M§ Stadr m Han!
Wenn eine Krirgsmendung kommt. Es Hot nicht an wiederholten Warnungen gefehlt, der Verschwendung des schnell und reich verdienten Geldes ein Ziel Zu setzten, Nch vor tollen Spekulationen im Kriegsgewmn zu hüten. 3/tzt ist ubercaschend schnell die Möglichkeit von Waffenstillstand und nach angemessener Zeit von Friedcnsvcr- handlungen nahe gerückt.. Die hochbezahlten Arbeiter der Kciegöbetriebe, der Munitions-Werkstätten stehen also unter Umständen vor einer Neureguliecung bezw. Einschränkung, und für die Kriegsspekulanten kann auf den ungemessenen GewinnZein Abstieg, rin Krach folgen, wenn der gesunde Menschenverstand zu wenig berück stchiigt wird. Die Geldetnheimser, die sich den gewinnbringenden Krieg gefallen ließen, müssen jedenfalls mit anderen Tagen rechnen, denn Deutschland hat die Ein- ffcht gewonnen, daß es sparen muß, daß alle sich wieder nach der Decke strecken müssen. Dabei ist noch nicht beachtet, daß alle die Hunderttausende von Feldgrauem dle noch in der Front stehen, einmal wieder nach Hauff kommen und Arbeit und Verdienst haben wollen. Die Wendung im Kriege bedeutet auch die Wendung im Geldausgeben.
Die Berufsaus - und Berufsumbildung der Kriegsbefcbädigren,
©(§on in den letzten Friedensjahrcn wurde mehr und mehr die Erfahrung gemacht, daß auch stark verkrüppelte Menschen tn großem Umfange arbeits — und erwerbsfähig gemacht werden können sofern nur Aus- bildungsstätten hierfür geschaffen werden und bei dem Verkrüppelten selbst der energische Wille vorhanden ist, die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Hier- von ausgehend hat man im Kriege vielfach mit größeren Hcimatlazaretten sogenannte Aniernwcrkstätten verbnn den, in denen unseren Kriegsbeschädigten Gelegenheit gegeben ist, sich noch während des Lazarcttaufenthalrcs in ihren alten Beruf wieder einzuüben oder sich für einen neuen Beruf vorzubereiten. Ein solches Werk statten — und Bcrussllbungslazarctt ist von dem Landes- auSschuß für die Kricgsbeschädigtenfüisorge im Verein mit der Militärverwaltung auch im Großh. Hessen in Gestalt des Reservelazarelts Technische Lehranstalten in r,ssenvach geschaffen worden, das unter der ärztlichen Leitung des Herrn Oberstabsarztes Dr. Rebentisch uid unter der technischen Leitung des Herrn Professor Eber- hardt steht. Das Berufsübungslozacett Offenbach bringt auch in geeigneten Fällen unmittelbar bet Offenbacher Bercrebsunternehmer Kriegsbeschädigte - zur Anlernung unter; diese werden Ihrer Arbeitsleistung entsprechend bezahlt und können sich somit in der eigentlichen Beruss- arbeit von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen. Bon der in Offenbach gebotenen Möglichkeit, sich beruflich ein — und umzuschulen, können nicht nur Lazacettin- .asien, sondern auch solche Kriegsvcrletzte Gebrauch machen, die bereits aus dem Heere entlassen sind. Auch können m geeigneten Fällen Kriegsbeschädigte aus anderen Lazaretten zur beruflichen Ausbildung nach Offenbach verlegt werden. Zu den Kosten, die dann entsteh n, Umnn bereits aus dem Heere entlassene Kriegsbeschädigte von den Offlnbacher Einrichtungen Gebrauch machen, .eistet der Landesausschuß für die Kriegsbeschädigten- für,arge in Darmstadt gegebenenfalls angemessene Zu- schusse. Neben den Technischen Lehranstalten in Off'en- bach haben sich auch fast alle übrigen gewerblichen Untecnchtanstalten des Großherzogtums in den Dienst der Berufsaus — und Umbildung unserer Kriegsbeschädigten gestellt und sich um deren berufliche Förderung verdient gemacht Ebenso sind mit Unterstützung des Landesausschusses von den landwirtschaftlichen Schulen in ^roß Umstadt und in Michelstadt Lehrgänge für landwirtschaftliche Kriegsbeschädigte mit gutem Erfolg adgehalten worden. Es wäre nur zu wünschen, daß diese Bestrebungen bei den Kriegsbeschädigten selbst mehr gekannt und gewürdigt würden. Die nöligen Auskünfte, insbesondere auch darüber, in welchen Fällen und in lv.scher Weise die bürgerliche Kriegsbeschädigtenfücsorge gelolrche Unterstützungen zu den Ausbildungskosten gewahrt, können jederzeit bei den örtlichen Ausschüssen für die Kciegsbeschädigtenfülsorge eingeholt werden.
