Porto auf 15 Pfg, über 250 bis 500 Gr. auf 25 Pfg. Auch für diePostanweisungen werden die Gebühren erhöht. Es kostet in Zukunft eine Postanweisung bis zu 5 Mk. 15 Pfg, über 5 bis 100 Mk. 25 Pfg., darüber hinaus erhöhen sich die bisherigen Sätze um 10 Pfg- Ebenso hat der Telegrammverkehr erhöhte Abgaben zu tragen. Im Stadtverkehr kostet in Zukunft ein Telegramm bis zu 5 Worten 45 Pfg., für jedes weitere Wort bis zu 10 Worten erhöht sich die Gebühr um 5 Pfg., darüber hinaus um 3 Pfg. unter Abrundung des Gesamtbetrages auf den nächsten durch 5 teilbaren > Pfenyigbetrag nach oben. Im Fernsprechverkehr, sind die seit dem Jahre 1916 um 10 v. H. erhöhten Ge- | bühren abermals um 10 v. H. heraufgeseht.
lstjeßMrtlchaMicim.
** Dev Verkehr mit Obst nicht freigegeken
Es ist im Publikum das Gerücht verbreitet, datz das Früh- j obst für den Verkehr freigegeben sei. Davon ist keine Rede. Nach Bestimmung der Landesobststelle ist nach wie vor der unmitelbare Bezug von Obst durch den Selbstverbraucher beim Erzeuger verboten. Trotzdem hat die Schleichversorgung in einem Matze um sich gegriffen, > datz die kontrollierenden Organe vollkommen machtlos j sind. Das Publikum wird es sich zuzuschreiben haben, > wenn die bewirtschaftende Behörde aus der vollkommen . unvernünftigen Art, mit der die Selbstversorgung betrieben wurde, für die spätere Ernte die nötigen Folgen zieht. Es soll aber hier nochmals darauf hingewiesen werden, datz Erzeuger und Käufer, die wegen d r Schleichhandelsversorgung Obst womöglich unter Ueberschreitung der Höchstpreise verkaufen oder erwerben strenge Strafen zu gegenwärtigen haben und datz gegenüber solchen die Allgemeinheit so empfindlich schädigenden Verhaltens rücksichtslos durchgegriffen wird.
** Neichsaltkletdcrsauimluny. Die Reichsbekleidungsstelle hat bekanntlich die Frist zur Ablieferung der getragenen Männeroberkleidung bis zum 15. August verlängert; sie knüpft an diese Maßnahme die Erwartung, datz in den einzelnen Kommunalverbänden die benötigte Zahl von Anzügen durch die abgabefähige Bevölkerung in diesem Zeitraum aufgebracht werde. Entgegen den vielen irrigen Darstellungen, datz die gesammelten Anzüge lediglich den gutbezahlten Rüstungsarbeitern zugute kommen sollten, mutz darauf hingewiesen werden, datz es sich bei der Versorgung der Heimarmee keineswegs nur um die Arbeiter der Rüstungsindustrie, sondern auch vor allem zu einem ganz beträchtlichen Teile um die Arbeiter in der Landwirtschaft, dem Eisenbahnbetrieb und dem Bergbau handelt. Mit der Sammlung wird bezweckt, alle kriegswichtigen Betriebe, die zur Aufrechterhaltuug unseres Wirtschaftslebens unbedingt benötigt werden, arbeitsfähig zu erhalten, indem den Arbeitern, die in Kleidung aus Ersatzstoffen ihre Arbeit nicht sachgemäß verrichten können, die unbedingt nötigen Kleidungsstücke aus Wolle beschafft werden. Selbstverständlich müssen diese. Anzüge von den Arbeitern gegen Bezahlung erworben werden; es handelt sich bei dieser Sammlung also keinesfalls um eine soziale Maßnahme, die einer bestimmten Arbeiterkategorie zugute kommen soll, sondern um eine dringende Kriegsnotwendigkeit zur Erhaltung unserer wirtschaftlichen Kraft.
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* Nationalst ftnng für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen. Unter dem Vorsitz des Staats- minifters Dr. von Ewald fand am 5. Juli die 1. diesjährige Sitzung des hessischen Landesausschusses der
Nationalstiftung statt, in der der Leiter der Geschäftsstelle- Geheimrat Dr. Dieh, den Geschäftsbericht für das abge- laufene Jahr er attete und einen Ueberblick über die Einnahmen und Ausgaben nach dem S4and vom 1. ds. Mts. gab. Hiernach belaufen sich die Spenden aus dem Grotz- herzogtum Hessen auf insgesamt 1 645 130 Mk. An Beihilfen wurden bisher bewilligt 260 190 Mk. und zwar an rund 2 000 Familien. In manchen Kreisen und Ständte ist bereits mehr als 7» der dort einqegangenen Spenden in zwei ländlichen Kreisen ja sogar schon mehr als die ganze Spendeneinnahme für Beihilfe verwendet worden. Hieraus ergibt sich bei der stets wachsenden Inanspruchnahme der Nationalstiflung die Notwendigkeit, in der Sammeltätigkeit für die Nationalstiflung nicht zu erlahmen und ihr weitere Spende zuzuführen.
