Ausgabe 
7.11.1918
 
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Die Derzeitige lege irr Russland

DTB. Ministerpräsident Korolyi empfing Redakteure -er Budapester Tageblätter, denen er mlttettte, daß sich die ungarische Regierung am 1. November selbständig zur sofor­tigen Waffen st reckung cnlschlossen gooe, wobei dir Regierung in Rücksicht gezogen habe, daß sich die von der Entente ge­forderten Bedingungen von der Wassenstreckung nur formell unterscheiden. Vom 1. Nov. ab ist Ungarn neutraler Staat. Hestern konstituierte sich im Sitzungssaal.' des alten Abge- »rdnetenhauses der Soldatenrat auf der Grundlage demokra­tischer Organisation.

Deutschland vad Ungarn.

WTB. Der Budapester deutsche Generalkonsul Gras Fürstenberg Stammheim ist beim Nationalrat erschienen, um Len Schutz des Rates für die Reichsdeutschen in Budapest zu erbitten. Graf Fürstenberg Stammheim betonte, er wolle alle

erforderlichen Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Vertun- Lang zwischen Deutschland und Ungarn ergreifen, dann! vuch der Handelsverkehr ungestört vonstatten gehen und Un­garn olle jenen Artikel, die auch bis jetzt aus Deutschland ein­geführt wurden, erhallen könne. Der Nationalrat zog sich iu einer kurzen Beratung zurück und betraute sodann Dr. Julius Kaldor damit, den Mitgliedern der reichsdeutschen Kolonie mitzut'-tten. d"ö der tr"n der traditionel,

len Gastfreundschaft der ungarischen Nation die Deutsck^en, die ja alle sc t längerer Zeit in vngariscl)en Kreisen lobten, aerade so schützen wolle wie die Untertanen der anderen frem­den Staaten. Der Nationalrat betrachtete sich nicht als in feindseliaem Zustande mit dem Deutschen Reiche befindlich ünd hoffe, daß die Völker und Nationen nunmehr gegenseitig Len Weg zu ihrem Herzen finden werden. Mas hier in Un­garn jetzt geschehe, sei nichts anderes als der Krieg gegen den Krieg. Die deutsche Kolonie versammelte sich im Lo- knie des Vereins der Reichsdeutschen und nahm die von Dr. Kaldor überbrach ir Botschaft des Nationalrates mit großer Freude entgegen. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Schmidt. n 1 Dr. K-ldor. dem Nottorselrot d-n Dank der Bu- dapester Reichsdeutschen überbringen zu wollen. Die Reichs- deuychen vertrauen auch weiterhin der Nation.

Eine Ausrede.

TU. Die Fortsetzung der Blockten,ng Österreich.Ungarns Hat laut einer Havasmeldung den Zweck, zu verhindern, daß Deutschland sich weiterhin indirekt verproviantiere.

Die Übernahme GaUzien; durch die Voten.

bb. Aue Warschau wird gemeldet: Die Übernahme der Regieruugsgewalt in Galizien durch die Polen vollzog lsty unter großen notlcmalen Kundaebnnaen, so wurden, wie dte Matter gestern nbend durch CxtradlSttcr weideten, in Stta- lau die österreichischen ftlcoflen ' nd Emblemen ent.ernt und dafür polnisli^ angebrricht. Die österreichischen Truppen kapitulierten und unterschrieben die von der polnisä^n C - guidationskcmmissicm aestellten Bedingungen. Die österrei­chischen Offiziere wurden interniert. Polnisckie Sowatenab- tcttungen machten einen Nundgang durch die Kosernen und wiesen die Soldaten und Offiziere an, die Kokarden zu ent- fernen und polnische cmzubrtnaen. A'S den Truppenteilen wurden die polnisä-en Soldaten ^ns^esondert und aus die­sen polnische Kadres gebildet. D'^ Eisenbahn in ganz Ga- ttzten ging in die Verwaltung der polnischen Liquidations- Kommission über. Vom österreicknscheu Kriegsminlllerium li (; die tklegrauhisä>e Bitte um Entsendung von Delegierten zur Durchführung non militärischen Verb^ndiiunaen ein. Brigadier Madziara wurde von der Liquidationskommission zum nüritärischetl Kou»umndanten ganz Gc.llzier»s ernannt.

