Ausgabe 
22.10.1918
 
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Aus Staat und Cand.

* Einschränkung des Eisenbahnverkehrs.

Um die große Zahl d?r Transporte bewältigen zu können, die zur Versorgung bcc Bevölkerung und des Heeres mit Lebensmitteln, insbesondere mit Kartoff. ln und Kohlen nötig sind, und um die im Heersintercsse an die Eisen­bahnen gestellten gewaltigen Anforderungen ohne Stok- kung erfüllen zu können, hat cs sich als erforderlich erwiesen, von heute ab für einige Zeit ein' starke Ein- chränkung der Eisenbahnverbindungen für den öffent­lichen Berk hc vorzurehmen. Eine Bekanntmachung im 3 Blatt führt die in unserem Bezirk ausfallenden Züge auf. Während der Zeit der Einschränkung jedes unnö­tige Reisen zu unterlassen und die Eisenbahn nur in den äußersten Notfällen zu benutzen, ist dringendes Gebot für alle.

Inr 9. Kriegsanleihe. Trotz der nicht günstigen polittschcn Gesamt-iage gchl die Zeichnung dcr 9. Kriegs anleihe gut voran. Nur läßt die Beteiligung des Pr i v a t p u b l i k u m s und des L a n d c s Zu wünschen übrig. Dtan ist in diesen Kreisen vielfach der irrtümlichen An­sicht, daß bares Geld und Sparkossenguthaben sicherer sind als Kriegsanleihe. Dies ist ein Irrtum, denn auch die Banken und Sparkassen stellen die Barmittel dem Reiche zur Verfügung. Papiergeld ist nicht sicherer als die Staatsschuld. Man säume daher nicht und stelle dem Reiche seine Mittel zur Verfügung. Es ist kein Opfer, sondern eine hochverzinsliche, mündelsichere An­lage. Die Zeichnungssrtst wurde bis 6. November verlängert.

* Mütter stufe Frauen ersehnen die Heimkehr ihrer Lieben aus der Schlacht- und Kriegsnot. Den Weg zum Frieden zeigt unser Angebot an Wilson. Wenn wir ihn erfolgreich gehen wollen, dann muß unsere Front sitzt erst recht stark bleiben. Könnte der Feind durch große Gefangenenbeute uns tatsächlich schwächen, dann würde ec ruf die von uns gezeigte Fliedensmöglichkeit verzichten; dann würde ec im Glauben, uns vernichten zu können, bestärkt werden. Dies zu vermeiden, ist in die Hand unserer Söhne und Väter an der Front gege. ben; sie müssen durch den entschlossenen Willen, fest und uneZchüttect zu bleiben, dem Feinde den Wahn nehmen, daß cr uns zu Boden werfen und einen Frieden dtk tieren könne, der unserer Vernichtung gleichkäme. An euch, ihr Mütter und Frauen Deutschlands, ist, denen draußen den Rücken zu stärken im Kampfe um unstre heiligsten Güter. Rur Festigkeit bietet für euch, ihr Mütter und Frauen, die Gewähr für einen baldigen Frieden.

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* Eine gute Anleitung für diese Kartosfelpflege gibt die vom Kriegselnährungsamt herausgegebene kleine Schrift von Gkheincrat AppelDie Kartoffel, lagerung", die im Verla-e von Reimac Hobbing, Berlin SW. 61, Großbeerenstraße 17, erschienen ist.

Gießen Gestern haben feindliche Flicger in unserer Gegend Bomben abgcworfen. Es kam zum Lustkamps, wobei ein englisLes Flugzeug brennend zur Erde stürzte. Die Insassen sind tot.

Gießen. Der Ehrenbürger der Stadt Gießen, Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Gaffky, ist in Hannover gestorben. Gaffky, der ehedem hier UniversitätLplofessoc war und dann Robert Kochs Nachfolger im Berliner Institut für Infektionskrankheiten wurde, erhielt den Ehrenbücgerbrikf für seine hervorragenden Verdienste um das Gesundheitswesen Gießens. 11 a. war er auch der Urheber der großen städtischen Kanalisation.

Gießen. Am 16. Oktober starb hier an den Folgen einer Krankheit, die er sich iin Felde zugezogen, Regie- runqsbaumeistec a. D. Karl Schön, der Erbauer der hilsigen Heil- und Pflegeanstalt, einem Bau von großer künstlerischer und sanitärer Bedeutung. Sein letztcs Werk war der mit dem 1. Preis gekrönte Entwurf zum Umbau der alten Klinik zum neuen Stadthause Oec Sladt Gießen.

