rle N'NsstLellle im ZrskrrnU?.
WTB Berlin, 24. Okt. (Amtlich.) Im Menst $<?- Amd-r bade» die Mittelmächte rvrrd 440 090 DAT. für Entert Feinde nutzbaren HaudelsMsf-rainues vernichtet. Rach »euen Nachrichten sind «ußerüem »euer« 8COD0 Schiff-raum durch nufere kriegerischen MaßnahmeL schwer NeschLdiat in ftlndltchr Häfen eiirgcbrocht word.n.
Der Ehef des Admirslstsbes der Marine.
EnMck)e Kohlnnvt.
WTB. Der »Rieuve Äkotterdamsche Ecnrrant^ schrrrvt.
einer Persmnmlung der Vertreter der enolischen Ste.n- Solileiitubuftvle in Manchester führte Sir Artl^r Stanley Wu*, daß die Lage äußerst enifi fei. Wenn es nicht nnver- »imlich oetimae, die Bergbau Interessen -u sördenr, mürben hunderltausende Arbeiter der v-rschleden,ten Indujtt.irzweiao kil*it<Io* werden. Die Grubenarbeiter mu -ien dem peer kntioaen werden. Redner hielt das aber für absichtslos, fcir Jfrnn Ealthrop erklärte, das Steinkohieilproblem in Eng. fand wurde bicfcu Winter nicht gelöst werden tonnen, wenn Nicht &'.U> der Frieden geschlossen würde. Cr drang auf eine trifte Produktion unb warnte vor unnötigem Kohienver- brauch._ _
Hauses sowie die außechalb des Parlaments stehenden polltt- Parteiu) Mitglieder senden.
Die Schlesier gegen die Tschechen.
WTD. Der deutsche Volksrat in Tescl)en isielt eine aus ollen Teilen Ost-Schlesiens beschickte Bertrauensmännerver- sanmrlung ab, in der alle bürgerlichen und Arbeiter?.irteien, ,uch die Sozialdemokraten, vertreten waren. Die Versamm- ung nahm folgende Entschließung an: Der deutsche Volksrat ür Ost-Schlesien, in dem olle deutsch» Parteien verirrten ind, ninunt für die Deutschen Schlesiens das volle Selbstbe- ttarmunßsrcclst in Anspruch. Wir wenden auf die Iahr^un» »erte alte politische und kn.!turelle Gemeinschaft mit Deutsch- ^tcm-cich unter keinen Umstmrden verzichten und lehnen daher ede Eingliederung Schlesiens oder schlesischer Gebietsteile in ein zukünftiges tsä-echischsslowakischrs oder polnisch-s Staats, mcsen unter ollen Umständen und mit aller Entuchiedrnhelt ob. Die besondere nationale Schichtung, die gel^raphische Koge und die wirtschaftliche Dedcutung des Landes rechtfertigen die von der Schlesischen Volksparrei ausgestellte Forde- daß einem im Rahmen des von der Regierung beab- sichtigtcn österreichischen Bundesstaates ungeteilten Schlesien die fuiatlid>e Sonderstelluilg als rcichsmttteldares Gebiet ein- geräumt werde, wobei auch der Anschluß der benachbarten Gebiete uiit den gleichen Interessen Vorbehalten bleibt.
»BA!sovftadt.E
TU. R ch Meldungen aus Prag sollen amerikanische Slowaken den Beschluß gefaßt haben. Preßburg zur künftigen Hauptstadt der befreiten Slowaken! zu uwchen urrd es zu Hhven Wilsons Wtlfonstadt zu nennen.
Unruhen in Sofia.
TU. Nach einem Telegramm aus Sofia sollen in Sofia schwere Unruhen ausgebrochen sein. In der bulgarischen Hauptstadt soll es z-wifä-en bolschewistischen Arbeitern und der Polizei zu einer blutigen Schlacht gekommen sein. Man sprickst von 3000 Toten. Eine Bestätigung dieser Nachricht Hl noch nicht eingetrossen.