Der polnisch« Außenminister verlangt Danzig.

WTB. Anläßlich eines Vortrages, welchen Professor Nöu er am 29. Oktober in Lemberg über die polnische Grenz- frage hielt, ergriff, niePrzeglatz* berichtet, der polnische Minister des Äußern Glomblnsti das Wort zur gegenwärti­gen polnischen Loge. In Sachen Litauens und der zu Öfter- rcich-Unaorn gehörenden außerhalb Galiziens liegenden pol­nischen Gebiete führte der Minister aus, das; er bereits eine Konferenz vorgeschlagen l>abe, um die strittigen Fragen zu bestimmen. In Sachen Danftgs erklärte er büß die ganze Weichselniündunq Polen gehören müsse. Die Staaten, wel­che auf der Friedenstcnfercnz zu entscheiden l-aben würden, würden die Frage Danzigs unzweifelhaft zu Polens Gunsten entjcheiden.

Besatzung Belgrads durch die Serbe».

bb Central News meldet aus London: Die serbischen Truppen erreichten regen über Belgrad di; österreichische Grenze. In Belgrad'stehen zurzeit 20 000 Mann serbische Kavallerie.

TU.- Die Agence Havas meldet: Nach der Einnahme von Belgrad durch die serbischen Truppen haben sich die deut­schen und österreichischen Verbände auf das linke Donauu.ser zurückaezdgen. Die 2. serbische Armee erreichte die bosnische Grenze.

Anschluß Kroatiens an Serbien.

TU. Der kroatische Nationalrat in Agram hat am Frei­tag den Anschluß an Serbien beschlossen.

AMMrig der tzlmerMrre.

84 wird allmählich 8=tt, daß unsere Feinde sich im ein- mal üb.rlccen, was sie der veränderten Lage schulden. Deutsch­land hat bekanntlich in seiner vorletzten Antwort an Wil­son die Zusicherung gegeben, künftighin Passagierdampfer nicht mehr zu torpedieren. Französische Blätter beri-isten, daß tnfolrr dieser Maßnahme der U-Bootkrieg so gut wie eingestellt L Deutschland hat mit jener Zusicherung eine seiner wi igsten Waffen aus der £ ad gelegt, lind doch war der U'Bootkrieg nur eine Rotroehrmaßnahme. nctmitm ] eine Antwort auf die englische Hunaerspcrre gegen Kinder und Greise. Jene Hungersperre proklaiuierte den Krieg von Volk gegen Volk, während die Zivilisation sich gerade rühmte, nur Kämpfe von Heeren gcaen Heere zu kennen. Es wird Zeit, daß auch unsere Feinde, insbesondere England, der Frage nähertreten, ob es nicht etne Pflicht selbstverständlicher Menschlich eit ist. nunmehr die Hungersperre "uszuhcben, nachdem Deutschlgnd m der Aufgabe des unbeschränkten U- Doatkrieges voraegangen ist. Wenn die Briten nicht aus den eigenen Nvi^n' heraus zu dieser Erfüllung einer selbstver- ftändlics)en Pflicht angelxlltcn werden, so sollt; es wenigstens von neutraler Seite aus geschehen. Die Hungersperre hat ja nicht nur unser eigenes Volk betroffen und nicht nur hier unter Kndern \m ^ r^r^t. Auch oie

Neutralen mußten sich einer Rationierung unterwerfen, und in ebenso völkerrechtswidriger Weise wurde ihr ganzer Handel einer genauen Kontrolle unterworfen. Ehe Amerika in den Krieg cintrat, I>at bekanntlich Präsident Wilson gegen die Verletz-nn gg., a-."-' "

ein wirklich unparteiischer Hüter des Völkerrechts fein will, dapn darf man wohl erwarten, daß auch von ihm der Appell an England ergehen wird, eine der grausamsten Kriegsinaß- nahmen endlich auszugeben

Stmnttlgts Ringe« an der Westsra«. '

WTV. v e 1 1 f n, 4. Rov. Abends. A»«ich. t!ge» Rrngea zwischen Schelde und Oise. De« Ge« Gngl&ii* der» unb Frauzosen onf mehr als 60 Kilometer brelter Fronß -rnent erstrebte Durchbruch wurde vereitelt. Zwischen £4 Quefno») und Landrecies fingen Reserven den Stoß des Fein« des auf. Auf der übrigen Front brachten unsere varderstrH Kampftruppen seinen Ansturm zvm Stehe«.

