Ausgabe 
28.9.1918
 
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20008 leimen verMt.

WTB. Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) Aus dem Mit- tekm'r-Krleasschauplatz versenkten unsere U-Boote 20 000 BRT. Schiffsraum, darunter einen französischen Truppen- Transporter nahe der französischen Küste.

Der Lhef der Admlralstabe» der Marine.

Aus WMeutschluud.

D Oeldorf, 24. Sept. Es Ist wiederholt auf die Errich- mng <*me* LehrlinAsheimes hincjewiesen worden. Berufene Kreise haben sich neuerdings wiederum mit dieser Notwen, diokeit befaßt und führen daher folgendes aus: Unter den gegenwärtigen Umständen ist die Zuführung neuer Lehrlinge in aute Lehrstellen des Handwerks von größter Bedeutung.

Hu. t.k-Leute, die ein

weil die Auf-

Ls 'ist deshalb tief bedauerlich, daß viele Handwerk lernen wollen, hierzu nid;t kon

Lah ne in die Familie des Lehrmeisters ni. mehr üblich und Dine andere Unterbringung nicht möglich ist wegen der großen erzieherischen Gefahren und der großen Kosten. So mußte S*acDcc Waisenknabe, mancher Sohn kinderreicher Familien und mancher Junge vom Lande darauf verzichten, bei einem tüchtigen Lehrmeister in der Stadt ausgebildet zu werden, weil es an geeigneten Einrichtungen fehlt, weil |te keine geeig­nete Unterkunft finden können. Die berufenen Dertretun- gen des Handwerkes sind in Übereinstimmung mit Schulmän- nern und Vertretern der Behörden, der Geistlichkeit und der Jugendfürsorge zu der Überzeugung gelangt, daß die Errich­tung von Lehrlingsheimen geeignet ist, hier wirksame Abhilfe zu 'schaffen. Die Frage wurde auf Veranlassung des In- nungsausfchusses der vereinigten Innungen in einer Der- sammlung der Obermeister der hiesigen Innungen mit dem Vorsitzenden des Gesellenvereines besprochen. Zu einer dem- nächstigen weiteren Besprechung werden die Obermeister und Vorstandsmitglieder der Innungen eingeladen. Die Dring- lichkeit der Errichtung eines Lehrlingsheimes in Düsseldorf wurd'e einmütig anerkannt. Die schleunige Errichtung wird angestrebt und aus Handwerkerkreisen gewiß gern finanziell unterstützt, bei der heutigen Lage des Handwerkes ist dies aber nur möglich, wenn Regierung und Stadt eine Deihülfe bewilligen. Es wird aber auch auf die Unterstützung der mit Glücksgütern gesegneten Mitbürger gerechnet, wenn sie hier- um angegangen werden. In Köln ergab eine solche Samm­lung beim ersten Versuch gleich 60 000 Mark.

Emmerich, 24. Sept. Auf 400 000 M beläuft sich der Wert des in dem aus Holland kommenden Rheinschiff von den Soldaten der Rheinübcrwachungsstelle entdeckten und beschlagnahmten Schmuggelwarenlagers, das im Inland ab- gesetzt werden sollte. Es fanden sich allein 120 000 Stück Kwatta-Schokolade vor.

Oberhaufeu, 24. Sept. Die hiesigen Arbeiterorganisa­tionen und konfessionellen Vereine hatten beim Oberversi. cherungsamt unter eingehender Begründung eine Echöhuno Her Ortslöhne um 50 Prozent beantragt. Auf ihre Ein- gäbe ist die nachstehende Antwort erfolgt:Auf die an das Dberversicherungsamt gerichtete Eingabe der Gewerkschafts- kartelle vom 29. vor. Mts. betr. Erhöhung der Ortslöhne des diesseitigen Bezirks teile ich Ihnen im Aufträge des Oüerversicherungsamtes mit, daß diesbezüglich allgemein im Regierungsbezirk Düsseldorf Feststellungen im Gange sind und eine Erhöhung der Ortslöhne im Durchschnitt um etwa 33V, Prozent vom Hundert mit Wirkung vom 1. Oktober ds. Is. in Aussicht genommen ist.