Keichktsg. '
' DTB. Berlin. 23. Olt. Präsident Fchrenbach eröffnet ble Sitzung um 2,20 Uhr. Alrg. Hanse (ilnabh. Soz): Deutschland hat sein Spiel verloren. Das Programm Hclao- laird-Pagdad ist zusammengebrochen. Das deutstl)? Volk fühlt sich belogen und betrogen. Meine Partei hat als einzige die Ereignisse oorausgefehen und voraus gesagt (Ledl>after W!> dersplnlch,) Die Friedensresolution sollte endlich begraben sein. Mit den Grundsätzen Wilsons paßt sie nicht uberern. Die gestrige Rede des Reicliskanzlcrs hat ebenso enttäuscht, wie die erste. Die Note ist unklar und zu unbestimmt, als daß man von ihr einen Waffenstillstand erwirken konnte. Don der neuen Regierung stammt dieses neue Friedensangebot nicht. Sie hat es von ihrer Vorgängerin übernommen, knndenburg und Ludendorff haben das Vaffenstillstandsange- bot gefordert gegenüber dem Bestreben, die nationale Verteidigung zu organisieren. Niemand im Hause kann anneh. men, daß wir später einen besseren Frieden werden erhalten können, als heute. (3uruf links: Docht. Die Ostpolitik Deutschlands ist zufammengebrochen. Uoerali rollen die Kronen über die Straßen; da soll Deutschland allein der Präger vieler Kronen und Krönlein bleiben. (Großer Lärm rechts und in dcr Mitte.) Das haben auch bürgerliche Blätter ausgesprochen. In konservativen Krelsckn ist gesagt worden, daß man in Deutschland nicht die Hohenzollernounostle opfern werde. (Widersprich und Rufe: „Hintertreppcnklatsch!")
Wenn Liebknecht und Dittmann entlassen woroen sind, so sollten auch Rosa Luxemburg und andere der Freiheit wieder- gegeben werden. Dir werden für die Vorlage eintreten, .nach der Abgeordnete in die Regierung eintreten können. jDie ganze Verfassung muß geändert werden. Für Wilson sind wir keineswegs begeistert. Sein Frieden wird die kapitalistische Gesellschaftsordnung nicht ändern. — Vizekanzler von Payer: Es ist kein Ausfluß des Kapitalismus und keine Torheit, wenn in diesen Ta-^n das deutsche Volk sich rüsten will für den schlimmsten Fall, für den Fall daß es mit Per- nichtung bedroht wird. Das ist Lebensnotwendigkett für das deutsche Volk, entspricht auch dem menschlicl-en und vaterlän- bischen Empfinden und ist gehandelt im Geiste der Männer, die das Deutsck>e Reich gesö>affen haben und die Deutschland groß gemacht haben. (Bravo!) Unsere innerpolitische Reform hat sich ruhig, fast geschäftsmäßig vollzogen Eine Koalitionsregierung war nicht möglich. Wir wären dann nach innen und nach außen nicht einig. Hinsichtlich der Reform im Iu° 'nern wären wir sogar recht uneinig, und sie ist notwendig, soll das Reich bestehen. (Bravo!) Woher sollt; eine Regierung vie nötige Kraft und das Vertrauen haben? Wir brauchen dieses Vertrauen im Innern, im Äußern und sogar bei unseren Feinden. Wir können deshalb niemand in der Regierung brauchen. der heute noch mehr für den Gewaltfrieden, als für einen Rechtsfrieden ist. (Sehr richtig!) Eine klare Scheidung zwlick)en Vergangenheit und Gegenwart ist not- wendig. Wir brauchen, um bestehen zu können, eine unzweideutige. ehrlich und gerade Politik. Sie allein kann uns weiter bringen. Den Herren von der Rechten wird das Un- angenehm scin.^ (Rufe rechts: Kriegseriatzl) Jetzt gehören sie in die Opposition. Sie werden dem Vaterlands mit einer loyalen Opposition dienen. Die Note ist jetzt in den Händen der Vereinigten Staaten. Wir warten auf die Antwort. Es wäre gefährlich, sich in Auseinandersetzungen darüber einzu- lassem Ein ^Vertrauensvotum des Reichstages kann der Re- . ^'ccrung nur angenehm sein. Wir sehen mit gutein Gewissen