** Am 17. und 18. August finden zum Besten der unter amtlicher Verwaltung stehenden Kolonialkrieger- Spcnde zwei Opfertage statt. Hoffentlich wird auch unsere Stadt, wie schon so oft bei ähnlichen Gelegenheiten, ihre alte Opferfreudigkeit wieder beweisen und nicht hinter anderen deutschen Orten zurückstehen. Gilt diese Sammlung doch einer HeU enschar, welche bisher allzuwenig genannt wurde, obwohl sie nahezu Uebermenschliches geleistet hat. In unsern Kolonien haben deutsche Männer die deutsche Ehre bis zuletzt verteidigt; auf verlorenen Posten haben sie ausgeharrt, bis die gewaltige Ueber- zahl der Feinde jeden weiteren Widerstand unmöglich machte. Noch aber sind von Lettow-Vorbeck und seine Truppen unbesiegt. Im fernen Afrika kämpfen sie unter Schwierigkeiten, die wir uns kaum vorstellen können. Fast ganz aus sich selbst angewiesen, haben sie ein tropisches Land von der doppelten Größe Deutschlands verteidigt; weder die Entbehrungen der Wildnis noch die Krankheiten des heißen Klimas haben sie mutlos gemacht. Zusammen mit ihren treuen Eingeborenen haben sie nicht nur glänzende Siege gewonnen, sondern auch in hartnäckigem Buschkrieg um jeden Zoll Boden gerungen, und heute noch kämpfen sie als Sieger auf portugiesischer Erde. Selbst die Feinde senken ihr Schwert achtungsvll vor so viel Heldentum, der Name des deutschen Führers gehört zu den gefeiertsten des ganzen Krieges. Sollten wir solchen Männern unsere Dankbarkeit weigern, die wir den Helden im Flugzeug, im Luftschiff und im Unterseeboot so gern und reichlich gespendet haben? Fürwahr, es ist an der Zeit, die Fürsorge auch unsern Kämpfern in den Kolonien zuzuwenden, Armut und Not unter ihren Angehörigen oder Hinterbliebenen zu lindern, und so zu einem kleinen Teil den Dank abzutragen, den wir ihnen alle schulden.
* * Die deutschen Eisenbahnverwaltungen haben zuge- stimmt, den Besuchern der bevorstehenden Herbft- Mnstermcssc in Leipzig wiederum eine Fahrpreisermäßigung zu gewähren. Die Ermäßigung beträgt 50 Prozent des tarifmäßigen Preises, bei Schnellzügen einschließlich der Zuschlagsgebühr für die Fahrt von und zur Messe in der zweiten und dritten Wagenklasse aller Züge, und wird gewährt gegen Vorzeigung einer Bescheinigung über den Messbesuch, die vom Messamt in Leipzig ausgestellt wird. Sie beschränkt sich auf die geschäftlichen Besucher, also auf Aussteller, Einkäufer und die im Geschäft tätigen Personen. Kinder unter 14 Jahren bleiben von der Vergünstigung ausgeschlossen, ebenso Besucher der Ledermesse, Rauchwarenmesse, Borstenmesse und der Kleinhandels- und Schaumesse.
* Frankfurt a. W. Der bekannte Naturarzt Dr. R. S p o h r ist an Lungenentzündung 49 Jahre alt gestorben. Der Verstorbene war ein Mann von gründlicher
wissenschaftlicher Bildung, dabei starker Impfgegner. Sein Vater. Oberst a. D. Spor, ist noch sehr rüstig und lebt in Gießen.
*BabEms. Am 31. August, 1. und 2. September d. I. findet HUc eine große Kaninchen n^d Pro- duktenausstellung (Lohn-Schau) statt, wozu die Zückuc an der Lahn von Marburg abwärts bis Ober- und RiederlahusUin zngelassen sind. An den Ausstellungstagen ist jedem Besucher Gelegenheit geboten, eine große Kaninchenschlächtecei zu sehen, wo Kaninchenfleisch und -Wurst verabreicht w'rd. Anmeldeschluß 10. August.
