken, die über den Verlust des Heimgegangenen Gatten oder Sohnes oder Bruders oder Vaters klagen, und auch alle die, die keine persönlichen Verluste zu bedauern haben, die sich aber unter Gottes allmächtige Hand beugen, auch sie sollen sich fern und nah mit ihrer Not und Schuld zu Jesu Christo wenden. Hier nur erfahren sie durch den Glauben, daß Gott in der Tat Ge- danken des Friedens und nicht des Leides über uns hat, Gedanken des Heils und nicht des Unglücks. Bei Jesu Christo findet die bekümmerte Seele, die durch den Ernst der Zeit oder durch Trauer und Herzeleid aufgeweckt wurde aus ihrer früheren Gleich, gültigkeit, Vergebung ihrer Sünden und Frieden mit Gott.
„Ich habe meinen Arm verloren, aber Gott habe ich gefunden." So schrieb neulich ein Soldat nach Hause. Hat er nicht unendlich viel mehr gefunden, als er verloren hat? Ja, und so wird es immer sein. Wenn Gott dir mit der linken Hand etwas nimmt, so will Er dir mit der rechten Hand etwas Größeres dafür geben. Was Er nimmt, ist irdisch, zeitlich; was Er geben will, ist geistlich und ewig. Ach, daß dies von allen Menschenkindern verstanden würde, auch in diesem furchtbaren Kriege, wo so manches innige Band zerrissen und so manches irdische Glück zerstört wird! Ach, daß jeder, der an Leib oder Seele verwundet worden, mit seinem