rer ersten Entsci-eidung des Reichstages ois Gerichtshof en. (Beifall-) — Sli>g* Eipchel (Pols): Man hat es
nicht verstanden. Deutsch-Polen so einznrichien. daß die Polen sich Ger wch! fül,irn. Ausno-hinegesetze, Ausnahme behänd- Una' brutale Worte von der Regierung, B^mdmichklanen mschten drn Poikk, zum nicht glsiücherechtlgten Bürger des Stoaws. Wir sehen dem Recht.'.frieden vertrarrensvoll ent- vLgen. Mer es muß auch jede Gewalt aus der Vergangen- heit mrgeschlossen bleiben. — Abg. Graf v P o s o d o w s k y (d. k. P.): Die Trennung der vollziehenden von der gesetz- gebenden Geu»o.'r ist die unbedingte Grurrdlage des tonstktu- tionell-manarch^chen Systems. Die gohl der angeblichen Iu'.'ier ist in unserer Bernmltuna gering. Das Prmzip des französischen v.n-d rrrglischen Volkes Uxx\r\ man nicht ln unsren nationalen Geist aufnehmen. Ich lehne diesen Welt- büvgergetst für meine Perlon ab. (Sehr aut!) Ich bedauere, daß das preußische A^eordnetenharrs niä)t gleich das gleiche, allgemeine Wahlrecht angenonkmen hat. Deutschland mutz -nach auf^n stets als geschlossener Bundesstaat auftreien. es geht nüht an, daß sächchsche und bayerisch^ Gesandte neben den den lisch; n Gesandten irgendwo sitzen. (Sehr richtig!) Dre An.^!>ildung unserer Diplomaten muß geändert weft^en. W^-'nn wir El-saß-Lochringen verlieren, so trifft den deutzcl-cn Arbeiter der schwerste Schlag, gweidrittel unseres Ehenbe- darfs decken wir in Lothringen. Sechs bis sieben Millionen Menschen le^en von dieser Industrie. Auch die Kolivrodnktion von Mülhaus-en ist hochbodeutend. Am größten aber ist un- ser militärisches Interesse in Elsaß-Lothnnaen. Die Blamen dürfen wir nicht der Drangsalierung p,-pssgeben. Bisher sieben wir npch kein Jena in diesem 5kriege cr.lobt. Gorge ein mdsr dafür, baß nicht der Geist von Jena Platz greift. (Sryr gut!) — Abg. Dr. Ricklin (Elf.): Die eisaß-iochrmgrjcye Fratze ist eine internationale Frage geworden. Ware die Autonomie früher gewahrt worden, so wäre viel Unheil und -vielleicht auch dieser Krieg ve- *, .dert worden. — Abg. Hansen (Däne): Ich fordere ais Vertreter der dänischen Bevölkerung in: Namen des Rechts und der Gere6)tiokeit die Aus- fühnnrq öss 8 5 des FriedermVertrages zu Pr-.>q, imd dauüt bei dem bevorstehenden Fri^>ensfchluß die Regelung der nordschleswrgick>en Frage aus Grirnd des Selbstbestimmunos- rechts der Pdiker. In ganz Skandinavien verfolgt man mit Spannung die erwartete Gerechtigkeit von Deutschland. — Vizekanzler v. Payer erklärt, die Regierung werde sich nwrgen zur polnischen, dänischen und elsaß-lohtringischen Frage äußern. — Die Weiterberatung wird auf Donnerstag U Uhr vertagt.
Ksnseroativer Antrag sllr gleiche Beköstigung von Offizieren und Mannschaften.
fcX>, Wie dt- DerUner Blatter meiden hat die konservative Neichstagsjrebticn foixeudcn Antrag eingebracht: a) d-irrou? hsnzilwirken, daß die Löhuvp für Mouusch-aften und Unter- vffizicr? vom 1. Oktober 1L18 ad mindesten« verdovvelt uneins' angemessene Aufbesserung der G^.hölier für sämtliche Offiziere möglichst faUä durckigeführt wird; d) die gleiche Beköstigung von Ossizleren und Munuschaften durchzuführsn.
Mchel.
