Ausgabe 
31.8.1918
 
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Verlag derjGicßcucr Zeitung", Gietzen.

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Druck der Gietzener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Rr. 75. Telephon s»?v.362. Samstag, den 31. August 1918. Telephon Nr. 31. Jahrg.

Kein feindlicher Durchbruch im Westen infolge überlegener deutscher Manövrierknnst. Truppen üVLtt deutschem Stämme standhaft in der großen Abwehrschlacht.

18 ««0, 165«« «. 19000 Br.-R -T. = zusammen 53500 Br.-R.-T. versenkt.

flmflicbe deutfcbe Cagesbericbit

wtb. Großes Hauptquartier, 28. Aug. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.

Bei Langemark und nördlich der Lys wurden feind­liche Teilangriffe abgewiesen. Die Armee des Generals v. Äelow (Otto) stand gestern wiederum im schweren Kampf. Der Schwerpunkt der englischen Angriffe lag südlich der Scarpe. Durch Masseneinsatz an Panzerwagen, englischer und kanadischer Infanterie suchte der Feind beiderseits der Heeresstraße ArrasCambrai erneut den Durchbruch zu erzwingen. Unsere in der Linie PelveS

östlich von Monchy Croisilles kämpfenden Truppen

pommersche, westpreußische, hessisch-nassauischeund elsässische Regimenter haben den mit gewaltiger Uebermacht an Menschen und Material am frühen Morgen geführten Stoß des Feindes im erbitterten Kampfe dicht östlich von Pelves, bei Vicen Artois und Croisilles auf­gefangen. Im Verein mit württembergischen Bataillonen brachten sie am Nachmittage mit erneuter Kraft in tiefen Gliedern an der Heecesstraße vorgetragene feindliche Angriffe zum Scheitern. Auch mehrfach wiederholte Anstürme des Gegners gegen Boiiy Notre Dame und nördöstlich von Croisilles brachen zusammen. Der Feind hat gestern schwere Verluste erlitten. Viele Panzerwagen wurden durch Geschütze und Minenwerfec aus vorderster Linie vernichtet. Batterien des Reserve-Feld-Artillecie> Regiments Nr. 26 feuerten bei Vic, offen vor unserer Infanterie auffahrend, aus nächster Entfernung in die dichten Linien des Feindes. Der Kampf griff gegen Mit­tag auch auf das Nordufer der Sccnpe und nach Süden bis Mory über. Mehrmalige Angriffe des Feindes wur­den hier abgewiesen.

Beiderseits von Bapaume blieb die Kraft der feind­lichen Angriffe gegen die Vortage zurück. Der Engländer, der beiderseits der Stadt überraschend und mit Artillerie. Vorbereitung, aber ohne Einsatz von Panzerwagen mehr­fach vorstieß, wurde überall zucückgeschlagen. Nördlich der Somme führte der Engländer heftige Angriffe gegen unsere neuen Linien zwischen Flers und Curlu. Wir wiesen sie ab und nahmen Flers und Longueval, wo der Feind vorübergehend eindrang, im Gegenangriff wieder. Südlich der Somme scheiterten Teilvoistöße des Gegners. Zwischen Somme und Oise haben wir unseren Linie vom Feinde abgesetzt, die Trümmerfelder Chaulnes und Rohe ihm somit kampflos überlassen. Durch unsere erfolgreiche Abwehr war der Gegner seit dem 20. August zum Einstellen seiner Angriffe an dieser Front gezwungen worden. Dadurch wurde die reibungs­lose Durchführung unserer Bewegungen ermöglicht, die sich in den letzten Nächten, vom Feinde völlig ungestört, vollzog. Zwischen Oise und Aisne blieb die Gefechts­tätigkett auf kleinere Jnfanteriekämfe beschränkt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Vesle brachten mecklenburgische Grenadiere dank hartnäckigem Eingreifens ihres Führers Oberleut­nant Bölcke vom Gcenadierregiment 89 einen Angriff der Amerikaner gegen Bazoches zum Scheitern. Badische Truppen erstürmten Fismette im Vesletal. Bet beiden Unternehmungen erlitt der Amerikaner schwere Verluste und ließ mehr als 250 Gefangene in unserer Hand.

