Hat aber dieser Kaufmann nicht eine furchtbar traurige Wahrheit ausgesprochen? Ist das nicht die schwere Schuld, die auf unserem Volke lastet, daß so viele Gottes Wort über Bord geworfen haben?
Nun aber hat Gott, der unser Volk noch lieb hat, Seine Stimme aufs neue erhoben, um zu ihm zu reden. Ein Krieg, so schrecklich, wie ihn die Weltgeschichte nicht kennt, ist ausgebrochen. Schon sechs Monate währt das furchtbare Ringen. Tausende blühender Menschenleben sind vernichtet, hundert- tausende Soldaten sind verwundet und teils Krüppel geworden. Viele Herzen bluten ob all dem Elend und der Not. Wie viele Tränen sind schon geflossen bei der Nachricht vom Tode des Gatten und Vaters, des Bräutigams, des Sohnes und Bruders I
Aber nicht nur Deutschland, sondern fast die ganze Welt ist in diesen Kiieg verwickelt und leidet unter seinen Folgen. Das Schwert ist aus der Scheide gefahren. Im Gefolge ist Teurung und Krankheit, und der Tod hält eine grausige Ernte. Gott ruft den Völkern zu: „Alles Fleisch ist Heu und alle seine Güte wie die Blume auf dem Feloe. Das Heu verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Geist bläst darein. Ja, das Volk ist das Heu." (Jes. 40, 6. 7.)
Es ist der Ruf Gottes zur Buße und Umkehr von dem betretenen Wege und zwar zu Christo, dem Sohne Gottes, dem Heiland und Retter der Sünder. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Ihn. (Joh. 14,6.)
Der Ruf Gottes zur Buße wendet sich vor- nehmlich an die einzelnen Seelen im besonderen. Es gilt jetzt auf die Stimme Gottes zu hören und das Herz nicht zu verstocken. Wer du auch sein magst, lieber Leser, wie du auch dein Leben bisher verlebt hast, wenn du noch nicht gerettet, noch nicht gewaschen durch Jesu Blut von deinen Sünden, dann ruft dich der heilige und gerechte Gott jetzt zur Buße und Umkehr. Du mußt dich entscheiden für oder wider den HErrn, der dich mit Seinem Blut erkauft hat. Bedenke, daß von dieser Entscheidung für dich Himmel und Hölle, Leben und Tod abhängt Denke dir, du müßtest heute sterben und gehst, ohne errettet zu sein, ohne durch Jesu Blut gewaschen, in die Ewigkeit. Was wartet deiner dann in der Ewigkeit? Wie willst du dann bestehen vor einem heiligen Gott, der Augen hat wie Feuerflammen? So wahr die Bibel Gottes Wort ist, so wahr und wahrhaftig Jesus für dich gelitten, den letzten Tropfen Seines Herzbluts für dich vergossen, bist du ewig verloren. Der Rauch deiner Qual wird aufsteigen von Ewig- keit zu Ewigkeit. Du magst gelacht und gespottet haben, wenn dir jemand früher diese Wahrheit gesagt hat, du magst dein Herz verhärtet haben, wenn die Stimme des Wortes und Geistes an dein Herz drang. Jetzt redet Gott durch den Krieg, durch den Donner der Kanonen, durch Leiden und Trübsal zu dir und ruft dir zu: Tue Buße und bekehre dich, daß deine
Sünden vertilgt werden. Bitte, verstocke jetzt dem Herz nicht! Es könnte der letzte Gnadenruf Gottes an dich sein, dann ist's zu spät, ewig zu spät. Darum eile und errette deine Seele; stehe nicht still, siehe nicht hinter dich! G. K.
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Jericho.
„Jericho aber war verschlossen und verwahrt vor den Kindern Israels, daß niemand aus- und einkommen konnte. Aber der Herr sprach zu Josua: Siehe da, Ich habe Jericho samt ihrem König und Kriegsleuten in deine Hand gegeben. Laß alle Kriegs- Männer um die Stadt hergehen einmal, und tue sechs Tage also. Am siebenten Tage aber laß die Priester sieben Posaunen des Halljahrs nehmen vor der Lade her, und geht des siebenten Tages siebenmal um die Stadt, und laß die Priester die Posaunen blasen. Und wenn man des Halljahrs Horn bläst, so soll das ganze Volk ein großes Feldgeschrci machen, so werden der Stadt Mauern Umfallen, und das Volk soll hineinsteigen, ein jeder stracks vor sich.
Also ging die Lade des HErrn rings um die Stadt einmal und kamen in das Lager und blieben darinnen. Des anderen Tages gingen sie auch einmal um die Stadt und kamen wieder ins Lager. Also taten sie sechs Tage. Am siebenten Tage aber, da die Morgenröte aufging, machten sie sich früh auf und gingen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt, also daß sie dcsselbigen Tages siebenmal um die Stadt kamen.
Und am siebenten Male, da die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk: Macht ein Feldgeschrei, denn der Herr hat die Stadt in eure Hand gegeben! Da machte das Volk ein Feldgeschrei und bliesen die Posaunen. Und die Mauern fielen um, und das Volk stieg in die Stadt, ein jeglicher stracks vor sich. Also geivannen sie die Stadt "
Nicht der Kraft und Gewandtheit ihres Heeres, das bei vierzigtausend zählte, nicht der List und Klug- heit ihres großen Führers Josua verdankten die Israeliten ihren Sieg über die feste Stadt Jericho, sondern ihrem Gehorsam gegen Gott.
Sie hatten zwei wichtige Dinge gelernt, seit sie das erstemal versucht hatten, das Land Kanaan zu erobern. Sie hatten erfahren, daß sie in ihrer eigenen Kraft und ohne Gott nichts ausrichten können, aber auch, daß ihr Gott stark genug ist, ihnen zu helfen in allen Lagen. So verloren sie auch vor Jericho, das so fest „verschlossen war, daß niemand aus- oder einkommen konnte", den Mut nicht.
Sie pochten aber auch nicht auf ihre Kriegsmacht, sondern taten gerade das, was Gott ihnen befohlen hatte. Sit fürchteten nicht den Hohn und Spott der Bewohner Jerichos, brachten es aber auch fertig, ohne zu prahlen, ja, „ohne ein Wort aus ihrem Munde gehen zu lassen", diese Umzüge zu


