Ausgabe 
14.8.1918
 
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»erlag derGießener Zettnng", «testen.

Druck der Eichener Verlagsdruckerci, Albin Lileiu.

Nr. 70. Telephon Nr. 362.

Mittivoch, dm 14. August 1918. Telephon Nr.362. 31. Jahrg.

Die feindliche Grostoffensive und der feindliche Dnrchbrnchsverfuch völlig gescheitert. 22V9O, ISO«« «. 17OOO Br-R.-T. zusammen 34000 Br.-R.-T. versenkt.

Ans dem amtlichen Kreisblatt.

Hessische Landes - Gemüsestelle zu Mainz, 5. 8. 18: Verordnung über Herbstgemüse und Herbslobst der Ernte 1918.

Reichsstelle für Gemüse und^Obst, 19. 7. 18: Ausführungsan- Weisung zur Verordnung über Herbstgemüse und Herbst- . obst der Ernte 1918.

Hessische Landes - Gemüsestelle, 5. 8. 18: Bewirtschaftung der Zwiebeln.

KreiSamt Gießen, 3. 8. 18: Rotzverdacht bet einem durch die Landwirtschaftskammer veräußerten Pferdetransport. Die aus diesem Pferdetransport an die Veterinärklinik Gießen und an Konrad Heinrich Walz in Lich veräußerten Pferde werden dem Reichsviehseuchengesetz unterworfen.

Kreisamt Gießen, 5. 8. 18: Landespolizeiltche Abnahme der Arbeiten für die Anlage von Gleisanschlüssen an die Stra­ßenbahn zum Transport von Gütern nach dem Kriegsge­fangenenlager in Gießen.

Großh. Feldbereinigungskommissär, 2. 8. 18: Versteigerung von Massegrundstücken aus der Feldbereinigung Langgöns am 26. u. 27. August 1918.

Ministerum des Innern zu Darnistadt, 30. 7. 18: Bekanntma­chung über den Verkehr mit Getreide, Hülsenfrüchten, Buch­weizen und Hirse aus der Ernte 1918 zu Saatzwecken.

Kreisamt Gießen, 2. 8. 18: Bekanntmachung über die Walnuß­ernte.

Kreisamt Gießen, 7. 8. 18: Bestellung von Kunsthonig.

Kreisamt Gießen, 7. 8. 18: Zuckerverbrauchsregelung.

Kreisschulkommission Gießen, 3. 8. 18: Feier des Sedanfestes.

Der stellv. Kommandierende General, 10. 8. 18: Höchstpreise für Seegras. Höchstpreise für Walzenfinter.

Kreisamt Gießen, 8. 8. 18: Sicherstellung von Saatkartoffeln.

Kreisamt Gießen, 7. 8. 18: Saatgutvcrkchr. (1. Zulassung von Händlern zum Handel mit Saatgut. 2. Saatkarten mit Listenführung.)

Kreisamt Gießen, 9. 8. 18: Oelschlagscheine.

Kreisamt Gießen, 7. 8. 18: Bekämpfung der Sperlinge.

Ministerum des Jnnnern, 2. 8. 18: Jagd auf Rebhühner vom 21. August 1918 bis 31 Januar 1919, Jagd auf Fasanen vom 1. September 1918 bis 31. Januar 1919, für Fasanen­hähne bis 31. Mai 1919.

Statssekretär des KriegsernährungsamteS, 30. 7. 18: Drusch- Prämien für Hafer.

Kreisamt Gießen, 10. 8. 18: Voranmeldung von Schweinen für die Haushaltungen 1918/1919.

Kreisamt Gießen, 12. 8. 18: Bestandsaufnahme der Vorräte früherer Ernten an Früchten oder an Mehl.

Polizeiamt Gießen, 8. 8. 18: Rotzverdacht bei den Pferden in der chirugischen u. medizinischen Veterinärklinik konstatiert. Gehöftspere ist angeordnet.

Ministerum des Innern, 5. 8. 18: Ausfuhr von Stroh.

Kreisamt Gießen, 10. 8. 18: Ausbreitung der Bartflechte.

Kreisamt Gießen. 3. 8. 18: Unter dem Schweinebestande deS W. Will in Wieseck sind die Backsteinblattern festgestellt.

flmtlicbe dcutfcbe Cagesbericbt*.

Berlin, 9. Aug. Im Speergebiet deS Mittel- meeres versenkten unsere U-Boote aus stark gesicherten Geleitzügen 6 Dampfer von zusammen rund 22 000 Bruttocegiftertonnen, darunter den französischen Truppen­transporterJemnah" mit 3716 Brt., auf dem sich nach Aussagen von Gefangenen 21 Passagiere und 800 Soldaten befanden. Der Dampfer sank innerhalb 5 Minuten.