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_ ** Die „Deutsche D i ch t e r - G d ä ch t n isst rftung", welche ihren Sitz in Hamburg-Großborstel hat verfolgt seit fast 20 Jahren als Zweck: hervorra- cendcn Dichtern durch Verbreitung ihrer Werk- ein Denkmal im Herzen d.s deutschen Volkes zu setzen, Haupt- jächlich durch Verbreitung des gedruckten Wortes. In letzter Zeit versucht diese Vereinigung diesem edlen Zweck nun auch durch das gesprochene und das gesungene Wort in hierzu veranstalteten Dichter abenderr nachzukommen. Aus dem Inseratenteil der heutigen Num- mer i,t zu entnehmen, daß solche Dichterabende auch hier l» Gießen vorgesehen sind. In der heutigen Kriegs,'.eit ^ p3 viele Menschen geben, die gern etwas
anderes hören wollen und darum ist dem Dichterabenden ln Gießen ein volles He us zu wünschen.
flmfliebe deutsche Tagesberichte.
B3t&. GcotzesHauptquarticr, 18 . Ott. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
In den letzten Tagen haben wir Lei'? von Flandern und Nordfrankreich mit den Städten Ostende, Tonr- coino Roubaix, Lille und Douai geräumt und rückwär- -ae minien bezogen. Zwischen B'ügge und der Lvs lUc f der Feind gestern vielfach mit stärkeren Kräften Vr wurde rbgewtcsen. Englische Kompagnien, nördlich von Korrctk über die Lhs vordrangen, wur
den im Gegenangriff wieder. zuräckgOvorfin. Oestlich von Lille und Douai besteht nur !o r c GefecktSfühluna mit dem Gegner.
Zwischen Le Cateou und der Oise ist die Schlacht von neuem entbrannt. Engländer, Franzosen und Amerikaner suchten wiederum unter Einsatz gewaltiger Kampfmittel unsere Front zu durchbrechen. Beiderseits von Le Cateau sind Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert. O-rtllche Einbruchstellen wurden im Gegenstoß wieder gesäubert Zwischen Le Cakcau und Aisonville drang der Gegner an einzelnen Stellen in unsere Linien ein. Nach wechselvollcm Kampfe brachten wir den Feind vor unserer Artillerie an der von Le Cateau nach Wassigny süßenden Straße, bnLaVallee Mulätre Menuevrot sowie noröstlich von Aisonvillezum Stehen. Wo der Feind darüber hinaus vordrang, Waisen ihn unsere Gegenstöße wieder zurück. Aisonville und die südlich anschließenden Linien wurden gegen mehrfachen Ansturm des Feindes gehalten. Auch am Nachmittag sind vor ihnen erneute Angitffe gescheitert. Eb nso blieben die gegen die Oiscfront nördlich von Orlgny gerichteten feindlichen Angriffe ohne Erfolg.
An der Aisne setzte der Gegner seine heftigen An griffe östlich Olizy fort. In hartem Kampf wurde er abgewiesen. Preußische Jäger führten westlich von Gcandpce, Brandenburger und Sachsen auf dem Ostufer dec Maas erfolgreiche Angriffsunternehmungen durch Der Erste Gencralquartiermcistex: L u d e n d o r f f.
