Ausgabe 
17.8.1918
 
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Fischerei und des Gartenbaues. Beläuft sich der Umsatz in den oben genannten Zeiträumen auf nicht mehr als 3 000 m, so besteht eine Verpflichtung zur Anmeldung und eine Abgabepflicht nicht. Jur Erstattung der schrift­lichen Anmeldung sind Vordrucke zu verwenden. Sie können von den Finanzämtern sowie von den Bürger­meistereien bezogen werden, steuerpflichtige sind zur An­meldung ihres Umsatzes verpflichtet, auch wenn ihnen An­meldungsformulare nicht zugegangen sind.

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Religionsunterricht in der Fortbildungs­schule. Seitens der hessischen Zentrumspaltei soll bei der nächsten Revision des hessischen VolksschulgcsctzcL auch die Einführung des obligatorischen Religionsunter­richtes in den Fortbildungsschulen gefordert werden

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Uom VrrsonenvrrKrIfr auf der Kahn Die

Eisenbahn Verwaltung teilt mit, daß die Schnellzugszu- sch'äge nicht aufgehoben werden können. Weiter wtid mftgeteW, daß di-Heizung der Zöge im nächsten Winter nicht besser sein werde als im vorigen. Es wür.den nur Züge des Fernverkehrs geheizt werden können.

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Aandwerlrsholr für hesstfche Handwerker

Bis sitzt sind den hessischen Handwerkern aus staatlichen Waldungen etwa für 75 000Mk. Holz zugefühlt wor­den.

Metzen. Der Obcrarzt der Chirurgischen Klinik in Gießen Prof. Dr. T h i e s, ist im Felde einer Flieger­bombe zum Opf r gefallen.

Kad-Uauheim. Der Köm von Bulgarien ist zu längerem Aufenthalt tu Bad Nauheim eingetrofsin. Der König weilt als Graf von Murany in strengstem In kogn to hier, da der Gesundheitszustand des Patientin zurzeit ein derartiger ist, daß völligste Ruhe und Abge­schlossenheit nötig ist.

Darmstadt. Kräftig n Widerstand leistete dieser Tage die Mutter eines Deserteurs, sehr vermögende Leute in der Altstadt, einigen Schutzleuten, welche den schon seit einem halben Jahre von seinem Regiment v.rschwundcnen, zum zwcitcnmale verheirateten Sohn ver­barg. Mit Gewalt verbuchte sie oie Schutzleute aus der Wohnung zu entfernen und hetzte sogar einen bissigen Hund auf sie, sodaß sich die Leute ernstlich zu wehren hatten. Die fanden den Deserteur schließlich in einem Schrank versteckt vor.

Keerfelden. Hier wurde btefrr: Tage auf die Ge­meindewage Heu angefahcen, da 2 für die Heeresver­waltung bestimmt. Dab.i wollte ern Fuhrmann ein oben Versteckt gehaltenes erwachsenes Mädchen mitwiegen lassen. Der Versuch schlug fehl; der Mann kam zur Anzeige.

* Archeiigerr. Diebe drückten die Scheibe an einem Saale des neuen Schulhauscs ein und schnitten in fünf Sälen die Vorhänge ab und brachten \o etwa 100 Me­ter Leinen in ihren Besitz.

Rüstelsheim. Herr Heinrich von Opel hat aus der Napojedler Auktion durch seinen T a ner A. Winkler folgende drei Jährlinge ankaufen lassen: Fachs-H.ngst (70 000 Kr.) Fuchs-Stute (40 000 Kronen) Fuchs Hengst 39 000 Kronen) also 149 000 Kronen für drei Jährlinge. Die 70 000 Kronen für den Bogarhengst sind der höchste Preis, der je von deutscher Sette für einen Jährling gezahlt wurde. Wir geben diese Meldung wieder und überlassen cs den Lesern, sich darüber einen Kommentar zu machen.