Der Chef des AdmiralftabeS der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 10. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Rege Tätigkeit deS Feindes zwischen Yser und Ancce. An vielen Stellen dieser Front führte der Feind Bor­ste und Teilangriffe aus, die vor unseren Linien und im Nahkampf abgewiesen wurden.

Engländer und Franzosen setzten gestern unter Einsatz stalkec Reserven ihre Angriffe auf der ganzen Schlachtfcont zwischen Ancce und Avre fort. Beider- seits der Somme und rücklings der Straße Foucaucourt Bille-Bretonneux warfen wir den Feind durch Gegen, stöße zurück. Ec erlitt sehr schwere Verluste. In der Mitte der Schlachtfront gewann der Feind über Rocieres und Hangest Boden. Unsere Gegenangriffe brachten ihn ^0N Lihons und östlich der Linie Foucaucourt Arvillers zum Stehen. Während der Nacht nahmen wir dle an der Avre und am Dom-Bach kämpfenden Truppen in rückwärtige Linien östlich von Montdidter zurück. südöstlich von Montdidter schlugen wir einen starken Teilangriff der Franzosen in unseren Linien ab.

Ueber dem Schlachtfelde schossen wir 32 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Löwenhardt errang seinen 52. und 53., Leutnant Udet seinen 46, 47. und 48., Haupt­mann Berthold seinen 41. und 42., Leutnant Freiherr von Richthofen seinen 36. und 37., Leutnant Billing seinen 30. und 31., Leutnant Bolle seinen 29., Leutnant Koennccke seinen 26., 27. und 28., Leutnant Neumann seinen 20. Luftsteg.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zeitweilig auflebender Feuerkampf an der Aisne und Besle.

Der Erste Generalquartiermetstec: Ludendorff.

Berlin, 10. Aug, abends. Ausdehnung der Schlacht von der Ancce bis zur Oise. Angriffe deS Feindes sind vor unseren Kampfstellungen gescheitert.

«

Berlin, 10. Aug. Westlich deS Kanals und an der Oftküste Englands versenkten unsere Unterseeboote, zum Teil aus stark gesicherten Gelettzügen 15 000 Brutto-Registec-Tonnen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

-».

wtb. Großes Hauptquartier, 11. Aug. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zwischen Äser und Ancce ließ die erhöhte Gefechts« tätigkeil tagsüber nach, am Abend lebte sie vielfach wieder auf. Stärkere Vorstöße des Feindes beiderseits der Lys wurden abgewiefen.

An der Schlachtfront hat der Feind seine Angriffe bis zur Oise ausgedehnt. Zwischen Ancce und Somme brachen sie vor unseren Linien zusammen. Dicht südlich der Somme blieb die feindliche Infanterie nach ihren Mißerfolgen am 9. August untätig. Starke Teilangriffe des Gegners bei Rainecourt und gegen Lihons scheiter­ten in unserem Feuer und im Gegenstoß. Die Haupt- kcaft der gestrigen Angriffe war gegen unsere Front zwischen Lihons und der Avre gerichtet. Oestlich von Rozieres und beiderseits der Straße Amiens und Roye schlugen wir mehrfach wiederholten feindlichen Angriffe ab. In dem beweglichen Kampf gegen feindliche lieber- macht und gegen den Masseneinsatz von Panzerwagen kam auch hier wiederum die unerschütterliche Angriffs- kcaft unserer Infanterie voll zur Geltung. Vielfach brach der Ansturm des Feindes schon im Feuer unserer Artillerie zusammen. Vor einem DivtsionSabschnitt liegen allein mehr als 40 zerstörte Panzerwagen. Zwischen Avre und Oise setzte der Feind nach heftiger Artillerie­vorbereitung zu stacken Angriffen gegen unsere alten Stellungen von Montdidter bis Autheuil an. Ec ver­mochte unsere gestern gemeldeten neuen Kampflinien östlich von Montdidier nicht zu erreichen. Unsere Nach, hüten empfingen den Feind in unseren alten Stellungen mit starkem Feuer und wichen darauf kämpfend über die Linie LaboffteceHatnvillersRicquebourgMärest aus.

Sehr rege Fliegertätigkeit über dem Schlachtfelde. Wir schossen wiederum 23 feindliche Flugzeuge und einen Fesselballon ab. Leutnant Kroll errang seinen 33., Leutnant Veltjens seinen 24. und 25., Leutnant Laumann seinen 21., 22. und 23-, Leutnant Auffahrth seinen 21. Luftsieg.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der VeSle wurden Angriffe deS Feindes zwischen FiSmeS und Courlanden abgewiesen. In der Champagne westlich der Straße Somme Py Sonatn TeUkämpfe, in denen wir Gefangene machten.

Der Erste Generalquartiermetstec: Ludendorff.

