Ausgabe 
24.9.1918
 
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Expedition: Südanlage 21.

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die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame- Z eile 100 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bet Ueberschreitung des ZahlungL- zieles (30 Taue), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit.

Druck der Gießcner Verlagödruckerei, Albin Klein.

Nr. 84. Telephon Nr.362. Dienstag den 24. September 1918. Telephon Nr. 3«2. _ 31. Jahrg.

Schwere englische Niederlage. Größere seir-VLichs Angriffe an der Mosel abgewiesen. 14006 3506© ii. 20@00 Br.-R-T. = zusamMen 69000 Br.-R.-T. versenkt.

JfmnUbe äeullcde QgrLdrricdit.

wtb. Großes Hauptquartier, 21. Scpt. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

'Heeresgruppe Kronprinz Nuppcecht.

Oestlich von Merkem wurde ein belgischer Teilan- griff abgewiescn. Rege EikundungsLättgkeit zwischen Lys und Scarpe. Bet Abwehr englischer Bataillone, die nördlich von La Bassee vorsticßen, machten wtr 50 Gefangene.

Heeresgruppe Boehn.

Zwischen Gouzeaucourt und der Somme zeitweilig starke Artillerietätigkeit. Ein englischer Teilangriff nord­westlich von Bellicourt scheiterte vor unseren Linien. Südlich der Somme nahmen wir unsere noch weit vor der Stellung belassenen Vortruppen auf diese zurück und räumten somit auch Effigny le-Grand.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Vauxaillon und Jouy folgten am Abend heftigem Feuer Kindliche Angriffe. Auf dem Höhenrücken westlich von Jouy faßte der Feind Fuß; im übrigen wurde er abgewiesen.

Heeresgruppen Gollwitz und Herzog Albrecht.

keine besondere Gefechtstätigkeit.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 21. Sept., abends. Vor unsere Stegfried- front zwischen dem Walde von Gouzeaucourt und Harqi- court sind große einheitliche Angriffe der Engländer unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert.

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Berlin 21. Sept. Im Sperrgebiet um England wurden von unfern Unterseebooten 14 000 Bruttr- registertonnen versenkt.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

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wtb. GroßesHauptquartier, 22. Sept. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Westlich von Flembcnx und südlich von Havrrncouct wurden englische Teilangriffe, nördlich der Scarpe stacke Vorstöße des Feindes abgcw'.esen. Eigene Unternehmungen bei Moeuvccs brachten 45 Gesäugen ein.

Heeresgruppe des Generaloberst v. Boehn.

Nach den vergeblichen Teilangriffen der beiden letzten Tage holte dec Engländer gestern wieder zu großem einheitlichen Angriff aus. Sein Ziel war der Durchbruch südlich von Eambrai. Unter dem Schutze einer dichten Feuerwelle trat die englische Infanterie, von Panzer, wagen und Fliegern begleitet, zwischen dem Walde von Gouzeaucourst und Hacgtcourt am frühen Morgen zum Angriff an. Wir hatten in Erwartung des feindlichen Angriffs in der Nacht vom 19. zum 20. die Verteidigung von dem freien Gelände östlich Epihy die alten englischen Stellungen zwischen Villers Gutslain und Bellecouct verlegt. Als der zum Angriff tiefgegliederte Feind die Höhen hinab gegen unsere Linien anstürmte, empfing ihn das vorbereitete Abwehrfeuer unserer Artillerie, Infanterie und Maschinengewchce. Der Angriff blieb vor unseren Linien liegen. Nach stärkster Feuecvoibe- reitung setzte dec Feind zu erneutem Angriff an. Auch dieser zweite Ansturm scheiterte. In den Südwestteil

von Biller Guislain und in das Gehöft Qucnnemont drang der Engländer vorübergehend ein. Hier warf ihn sofortiger Gegenstoß wieder zurück. Am Abend und während der Nacht folgten stärkstem Artilleriefeuer noch­mals heftige Angriffe, die abgewiesen wurden. Dec gestrige Kampftag war in dem schweren Ringen an der Westfront ein besonders erfolgreicher Tag. Deutsche Jäger und Kovallerieschützenregimcnter, oft- und weft- pceutzische, posensche, niederschlesische und westfälische, rheinische, bayerische Regimenter und Gardetruppen haben dem Engländer gestern eine schwere Niederlage zugefügt. An seiner ganzen Anqriffsfront hat er schwerste Verluste erlitten. Unserer Artillerie fällt ein Hauptanteil an dem vollen Erfolg zu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Ailette und Airne blieb die Artillerietätig- keit tagsüber in mäßigen Grenzen. Sie lebte am Abend in Verbindung mit heftigen Teilkämpfen östlich von Vauxaillon, am Gehöft Vauxains und nordwestlich von Bailly auf.

Der Erste Generalquartiermeifter: Ludendorff.

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Berlin, 22. Sept., abends. Von den Kampffronten nichts Neues.

Berlin, 22. Sept. Im Atlantic versenkten unsere Unterseeboote 32 060 Bruttoregistertonnen. Die für unsere Feinde bestimmten Ladungen bestanden, soweit festgestellt werden konnte, aus besonders wertvollen Gütern, u. a. aus Kohlen, Baumwolle, Petroleum, Holz, Stück. Mein und Lebenmitteln. Tie Versenkung mehrerer Schiffsladungen Kohle ist besonders bedeutungsvoll im Hinblick auf die wachsende Kohlennot in allen feindlichen Ländern.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 23. Sept. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht.

Bei örtlicher Unternehmung südlich von Neuve Chapclle machten wir Gefangene. Die Artillerietätigkett lebte zwisch n Ipern und La Bassee, beiderseits dec Scarpe und am Kanalabschnilt südlich von Maiquion auf.