Main?. Ein empörender Vorgang spielte sich auf dem freien Platze vor dem Hauptbahnhofe ab- Dort saß auf einer Bank ein kranker Soldat, der in­folge mehrfacher Verschüttungen und Verwundungen im Felde einen Nervenschock davongetragcn hatte ^nd da­bei die Sprache verlor. Zw?t vo.übergehendeDämchen", die den entstellten, von Nervenzucken befallenen Feld- grauen sahen, brachten es über sich, den armen Soldaten zu verlachen Dies regte den Mann dera t auf, daß er einen neuen starken Nervenschock erlitt. Ec konnte vor Aufregung nicht von der Stelle. In seiner Hilfslosig keit schrieb er Grund seiner Erregung auf ein Blatt Papier. Die Sanitätswache des Hauptbahnhofes nahm sich des armen Kriegers, der keinerlei Angehörige mehr besitzt, alsbald in treuer Fürsorge an. Wenn dergleichen sitzt schon vorkommt, was werden uns dann die Zeiten nach dem Kriege bringen?

Garr-Algesheim. Ein Wtederseh n in französi­scher Gefangenschaft feierten dte Brüder Fr. und Jean Hassemec von hier. Während der erstere schon vor 4 Jah­ren den Franzosen in dte Hände fiel, hatte sein Bruder Franz vor Jahresfrist das gleiche Schicksal. Diestr dich­tete kürzlich an die französische Militärbehörde die Bitte um einen Besuch seines Bruders. Man war entgegen­kommend und gewährte sie.

* Gngelstadl. Dem Rheinh. Beobachter wird ge-. schrieben: Vom hiesigen Consum-Vecein ward? beffen Mitgliedern Zucker pro Doppelzentner zu 900 Mk. a n» geboten. Indem man seither annahm, daß der freie Verkehr mit Zucker verboten und derselbe beschlagnahnit sei, erscheint es sonderbar, daß man eben Zucker zu solch fabelhaften Preisen erhalten kann. Nach Zeitungsbe­richten soll der Zucker ab Fabrik im Preis sich nicht höher stellen als tu früheren Jahren.

Luftangriff auf Frankfurt. (Amtlicher Bericht .

Montag früh gegen 9 Uhr fand ein Fliegerangriff auf Frankfurt statt, d r neben Sachschaden trotz recht­zeitigen Alarms auch mehrere Opfer vornehmlich auf der Straße -forderte.

Aus dem Ried Auf den großen Wiesingründen sieht man zur Zeit o't große Scharen von Störchen sich versammeln, dte das chacakter.istischc Verholten vor der Abreise nach dem Süden zeigen. Die auf den Schorn» steinen hoher Wohnhäuser angelegten Nester sind^mei­stens bereits verlassen In den Ratsversammlungcn, die die Langschnäbe! gegenwärtig oft zu vielen Hunder­ten abhalten, geht es sehr lebhaft zu. Nicht selten ge­schieht rs, daß die Störche Ihre kranken und schwachen G nossen, die die Flugproben nicht bestehen, vor der Abreise töten.

Was alles möglich ist. In Frankfurt hat die Leiterin einer Butteckartenstelle einer einzigen Person allein 60 Butterkarten geschenkt. Die Person, die sie geschenkt erhielt, hat sich auf dieselbe Weise, nämlich durch Anbiederung bei den Verteilern der Karten, auch 138 Brotkarten, 51 Milchkarten und 41 Käsekarten zu verschaffen gewußt. (Welche unsauberen Zustände!)

Das ganze System der Karten- und Markenvcrtei- lung krankt daran, daß, wie es scheint, die Personen, dte die Verteilung vornehmen, nicht kontrolliert werden.

Esten. Im Sitzungssaale des Rathauses fand eine Ehrung von 7 4 Müttern mit 8 und mehr lebenden Kindern statt. Jede Mutter erhielt ein auf ihren Namen lautendes Sparkassenbuch der Stadt Essen über 100 Mk. Von den 74 Müttern haben 34 je 8 Kinder, 20 je 9, 9 je 10, 5 je 11, 5 je 12 und eine Mutter 13 Kinder.

M.-Gladbach. Im Kreishause für Gladbach-Land wurde durch den Landrat eine Ehrung kinderreicher Müt­ter (mit mindestens 8 lebende Kindern) aus dem Land­kreise vorgenommen. Jede Mutter erhielt einen Gebrauchs­gegenstand und ein Sparkassenbuch über 100 Mk.

vas Hricflsatm und die Aobnmigslior.

Auch das Kriegsamt hält es für seine Pflicht, durch ge­eignete Maßnahmen der schon vorhandenen oder zu er­wartenden Wohnungsnot vorzubeugen. Die Kriegsamts­stellen sind daher angewiesen worden, soweit eine Woh­nungsnot wirklich besteht und die Dringlichkeit ihrer Be­seitigung nachgewiesen ist, die erforderlichen Bauten wirk­sam zu unterstützen und die benötigten Baustoffe freizu­geben. Die Feststellung der Dringlichkeit erfolgt im Ein­vernehmen mit den zuständigen givilbehörden.

