Die Thronenffagims des Kaisers.
(Amtlich.) Berlin ,9. Nov. (WTB.)
Ter Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen.
Ter Reichskanzler bleibt noch so lange im Amte, -bis die mit der Abdankung de» Kaisers, dein Thronverzichte des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind.
Er beabsichtigt, dem Reg?nten die Ernennung des Abgeordneten Ebert zum Reichskanzler und die 'Vorlage eines Gesetzentwurfs wegen der sofortigen Ausschreibung allgemeiner Wahren für eine verfassunggebende deutsche Nationalversammlung vorzuschlagen, der es obliegen würde, die künftige Staatsform des Deutschen Volkes, einschließlich der Volksteile, die ihren Eintritt in die Reichsgrenzen wünschen sollten, endgültig festzustellen.
Berlin, den 9. November 1918.
Der Reichskanzler Max, Prinz von Baden.
Zur Abdankung de- Kaisers.
30jähriger Negierung hat der Kaiser sich zur Abdankung entschlossen In den jetzigen stürmischen Zetten ist es nicht möglich, ein Urteil über diese dreißig Jahre zu fällen, das in jedem Punkte der Sachlichkeit spaterer Tage gerecht werden könnte. In jungen Jahren auf einen der mächtigsten Throne der Welt berufen, hat Wilhelm II. in hohem Idealismus seine Stellung angetreten, über deren Führung er in seinem strenggläubigen HerzenILott allein verantwortlich sein wollte Wenn er so einerseits die Formen des gnadentums auch nach außen hin streng gewahrt wissen wollte, war er andererseits ein sehr moderner Mensch, der an allen Errungenschaften der Technik und Wissenschaft lebhaften Anteil nahm. Dazu befähigte ihn eine seltene Austiahmesähigkeit, sein angebmeuer Intellekt und eine große Arbettsfreudigkeit. Den Problemen der Arbeiterbewegung stand er anfangs ablehnend gegenüber, bis nt reiferem Alter seine Anschauungen auch gegenüber den Sozialdemokraten änderte und schließlich mit rhnen den rein menjchlichen Pakt vom 4. Auaust 1914 schloß.
Wilhelm II. hat zu wiederholten Malen in feierlicher Form versprochen, alles daran zu setzen, um dem deutschen Volke den Frieden zu erhalten. Die mächtige Rüstung Deutschlands sollte lediglich defensiven Zwecken dienen. Auch seine politischen Gegner haben ihm be- zeugt, daß die Schuld am Völkerkrieg nicht ihn treffe,
Er in den verhängnisvollen Julitagen seinen großen Einfluß restlos einsetzte, um den Krieg zu vermeiden.
Der unglückliche Ausgang dieses Krieges konnte auch auf seine Monarchenstellung nicht ohne Einfluß bleiben Seit geraumer Zeit schon erhoben sich Stim-
die in der Festlegung auf seine Person ein FriedenvHindernis erblicken wollten. Wenn Wilhelm II dlesem Drangen erst jetzt nachgegeben hat, so geschah es ficher nicht, weil er aus persönlichen Gründen Kaiser blerben wollte, sondern um dem deutschen Volk innere Wirren zu ersparen.
m Abdankungsdekret unterzeichnet.
allein iveiß, wie schwer es ihm geworden sein mag. Tie Mehrheit des Volkes erwartet von der Neuordnung /l r ^rrge eine Wiedergeburt des Reichs nach dem schweren Volkerkriege. Mögen in den hoffentlich glück- MEren Tagen der Zukunft die Deutschen ihres wahrscheinlich letzten Kaisers mit der Ehrfurcht gedenken, die ein ehrliches Wollen jedem verbürgt:
Tapfer ist der Weltbezwinger,
Tapfrer wer sich selbst bezwang.
Offiziers, dafür zu sorgen, datz Blukvergketzett vermieden wird.
Unsere ganze Kraft gehört jetzt dem deutschen Volke.
Gühre, M. d. R., Leutnant der Landwehr II, Landsturmregiment 19: Collin-Roß, Leutnant d. R.. Ausländsabteilung der OHL.; Südekum, Leutnant der Landwehr I, Eisenbahnregiment I; Tiburttus; Leutnant d. R., 3. Garderegiment zu Fuß.
