Ausgabe 
7.2.1915
 
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Fasse mutig den Entschluß, sprenge die Brücke nur auf diese Weise ist die Macht des Feindes gebrochen. I. v. Hindenburg.

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Sieg, Arieden und Keirnat.

In dem gegenwärtigen Weltkriege, über welchen Tag für Tag Tausende von Zeitungen und Blätter ihre Berichte bringen, ist fast kein Wort beliebter und mehr begehrt als das Wörtlein Sieg. Nur die Worte Frieden und Heimat haben, wenn sie erst kommen, noch helleren und süßeren Klang. Aber ihre Erfüllung kann erst kommen, wenn die Siege vorausgegangen sind.

Gott hat uns schon so manchen Sieg gegeben, aber der entscheidende Sieg, der den heixersehnten Frieden bringen soll, muß noch erstritten werden. Und dann kann auch erst die liebliche, heißersehnte ParoleHeimat" an die jungen Krieger, an die Landwehrleute und den Landsturm ausgegeben werden.

Jeder Sieg kostet große Opfer. In der Regel wird es so sein, daß, je größer der Sieg, desto größer die Opfer waren, durch die er errungen worden ist. Ach, wie viele Wunden hat der Welt- krieg aber schon geschlagen; ach. wie viele Tote sind schon in fremder Erde gebettet worden, und noch immer fehlen die letzten entscheidenden Siege! Wann werden sie kommen? Und kommen sie ge­wiß? So fragen Tag für Tag Millionen von Herzen. Und weiter fragen sie: Werden die Seg­nungen, die dem Siege folgen, von langer, blei­bender Dauer sein? Werden sie auch den vielen und ach, so großen Opfern entsprechen, die der Krieg gefordert hat? Das sind alles ernste, bange Fragen. Und manches Herz, das sie erwägt bei Tag oder Nacht, sendet einen tiefen Seufzer oder ein heißes Gebet zu Gott empor, daß Er doch bald Sieg oder Frieden schenken möge, damit auch die tapferen Streiter, alt und jung, zur Heimat zurückkehren können.

Hier nun möchte unser Blatt von einem Siege reden, den Gott uns bereits gegeben hat. Im Blick auf diesen großen Sieg hat der Apostel Paulus ausgerufen:Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesum Christum!" Wieviel sagt uns doch dieses einfache und herrliche Wort! Es verkündet uns den Urheber des Sieges: Es ist Gott Es nennt uns den Sieger: unseren HErrn Jesum Christum. Und es nennt uns zu- letzt die, welchen der Sieg gehört, wem er erstritten und gegeben worden ist:uns", d. h. allen, allen, die mit dem Apostel dem Heilande, dem Herrn Jesu Christo, von Herzen angehören.

Gott, der nicht den Tod des Sünders will, sondern will, daß sie gerettet werden, verhieß

schon früh, gleich »ach dem Süudenfall, die Ankunfl eines Retters und Siegers über den großen Feind, über Satan, den Lügner und Menschenmörder' Diese uralte Verheißung, die in der Ankündigung des Gerichts und Sieges über Satan enthalten ist, lautet:Er (der Retter und Sieger) wird dir (dem Feinde) den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen." (1 Mose 3, 15.)

Dieses ernste Gericht sprach Gott noch über Satan aus im Garten Eden vor den Ohren der ersten Menschen. Und o, wie herrlich! Gott hat Seine Verheißung erfüllt. Ja, Gott sei ewig gepriesen! Er hat, als die Zeit erfüllt war, Seinen Sohn gesandt, Jesum Christum, den Heiland der Welt. Johannes der Täufer bezeugt von Ihm: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt!"

Dies geschah dort auf Golgatha im Gericht am Kreuze. Dortstarb der Gerechte für die Un­gerechten", wie in einer anderen Verheißung von alters her verheißen war:Die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm; und durch Seine Wunden ist uns Heilung geworden. Um unserer Übertretungen willen ward Er verwundet und um unserer Missetat willen zerschlagen." (Jes. 53, 5.) Durch schein­bares Unterliegen hat Jesus Christus, als Er für uns litt und starb, den größten Sieg davon­getragen, der je in der Welt erstritten worden ist Nie wurde ein größeres Opfer gebracht als das Opfer von Golgatha, alsChristus, der uns geliebt, sich selbst für uns dahingegeben als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohl­geruch". (Eph. 5, 2) Wo aber iväre auch in der ganzen Weltgeschichte ein größerer oder herrlicherer Sieg errungen worden als der des Sohnes Gottes auf dem Kreuze? Dort hat der HErr der Herr­lichkeit, der Mensch geworden, Satan, Sünde, Welt und Tod völlig überwunden und die Sünde der Welt gesühnt. Nun bezeugt die Heilige Schrift von Ihm:Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet." (Joh. 3, 18.)Da ist keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind." (Röm. 8, 1.) Ja, wer von Herzen auf Ihn vertraut und baut, kann frohlocken:O Tod, wo ist dein Stachel? O Hölle, wo ist dein Sieg?"

Siehe, dieser Sieg steht nicht mehr aus, nein, er ist bereits erstritten. Jesus Christus, der ihn erstritt, ist auferstanden; Erlebt und ist gekrönt zur Rechten Gottes in des Himmels Herrlichkeit. Dort aber, wo Er ist, werden auch alle die Seinigen sein in ewiger Seligkeit.

Hast du teil an diesem wunderbaren Siege? Diesem Siege von Golgatha folgt für jeden, der dem Sieger Jesus Christus in Wahrheit angehört, der Friede. Und weiter ist dann die selige ewige Heimat ganz gewiß, sei es nun, dab du auf dem Kampfplatz in Feindesland oder zu Hause in der Stille abgerufen wirst E. D.