Ausgabe 
8.10.1918
 
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Druck der Gießener Verlagödruckcrei, Albin Klein.

Sir. 9V.

e l e p h o n Nr. 362.

Dienstag, dm 8. Oktober 1918

e l e p h o n Str. 383.

31. Jahrg.

Die FrvNt im WestsK standhaft gegen mehrfache Nebsrzahl.

Mkiicbe üeulsede Case$btricbft.

Berlin, 4. Oft. Im Sperrgebiet um England vensekten unsere U-Boote 23 OVO Brultoregisterlonnen, darunter 2 Tankdampfec.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wib. GroßeSHaupLquartier, 5. Okt. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

In Flandern wurden erneute Angriffe des Feindes gegen Hoogkcde und Noesclare abgewicsen. Gegen unsere neuen Linien östlich von Armentieres ist dcr Feind übcr Bois GrcnierFournesWingles und über die Bahn dicht östlich von Lens gefolgt. Bor Cambrai zeitweilig auflebende Artillecictcitigkeit.

Heeresgruppe Boehn.

Der Engländer setzte beiderseits von Le Catclct seine starken Angriffe, fort. Ec nahm Le Catelet. Die Höhen nördlich und östlich der Stadt wurden gehalten. Der in Beaurevoic eindringcnde Feind wurde im Gegen­stoß wieder geworfen. Nördlich von St. Quentin griffen die Franzosen zwischen Scquehart und Morcourt an. In LcSdins und Morcourt faßten sie Fuß. LeSdins nahmen wir wieder An der übrigen Front und südlich von St. Quentin scheiterten die feindlichen Angriffe vor unseren Linien.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz- und Gal!Witz.

Franzosen und Italien-.r griffen erneut in Teilvor­stößen und in einheitlich gejühUem Angriff unsere Stel­lungen auf dem Rücken und an den Hängen des Chemin- des Dames zwischen Stilette und ArLne an. Schlcswig- holsteiniscbe und württembergische Regimenter brachten die Angriffe zum Scheitern. An dcr Aisne- und Kanal­front sehr rege Eekundungstätigkcit. Oestlich von Reims haben wir in vorletzter Nacht unsere vorderen Stellungen zwischen Prunay und St. Marie ä Py vom Feinde unbemerkt geräumt und rückwärtige Linien bezogen. Der Feind ist gestern über PrunayDoutrienSt. Souplet gefolgt. Auf dem Schiochtfclde in der Cham­pagne nahmen wir im Gegenangriff die noch im Besitz des Feindes verbliebenen Teile des Höhenzuges nord­westlich von Comme-Ph w eder. Rach stärkster Feuer- Vorbereitung griff der Feind beiderseits de von Somme-Py nach Norden führenden Straffe in breiter Front an. Unter schweren Verlusten für den Feind sind seine An­griffe gescheitert. Brandenburger und Schleswig-Hol­steiner, Gardesüsiliere,pommelsche,badenscke und rheinische Regimenter zeichneten sich bet der Abwehr des FeindeH besonders aus. Beiderseits der Aisne Artrllertekampf ohne Jnfanterietätigkeit. Zwischen den Argonnen -und der Maas hat der Amerikaner gestern erfolglos ange­griffen. In den Argonnen und am Ostrande des Waides schlug wüxttemberaische Landwehr seinen mehrfachen Ansturm ab. Oestlich der Aire stieß ec bis in Höhe von Exermont vor. Der Ort selbst, der vorübergehend vor- locen war, wurde wieder genommen. Beiderseits von Gesnes wiesen badische, elsaß-lothringische und westfälische Regimenter jeden Ansturm vor ihren Stellungen ab. Besonders schwer waren die amerikanischen Angriffe, die sich beiderseits dec Straße Monrfaucon-Bauthevllle gegen das Waldgelände südlich von Eunel richteten. Wo der Feizid vorübergehend m unsere Linen erndrang, warf ihn sofortiger Gegenstoß wieder zurück. Das In­fanterie- Reginlent^ 458 zeichnete sich hierbei besonders aus. Auf dem äußersten linken Flügel des Angriffsfeldes haben bayerische Reserve Regimenter ihre Stellungen voll behauptet. Der Kräfte-Einsatz des Amerikaners bei seinen gestrigen Angriffen an Panzerwagen, Infanterie und Artillerie war außerordentlich stark, seine blutigen Verluste waren außergewöhnlich hoch. Bei Abwehr feindlicher Panzerwagen zeichneten sich besonders aus: In Flandern Leutnant Becker vom Feldactillerie Regt 16, die 3. Batterie vom sächs. Fußart «Regt. 19 unter Leut­