Tic ProklamieruMg des Generalstreiks.
Der „Vorwärts" verbreitet folgendes Extrablatt:
Generalstreik!
Ter Arbeiter- und Soldatenrat von Berlin hat den Generalstreik beschlossen. Alle Betriebe stehen sttll. Die notwendige Versorgung der Bevölkerung wird aufrecht erhalten. Ein großer Teil der Garnison hat sich m ge,iylossenen Truppenkörpern mit Maschinen- gewehren und Geschützen dem Arbeiter- und Soldaten- rci *. 5 r l i r V'^'fugung gestellt. Die Bewegung wird gemeinschaftlich geleitet von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschland.. Arbeiter, Soldaten, sorgt für Aufrechterhaltting der Ruhe und Ordnung.
Es lebe die soziale Republik!
Der Arbeiter- und Soldatenrat.
Ebert Reichskanzler.
Der neue Reichskanzler Friedrich Ebert ist feit der Wahl 1912 der Vertreter des ReichStagswahUrü e? Elberfeld-Barmen. Auf ihn entfielen damals bei der Hauptwahl von 68000 Stimmen 33 600; auf die Reichspartei 17 00(1 Nattonalliberalen 11 000 Zentrum 6000. Bei der St'ch- Wahl siegte er mit 36 00(1 über 33 000 Stimmen für die Reichspartei.
Ebert ist am 4. Februar 1871 in Heidelberg als Sohn eines Schneiders geboren. Er besuchte dort die Volksschule und lernte dann Sattler. 1892 wurde «r Redakteur der „Bremer Bürgerzeitung". Während seiner Tätigkeit in Bremen lenkte er bei Gelegenheit des sozialdemokratischen Parteitages die Aufmerksamkeit auf sich durch seine Sicherheit und sein kühles Blut in der Führung der Verhandlungen als zweiter Parteipräsident. Er wurde damals — Ende 1905 — als Mitglied des Parteivorstandes nach Berlin entsandt. Er war auch Vorsitzender der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands.
Seine Veranlagung, die kalte Ruhe und der sichere Ueberblick, haben ihn in der Partei andauernd weiter emporsteigen lassen. Er ist in erster Linie der verlässige Verwaltungsmann, den das kalte Blut niemals verläßt, der außerdem in seinen süddeutschen Verkehrsformen mit ledermann gut auSkommt.
begannen feit den frühen Morgenstunden Tetlstrerkv, dre Immer allmählich größere Au.dehnuna gewannen Um 9 Uhr legten die .Arbeiter in den großen Elektrrzitäts- und Rüstungsbetrieben nieder und beaannen in geschlossenem Zuge nach dem Zentrum c?i abt >* u "^Eieren. Sie führten rote Fahnen Ir ."Ä^roße Plakate mit der Inschrift: „Brüder, schießt nicht! , „Frieden, Freiheit, Brot!". Das Schloß war in weitem Umfange durch Polizei und Militär ab- - r Mi" - * - ‘ .
Berlin linier her tolen Zahne.
In der sozialdemokratischen Fraktionssitzung am «onnadend, an der auch die Delegierten der Vertreter der großen Betriebe teilnahmen, herrschte Ueber- ernstimmung darüber, daß man nicht länger warten Anne. Die Arbeiterschaft dränge auf eine Lösung, die gründlich, restlos, ruhig und ohne Blutvergießen erfolgen müsse. Von verschiedenen Seiten wurde der Wunsch nach Verständigung mit den Unabhängigen betont; es soll ein gemeinsamer Ausschuß gebildet werden. Die Vertreter der Betriebe teilten mit, daß £ einzelnen Werken die Arbeit schon niedergelegt sei Einmütig wurde darauf der Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung beschlossen. Ebert, und Eugen Ernst wurden dazu bestimmt, mit zwölf Vertrauensleuten der Fabriken einen engeren Ausschuß zu bilden, der sich gegebenenfalls mit einem von anderer Seite gn bildenden Arbeiter- und Soldatenrat verständigen sollte.