»

Berlin, 11. Aug., abends. An der Schlachtfront zwischen Ancre und Oise sind heftige Angriffe des Feindes gescheitert.

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Berlin, 11. August. Neue U-Bootsersolge im Mittelmeer: 4 bewaffnete Dampfer von zusammen etwa 17,000 Bruttoregistectonnen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

wtb. Großes Hauptquartier, 12. Aug. 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Äser und Ancce scheiterten mehrfach Teil- vocstöße des Feindes. Nördlich der Lys schlugen wir einen stärkeren englischen Angriff zuruck. An der Schlachtfcont führte der Feind am frühen Morgen heftige Angriffe nördlich der Somme und zwischen Somme und Lihous. Sie wurden meist im Feuer, teilweise im Gegenstoß abgcwiesen. Bei den Kämpfen um Lihons stieß der Feind über den Oct hinaus nach Osten vor. Unser Gegenangriff warf ihn bis an den Nord- und Ostcand des Dorfes wieder zurück. Heftige Teilkämpfe zwischen Lihons und der Avce. Südwestlich ChaulneS griffen wir den Feind an und nahmen Hallu.

Beiderseits der Straße AmienS-Roye wiesen wic feindliche Angriffe ab. Zwischen Avce und Oise dauerten die starken Angriffe des Feindes bis zur Dunkelheit an. Sie sind völlig gescheitert. Besonders schwere Verluste erlitt der Franzose bet Tilloloy. Durch nahes Heran­halten seiner Artillerie, die den Panzerwagen dichtauf folgte, suchte ec den Durchbcuch hier zu erzwingen. Infanterie und Artillerie ,choffen den Feind vor unseren Linien zusammen.

Gestern wurden 17 feindliche Flugzeuge und 4 Fessel­ballone abgeschossen. Leutnant Udet errang seinen 49.,

50., 51 und 52., Leutnant Frhr. v. Rlchthofen seinen

38., Leutnant Veltjens seinen 26., 27. uno 28. Luftsieg.

Im Juli wurden an den deutschen Fronten 518

feindliche Flugzeuge, davon 69 durch unsere Flugabwehc- geschütze, und 36 Fesselballone abgeschossen. Hiervon sind 239 Flugzeuge in unseren Besitz, der Rest ist jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgekürzt. Wir haben im Kamps 129 Flugzeuge und 63 Fesselballone verloren. Der Erste Generalquactiecmeister: Ludendorff.

Berlin, 12. Aug., abends. An der Schlachtfront zwischen Ancce und Avre ruhiger Tag. Zwischen Avce und Oise sind feindliche Angriffe gescheitert.

Zur militärifcben Lage im Aesten.

Genf, 9. Aug. Die Erfahrungen haben laut Petit Parisien" die Deutschen dahin gebracht, daß ein deutlich erkennbares System in die Beschießung der Pariser Bezirke und ihrer Umgebung zu bringen.

Ein stilfegesucb der russischen Räteregierund?

Berlin, 10. Aug. DieNeue Freie Presse" schreibt:Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß die russische Regierung, da sie von der Entente bedrängt wird, die Mittelmächte umHilfe bittet. Diese Möglichkeit ergibt sich aus den ratsächlich gegebenen Verhältnissen, daß der Krieg, den die Entente gegen Rußland führt, zugleich ein Krieg gegen die Mittel­mächte haben gewiß auch in Erwägung gezogen, was zu geschehen hätte, wenn Rußland militärische Hilfe gebrauchen und sie von den Mittelmächten gegen die Entente verlangen würde. Diese Möglichkeit ist so nahe, daß die Mittelmächte sicher nichts unterlassen haben, sich darüber zu verständigen, was in diesem Falle zu geschehen hätte.

Rsloniai-Rriegerspende.

Die beiden Opfertage für die Kolonialkriegerspende, der 17. u. 18. August, stehen vor der Tür. Im ganzen Deutschen Reiche wird an diesen zwei Tagen die Opfer- fceudigkeit des deutschen Volkes in Anspruch genommen werden, um die Mittel aufzubrlngen, damit den Kolo- nialkciegern, ihren Angehörigen und Hinterbliebenen, sowie allen Kolonialdeutschen, die in den Schutzgebieten durch den Krieg Hab und Gut verloren haben, die Hilfe geleistet werden kann, welche die Reichsversorgungsge. getze nicht ermöglichen. Und wahrlich, unsere heldenmü­tigen Landsleute da draußen in den fernen Landen haben den Dank deutschen Volkes verdient. Es ist eine Ehrenpflicht für jeden Deutschen, Zu der unter amtlicher Verwaltung stehenden Kolonialkciegerspendc sein Schecf- lein beizutragen. Wic verweisen auf den im Anzeigen­teil der heutigen Nummer veröffentlichen Aufruf.

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