nant Postrenecky, Vizefeldw. Witt der 2. Batterie dom Fußart-Batolliön 127, Oberleutnant v. Glas und Leut­nant Encker der 9. Batterie Bayer. Feldart. Regt. 8. In der Champagne und an dec Maas Leutnants Rik- laffer und Stehlin vom 4. Garde-Fcldart.-Regt., Leut­nant Schäfer vom Feldart. Regt. 4 Unteroff. Rackowski von dcr Minen Werscr-Korrpagnie 173, Leutnant Grothe vom Feldart.-Regt. 229.

Wir schossen in den beiden letzten Tagen 65 feind­liche Flugzeuge ab. Leutnant Bäumer erlang seinen 40. und 41. Luftsieg.

Der Erste Generalquactiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 5. Okt., abends. Nördlich von St. Quentin und in dcr Champagne wurden sämtliche feindliche An­griffe abgewiesen. Ebenso ist zwischen den Argonnen und der Maas der mit starken Kräften-fortgesetzte An­sturm der Amerikaner gescheitert.

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wtb. Großes Hauptquartier, 6. Okt. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

In Flandern und vor Cambrai ruhiger Tag. Rege Eckundungstättgkeit an vielen Stellen der Front.

Heeresgruppe Boehn.

Wir gaben in vorletzter Nacht den zwischen Creve- court und Beaurevoic an dem Kanal in Linie Banteux- 'Le Catelet vorspringenden Stellungsbogcn aus und nahmen die dort stehenden Truppen in rückwärtige Linien zurück. Engländer und Franzosen setzten ihre Angriffe zwischen Le Catelet und nördlich von St. Ouentin fort. Beaurevoic und Montbrehain blieben in ihrer EHand. An dcr übrigen Front sind ihre Angriffe vor unseren Linien gescheitert. In den Kämpfen bei Beaurevoic zeichnete sich das Nejßrvl-Jnfantirie-Regiment 56 unter seinem Kommandeur Major v. Lübbecke besonders aus.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Erneute Angriffe der Franzosen und Italiener am Chemin des Dames wurden abgewiesen. In Fortsetzung der am 3. Oktober begonnenen Bewegungen östlich von Reims und beiderseits dec Suippes haben wir in vor­letzter Nacht auch unsere Stellungen am Brimont und Berru geräumt und rückwärtige Linien bezogen. Der Feind folgte im Laufe des Tages. Wir standen am Abend mit ihm an der Suippes beiderseits dec Straße Reim^-Reufchatel bei Lavannes-Epoye-Pont Favergec und an der Arnes in Gefechtsberührung. Zwischen der von Somme'Py nach Norden führenden Straße und östlich von Liry griffen Franzosen und Amerikaner erneut mit starken Kräften an. Wir haben nach schwerem Kampfe unsere Stellungen restlos behauptet. Das west­fälische Jnfantecie-Negiment 55 und das wcstpreußische Infanterie Regiment 149 zeichneten sich hierbei besonders aus. Die 199 Jnfanterie-Division schlug den in 15 Wellen tief gegen die Ltrh Höhe anstürmendcn Feind mehrfach zurück. Leutnant Narkock mit Kompagnien des Infanterie- Regiments 357 hat an der Abwehr des Feindes be­sonders Anteil. Der Feind erlitt hier schwerste Verluste. Teilangriffe des Gegners am Westrande der Argonnen scheiterten.

Heeresgruppe Gallwitz.

