Die heilige Pflicht der Fürbitte:
Gewiß, ein begeisterter Augenblick, wenn ein Schiff, mit der jungen Mannschaft an Bord, seine Anker lichtet! Habt ihr nicht die Augen der Krieger leuchten sehen? Habt ihr nicht ihr tausendstimmiges Hurra vernommen?
Damit unsere Brüder draußen fröhlich bleiben auch in der drückendsten Not, treu bleiben auch in der schwersten Pflicht, unverzagt bleiben auch in der größten Gefahr, dazu brauchen sie mehr als Munition und scharfe Waffen, auch mehr als jugendlichen Mut und flammende Begeisterung, dazu brauchen sie Segen von oben, Lebenskräfte und Siegesmächte von oben, sonst können sie nicht gewinnen und den Sieg be- halten, und diese himmlische Welt, sie öffnet sich nur dem Gebet. Das Gebet ist der goldene Schlüssel zur Schatzkammer unseres Gottes. Aber wer ihn hat, der hat auch die Verheißung: „Wer da bittet, der empfängt."
Oder wollten wir etwa die Hände müßig in den Schoß legen? Wehe uns, wenn wir träg und lässig wären, während sie das harte, blutige Handwerk treiben I Wehe uns, wenn wir hinter den Schranken dem großen Schauspiele nur neugierig zu- säheu, während sie ringen in heißem Todeskampfl Das wäre Kainsgeist mit der grausamen Sprache: „Soll ich meines
Bruders Hüter sein?" Das wäre Treulosigkeit gegen unsere braven Brüder, die ihr Leben einsetzen I
Nimmermehr! Wir wollen nicht nur Bataillone von Kriegern mobil machen, nein, auch eine heilige Streitmacht von Betern.
Ja, wieviel gibt es doch für unsere ins Feld ziehenden Brüder zu erbitten und zu erflehen I
So wollen wir sie mit
2 Mose 17, 9—16.
Schweigend auf des Hügels Spitze Hebt der Beter seine Hände,
Daß der Gott der Heeresscharen Diesen Kampf zum Siege wende.
Doch die hochgehobnen Arme Sinken oftmals kraftlos nieder,
Und dann scheint der Kampf verloren, Und die Feinde siegen wieoer.
Hur und Aaron ihm zur Seite Stützen seine müden Arme,
Daß der Beter nicht ermatte Und Jehovah sich erbarme —
Daß der HErr die Feinde dämpfe,
Daß Er seines Volkes schone.
Streckt die Hand sich durch die Wolken Und erscheint vor Gottes Throne,
Fest gestützt auf die Verheißung,
Mit dem Stab in seiner Rechten Wartet er auf die Erhörung,
Die Gott zusagt seinen Knechten.
Ob die Feinde mächtig toben —
Will sein Volk auch fast verzagen — Betend bleibt die Hand erhoben,
Bis der Amalek geschlagen.
Leuchtend blickt die Abendsonne Auf des Kampfes Siegesende,
Und der große Beter faltet Dankend seine müden Hände.
Aber dann, nicht lange rastend.
Trägt er Steine zum Altäre.
„Mein Panier der Gott JehovahI"
Daß die Nachwelt es bewahrel
* *
Sollen wir die Feinde schlagen,
Soll es Sieg auf Siege geben,
Müssen auf des Berges Spitze Hände sich zum Himmel heben:
Beter, die zu ihrer Seite Solche haben, die sie stärken,
Daß sie nicht im Kampf ermatten,
Bis sie die Erhörung merken,
Beter, die die Arme strecken Durch die Wolken bis zum Throne, Um dem Vater die Verheißung Vorzuhalten in dem Sohne.
Mit dem Siegesstab des Kreuzes,
Mit der Macht in Jesu Namen Bleibt die Hand am Throne Gottes, Bis die Antwort kommt — das AmenI
Hoher Priester, lehr uns beten,
Halte unsre Hand erhoben,
Bis das Bitten wird zum Danken Und das Danken wird zuM.Löben!
unseren Gebeten geleiten hinaus aufs wogende Meer, hin auf ihre Märsche, hinein in den Donner der Schlacht und in die Stille der Lazarette, wollen Gott, den Herrn, bitten, daß sie männlich und stark stehen auf ihrem Posten, daß sie Helden- mütig und unverzagt ihre Schlachten schlagen, daß sie tapfer und still ihre Wunden tragen, daß Gott denen, die im Feuer zusammenbrechen, ein seliges Ende beschere, kurz, daß er die Krieger zu Helden mache und die Helden zu Siegern und sie dann mit dem Lorbeer um den Helm und mit dem Ehrenzeichen auf derBrust heimbringe in das Land ihrer Väter.
Die heilige Macht der Fürbitte.
Oder glauben wir etwa nicht an die heilige Macht der Fürbitte? Nun denn, was sagt unser Text? „Solange Moses seine Hände emporhielt, siegte Israel!" Die heißen Gebete eines Moses machten die Schwerter der Feinde stumpf, sie schoben sich wie ein Keil in die feindlichen Schlachtreihen, brachten sie ins Wanken und hefteten den Sieg an die flatternden Fahnen Israels. Und ivenn das die Gebete eines Moses vollbracht, sollen nicht auch unsere Gebete solches vermögen? Gott hat keine Silbe von seinen Verheißungen zurückgenommen; treue Gebete können noch heute die Drachenbanner in den Staub werfen und die Kreuzesbanner auf die Mauern pflanzen.
Und Moses steht mit seiner Fürbitte nicht allein. Schau hin, dort auf der Höhe vor Sodom steht Abraham fürbittend vor Gott, und mit seinem Flehen betet er Lot heraus aus der brennenden Stadt. Und sollte es da nicht unseren Gebeten auch gelingen, unsere kämpfenden Kameraden herauszubeten aus dem Feuer ' der Schlachten!