In Betracht kommen: Umbauten und Ausbauten, insbesondere Umbau von größeren Wohnungen durch Zer­legung in kleinere, eine Maßnahme, die meist ohne erheb­liche Schwerigkeiten ausführbar und nach Möchlichkeit zu fördern sein wird. Außerdem kommen in Frage Ausoau der Dachböden für Wohnzwecke sowie Neuanlage vo. Kellerwohnungen, letztere sind jedoch nur zulässig in ganz besonderen Notfällen und unter baulich und gesundheitlich besonders günstigen Verhältnissen bei schärfster Verurtei­lung. - Notstandsbauten, z. B. Baracken in befehlsmä- ßiger Ausführung, sind ein Aushilfsmittel zur beschleunigten Beseitigung der Wohnungsnot, das nur in dringenden Aus­nahmefällen zu empfehlen ist.

Für Neubauten gilt folgendes: Fertigstellung der

stillgelegten Wohnungsbauten: Die Weiterführung ist von Fall zu Fall zu prüfen und kann, wenn es die Verhält­nisse einigermaßen zulassen, namentlich bei geringen An­forderungen an beschlagnahmten Baustoffen, genehmigt werden. Bau von Einzelwohn- und Gruppenhäusern: Die Anträge sind von Fall zu Fall zu prüfen, jedoch unter schärfster Beurteilung, soweit es sich um größere Woh­nungen handelt. Luxusbauten sind verboten. Kleinwoh­nungsbauten sind mit allen Kräften zu fördern. Anträge aus der Industrie auf Herstellung von Arbeiterwohnungen sowie seitens der Gemeinden sind der Bautenprüfstelle um­gehend zur Prüfung vorzulegen. Die Genehmigung ist abhängig zu machen von der Zustimmung der zuständigen Landes- und Gemeindebehörden.

Die Kriegsamtstellen sind angewiesen worden, die zur Förderung dieser Aufgaben etwa erforderlichen Einzeldis- pense oder grundsätzlichen Dispense von den bestehenden feuer- und baupolizeilichen Vorschriften bei den zuständigen Behörden zu erwirken. Eine Entscheidung über den Zeit­punkt, an dem nach dem Kriege die infolge Umbauten und Ausbauten neu entstandenen Wohnungen geräumt werden müssen, hat durch die jeweils zuständige Regie­rung (in Preußen durch den Herrn Oberpräsidenten) zu erfolgen.

Für die Zuführung der notwendigen Baustoffen ist als Grundsatz festzuhalten, daß die nächstgelegenen Be­zugsquellen zu wählen sind und das Laudfuhrwerk sowie Wasserwege für den Transport möglichst ausgenutzt wer­den.

Wohnttttflsuol In einem Aufsatz in denDeut­schen Stimmen" übec die Wohnungsnot berechnet der Ltcht-mberger Stadlsyndikus Dr. Maretzky den nach Frtedensschlnß zu erwartenden Min^estbedarf an neuen Wohnungen, wie er sich infolge der darni'derliegenden Bautätigkeit während- mehr als vier Jahren ergeben wird, auf 1 Million Wohnungen und die Bau­kosten auf 10 Milliarden Mark. Zwei Fünftel der Bau­kosten etwa, also 4 Milliarden Mack, blieben mit Rück­sicht auf die spät re Verbilligung der allgemeinen Bau­kosten unrentables Kapital und müßten vom Reich und Staat sowohl bet den gemeinnützigen wie den privat­kapitalistischen Bauunterneh'nungen übernommen wer- den- Bei dem g oßen Umfange des Wohnungsbedarfs werde man ohne die Mithilfe privater Bauherren nicht auskommen. Die Versuche, den Gemeinden ein Drittel der Mehcbaukosten aufzuerlegen, würden bet der lieber- lastung der meisten Gemeinden die Gefahr mit sich brin­gen, daß die zum Besten dts Reichs dringend notwen­digen Maßnahmen verzögert würden oder unterbleiben. Bet dem Mangel an Baustoffen, inbesondere an Ziegeln, müßten auch Ersatzstoffe, namentlich Steine aus Zementmischungen u»d Kohlenschlacke usw. Verwendung finden. Wegen des Fehlens gelernter Arbeiter müßten Bauweisen mit leicht zusammensetzbaren Bauteilen, ins­besondere mit Focmsteinen, bevorzugt werdend Als Be­helfsbauten sollte nur der Ausbau von Dach- und Ecdgeschoßräumen, von freistehenden Läden und gewerb­lichen Räumen, nach Möglichkeit (aber nicht dte kostspie- iiege und sozial bedenkliche Errichtung von Baracken) in Angriff genommen werden. Tatkräftiges und schleunig­stes Handeln aber sei notwendig; denn der innere Frieden des Reichs und die Erhaltung einer starken nationalen Voiksstimmung stehe auf dem Spiele, wenn es dahin käme, daß viele Tausende unserer heimkchcenden Krieger mit ihren Familien der ausreichenden Unterkunft ent­behren müßten.