Miä-Ll, Du weißt nicht, was werden nmg — Miä-el. Du weißt nicht, wann Friedenstag — Oder wie oft noch der Feinde Tücke Höhnisch zerbricht dcr Verbindung Brücke.
Aber das weißt Du. daß nimnrermehr Leiden darf Heimat und Iutunft. Ehrl Und von dem'Iura zur Miterkant Jeher das Letzte noch gibt im Land,
Und zeichnet i e „N euntc'!
Else Kazmeier.
U
Berlin, 23. Ott. Am Realerungstisch Vizepräsident des Staotsministeriums Dr. Frledderg, ferner Dr. Drews und Kou'.missc.re. — Bor Eintritt in die Tagesordnung nimmt das Wort der Präsident Graf von Schrverin-Löwitz: Wohl noch nie zuvor ist dos preußische Abgeordnetenl)aus in einer so crn- sten und schweren Stunde zu seinen T>eratungcn zusonnnen- getreten wie heute. Als wir vor w^nig^n Monaten am 4.
zu setzen, wie vor!)er im Osten. Diese Hoffnung haben wü begral'en müssen. Sie ist zuschanden geworden durch ein immer übermächtigeres Anwachsen der aus allen Weltteilen gegen uns ausgebotencn feindlichen StreUkräfte und durch den unerwarteten Zusammenbruch eines unserer Verbünde- ten. Zwar steht auch heute unser heldenmütiges Heer noch ungebrochen in Feindesllmd. Aber der Feind pockst doch setzt im Westen so drotmnd an unsere Tore, wie vormals im Osten, ttnd wenn die angebcchnttn Friedensoerhandlungen abermals an dem ungezügelten Vernichtungswillen unserer Feinde scheitern sollten, so wird unser Voll noch einmal zu einem letzten entsck-eidenden Vertsidignngskalnpf auf Tod und Leben gezwungen sein. Ich glaltt^ an die ungebrocl/cne Widerstandskraft unseres Volkes, oder freilich nur unter einer Voraussetzung, nur unter der einen Voraussetzung, daß wenigstens jetzt in der Sttrnde der höchsten Gef-Hr des Vater- landes jeher Parteihader restlos unterdrückt oder zum mm- besten so lanae zurückgestellt wird. Denn nur in einer völlig geschlossenen "Einl-eitsftont werden wir heute uod) imstande sein, sowohl unserem Votte in der Heimat, ols^ unseren Kämpfern an der Front dcu todesuuttigen Verteidigungswissen und die zähe Widerstandskraft zu verleihen, deren es heuie zur Rettung des Vaterlandes und zur Erkämpfung eines ehrenvollen Friedens bedarf. — Erster Punkt ist die Beratung über die Wohnungsnot. — Abg. Hoffman« fSoz.) weist besonders auf die W^'hnungsnot in den Städten hin. Vor allem müsse man si'rr die heimkehrcndcn Krieger torgen. Wegen scharfer Ausdrücke gegen die heutige Staats- form wird Redner zweimal zur Ordnung geruseiu — Abg. Gronowsli (Zentr ): Es nmß anerk^mnt werden, daß der Staat auf diesem Gebiet schon viel gct. n bat. Der Kern der Frage ist die Beschaffung von Bauland. Das Wahnungs- elend ist hauptsächlich znrücizuführen auf den Bodenmucher, gegen den mit allen Mitteln cingeschritlcn werden nmß. Die staatlichen Behörden müssen dir Siedlni^gsgesellschaften un- terstützen. — Stnatskomrnifsar für Wobnungowesen Freiherr von E o e l s: Einzig und allein kann nur eine dane.nde Änderung des Wohnüngsbaues Abhilfe sch-rsfem Die Frage der Al'gabe billigen Baugeländes wird geprüft. Auch die Ge- ft lttrng der Preise für Baustoffe unterliegt behördlicher Einwirkung. Der Beschaffung von TVrugrld widmet die 4le- gierirng ihr Augenmerk durch BerciLstettung von Geldmitteln. $0 Missionen Mark sind vorgesel-cn jüc die Verbesserung der Wohnungen der b wisarbeilcr. Trotz mancher ^wierlg- keiten braucht nwn in der Wohnimgsfrage nicht pe' lniistisch ttt die Znilurft -u se>'N, — ’öU^j, H ne »ix«W sich
argen den F^skaffsnrus des Staates bek Abgabe wn Umb für gemeinnützige Wohnungszwecke, vor allem der ForfU Verwaltung, die auch sonst die ^Kriegskonjunktur auszu» nutzen suche, so beim Holzverkauf. — Nachdem noch Abw, Grundmann (kons.) gesprock-en, gehen die Anträge an oiq Wohnungskommission. — Es folgt die erste Lesung eineq Iugen.dftirsorgegejetzes. — Abg. Hofkmann (U. S.) vev^ langt reichsgesetziiche Regelung auf demokratischer Grund- löge. — Der Gesetzentwurf geht an eine besondere Kommission non 21 Mitgliedern. — Die nächste Sitzung bestimuck der Prä^ jident.
