Ausgabe 
17.1.1915
 
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Blick hin, dort in Jerusalem liegt" die juNge Christengemeinde auf den Knien, ihr Führer, ihr Bater liegt gefangen im Kerker, upd siehe, mit ihren Gebeten rufen sie den Engel Gottes ins Gefängnis, und er führt den Petras unversehrt heraus. Und unsere Gebete sollen nicht die Kraft haben, noch heute die Türen der Bedrängten, Gefangenen, Ver- folgten zu sprengen und ihnen die Engel zur Seite zu stellen?

O der unerkannten Macht Vön der Heil'gen Beten I Ohne das wird nichts vollbracht So in Freud' als Nöten.

Schritt für Schritt Wirkt es mit

Wie zum Sieg der Freunde,

So zum End' der Feinde."

Fromme Gebete öffnen Gottes Vaterhand, und sie ist gefüllt mit Segen. Heiße Gebete öffnen sein Vaterherz, und es ist voll von Liebe. Ja, treue, anhaltende Gebete, sie holen den lebendigen Gott vom Himmel herab und stellen Ihn in unsere Mitte. Und ist Gott für uns, wer mag wider uns seinl

Laßt die ernsten Tage, die angebrochen, laßt die Kriegswetter, die über uns heraufgezogen, die Gebetsglocken wieder in Schwingung setzen! Laßt uns beten für unsere kämpfenden Brüder! Nicht nur dann und wann in festlicher Stunde, nein, nein, laßt uns treu sein im Gebet! Moses hielt seine Hände hoch, bis die Sonne unterging: Da hatte Josua den Amalek geschlagen mit des Schwertes Schärfe! Unser Kampf ist nicht zu Ende gebracht an einem Tage. Aber laßt die Hände nicht müde werden, nicht sinken, bis der Sieg errungen! Laßt unsere Gebete eine feurige Mauer sein um das Lager unserer Brüder,

Der König aller Könige ruft: Freiwillige vor! Wer will des Reiches Beter sein! O, wenn es auch hier hieße:Der König rief, und alle, alle kamen!" Fehle kein einziger von uns!Der ist ein Mann, der beten kann."

Die Weltgeschichte wird einst die Kämpfe dieser Tage beschreiben. Aber der Mensch sieht nur, was vor Augen ist, er kann nur sagen, was die Weisheit der Führer, der Mut der Truppen, was die Schärfe der Waffen getan. Aber die Ewigkeit wird einst noch mehr offenbaren, sie wird es zeigen, wie die verborgenen Gebete der Gläubigen eine Großmacht gewesen in diesen Kämpfen, wie sich wiederum er­füllt die alte Verheißung:Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten!"

Und darum: Haltet an am Gebet!

K

Siegesbotschaften.

Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." 1 Joh. 1, 7.

In den Tagen Friedrichs des Großen war es Sitte, daß .allemal, wenn der König einen Sieg er­fochten hatte, hundert blasende Postillone durch das Brandenburger Tor nach dem Königlichen Schlosse ritten, um die Siegesbotschaft kundzutun. In den Tagen Kaiser Wilhelms des Siegreichen wurden die Siegesdepeschen im ganzen Reiche durch öffent- licheu Anschlag bekanntgemacht. Es kam, bei solchen Gelegenheiten vor, daß Menschen, die sich gar nicht kannten, sich vor Freude um den Hals fielen. Jeder brachte die Siegesbotschaft, die er auf der Straße gelesen oder gehört hatte, jubelnd nach Hause. Diese großen Ereignisse beschäftigten alle Herzen und be­herrschten alle Gespräche, weil jeder wußte: das geht auch mich an, ich habe teil daran. Niemand fragte: Für wen und zu welchem Zweck wird all dies Blut vergossen? Jeder verstand, daß das Heil, die Frei­heit, die Zukunft von diesen Kämpfen und Siegen abhing.

Aber nun, Freund, höre! Ich habe eine Sieges- und Freudenbotschaft, gegen welche alle Siegesnach- richten erbleichen, die jemals mit Trompetenschall und Kanonendonner auf Erden verkündigt worden sind. Es ist: das Evangelium der Gnade Gottes für verlorene Sünder! Es ist: der Sieg, den Jesus auf dem Kreuz über den Tod, die Sünde und den Teufel errungen hat! Du lieber Mensch, der du bisher auf dem breiten Wege des Lebens dahingezogen bist, auf dem Wege, auf dem die vielen wandeln, in Lustigkeit und Wirtshaus, Arbeit und Sorge, in Klagen oder Jubeln, wie es der Tag und die Umstände mit sich bringen, höre: Du sollst leben! Weißt du, wasleben" heißt?Leben" ist Freude und Friede;leben" ist glücklich sein, fröhlich in Hoffnung. Du hast bisher gedacht, Gott wäre nur der Richter, den du fürchten müßtest; du dachtest, Gott würde dir die Freude des Lebens nehmen, und meintest deshalb, du müßtest vor Ihm und seinen Boten fliehen. Aber-Höre: Gott liebt dich, Jesus sucht dich, um dich glückselig zu machen! Du hast gegen Gott gehandelt wie ein Feind, denn du hast dich mit Gottes Feinden eins

gemacht. Sage selbst, wo fühltest du dich glücklich,

heimisch, wohin gingst du gern? Zu denen, die Jesum lieben und preisen, oder zu denen, welche die Welt lieben, wo von Jesu und der Liebe Gottes nicht geredet werden darf? Aber wenn du selbst als ein Flucher, Spötter und Lästerer unter den Feinden Gottes ein Anführer gewesen wärest, hier ist die Botschaft vollkommener Versöhnung für dich. Die Last deiner Sünde, alles, was von Kindheit her auf deinem Gewissen liegt, will Gott dir ab­nehmen. Siehst du deine Schuld sich erheben wie

einen finster drohenden Berg ? Sei überzeugt, er ist