Unmittelbar danach trat der große Ausschuß der Partei in den Betrieben zusammen und beschloß den allgemeinen Ausstand.
^ Die sozialdemokratische Partei hat mit den Fa- ^^^^^ENsleuten einen engeren Ausschuß einae- fetzt, der mit der Regierung über die Uebernahme der Geschäfte verhandeln soll. Es gehören ihm air Abert, Scheidemann, Braun, Wusch ick und Hölder. Mit u£ U ^ Qb ^ngtöcn war eme Verständigung nicht möglich, da sie kemen bestimmten Standpunkt einzuneb- Ulen vermochten. Nachdem sich Iägerbataillone schon am Morgen der Bewegung zur Verfüguna acftcllt hotten, sprach Mittags Neichstagsabgeordneter Wels in der Kaserne der Gardejäger und des Alexander- N'Simenter beschlossen den UeLrg7ng ^ur Republik, und dre versammelte Mannschaft stimmte staat^" bin auf den freien deutschen Volks-
ES ist folgender Aufruf ergangen:
Au die Offiziere der Garnison Berlin und seiner Bororie. .
Nachdem der Kaiftr abgedankt hat, wird zurzeit »ine neue Regierung gebildet. 0
2"les kommt daraus an, daß Ruhe und Ord- nung aufrechterhalten wird.
ES ist vaterländische Pflicht .ines j»**n deutschen
gesperrt Gegen Mittag bewegte sich Unter den Linden eine unübersehbare Menschenmenge, aus der heraus einzelne Redner, auch Soldaten, zum Volke sprachen Cie ft irrten die soziale Republik, aus die Hochrufe ausgi bracht wurden. Gegen Vs2 Uhr wurde durch Extrablätter du- Abdankung des Kaisers bekannt und bald daraus der Beschluß der neuen Regierung auf Pro- klamttrung des Generalstreiks. Die Straßenbahnen standen still, die Läden schlossen sich und viele Gebäude hißte dre rore Fahne. Die Ruhe wurde fast nirgends ß«wrt Dazu trug auch di- Mitteilung bei, dag de,,, der Gebrauch der Waffe verboten worden war.
Die Haltung des Militärs
Uißt sich dahin feststellen, daß es überwiegend mit der Bewegung sympathisierte. Das 4. Jäger-Regiment, das vor einigen Tagen aus Naumburg zur Unterdrückuiig von etwaigen Unruhen nach Berlin übergeführt worden war und die öffentlichen Gebäude sowie wichtige Ber- kehrszentren mrt Maschinengewehren besetzt hatte, ist am Sonnabend morgen zum Volke übergegangen. Deputationen dieses Truppenteiles erklärten der soziak- demokratischen Parteileitung, daß sie auf das Volk nicht schießen würden, dagegen mit allen Kräften für Auf- rechterhattung der Ordnung eintreten würden. Ebenso hat die Mannschaft des Kaiser-Alerander-Garde-Gre- nadier-Regiments sich im gleichen Sinne geäußert.
. Jr 9 ro tf en Zusammenstößen kam es Mittaas in der Maikaferkaserne in der Chausseestraße. Zivilbevölkerung stürmte die Kaserne, in deren Hof eine Kom- vagnie Soldaten mit einem Offizier an der Spitze aufgestelll war. Der Offizier kommandierte „Feuer" vre Kompagnie weigerte sich, worauf der Offizier selbst von seinem Dienstrevolver Gebrauch machte. Darauf fie erx aus der Menge Schüsse, durch die der Offizier schwer verletzt wurde. Die ganze Kaserne wurde von Den Soldaten geräumt, die sich mit der Menge verbrüderten
wurden* Unö b '' ^selstück« gewaltsam Herabgertsseck
Die WilhelmShavener Matrosen schicken eine Ab- ^dnung ,m Luftschiff nach Berlin. Der Flugplatz Johannisthal ist von den Arbeitern besetzt damit ^uftsch'ff. ohne Schwierigkeiten landen kann. 300» Kieler Matro,en ,ind im Anmarsch. Da die Schienen teilweise aufgerissen sind, werden sie zu Fuß erst MM Ab-nd in Berlin einkreffen. Lin soztaldemokra-
N« «
Ser Aufstand im Reich.