Westlich der Maas haben sich im Walde Dieulet KLmpst entwickelt. !

Des Kaiser; Dank an das Westheer.

WTB. Berlin, 5. Nov. An Heeresgruppe Deutsche^ Kronprinz! Bei meinem Wiedereintreffen im Großen Haupt« quartier hat mir der Feldmorschall von Hindenburg ernetl^ über dkr außerordentlichen Leistungen des Wescheeres in den letzten Monaten Vortrag geholten. Allen Führern und Trup^ pen spreche ick, meine wärmste Averkennimg aus. Ich denkej vor allem der Truppen an der Oise und Aisne, deren Tapfer^ keit die großen Pläne des Gegners zu nichts machten. Ich hege die feste Zuversicht, dnß die Heeresgruppe auch fernerhin ihre Pflicht tun wird. Wilhelm I. R. An die andere» Hee -nippen d *5 Westens hat der Kaiser ähnlich lautend^ Telegramme gerichtet. ^ ? *;<.*>>- <

Rußland erNSrt sich ,v Lechaadlungen bereit

TA. An» Moskau wird unterm 4. d. M. gemeldet: An S. November übergab der Kommifler für Auswärtige Angs^ legrnhekten, Tschitscherin, de» neutral:» 5!onsulen folg-rrda an die Negierungen Englands. Frankreichs, Italiens, Japans und der Bereinigten Staaten weiter zn leltende ErklSruugL Ihrem Mnnscke folgend, de m bewaffneten Konflikt zwlschr^ den russischen Truppen und denen der Machte ein Ende zn «<Ui chen, schlägt die rullische Regierung vor, Verhandlungen, zweckt Beendigung dieses Konflikts elnzuleiten und fragt d-mqematz an. wann und wo die Vertreter der beteiligtes Staaten zu diesem Zwecke zusammentrrten könnten.

A«? WMeutiAM.

Köln, 6. Nov. Das Reichsgericht hat den 36jahr., Kaust mann Karb May, aus Köln, zuletzt wohnhaft in Rees (Hol-^ land). wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Zuchthaus unb zehn Jahren Ehrverlust, seine Ehefrau und den Handlung^ gehilfen van Trienen wegen versuchten Landesverrats zir je 2'* Jahren Zuchthaus verurteilt. Karl May hatte sich im Mürz 1915 von Agenten des enalischen Nachrichtenbnre« ans bereden lassen, für Enaland Spionagedienste zu leisten. Er teilte mit. an welchen Stellen die Grenzüberwachung we Niger scharf lei, und berickKete über Truppenbewegungen uni über die Stimmung in Deutschland; er erhielt 20 000 Mar für seine Tätigkeit. Seine Frau, und van Trienen hatte:. eine Zeichnung über die Grenze bringen wollen, die jedoch keinen Wert hatte.

Mcrzig. 5. Nov. Das Schwarzwild zeigt sich immer noch in ganzen Nudeln. Kaum sind die Frischlinae zu Überläufern aeworden und bald beginnt schon wieder die Nauschzelt; st gebt das weiter. Wenn da nicht die Rudel dezimiert werden, nehmen die Schwarzkittel l.ld wieder überhand. Die^ev stellen den Wildschweinen so energisch nach, so aut es ohny Schnee eben aeht, aber es kommen wenig zur Strecke.

Neuß, 5. Non. In der Wohnung eines Bahnbeamte^ sind 10 Zentner Tabak. 3 aroße Rollen Leder. 49 Knäuel Mi«, litarnäh^arn und eine Rolle blaues Tuch beschlagnahmt wor. den. Die Sachen rühren teilweise aus einem Eisenbahndieb.! stahl bc-r.