In den Acgonnen wurden bei erfolgreichem Vorstoß Italiener-gefangen.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.

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Berlin. 28. Aug.. abends. Südöstlich von Arras sind erneute Durchbruchsversuche des Feindes gescheitert. Nördlich von Bopaume und nördlich der Somme brachen englische Angriffe unter schweren Verlusten zusammen. Zwischen Somme und Oise Vorfeldkämpfe vor unseren neuen Stellungen. Französische Angriffe nördlich der Aisne wurden blutig abgewiesen.

Berlin, 28. Aug. Im Sperrgebiet westlich Eng­land winden durch unsere U-Boote 18600 Brutto- v registertonnen versenkt.

Der Ehef des Admiralstabes der Marine.

wtb. GroßesHauptquartter, 29. Aug. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.

Auf dem Schlachtfelde südöstlich von Arras brach am frühen Morgen dicht südlich der Scarpe ein englischer Angriff im vcuer zusammen. Um Mittag nahm der Feind setneDurchbruchsversuchemitneuecWucht wieder auf. Zwi­schen Scarpe und Senseebach setzte er fünfmal zum An­griff an. Pommersche und westpreußische Regimenter brachen auch gestern wieder den Ansturm des Feindes. Durch flankierendes Feuer ihrer Artillerie wirksam unterstützt, warfen sie jedesmal den Feind wieder zurück. Boiry Notre Dame war Brennpunkt erbitterten Kampfes. Dreimal wurden die Trümmer dls Ortes im Gegenstoß dem Feinde wieder entrissen. Bet erneutem feindlichen Angriff am Abend blieb der Ort in Feindcshand. Der Hauptstoß des englischen Angriffs traf württembecgische Regimenter beiderseits der Straße ArrasCamvrai. Siebenmal stürmte der Feind vergeblich an. Panzerwagen fuhren auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran; in tiefer Gliederung folgte die Infanterie. Sie blieb im Feuer unserer Maschinengewehre und in vorderster Linie auffahrender Geschütze liegen. Wo der Feind in unsere Stellung eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück.. Südlich von Croisilles und südöstlich von Mory wurden englische Angriffe abgcwiesen. Südwestlich von Bapaume keine Jnsanlerietätigkeit. Auf der Stadt selbst lag schweres englisches Feuer. Bei den Kämpfen am 27. 8. um Thr.lloy tat sich das Infanterieregiment Nr. 206 besonders her« Vox. Seine 9. Kompagnie hielt den Westrand des Ortes, obwohl sie durch feindlichen "Einbruch nördlich von ihr im Rücken bedroht war, bis zur letzten Patrone und dann mit dem Baionett. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die dritte Kompagnie desselben Regiments zur Hilfe und warf den Feind aus dem Orte wieder hinaus.

Nördlich der Somme erneuerte der Feind am frühen Morgen seine Angriffe zwischen Flers und Curlu. Bei Hardecouct drang er in unsere Linien ein. Im Gegen-, angriff warf ihn das Kaiser Franz-Gardegrenadtec- regiment Nr. 2 unter Führung seines Kommandeurs Major Otto im Verein mit hessischen Kompaginen wieder zurück. Zwischen Somme und Oise blieben Vortruppen vor unseren neuen Stellungen in Gefechtsfühlung mit dem Feinde, der am 27. August nur zögernd, gestern schärfer über Dompierre-Belloy-Nesle-Baulten-Sazoy folgte. Sie zwangen ihn mehrfach zu verlustreichem An­griff und wichen dann aus. Südwestlich von Noyon griff der Feind nach stärkster Feuervorbereitung unsere allen Linien au; sie waren von uns nicht mehr besetzt. Noyon lag unter schwerstem Feuer der Franzosen. Die Stadt liegt vor unserer Kampffront. Nördlich der Aisne nahm der Franzose unter Heranziehung von Amerikanern seine Angriffe wieder auf. Unter schweren Verlusten wurden sie abgewiesen. Am Paslykopf schlugen Kavallerieschützenregimenter fünfmaligen Ansturm des Feindes zurück. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen.

Der Erste Genecalquartiermetster: Ludendorff.