Bochum, 24. Sept. Die Brotkartenschiebungen haben, pie es scheint, einen viel größeren Umfang, als man anfangs Vnzunehmen wagte. Die Verhaftungen gehen weiter. Es dürften wohl schon 50 Personen gefangen sitzen. Besonderes ßnteresse dürfte der Kreis der Brotmarlen-Abnehmer erregen.

Dortmund, 24, Sept. Der Wirt Demmer und der Schuhnrachermeister Türthmcmn übten gemeinsam den Flur- schütz aus und befanden sich auf den Feldern bei der Zeche Tremonia". Als Demmer eine Flur überschreiten wollte, kam er in der Dunkelheit zu Fall. Das Gewehr entlud sich, und die ganze Ladung drang dem unmittelbar vor ihm ge­henden Türthmann in den Rücken. Die Verletzung war tödlich.

* Halver I. W., 24. Sept. Ein italienischer Kriegsgefan­gener, der bei dem Landwirt Schaub zu Steinbach in der hiesigen Gemeinde untergebracht ist, geriet beim Hafermähen durch Absturz vor die Messer der Mähmaschine. Als der Landwirt Schaub dies bemerkte, stürzte er hinzu und rettete den Gefangenen aus seiner gefährlichen Lage. Hierbei erlitt er selbst so schwere Verletzungen, daß er dem Krankenhanse zugeführt werden mußte, während der Gefangene mit dem Schrecken davonkam. Aber solche und anoere Handlungen selbstloser Menschenfreundlichkeit werden nichts daran än­dern, daß unsere Feinde uns als Barbaren bezeichnen.

Münster, 24. Sept. Seit Monate.r wurde beobachtet, daß die von der Molkerei in Harsewinkel abgesandte Butter bei der Ankunft an ihrem Bestimmungsort ein größeres Minder­gewicht aufwies. Durch die Polizei wurde bei dem Bahn­hofsvorsteher Kelnhofer eine Haussuchung vorgenommen, bei oer man größere Mengen Butter im Keller vorfand, die von der gestohlenen stammte.

Gladbeck, 24. Sept. Amtmann Dr. Iovy, der bisher fein

Amt kommissarisch verwaltete, ist nunmehr endgültig zum Amtmann der hiesigen Gemeinde ernannt worden.

Kassel, 24. Sept. Die Wirtschaftliche Vereinigung der Kriegsbeschädigten (Sitz Essen) hatte die Vertreter der an- geschlossenen Ortsgruppen zu Freitag und Samstag zu einer außerordentlichen Tagung nach Kassel eingeladen. Zu diesen Verhandlungen hatten sich außer den Vorstandsmitgliedern weit über 200 Vertreter von Ortsgruppen, vornehmlich aus Rheinland-Westfalen, eingefunden. Der Vertreter der Orts- gruppe Kassel hielt die Begrüßungsansprache. Der geschäfts- führende Vorsitzende Adorf-Essen wies in seiner Begrüßungs. rede auf die seit etwa l'A Jahren bestehende Hetze gegen dre Vereinigung hin. Aus der hierauf zur Verlesung gelangen- den Niederschrift über die im Febrrmr abgehaltene Vertteter- tagung geht hervor, daß in dieser der Vorsitzende Adorf mit einem Gehalt von 7000 und 3000 JH Teuerungszulage als geschäftsführender Vorsitzender fest angestellt worden ist; fer- ner ist zu erwägen, daß die Vereinigung 229 Ortsgruppen zählt, während 25 im Entstehen waren. Runmebr trat Der- sammlung in die Beratung des Hauptgegenstanbes der Ta- gung ein: Bericht über Ursache und Zweck der Tagung und Neuwahl des Gesamtvorstandes. Einleitend teilte hierzu der Vorsitzende mit, daß er ebenso wie die anderen Borstanosmit- glieder zurücktrete. Sodann sprach er den anderen Vorstands- mitaliedern, die mitgearbeitet hätten, die Vereinigung zu ihrer heutigen Höhe zu bringen, herzlichsten Dank aus. Die Wahl des geschäftsführenden Vorsitzenden für Ine Versammlung löste eine sehr lebhafte Geschäftsordnuiiasaussprache aus. In der Absprache spielten die gegen die Hauptverwaltung nicht nur in den Ortsgruppen, sondern mtc§ in den Tageszeittm- gen erhobenen Vorwürfe eine große Rolle. Das Ergebnis der vertraulichen Ausspracl>e bildete trotz aller Angriffe die Wie- derwahl der meisten bisherigen Vorstandsmitglieder. Bei der Wahl des ersten Vorsitzenden erhielten Adorf-Essen 228 Stimmen und Steinoruber-Dresden 249 Stimmen. Da aber für 98 Stimmen aus'Sachsen das Stimmrecht entzogen wurde, hatte Steingruber nur 151 erhalten und Adorf wurde als gewählt bezeichnet. Darauf erklärten eine Anzahl der größ­ten rycinisch-westfälischen Ortsgruppen mit rund 1.0 000 Mit­gliedern ihren Austritt aus der Vereinigung. Die sich nach, mittags anschließende öffentliche Kundgebung hatte einen ver­hältnismäßig sehr guten Besuch aufzuweisen.