Literarilcdez.

Mehr Sonne. Das Büchlein von der Liebe und der Ehe. Von Anton Fendr ich. Preis geh. M. 2.25, gbd.M.3.60. Stutt­gart, Franckh'sche Verlagsbuchhandlung. Ein Buch des Auf. vaus ist dieses Buch. Es ist gedacht als Aufruf für junge Mädchen und junge Männer, für verheiratete Frauen und Ehe­gatten, die den Willen zum Kind und die Freude am Kind als persönliche Bejahung des Lebens trotz Tod und Teufel im tiefsten Inneren empfinden und ihn in der Ehe schöpferisch ausführen.. Aus dem Kapitel:Rosen, Reiser und Ruten" geben wir folgende Aphorismen wieder: ^

Eine Frau, die der Welt nur sechs gesunde Kinder geschenkt hat, kann ruhig darauf verzichten, daß man ihr Frau Doktor oder Frau Geheimrat sagt. Aber den Stolz kennen die < Wenigsten.

Mit dem Heiraten ist es wie mit den Nesseln, die nur dann nicht brennen, wenn man fest und rasch zugreift. Und bekannt­lich spinnt man aus ihnen die feinste Leinwand.

Die Innigkeit einer Ehe wird vielleicht am besten daran zu erkennen sein, ob überhaupt und wie dann bei einem neuen Kind darüber gesprochen wird, welchem von den beiden es gleichsähe.

Wenn Frauen ihre Männer loben, so find sie irgendwie heimlich unglücklich. Glückliche Ehegatten sprechen von sich über- Haupt nicht vor andern.

Sei getreu! Aber lieber brich die Ehe, bevor sie dich bricht. Denn als Ehe-Ruine bist du vor allen Instanzen gerichtet.

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

Kirchliche Anreizen.

Sonntag den 18. August (12. nach Trinitatis.) Kollekte süc die Innere Mission. Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr. zu- gleich Chüstenühre für die Ncukonficmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Vormittags 9 1 / 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Kinderkirche fällt aus.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Siche Stadtklrche! Vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Kinderkircke fällt aus. Abends 8 Uhr: Bibclbesprechung im Johannessaal. Mittwoch den 21. August, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarcasst. stent Lic. Reuning.

Das Feldheer braucht dringend Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere!

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Ein Piano oder 1000 Mir. bar

Ein Tatelservico für 12 Personen Ein Piüschteppicb, 2X3 m Eine nussbaum Kommode Ein Nähtisch

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Ein Wiener Sessel Eine silberne Damen- od. Herrenuhr 4 Meter Seide zu einer Bluse Verschiedene kleinere Preise

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Vaterland.

Jedermann, der obige Aufgabe löst, erhält gratis und ohne jede Verpflichtung Anrecht auf die ausge­setzten Preise, welche verteilt werden Antwort erhalten Sie möglichst sofort, bestimmt jedoch innerhalb 2 Wochen. Wer je einen der 8 Hauptpreise erhalten hat, wird später in unseren neuen Rundschreiben bekannt gemacht Die Versandkosten muss der Löser tragen. Die Einsendung verpflichtet Sie zu nichts. Schreiben Sie uns bitte sofort die Lösung sowie Ihre deutlich geschriebene Adresse, worauf wir mit näherem dienen werden. Rätsellösungen aus dem Felde oder Lazaretten können nicht berücksichtigt werden. Schreiben Sie noch heute an

Verlag Germania, Braunschweig Nr. 757.

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