Die Ausstandsbeweguugeu im Reiche haben in d»n letzten 24 Stunden große Fortschritte gemacht.
In Bayern ist unter Zustimmung des Zentrums und der Frcrnnnigeu Lollöpartei die Republik unter Uib eauus der Dynastie der Wittelsbacher ausgerufen worden
Tie rote Fahne der Revolution weht von den Frausu- turmen Münchens als revolutionäres Wahrzeichen auf die im herbstlichen Sonnenschein liegende Stadt. Die Stra- J}? 1 * bunt unö bewegt von Menschen. Der preußische General von Delmensingen, der Kommandeur der zum bayrischen Grenzschutz entsandten Preußischen Armee und lern Stab Hatten vom Hotel „Bayerischer Hof" aus in unverantwortlicher Weise auf die Massen hinausgeschosssn. :^ aö mußten sie schwer büßen. Sie wurden, manche von chnen verwundet gefangen genommen. Die preußischen gruppen, die m Bayern eiugelrosfen waren, lieferten vo.l rhren Platzen aus die Waffen ab. Der bayerische Bau.rn- bund will die Ernährung sicherslellen.
In Hessen hat die Kammer Beschlüsse über die Parlamentarisierung in Hessen einstimmig angenommen I.' Hamburg wurde schon in den frühen Morgenstunden eine Anzahl Laden in der inneren Stadr geplündert An den Plünderungen beteiligten sich auch haldwüchjige Bur- ° 9av Suaden von 14 bis 15 Jahren schnallten sich Waffen um und zogen damit durch die Stadt. Ern großer ^rnpp unter Vorantritt von Marinesoldaten zog vor die Kaserne Dorr wurde sehr heftig geschossen. Dabei gab ff e . m€ Anzahl Tote. An der Spitze der Demonstranten standen von Kiel nach Hamburg gekommene Matrosen die die Kaserne zur Uebergabe ausforoerten. Als Antwort erfolgte Maschinengewehrfeuer. Tie Matrose.r schossen in die Kasernen hinein. Durch das Maschinengewehrfeuer wurden 15 Marinesvldaten getötet, auch eine Anzahl Verletzte mußten vom Platze getragen werden. Inzwischen traf von der Kommandantur der telephonische Befehl ein, die Kaserne dedtngungöloS zu übergeben. Es wurde eine weiße Fahne aus dew Fenster gesteckt und die Tore geöffnet, sodaß die Demonstranten eintreten konnten. Es wurde dann der Oberst des Regiments, der den Befehl zum Widerstand ge- geben hatte, von den Aufrührern erschossen. Der Straßenbahnverkehr in der Stadt geht Überaus stockend vor sich, dagegen funktioniert der Hochbahnbetriev ohne Störung. Ter Eisenbahnverkehr hat große Störungen aufzuwei en der Vorortverkehr ist seit mittag überhaupt unterbunden. <.ie Verhandlungen nüt dem Generalkommando führten zu dem Ergebnis, daß die Bedingungen, die in Kiel angenommen wurden, auch für Hamburg und Altona und Unrg-e- gend gültig sind. Die Betriebe sind ausständig.
In F r a n k f u r t a. Main haben in der Nacht zum 9. November die Vertreter der Unabhängigen Sozialisten Frankfurts mit den Vertrauensleuten der Betriebe und den Loldaten einen Arbeiter- und Soldatenrat gebilde, d^r int Frankfurter Hof seinen Sitz aufgeschlagen hat. Er verkündete heute in einem Aufruf, datz er alle vollziehende Le wall übernehme, bis sich die Zentralgewall der sozial^! deutschen Republik gebildet haben wird.
Seit Freitag abend hat die Soldatenbemegung auch ans das rheinische Industriegebiet übergegrisssn. Doch ist es nirgends zu Ruhestörungen gekommen. Äm späten Abend wurde gestern in Essen die Einsetzung eines Sol datenrates ausgerufen. In dem großen Lokalen und in den Theatern wurden die anwesenden Milctürperfonen zur Abgabe der Waffen aufgefordert: ebenso auf den Straßen und in den Straßenbahnwagen. Doch ging alles in größter Ruhe vor sich.