Heeresgruppe des Generaloberst v. Boehn.

In den Abschnitten östlich und südöstllch von Epehy sowie zwischen Omignonbach und an der Somme nahm der Artilleriekampf am Nachmittage wieder große Stärke an. Jnfanterieangriffe. eie dir Engländer gegen unsere Linien südöstlich von Epchy richtete, wurden abgewicsen. Wie in den letzten Tagen zeichnete sich auch gestern die 2. Gcudernfanieriedivision besonders ous. Während der Nacht hielt starke Feoerrätigkeit an. In nächtlichen An- griffen östlich von Epehy faßte der Feind in einzelnen Grabenstücken Fuß. Vorfeldkämpfe an der Oise.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Ailette und Aisne flaute die Gefechtstütig- keit gestern ab. Erkundungsgefechte in der Champagne.

Heeresgruppe Gallwitz.

Zwischen der Cote Lorcaine und der Mosel war der Artilleriekampf am frühen Morg-n zeitweilig ge- steigert. Der Feind, der mit stärkeren Abteilungen gegen Haumont, südlich von Damp.vrteux und Rcmbercourr vorstieß und mit Erkundungsaüteilungen mehrfach gegen unsere Stellung heranfühlte, wurde abgewiesen. Westlich

der Mosel schoben wir unsere Linie etwas vor.

Oberleutnant Loerzer errang seinen 42., Leutnant Bäumer seinen 30. Lustsieg.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 23. Sept., abends. Von den Kampffronten nichts Neues.

Der neunte Gang

zu den Altären des Vaterlandes!

Leg dein Scherflein in die Opferschalen!

Die anderen.

Größere wie Du, Herrliche, Glorreiche, füllten sie mit ihrem Blute.

Sie zu ehren, gib zurNeunten".

Hm Stadt ttid £asd.

** lieber die Grnährurrgsfrage sprach heute Vormittag in der Turnhalle dec Höheren Mädchenschule Herr Pwsessoc Ehringhaus aus Kassel (derselbe bat auch zum Kreis Gießen mehrere persönliche ver­wandtschaftliche Beziehungen) vor mehreren Hundert .-ipen und Herren des Kreises Gießen. Wer diesen > ren, auf großen E Nahrungen und Beobachtungen, auf u Tatsachen beruhenden lehrreichen Vortrag gehört hi N mit der Ueberzeugung nach Hause gegangen, daß ,n~ Deutsche durchhalten können und müssen, daß wir alle uns zu einander nur mhr Vertrauen entgegen- bringcn sollen und daß es eines Jeden Pflicht gerade jetzt ist, bei der 9. Kriegsanleihe zu zeichnen, damit die Feinde unsere ungebrochene stärke erfahren und der Vernichtungswille der Feinde zusammenbcicht.

Ueüer die deutsche Kulturarbeit im besetz­ten Belgien wird Siegfried Moltke, Bibliothekar an der Handelskammer zu Leipzig, in einem Lichtbilder­vortrag am 25. September abends 8 Uhr in der neuen Universitätsaula zu Gießen auf Grund seiner Studienreise in Belgien sprechen. Als Gast des Deutschen General- gouverments hat er Gelegenheit gehabt, von den maßge­bendsten Persönlichkeiten, die an leitenden Stellen der einzelnen weitverzweigten Abteilungen des Gouvernements stehen, unterrichtet zu werden. Es war ihm somit ver­gönnt, an den Quellen unmittelbar zu schöpfen, und dann auf Grund eigener Anschauung das gewonnene Bild sich in den Einzelheiten zu ergänzen. Wo immer Siegfried Moltke seit seiner Heimkehr über dieses Thema gesprochen hat, hat er bei Tausenden begeisterte Aufnahme seiner Schilderungen von der tatkräftigen, man darf sagen un­übertrefflichen Kulturarbeit gefunden. Die wunderbare organisatorische Tätigkeit des Deutschen Generalgouverne­ments auf allen Gebieten der Verwaltung (Finanzwesen, soziale Fürsorge, Versicherungswesen, Schulwesen, wirt­schaftlicher Wiederaufbau und Entwicklung u. a.m.) weiß der Redner lebenswahr zu schildern, eine Tätigkeit des Gouvernements, die dem Feinde reichen Segen gebracht hat und viele Härten, die der Krieg dem belgi­schen Volke halte bringen können, nahm, oder doch in wohltuendster Weise milderte. Die übervollen Säle, die der Redner überall zu lautloser Stille zu zwingen wußte, lassen auch für seinen hiesigen Dortrag besten Erfolg pro­phezeien.

BodeDbearbaltung, FniclHolge, Saal, Eule und Verarbeilanii ii Haas.

Das soeben erschienene Buch: Der Tabakbau in der Heimat. Eine kurze Anleitung über Anbau und Verarbeitung des Tabakes im Hause. Don Kgl. Oekonomierat Ho ff mann, Landestabakbausachverftändiger. Enthält genaue Angaben über Boden, Fruchtfolge, Düngung, Bodenbearbeitung, Auspflanzungen, Ausbessern, Hacken, Häufeln, Schädlingebekämpsung, Entgipfeln oder Köpfen, Ausgeizen, Reife, Ernte, Verarbeitung, sowie 2 Llbbildungen gescbnit^ncr a er zum Jigarrenwickeln. Preis des Buches geg. Doreinsend. v. 80 Pfg. oder Einzahlung von 90 Pfg. auf PostscheckkontoMünchen 5566 oder Nachnahme 1 Mk.

Jos. C. Hrzber's Verlag, DiessöN vor MümcheZr.