Mmrs MnbahLimliitk in Lresöen.

32 Tors, 28 Schwerverletzte.

TU. Dresden, 23. Sept. Gestern abend fuhr der Leip­ziger Zua D 13 mit schon mäßiger Geschwindigkeit am Rlsaer Platz aus den haltenden Berlin-Wiener D-Zug, der Berlin um 7,04 Uhr verlassen hatte. Dieser Zug mußte dort warten, da ein Personenzug wegen Mäschinendesekt ihm den Weg ver­sperrte. Durch das Ineinanderfahren von Wagen wurden zahlreiche Personen verletzt. Das Unglück entstand dadurch, daß der Personenzug Leipzig-Dresden au der genannten Stelle einen Maschinendescit erlitten hatte und halten mußte. Es steht noch nicht fest, ob das Haltesignal von dem Lokomotiv­führer des Leipziger Schnellzuges übersehen worden oder ob es falsch gestellt war. Der Leipziger Schnellzug fuhr mit voller Gewalt in den Berliner Schnellzug hinein, von dem die letzten 4 Wagen lncinandergeschobeu und zerstört wurden. Nach den letzten Feststellungen wurden 32 Tote, 28 Schwerverletzte und eine große Zahl Leichtverletzte gezählt. Unter den Toten befindet sich die Frau des Dresdener Hoskapellmeisters Pari Pemlaur.

WTB. Dresden, 24. Sept. (Amtliche Meldung.) Das Eisenbahnunglück, das sich gestern abend 10,06 Uhr auf der viergleisigen Hauptbahnstrecke Leipzig-Dresden kurz vor dem Bahnhof Dresden- Neustadt ereignete, hat sich leider als einer der schwersten Unglücksfälle hevausgestellt, von denen bisher die sächsische Etaatseisenbahnverwaltung be- troffen worden ist. Der Vorgang war nach den bisherigen Ergebnissen der amtlichen Untersuchung folgender: Der von Leipzig über Doebeln nach Dresden verkehrende Personen­zug 1513 (fahrplanmäßig 9,28 Uhr in Dresden-Reustadt) erlitt am Einfahrtssignal des Bahrrhofs Dresden-Neustadt einen Lokomotivjchaden, so daß er vor vollendeter Einfahrt liegen blieb. Dadurch dam der von Berlin kommende D- Zu'g 190 (fahrplanmäßig 9,58 Uhr in Dresden-Neustadt) vor dem vorausliegenden Block dir. 30 zum Halten. Seine letz­ten Wagen standen in der Nähe der Brücke über den Riefaer Platz. Auf diese Wagen fuhr der aus Leipzig kommende D-Zug 13 (fahrplanmäßig 10,08 Uhr in Dresden-Neustadt) auf und darüoer. Wie es möglich war, daß der Führer des D-Zuges 13 in die vom Berliner Zuge besetzte Blocksttecke einfuhr, obwohl die Strecke unmittelbar nach dem Unfall den angestellten amtlichen Ermittelungen zufolge gesperrt war, darüber können erst die im Gange befindlichen wei- teren Erörterungen endgilttgen Aufschluß geben. Die Ge­schwindigkeit des Leipziger Zuges war zwar schon infolge der Warnstellung des Vorsignals etwas ermäßigt worden, jedoch noch groß genug, um eine verhängnisvolle Wirkung auszuüben. Von den Reiseirden des Leipziger Zuges wur­den glücklicherweise nur wenige, und auch diese nur leicht verletzt. Dagegen wurden im Berliner Zuge, von dessen Wagen mehrere vollständig zertrünnuert wurden, 31 Rei­sende getötet und 30 schwer verwundet. Als leicht verletzt sind bisher 29 Person ermittelt. Die Namensfeststellung