Fsidsr^nz des Parlamevtarismus w Bayern.
WTB. 2tach einer Meldung aus München wurde in deq Vorstandssitzung der Liberalen Arbeitsgemeinschaft eine Ent^ schiießung zu den Forderungen auf eine Neuregelung deq politischen Verbältnisse in Ba.rern angenomuren, worin mft allem Nachdruck bei der Nesm .r der Reichsratskommer ges fordert wird, daß eine entsprelbende Beschränkung der Zahl der crblktym Mitglieder zu^un Len der gewählten Mitgliedes erfolgt. Bei der Neugestottuag des Landtagswahlrechts müssq bei der von den Liberalen schon langst geforderten Verhalt, uiswahl die Gleichstellung der städtischen und ländlichen Wah ier unter allen Uruständen verlangt werden. Der Grunds^ der Teilnahme des Volkes an den Regierungsgeschöften könr, irur durch ein überwiegend parlamentavisches, polMsch veH' antwortiiches-Ministerium erftillt werden.
Eine Beichrarbeitssürlorge.
TU. Im bayerischen Landtage teilte der bayerische Mink fterpräsid' rt Dandl mit, daß die bayerische Regierung bei deW Reichsrrgierung den Antrag g?stsüt hat, eine Reichsarbeitr fürforge zu schaffen. Bei Fortdauer der Bedürftigkeit soH die FamUlennnterstützung nun bis zn 3 Monaten nach de Entlassung des Kriegsteilnehmers weiter geleistet werden.
In der Besprechung der Interpellationen forderte der Zen. trumeabaeordnete Oesei unter wiederholter Zustimmung der Hauses ein »Los von Berlin^ in allen wirtschaftlichen Fragest! und vollkommene Selbständigkeit auf wirtschaftlichem Ge^ biete. Bayern brauche Berlin nicht. Es könne seine großen! wirtschastlichea UuLernehmunmgeu auch mit neutralem Kupp Lul ausfähren.
Die sächsischen Konservat-ven für das gleiche Wahlrecht
WTB. Aus Dresden wird gemeldet: Die konservative Fraktion der zweiten Standekammer hat einstimmig einew Beschluss gefaßt, der sich für die EinfU)vmng des allgemeknenL und gleichen Wchirechts in Sachsen ausspricht. Der konser^ rx tloe Laildesvercin billigte in seiner gestrigen Sitzung diesen Beschluß und drückte den Wunsch aus, daß das allgemeine und gleiche Wahlrecht ohne jede Sicherungen, aljo ohn/ Zusatzsiimmen und ohne Verhältniswahl, herbeizufichren fei.
Dle Selbstäudigkeit des Baltikums.
TU. Der in Riga tagende ständige Ausschuß des vereinig^ tvn Lanüesrats von Estland, Livland, Riga und Osel hat als^ Exekutivorgan der souveränen Gewalt dieses Landes ein» stimmig den Entschluß angenommen, wonach mit Bezug auf^ die Landesratsbeschlüsse v. 12. 4. unverzüglich Schritte zu tun! sind, um die baltischen Länder zu einem einheitlichen, monar, chisttsch regierten Staat zusammenzufassen.
Ans Westdeuttchlülr-.