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Berlin, 29. Aug., abends. Südöstlich Arras haben sich am Nachmittag neue Kämpfe entwickelt. Vorseldge- fechte vor unseren neuen Linien: östlich Bapaume Peronne östlich Noyon. Jnfanteriekämpfe an der Atlette. Zwischen der Ailette und Aisne sind besonders starke Angriffe von Franzosen und Amerikanern unter schwersteu Verlusten für den Feind völlig gescheitert. Bisher sind

mehr als 50 zerschossene Panzerwagen gemeldet.

Wtb. GroßesHauptquartter, 30. Aug. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz-

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.

Vocfeldkämpfe beiderseits der Lys und nördlich der Scarpe. Südöstlich von Arras wurden Infanterie und Panzerwagen des Feindes beim Anmarsch auf das Schlachtfeld von Artillerie- und Schlachtfliegecn wirksam

gefaßt. Gegen Mittag nahm der Feind seine Angriffe wieder aus. Ihr Schwerpunkt lag gestern südlich der Straße Acras-Cambrai. Den aus Cherisy und Fontaine heraus gegen Hendecourt mehrfach anstürmenden Feind schlugen wir in hartem Kampf zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt u Riencouct ein. In dem Grabengewirc und Trichterfeld früherer Schlachten spielten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Rtencourt wurde dem Feinde wieder entrissen, auch der Ostteil von Bulle­court wieder genommen. Am Nachmittage dehnte der Feind seine Angriffe bis nordöstlich von Bapaume aus. Sie brachen meist schon in unserem Feuer zusammen. Aus St. Leger und Mory heraus griff ec fünfmal vergeblich an. Zahlreiche Panzerwagen wurden vernichtet. - Nördlich der Somme haben wir in Verbindung mit den südlich des Flusses durchgeführten Bewegungen die Verteidigung in die Linie östlich von Bapaume - nord­westlich von Peronne verlegt. Der Feind ist gestern zögernd über Bapaume - Combles-Maurepas gefolgt. - Zwischen Peronne und der Oise Infanteriegefechte auf dem West­ufer der Somme und des Kanals. Starke Angriffe, die der Feind südöstlich von Nesle und aus Noyon heraus gegen unsere neuen Linien nordöstlich der Stadt führte, wurden abgewiesen. - An der Ailette faßte der Franzose westlich von Folembray in geringer Tiefe auf dem östlichen Ufer Fuß. Zwischen Ailette und Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern seine Angriffe wieder auf. Zwischen Pont St. Maid unb Lhavigny stürmte er seit frühem Morgen gegen unsere Linien an. Panzerwagen führten immer wieder von neuem die dichten Angriffswellen der Infanterie vor. Magdeburgifche, hannoversche, thüringische und Garderegimenter brachten die mit doppelter Ueber­macht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig zum Scheitern. 72 Panzerwagen wurden zerschossen. Unteroffizier Cropmeier, Gefreiter Mauske und Schottau von der 1. Maschinengewehrkompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß haben gemeinsam 5 Panzerwagen vernichtet. Dom Infanterieregiment 165 wurden 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat eine schwere Niederlage erlitten. Seine Verluste sind ungewöhnlich hoch. Wir machten Gefangene von 10 verschiedenen Divisionen.

Der erste Gener^alquartiermeister: Ludendorff.

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Berlin, 30. Aug., abends. Große englische Angriffe auf breiter Front südöstlich von Arras sind gescheitert. Oertliche Kämpfe nordöstlich Noyon und an der Ailette.

Berlin, 30. Aug. Auf dem nördlichen Seekriegs- schauplatz wurden durch unsere U-Boote rund 16 500 Bruttoregistertonnen versenkt, darunter im Artilleriegefecht eine U-Bootfalle in Gestalt eines Seglers.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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Berlin, 30. Aug. Im Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Booten 10600 Bruttoregister­tonnen versenkt.

Der Chef des Admicalstabes der Marine.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 1. September (14. nach Trinitatis.)

Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zu­gleich Christenlehre für die Neukonsicmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr Vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Ktndec- kirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrassistent Ltz Reuning. Vor­mittag 9Vo Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung imJohanues- saal. Mittwoch den 4. September, abends 8 Uhr: Krtegsbetstunde. Pfarrer AuLfeld.