i ist noch nicht beendet. Die Dresdener Feuerwehr und eur Eisenbahnhilfszug waren nach kurzer Zeit zur Stelle. Meh­rere Arzte traten sofort in Tätigkeit, ebenso leisteten Be­amte der städtischen Wohlfahrtspolizei wertvolle Hilfe. Prä­sident Dr. Ulbricht und die leitenden Beamten waren u.it dem Hilfszug eingetvoffen. Die Unfallstelle wurde von Polizeibeamten und durch vom Generalkommando befoh­lene Mannschaften abgesperrt. Finanzminister von Seyde- witz erschien gegen 1 Uhr nachts auf der Unfallstelle, wo heute vormittag auch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Mathilde sich einfand. Die Schwerverwundeten wurden sofort in Krankenautomobilen in das Friedrichstädter Kran- kenhaus überführt. Bei der Schwierigkeit des Rettungs­werkes konnten die letzten Verwundeten leider erst um l AS Uhr morgens geborgen werden. Bis jetzt konnten nur erst festgestellt werden als getötet: Frau Kapellmeister Pembaur (Dresden); Frau und Tochter des Lokomotivführers Gaeb- ler (Dresden); als Schwerverwundet: Soldat Paul Deck« wirth (Groß-Schönau bei Zwittau), Schütze Erich Stantz (Dresden-Reustadt), Soldat Karl Lütz aus Kkoettchen, Gar» nisonverwaltungs-Inspektor Kästner (Dresden); Johanna Gründel (Friedrichshagen); Direktor Ronnecke (Berlin); Anna Berlin aus Eck)weden, Zigarrengeschäftsinhaber Karl Hoeretz (Dresden); Reinhard Seifert (Dresden); Packer Rich. Bernhard (Dresden); Beamter Derthold Ketsch (Berlin); Kaufmann Hugo Hermann (Dresden); Vizewachtmeister von Erayn (Berlin-Grunewald); Karl Soebl (Berlin); Zivilin- genieur Georg Ludwig und Frau (Berlin-Tegel); Ullrich von Beyrink (Potsdam); Frau Rollin (Dresdens Wau« meisier Schümichen (Dresden); Frau Direktor Reh. ^sch. witz); Helene Ortmonn (Dresden); Georg Ley (Dresden), Frieda Madiger (Dresden)^

Aus aller Welt.

WTB. Berlin, 24. Sept. Der M'-ichsanzelger meldet: Dem Obersten von Woerne wurde das Eichenlaub zum Or­den Pour le merite, dem Major von Quednow und dem Hauptmcmn Kühne der Or^ our le mertte verliehen. Der Reichsanzeiger veröffentlicht ferner die Ausfüh­rungsbestimmung stur Verordnung über die Preise für Mar- garine und eine Änderung der Verordnung über die Rege- kung des Fleischverbrauchs.

WTB. Berlin, 24. Sept. In der Sitzung des Dundesrats wurden die Entwürfe der Bekanntmachung über Änderung der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter und eine Be- kanntmachrmg über Rlahnahmen gegen den Wohnungsman­gel angenommen.

Einheitliche Krlegsanlelheverstcherung für Heeresaugehörige.

