von Menschen durch einen jähen Tod hinweggcrafft hat. Wer sollte nicht Gottes erhabene Hand in dieser Zeit gesehen haben? Aber ist Gottes Hand erkannt, und sind Seine Absichten verstanden worden?
Gott wartet darauf, daß die von Ihm abgefallenen Menschen zu Ihm umkehren, daß sie Buße tun zu ihrem Heil und Leben. Ja, Gott hat die Menschen gewarnt, in dem letzten halben Jahre mit gewaltigem Ernst, und ist ihnen entgegengetreten, ob sie möchten ihre bösen Wege verlassen und in Neue und Schmerz zu Ihm umkehren. Er niöchte jeden Menschen vom Wege der Sünde retten und ihn in Seine Nähe und Gemeinschaft führen. Bei Ihm ist Licht und Heil, Leben und Seligkeit
Aber wie taub ist des Menschen Ohr, wenn Gott ihn zu sich rufen will, wenn Er anklopft und Einlaß begehrt! Wie wahr spricht Gottes Wort von den Menschen: „Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder"!
Wie schrecklich verhärtet sich auch die Mehrzahl der Menschen aller Langmut Gottes gegenüber! Als Noah 120 Jahre lang an seiner Arche arbeitete und das Gericht Gottes verkündigte, da waren es nur acht Seelen, die in die Arche gingen, um dem Strafgericht Gottes zu entrinnen. Und als Gott in Seiner wunderbaren Gnade und Liebe Seinen eingeborenen Sohn in die Welt sandte, nicht, um die Welt zu richten, sondern zu erlösen, da fand die Stimme der Gnade und Wahrheit wenig Gehör, da Er doch segnend und helfend durchs Land schritt. Wenige folgten Ihm, viele schrien: „Kreuzige, kreuzige Ihn!"
Aber Gott hat Seinen Sohn auferweckt und Ihn zu Seiner Rechten erhöht. Jetzt bietet Er durch Ihn noch allen Menschen freie Gnade, Vergebung und Frieden, ewiges Heil an. Durch viele Nachrichten, die uns vom Schlachtfelde zugegangen sind, haben wir die Überzeugung, daß viele unserer teuren Krieger ihre Sünden erkannt haben, ihr gebetsloses Leben aufgaben und Frieden mit Gott suchten und fanden unter dem Kreuze ihres Heilandes. Aber Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und daß alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Diese kostbare Gnadenzeit, in der wir noch heute leben, geht sichtlich rasch dem Ende zu. Tie Zeit der Endgerichte naht, und schon werfen sie ihre Schatten voraus, wie das die Ereignisse unserer Zeit zeigen. Auch die nächste Zeit wird ohne Frage ernste Dinge und Tage bringen, wer weiß, vielleicht ernster noch als die verflossene Zeit.
Ernsteres aber könnte niemand begegnen als dies, daß er, ohne die heilbringende Gnade Gottes ergriffen zu haben, aus dem Leben schiede oder auf Erden zurückgelassen würde, wann die Gnadenzeit hier ihr Ende findet, wenn der HErr die Seinigen nach oben nehmen und die Gnaden
pforte schließen wird. Es beginnt alsdann die Zeit der End- und Weltgerichte, in der die Menschen vergeblich bitten werden: „HErr,
HErr, tue uns auf!" Sie iverden dann zu den Bergen rufen: „Fallt auf uns und bedeckt uns vor dem Angesicht Dessen, der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorne des Lammes; denn gekommen ist der große Tag Seines Zornes, und wer vermag zu bestehen?" (Offb. 6, 16. 17.)
Wie mancher, der heute, am Tage des Heils, nicht um Rettung zu Gott ruft, wird dann am Tage der Gerichte vergeblich um Schutz zu den Bergen und Felsen rufen; und über alle, die jetzt Gottes Gnade verschmähen, wird in Ewigkeit die Gerechtigkeit Gottes kommen, und es wird der Zorn Gottes auf ihnen bleiben im Gericht. (Joh. 3, 36.)
Mein teurer Leser, ist deine Seele errettet? Bist du begnadigt, versöhnt mit Gott? Bist du bereit, Gott zu begegnen? —
Siehe zu, daß du Gottes Gnade nicht verschmähst, schiebe deine Rettung nicht um einen Tag mehr hinaus, denn du weißt nicht, was der morgende Tag bringt. Von Gottes Seite ist alles bereit, dich anzunehmen, zu retten und zu segnen. Jesu Retterarme stehen dir offen. Er ruft: „Kommt, denn schon ist alles bereit!" O. D.
K
Im Postwagen. .
Einst fuhr ich im Postwagen mit noch fünf anderen Reisenden und las still für mich in einem Buch. Als ein älterer Herr merkte, daß es ein religiöses Buch war, sagte er ohne jede weitere Veranlassung: „Wenn wir tot sind, find wir tot, daun ist's aus mit uns." Ich entgegnete: „Dann fängt das eigentliche Leben erst an." Darauf schrien drei der Reisenden wie aus einem Munde: „Schwindel, Schwindel, Schwindel!" Also der Glaube an das Leben nach dem Tode, wie es Gottes Wort lehrt, war nach ihrem Bekenntnis: „Schwindel, Schwindel, Schwindel." Es entspann sich nun ein harter Kampf zwischen diesen Dreien einerseits und mir andererseits. Schließlich aber schwiegen die Gegner, wohl durch das Wort Gottes im Gewissen getroffen. Nun wandte sich ein zu meiner Linken sitzender Kaufmann an mich, der dem Kampf still zugehört hatte. Erlegte seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Die große Mehrzahl der Menschen hat den Glauben an die Bibel über Bord geworfen. Es sind nur noch wenige, die noch glauben, was Sie hier bekanur haben; aber ich muß jagen, es sind glückliche Menschen, die es glauben können." Dann wiederholle er das, was er gesagt, noch einmal feierlich und stieg aus, ohne zu sagen, ob er zu den vielen Unglücklichen oder zu den wenigen Glücklichen gehörte.