In Mecklenburg hat der Großherzog Vertre.er le^ Arbeiter-und Soldatenrates empfangen und eine neue Landesverfassung auf den Grundsätzen, des parlamentarischen Systems versprochen.
In Braun schweig ist, ohne daß es zu blutigen Ausschreitungen gekommen wäre, die Republik auS^e.ufen worden. Nachnnttags ein halb vier Uhr trat der neugewä!! e Soldaten und Arbeiterrat zusammen. Abends 7 Uhr be 6vb sich eine Deputation ins herzogliche Residenzschloß und legte dort dem Herzog Ernst August ein Schriftstlick vor, des Inhalts, daß er für sich und seine Nachkommen aus den Thron in Braunschweig verzichte. Der Herzog hat dieses Schriftstück nach kurzer Bedenkzeit unterzsich net und außerdem durch seine Minister geqenzeichnen lass«:
™ ^LELMrilNg Berlins ist vorläufig nicht ae- stört. Dre Backerläoen sind allerdings meist ausver- rauft, da das Pitblikum aus Angst vor einer Stockung der Zufuhren alle Brotmarken umsetzte. Beeinträch- ttgt ist die MrlchVersorgung. Der Obevbürgermeister von Berlin erklärte:
> » Misch- und Kartoffelversorgung, wie
von hoffentlich unmaßgeblicher Seite geschieht, als polltrsches Pressionsmittel des flachen Landes be- trachtet wird das mit der neuen Ordnung der poli- ^fchEU Veryaltnlsse unzufrieden ist, so würde meines Erachtens dre Landwirtschaft selbst unter den poli- nschen Folgen eines solchen unsolidarischen Vorgehens ihre berechtigten Forderungen zur Partersache würden."
Hü 1 // 23 ühr setzte der Ferndrucker des Wölfischen Telegraphen-Bureaus aus. Eine Stunde später meldete er, daß das Bureau vom Arbeiter- und Sol- k e j e ^ fei, bafi aber die Versorgung der deut- w? bsse mtt Nachrichten nicht beeinträchtigt sei;
^ unter der Vorzensur des Soldaten-
, ö aL Abendstunden ist e- insofern zu eitl- zelnen Ausschreitungen gekonnnen, al» OffizterUn die
Zolsch,iVismuS in alter Zen.
Ter römisch«: Skiaveukrirg — die nritie.Deutsch»« Bauernkriege.
cf Tie grauenhaften Umwälzungen und Ausschreitungen, die wir in Rußland beobachten und deren Ueber- greifen nach Deutschland wenigstens in ihrer äußeren Form zu drohen scheint, sind in der Weltgeschichte nichts ^ues Man braucht gar nicht lange zu suchen, um ähnliche Erschernungen zu finden.
arr* > * m tvi al[tcn Rom gab es etwas derartige--. Als dort der Reichtum und Uebermut durch Jahrhun- anhaltender sehr erfolgreicher Raubkriege ins Maßlose gestiegen war und Elemente ohne jede Spur Brldung massenhaft Sklaven hatten und diese nicht als wertzu.chätzendes und zu pflegendes Eigentum, son- dern als Objekt der Launen und Mißhandlung ansahen, I [ tan k bem aus aller Welt in Rom züsammenge- \ schleppten Sklavenvolke ein Prophet in Gestalt des aus Trazien stammenden Lklavinr Spartacu's. Der Charakter dieses Mannes schwankt in der Geschichte. Dre revolutionäre Gruppe in der deutschen Sozialdemokratie hat sich nach ihm benannt, hält ihn also su.r ein ideales Vorbild. Dieser Spartacus entfloh 43 vor Christus, nachdem er in jungen Jahren in seiner Hermat Trazien gefangen genommen, nach Rom geneppt, m der Gladiatorenschule in Capua zum „TodeS- Cchauspiel-Kämpfer" ausgebildet war, in die unwea» samen und gefährlichen Schlupfnester des Vesuv und erließ einen Appell auf Erkämpfung ihr»r an die gesamien rSmischen EßlOven.