WTB. Seit Einführung der Kriegsanleiheversicherung im Frühjahr 1917 hat die Beteiligung der Heeresangehörigen an dieser Form der erleichterten Zeichnung mit jeder Anleche an Umfang zugenommen. Die militärischen Behörden stan­den der Einrichtung von Beginn an wohlwollend gegenüber. Ihrer guten Absicht, die private Werbetätigkeit amtlich zu unterstützen, legte jedoch die Verschiedenartigkeit der Tarife uirü Versicherungsbedingungen Schwierigkeit«! in den Weg, die mit der Kahl der beteiligten Gesellschaften wuchsen. Im­mer dringender machte sich mit der Zeit das Bedürfnis nach einer einheitlichen Gestaltung der Kriegsanleche-DersicherunA für unsere Feldgrauen geltend. Es haben sich nun vor eini­gen Wochen zehn deutsche Lebensversicherungsgesellschaften zu dem Deutschen Kriegsanlecheversicherungs-Deäand zufam- mengeschlossen, der die Kriegsanleiheverstcherung für Heeres- angehörige auf eine einheitliche Grundlage stellt. Die Ver- sicherung'sform dieses Verbandes ist eine auf 12 Jahre ab­gekürzte Lebensversicherung ohne ärztliche Untersuchung und ohne Wartezeit; alle Altersstufen zwischen 17 und 50 Jahren zahlen die gleiche Prämie; die Kriegsgefahr ist eingeschlossen. Der Betrieb dieser für unser Heer bestimmten Versicherung erfolgt auf gemeinsame Rechnrurg der beteiligten Gesellschaf­ten nach einem vereinbarten Teilungsplane. Daneben bleibt es den einzelnen Gesellschaften überlassen, ihre eigenen Ein», richtungen für die allgemeine Kriegsanleiheversicherung nach ihrem Ermessen weiterzuführen. Es steht zu erwarten, daß der Deutsche Kriegsanleihe-Versicherungsoerband die Beteili­gung unseres Heeres an der 9. Kriegsanleihe wesentlich stei­gern und somit zu einem stattlichen Gesamtergebnis der An- leche beitragen wird. Die Geschäftsstelle des Verbandes be­findet sich bei der Preußischen Lebens-Ders.-Akt.-Ges., Ber­lin, W. 8, Mohrenstraße 6.

Rosenberg, 24. Sept. Am Sonnabend verstarb, 73 I. alt, auf Bellschwitz (Kreis Rosenberg) Graf Ludwig Magnus Roland von Brunneck, feit 1904 Herrenhausnlitglied, man» mecherr und Burggraf von Marienburg.

Die Kohle nuot in Euglaud.

WTB.Daily News" meldet, daß 41000 Grubsnar- beiter aus dem Heeresdienst zu den Kohlengruben entlassen wurden und weitere 13 000 jetzt entlassen werden, daß aber weitere gelernte Kohlenhauer in den in England stehenden Truppenteilen nicht vorhanden sind. Rach einer Äußerung des Kohlenanites wird der Kohlenmangel dadurch soweit be­hoben werden, daß bei den striktesten Einschränkungen des Kohlenverbrauchs einer Katastrophe vorgebeugt wird. Trotz­dem werde jedermann den Winter furchtbar fühlen.

Zur MLerlrnttMg md LZMMg.

Kann man das Leben verlängern?

Die oft aufgeworfene Frage, ob eine künstliche Beein­flussung der Lebensdauer möglich ist, behandelte R. Demoll in einem Vortrage, den er im Münchener Verein für Natur­kunde gehalten hat. Er ging dabei, wie einem Bericht, der »dtaturwissenschasten" zu entnehmen ist, von der Erwägung aus, daß die Entwicklung erst mit der Beendigung der Alters- Veränderungen abschließt. Man kann also sagen, daß der Organismus sich tot entwickelt; es handelt sich demnach um die Frage, ob es möglich ist, den Mlauf der Entwicklungsmög- lichkeit zu beeinlfussen. Es ist zunächst zu untersuchen, ob sich die Entwicklungsmöglichkeit verlangsamen läßt, ohne daß die Etoffwechfelprozafse behindert werden. Dabei ist es durchaus nicht von vornherein abzulehnen, daß die Vorgänge lder Entwicklung und der des Stoffwechsels von einander getrennt werden könnten, wenngleich die Frage auch heute noch nicht entschieden ist. Auch liegt es durcljaus im Bereich der Möglichkeit, daß durch Wiederholen einzelner Abschnitte der Entwicklung infolge einer teilweisen Regeneration des Körpers das Leben verlängert wird. Weiter erhebt sich die Frage, ob es möglich ist, nicht das Einzelwesen, sondern die Kanze Art so zu beeinflussen, daß eine länger lebende Rasse entsteht. Wenn man annimmt, daß der Tod der Gehirnzellen eine ausschließliche Funktion ihrer Tätigkeit ist, so daß eine lebende Atasse lebender Substanz nur zu einem bestimmt sestgelegten scharsbegrenzten Energieumsatz befähigt ist. so