Berlin, 18. Ott, abends. Zwischen Le Cateau und der Oise sind erneute Durchbruchsvcrsuche des Feindes gescheitert. Auch in Flandern nördlich der Lhs und an der Aisne beiderseits von Bouziers und westlich von Graudpce wurden heftige feindliche Angriffe abgewirsen. An der Maas ruhiger Tag.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 20. Oktobcr, (21. nach Trinitatis.)
Erntedankfest.
Gottesdienst.!
In der Stadtktrche. Vormittags 9 1 /, ltöc: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kindeckirche für die Matlhäusgemetnde. Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr Pfarrer Schwabe.
In der Johanneskirch e. Vormittags 9^/. Uhr Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kindcr- kirche für die Lukasgemeindc. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Mittwoch, den 23 Oktober, abends 8 Uhr:Krtegsbetftunde. Psa.rer Bech- tolsheimcc.
Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen.
BetsmmMachZmg
über den Absatz von Dürrobst.
Auf Gcur?d dec Verordnung über die Verarbeitung von Gemüse und Obst vom 23. Januar 1918 (Reichs' Gcsetzbl. S. 46) geben Win hiermit bekannt, daß der Absatz von Dörrobst aus fcühecec Ernte als dec dies- jähcign nur noch bis zum 15. Oktober 1918 gestattet ist. Nach diesem Zeitpunkte dacf Dörrobst aus früheren Ernten durch den Erzeuger ebenso wie durch den Handel nicht mehr abgesetzt werden. Nur wer im Jahre weniger als 20 Doppelzentner Dörrobst nicht gewerbsmäßig herstellt, bleibt von diesem Absatzverbot unberührt. Doch wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß jeder weitere Absatz von Dörrobst, welches von solchen Herstellern erworben wurde, unter das obige Verbot fällt und stcasbär ist, wie jeder Handel mit Dörrobst überhaupt.
Wer Dörrobst aus früheren Ernten im Besitz hat und es nicht selbst verbrauchen will, kann es zum Kaufe anbieten.
Auf das in unserer Bekanntmachung vom 25. Juli 1918 (Reichsanzeiger 180) veröffentlichte Absatzverbot für Dörrobst aus der Ernte 1918 wird bet dieser Ge- legenheit erneut hingewtesen.
Ausgenommen von den vorstehenden Vorschriften ist der Absatz von Dörrobst an die Stellvertretende Intendantur des IX. Armeekorps in Altona und an die Zentrale für. bi* Beschaffung der Verpflegung der Marine in Berlin W. 10, Königin Augustastraße 38/42.
2118 Dörrobst im Sinne dieser Bekanntmachung sind anzusehen getrocknete Achsel, Birnen, Pflaumen und Zwetschen sowie jegliches Dörrobst, das getrocknete Früchte dieser Arten enthält.
Berlin, den 30. Schtember 1918.
Ylieg§gese!!scftM fiir ölWfconferwn mH Marmeladen m. b f>.
Dr. Lehmann. Klein.
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(Sitz Hamburg-Grossborstel)
Neue Aula der Universität,
pünktlich 8 Uhr
(stets Donnerstags).
24 Oktober: Hessischer Abend. Sprecher: Regisseur Karl Vo 1 ck. Giessen und Schauspieler Willy Umminger, Frankfurt a. M.
12. Dezember: Gedächtnisfeier für im Kriege gefallene Dichter. Sprecher: Professor MarxMoeller, Hamburg.
20. Februar: Frauenschicksale. Frauenseligkeit und Frauenleid im Spiegel der deutschen Dichtung. Sprecherin: Helene Fernau, Berlin.
27. März: Gottfried Keller-Abend.
Preise : Einzeikarten 0.75 Mk., 1.50 Mk., 2.50 Mk.,
Gruppenkarten (alle^Abende zusammen) mit 20°/ o Rabatt also 2.40 Mk., 4.80 Mk., 8.— Mk.
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Verkauf durch Ernst Challier, Musikalienhandlung.
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Frankfurt (Main), den 14. Oktobcr 1918.
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