K3!^ 24. Okt. Infolge des Mangels an Dahrlehns« kaffenjchetncn und Reichsbanknoten hat sich auch die Stadt! Köln entschlossen, Notgeld in Stücken zu 5, 10, 20 und 50 auszu geben.
Rheydt. 24. Okt. Eine hiesige Famllte erhielt anfang September vom Regiment die Mitteilung, daß ihr Sohn Arras gefallen i .. Eine Todesanzeige wurde erlassen un« ein Traueromi für den Gefallenen gehalten. Nun triff» von dem angeblich Gefallenen selbst eine Nachricht aus Eng^ land ein, dass er sich dort verwundet in einem Lazarett befinde^
Kleve, 24 Okt. Vorgestern früh in der 3. Stunde brach ln Ealcar in der altehrwürdigen, durch ihre reichen ftrniftj stütze weithin berühmten katholischen Pfarrkirche »Zum heilig gen Nikolaus^ Feuer aus. Der Turm des 1460 vollendeten! herrlichen Gotteshauses wurde ein Opfer der ra,senden Flam^ men und stürzte nach innen ein, sodaß die befürchtete Aus«! breit.ing des Brandes auf die Stadt glücklicherweise verhü^ tet blieb. Während der Turm bis zur Galerie samt den geschmolzenen Glocken abgebrannt ist, wurden die Schiffst nur unwesentlich beschädigt. Die hervorragenden KunstschützL der Kirche sind alle erlialten göblleben.
Dortmund, 24. Okt. Gestern abend 7 Uhr hat auf best Zeche Dorstfeld 2-3 in der dritten westlichen Abteilung eins Schlagwetterexplosion stattgefunden. Vier Mann sind fctf un- 14 verletzt, zwei Mann werden noch vermißt.
Iserlohn, 24. Okt. Eine schwere Fahrt hat der heirnge^ kehrte heimische Lazarettzug „T. 3* hinter sich. Auf einer^ Station in Belgien stieß er mit einem Flüchtlingszug zusam^ inen, wodurch drei Wagen des Lazarettzuges in Trümmer gingen. Ein Glück ist es, daß trotz der Belegung nicht eine Person zu Schaden gekommen ist. Während der Umladung mußte »T 3" noch einen Fiiegerongrisf aushalten. Die ab* geworfenen Bomben konnten keinen Schaden anrlchten.
Telgte, 24. Okt. Auf dem hiesigen Baynhos wurde eine, gewerbsmäßige Händlerin aus Düsseldorf abgefaßt, die über 25 Pfund Blrtrer, 50—60 Pfund Schwarzbrot und über 2L Pfund Speck bei sich hatte. — Gestohlen wurden einem im> Felde stehenden Lehrer feine sämtlichen Zivilanzüge, in dieser. Zeit immerhin ein Schaden von 1500—1800 «A.
Aus aller Welt.
TU. Der Reichskanzler Prinz Max von Baden ist an einer leichten Grippe erkrankt.
Dresden. 24. Okt. Der Dresdener Magistrat hat infolge übermäßiger Zunal>me der Gvippeerkrankungen und Todes«) falle von jetzt ab die Schließung sämtlicher Theater, KinotheoH ter, Konzert säte und des Zirkus verfügt.
Deutsch-osterrelchische Abordnung tn Berlin.
TU. Im Namen der deutsch-österreichischen Natroualver- smnmlui'g begibt sich eine Abordnung nach Berlin, uw mit! dcu nmßgebcndcn Stellen Deutschlands über die für Wieit' und Deiltsch-Osterreich höchst kritisch gewordene Errmhrungs», frage zu beraten und dringende Hilfe zu erbitten. Bon Ber-l »in aus begibt sich die Abordnung nach Dresden. Es steht, fest, das; die Stadt Wien höchstens noch bis Mitte November die Rationen an die Bevölkerung verteilen kann, da die Zufuhren gesperrt sind und einzelne Bahnen nicht mehr funktio«, nierew. weil sie nicht mehr den Anweisungen des Wiener Ei>» selUtahzimintstLriums folgen ivollen.
Erdbeben.
TU. In Gucrtemala hat ein Erdbeben stattgeftmden, wobei'
Machen -eistet und auch Eigeutum ztttzört wqs&fc