Kufeingen Während der Damwildbcunst findet in den hiesigen Wäldern der Abschuß einer großer! Anzahl von Damhirschen statt.

* Kingen. Wegen der übeehandnehlnendcn Ein­brüche ln der Stadt müssen die Wirtschaften um 11 Uhr abends schließen. Wer nach 11 Uhr noch auf der Straße von den Sicherheits-Patrouillen angetroffeu wird, muß sich über seine Persönlichkeit ausweiscn können, sonst wird er verhaftet Die weinfcöhlichen Bingener hatten schon längst im Interesse der Lichtersparnis früher nach Hause gehen sollen.

* Oker - Ingelheim Die Gemeinde mußte im letzten Sommer der Laudeseierstelle l2,000 Eier mehr liefern als vorgescheiebcn waren, brcchte sie aber trotz­dem auf. Monatelang lagerten dann die Eier zu Mainz, wodurch sie natürlich verteuert wurden, im Nähwert jedoch sanken. Jetzt schickt mau aus Mainz die Eier mtedec nach hier zurück, die Gemeinde muß aber j-'tzt mehr dafür bezahlen, als sie damals erhielt. Der Schaden beträgt 1500 Mark. Und das nennt man Organisation!

Frankfurt a. M. Der nach Kricgsschluß zu ec> wartende Bedarf an Kleinwohnungen ist für Frankfurt auf 3500 berechnet worden.

Gkerlahristeirr Wurst wider Wurst dachte die hiesige Polizei, als sie gestern eine auf der Turchfahrt nach Riederlahnstein begriffene Fuhre Kartoffeln beschlag­nahmte, nachdem tags zuvor die Braubachec in ihrem Wcichbilde eine für Oberlahnslein bestimmt gewesene Fuhre Kartoffeln gekapert hatte.

Verantwortlich: Al bin Klein, Gießen.

Vekairntiiraekrr

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Die Krist für Sie Mnahme öer Zeich­nungen auf üie 9. Kriegsanleihe ist um 14 ^ags, S. h. bis einschließlich üen 6. November, verlängert worden.

Berlin, im Oktober 191s

Reichsbank-Direktorium

Ravenstein v. Grimm

Bekanntmachung.

Aufgrund dcr §§ 11 und 12 der Verordnung üb.r Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917, Reichs­gesetzblatt S. 307, wird bestimmt:

8 1.

Folgende Bekantmachungcn werden aufgehoben:

Die Bekanntmachung über Frühobst für die Bundes­staaten Bayern. Württenberg, Baden, Hessen, Elsaß- Lothringen und Sachsen vom 10. Mai 1918.

8 2 .

Die Bekanntmachung tritt drei Tage nach ihrer Ver­kündigung in Kraft.

Berlin, den 14. Oktober 1918.

belcftzslellr für 6 emüse und Obft

Der Vorsitzende von T i l l y.

BeZanntmachnug.

Krachtstückguter werden am 23., 24. und 25. Oktober 1918 von den Stationen des Direktions­bezirks Frankfurt (Main) zur Beförderung nicht angenommen.

Frankfurt (Main), den 21. Oktober 1918.

Königliche eifenbabndireRiion Tranfmm (Main).

BekKNNtmKchzmg.

Wir weisen wiederholt darauf hin, daß die

Zahlungen für sämtliches Vieh, das zur Schlachtung abgegeben wird, ausschließlich durch den Oderhessischen Viehharrdelsverband direkt auf die von dem Verkäufer gewünschte Kasse oder Bank erfolgt.

Wenn die Zahlung durch den mit der Ablieferung betrauten Händler oder auf eine sonstige Weise ange- boten wird, bitten wir nicht darauf einzugehen und uns Mitteilung davon zu machen, da in solchen Fäl­len der Verdacht besteht, daß die Tiere nicht an uns abgeliefert werden, sondern im Schleichhandel ver­schwinden.

Gießen, den 18. Oktober 1918-

OberberfiFcber Ulebbandeiswband

Der Vorsitzende

Prof. Rosenberg.

für eint Ewälilge Pnlomabrik

wird eine Anzahl

Frauen und Mädchen

««FHCbl.

den

Auskömmliche Verpflegung wird gewährt. Näheres durch

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