Zwischen den Argonnen und der Maas setzte der Amerikaner seine starken Angriffe fort. ^ Oestlich von Exermont gelang es ihm, bis aus die Waldhöhe etwa erneu Kilometer nördlich des Ortes vorzustoßen. Hier sind seine in den Nachmirtagsstunden erneut vocbcechenden Angriffe gescheitert. Beiderseits der von Charpentrh auf Romagne führenden Straße brachen die Angriffe wiederum vor den Linien elsaß - lothringischer und westfälischer Regimenter völlig zusammen. Weiter östlich drang der Feind in den Pechs Wald ein. Im übrigen wurde er abgewiesen.

Wir schossen gestern 37 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab. Außerdem wurden von einem feind- i

lichen im Angciffsflug auf die Pfalz b Kindlichen Ge- schwader 5 Flugzeuge im Luftkampf abgeschoffen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere bisher im Rahmen des bulgarischen Herres kämpfenden Truppen wurden herausgeiöst und sind im Rückmarsch in ihre Versammlungsräume. Sie haben den an sie gestellten hohen Anforderungen voll entsprochen und hervorragendes geleistet.

Asiatischer Kriegsschauplatz.

Die in Palästina an der Seite unserer treuen bul­garischen Bundesgenossen kämpfenden deutschen Bataillone mußten im Verein mit den schwachen tückischen Kräften erdrückender feindlicher Uebermacht Weichen und sind im Rückmarsch über Damaskus in nördlicher Richtung.

Dcr Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 6. Okt, abend?. Teilkämpfe nördlich von Si. Quentin und in der Champagne. Zwischen den Argonnen und der Maas wurden heftige Angriffe der Amerikaner abgewiesen.

icht sorgen und quälen, Nicht die Feinde zählen -* Tu entschlossen still,

IVaö die Stunde will!

Zeichne die STT c u n t e!

BcKantttttiacbutig

betreffend die Außerkurssetzung der Fünfundzwanzigpsennig- stückc aus Nickel. Vom 1. August 1918.

Der Bundesrat hat auf Grund des § 14 Nr. 1 des Münz­gesetzes vom 1. Juni 1969 (Rcichs-Gesetzbl. S. 507) und des tz 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen uftv. vom 4. August 1914 (Reichs- Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlaffen:

§ 1. Die Fünfundzwanzigpsennigstücke aus Stickel sind einzu- ziehen. Sie gelten vom 1. Oktober 1918 ab nicht mehr als ge­setzliches Zahlungsmittel. Von diesem Zeitpunkte ab ist außer den mit der Einlösung beauftragten Kaffen niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen.

§ 2. Bis zum 1. Januar 1919 werden Fünfundzwanzig­pfennigslücke aus Nickel bei den Reichs- und Landeskaffen zu ihrem gesetzlichen Werte sowohl in Zahlung genommen als auch gegen Neichsbanknoten, Reichskassenscheine oder Darlehnskassenscheine und bei Betrügen unter einer Mark gegen Bargeld umgetauscht.

ß 3. Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausch (§ 2) findet auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte, sowie auf verfälschte Münz­stücke keine Anwendung.

Berlin, den 1. August 1918.

Der Reichskanzler.

Im Aufträge: Jahn.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh.

Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Obige Bekanntmachung ist ortsüblich zu veröffentlichen.

Gießen, den 15. August 1918.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Using er.

An die Stadtkassc Gießen, die Gcmcindekasscn die Kassen der Kirchen, Stiftungen und israelitischen RcligionSgcmcinden sowie die Krankenkassen des Kreises.

Obige Bekanntmachung teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme und Nachachtung mit.

Vom 1. Oktober 1918 ab sind Sie nicht mehr verpflichtet, die Fünfundzwanzigpfennigstücke aus Nickel in Zahlung zu nehmen.

Die Eingelösten Stücke sind entweder der Neichsbank oder in gleicher Weise wie nicht mehr umlaufsfähige Nickelmünzen dem Münzmetall-Depot des Reichs bei der König!. Münze zu Berlin mit tunlichster Beschleunigung zuzuführen.

Die kurz vor Ablauf der Einlösungssrist bei Ihnen eingehenden Stücke werden von der Reichsbank und vom Münzmetall-Depot des Reiches noch bis zum 31. Januar 1919 angenommen werden.

Gießen, den 15. August 1918.

GrotzherzogUches Kreisamt Gießen.

I)r. Usiyger.

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