MLrs, 5. Nov. In der Beraarbeiterkolanie Lintfort ba» ben von etwa 100 Familien, denen Saatkartoffeln von de«^, Genossensck)aft der Kleintierzüchter zn stehen, nur etwa 20 Be«! stellunaen ousgcgeben, weil sie in Anbetracht eines Einfalles der Feinde auf eine Bestellung der Felder verzichten wollen.! Gegen eine solche krankhafte, unbegründete Furcht kann nichtj scharf aenug St-ll-ng g-^ammen werden.

Homhrrg. 5. Ron. A"f Schacht 5 der Zeche Rhrinprew. ßen explodierte vorzeitig ein Sprengschuß. 3 Bergleute wur» den getötet.

Emmerich. 5. Nov. Die Straftammer verurteilte einen» hiesigen Schreinermcister zu 2730,60 Jl Geldstrafe, wett er? unter falscher Deklaration eine Anzahl Pakete aufgegeben hatte, die der Beschlagnahme unterliegende Lebensmittel ent» hielten.

Winterberg, 8 . Nov. Mährend überall, auch in der Um­gegend. die Grippe viele Opfer bereits gefordert hat, haben wir hier seither noch keinen Krankheitsfall mit tödlichem Ausgang zu verzeichnen. Man dürfte wohl nicht fehlgehew in der Annahme, daß auch die Höhenluft ihren wohltätige» Einfluß geltend macht.

ftller Welt.

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Gra^

Graf SchwerlN'Löwitz ch.

DTB. Der Präsident des 'Zlbgeordnekenhauses ^ von Schwerin. Löwitz ist Montag nackpnittag 4 Uhr tn seine«;

; Amtswohnung in Berlin seinem Leiden erlegen.

Hans Gcaf von Srbwerin. Herr auf Löwitz flm Kreß^ < Ankl-'m) und Maricnverth (tn Mecklenbr'rg^treitt^ wurde & \) 19. Mal 1847 zu Berlin geboren, erreichte vüthtn ein A!^.^^^ von 71 Jahren. Gr «vr ein alter Barlamentarier und yat sowohl dem deutschen Reichstage wie ai'ch dem preußischen Ab^eordnetenhause lange Ial)re ongehört. 19101912 wa^ er Reichstagsvräsident, ^'nd seit ekniaen Jahren Präsident des^ Abgeordnetenhauses. Er gelstrrte zur deutsch konservativen Partei. Die l'ninersitäl Berlin ernannte ihn 1910 zum LH» rendoktor der Philologie.

Bedauerliche Vorgänge tn Klek.

TU. Die K>ieier Zeitung berictüet' Am Sonntag nach mittag wurde auf dem großen Exerzierplatz in Kiel eine Ver-. sancmlung abgehatten, an der zahlreiche Marinemannschaften' »:nd Arbeiter beteiligt waren. Ein Führer der Unabhäng^grn^ hielt eine Ansprache. Nach Beendioung der Versammlung bildete sich ein Zug, der auf seinen, Wege zur Stadt die Leute aus der Kaserne an der Waldwiese aufncchm, worauf das In>. nere der Kaserne erheblich besckmdtgt und eine Anzahl Waf-i fen mitgenommen wurde. In der Stadt schlossen sich dem.

me viele Personen an, unter ihnen zahlreiche Matrosen.. W Menge beabsichtigte, nach der Mli! -^ Arrestanstalt zu ziehen und die dort untergebrachten Gefan cnen zu befreien..

> wurde jedoch an der Ecke der Karl- und der Drunsoik?r-s strafie durch Mitttär aus^elmlten, das die Menge aufforderie^ auseinanderzi'.gehen. Allein die Menge drang vorwärts und wich auch nicht zurück, als ciniae blinde Schüsse abgegeben! wurden. erfolgt: der Befehl, schirf zu sckAießen, dem>

l bedauerlicherweise eine Anzahl Menschen zum Opfer fiel.

, Es gab 8 Tote und 29 Verwundete. Den: Vernehmen nach) t sollen auch aus der Mew'" Schüsse gefallen sein.