kann eine Masse von der doppelten Lebensdauer nicht gezüch- tet werben, cchne daß zugleich die Lebensintensität auf die Hälfte herabgesetzt würde. Die Tatsachen sprechen aber gegen eine solche Annahme, unb es erscheint daher im Prinzip möglich. Arten hinsichtlich ihrer Lebensdauer unizuzüchten. Ebenso w. es gelungen ist, dem Schwein eine besondere Mast­fähigkeit oder dem Huhn eine hohe Legefähigkeit anzuzüchten, wird auch die künstliche Beeinflussung der Lebensdauer mög­lich sein. Für den Rlenschen wird eine solche Umzüchtung aber nicht in Frage kommen, da er dem Experiment nicht zugänglich ist.

Das Herumfaulenzen ist verboten.

Eine ganz besondere Auffassung von seinem Daseins­zweck scheint der Heimatverein ^es braunschweigischen Fleckens Ottenstein im Kreise Holzminden zu haben. Der Ort erfreut sich einer schönen Linde der sogenannten Si- gurdlinde, die von gärtnerischen Anlagen umgeben ist. Der Heiinatverein hat das umliegende Fleckchen Erde schön Her­richten lassen und auch einige Ruhebänke ausgestellt. Ruhe­bänke sind, so wird doch allgemein angcnonnnen, zum Aus­ruhen da. Gewiß, sagt der Heimatverein von Ottenstein, aber nur für uns, nicht für andere Leute. Und so ließ er an den Ruhebänken eine Tafel anbringen mit den nmrkigen Worten: Während die hiesigen Bewohner schwere Arbeit haben, ist das Herumfaulenzen auf diesem Platze verboten. Der Hei- matverein." Mit diesem Ukas waren nun aber doch einige ^ Otter.steiner nicht gan^ einverstanden. Sie Machten ein \ Spottgedicht darunter an, in de>n sie den Heimatverein re- j gelrecht verulkten. So stehen sich denn jetzt in Ottenstein \

zwei Parteien gegenüber, die in den Zeitungen lebhaft ihren gegenteiligen Standpunkt vertreten, und es ist noch gar nicht abzusehen, wie dieser Froschmausekrieg enden wird.

Witze aus der Liller Kriegszeitung.

Selbstbestinimunasrecht der Völker. In unserem Un­terstand kam die Rebe darauf, was aus deni einfttnals dem Zaren gehörigen diaturpark werden würde, der die letztes auf diej er Welt noch vorkommenden Wisente aufwies. Da! meinte unser Unterofsizier L., der lustige Altelsässev:Man weiß es nicht, die Wisente haben noch nicht abgesttmmt."+ Die Pillen. Ein Junge geht in die Apotheke und verlangt ein paar Pillen. Der Provisor ff^agt:Soll ich sie diy einwickeln?" Da sagt der Junge:Ra, denken Sie vielleicht, ich will sie nach Hause rollen?"

Zoologische Merkwürdigkeit.

Herr und Frau Doktor sitzen beim Abendessen, als bU Köchin hereintritt mit den Worten:Gnädige Frau, dürfte ich wohl noch etwas in die Anlagen gehen, die Nacktigall singt so herrlich?" Während Frau Doktor znsttmmerrd nickt, sagt ihr Mann:Sagen Sie, Auguste, ist das die- selbe Nachtigall, die gestern zwei von memen Zigarren ge- raucht hat?^ ~

Der Titel.

Mein Freund Dcnninik hatte ein Buch herausgegeben .Ratgeber für häßliche Darnen." Niemand Lauste es. Dc> ,ufie er es um:Wie werde ich hübsch?" Mühselig ver- ickerten einige wenige Stücke. Daraufl)in versuchte er cs tm driilenMme mit dem Titel:Winke für Mne drei Wochen war die erste Auslage vergriffen»