* Den verschütteten Vrnder in Feindes Land gefunden Hst ein Soldat aus, Herrlishöfen. Ec und noch mehrere Kameraden, die einen Unterstand gruben, stießen auf drei Leichen. Darunter befand sich zu seinem großen Schrecken sein Bruder, der am 11. August 1916 gefallen ist. Der gefallene Bruder hatte noch eine Brief*
! Lasche in seiner Rocktasche. In dieser waren auch einige
1 Karten von seinen Angehörigen, die noch deutlich leS-
i bar waren, und so konnte ec feststellen, daß es wirklich sein Bruder war. Tief ergriffen deckte der Bruder das Grab wieder zu und zierte die Ruhestätte seines auf so merkwürdige Weise gefundenen Bruders
* Elberfeld. 16. Juli. Am Mittwoch übend sah
bei dem Dorfe Schwarzen (Hunsrück, Kr. Simmern) der zu Erntearbeiten kommandierte 16jährige Iungmann Willi Gerlach, Obersekundaner des hiesigen Gymnasiums, Iohan- nisstratze 2, ein in einer Höhe von ungefähr 800 Meter hoch fliegendes Flugzeug. Gerlach bemerkte, «ie aus dem Flugzeuge zwei Stichflammen herausschlugen. Nach kurzer Zeit landete der Apparat, ein französischer Doppeldecker, der mit drei Maschinengewehren und Bombenabwurfvorrichtung ausgerüstet war. Die beiden Insassen, ein amerikanischer Oberleutnant und ein Leutnant, standen unter einer Tragstäche. Auf die Aufforderung Gerlachs kamen sie hervor. Auf die Frage der Offiziere, ob sie sich in Deutschland oder Frankreich befänden, antwortete Gerlach auf Französisch: „Sie befinden sich jetzt in Deutschland
und siüd meine Gefangenen. Jede Gegenwehr ist zwecklos!" Gerlach sagte das. obwohl er keine Waffe bei sich trug. Dann lieferte er die Flieger gemeinsam mit einem nach einiger Zeit nachgefolgten Sanitätsoffizier aus Essen, einem Sergeanten und einem Bauern nachts um 1 Uhr an die Behörde in Kirchberg aus Es handelt sich um das 6. Flugzeug des Geschwaders, das im Anstug auf Koblenz war. Das ganze Geschwader fiel bekannlich in die Hände der Deutschen.
Bei antwortlich: Älbin Klein in Gießen.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 28. Juli (9. noch Trinitatis.)
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Chststenl, bre für die N nkonfirmierten aus der Markus' gimeinde. Pfarrer Schwabe. — Vormittags 9'/ 2 Uhr: Pfarrer Mahr. - Kindeikrhe fällt aus — Msttwoch, den 31. Juli, abends 8 Udc: Kriegsbctstunde. Pfarrer Mahr. _ Am 4. August findet im Hauptgottesdienst Beichte und Feier d(s Heil. Abkndmohls für Matlhäus- und Markusg'nninde statt.
In der Iohan ncskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Johannesgemrinde. Pfaciass stent Ltz. Reuniag.
! Vmm nags 9 % Uhi: Pfarrer Bechto shümer. — Km- ' deckt'che fällt aus. _
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UJa$ koslei der Cürklinkenerfatz?
Ueber die Kosten der Ersatztürklinken und Fenstergriffe hat die Metall - Mobilmachungsstelle nunmehr endgültige Bestimmungen getroffen. Bekanntlich steht es den Ablieferungspflichtigen frei, sich selbst Ersatz zu beschaffen oder den behördlich gebotenen Ersatz zu kaufen, oder die Auswechslung der vorhandenen Griffe durch behördlich gelieferte Griffe zu beanspruchen. Ein Paar Ersatztürklinken ohne Langschilder aber mit Dorn kostet 2,50 Mark, mit Langschild 3,50 Mark, bei dem Vorhandensein eines Nachtriegels 4,50 Mark. Die bis jetzt angeboten Fenstergriffe kosten 1 Mark das Stück.
Den Ablieferungsstichligen, welche behördliche Ausbauhilfe in Anspruch nehmen wollen, werden die Stellen, von denen die behördlichen Ersatzstücke ausgegeben werden, sowie der Sitz der behördlichen Ausbaustellen noch bekanntgegeben. Wer den Ausbau selbst vornimmt, kann behördliche Ersahstücke im freiem Handel zu obigen Preisen erwerben. In diesem Fall bezahlt der Staat Ausbauvergütung und den Uebernahmepreis für die abgelieferten Griffe. Eine Verrechnung gegen den Kaufpreis findet in diesem Fall nicht statt.
Ist der Uebernahmepreis für die abgelieferten Türklinken und Fenstergriffe geringer als der Kaufpreis der Ersahstücke, so hat der Ablieferer nichts nachzuzahlen, den Unterschied trägt der Fiskus. Ist der Uebernahmepreis höher, so wird der Mehrbetrag vergütet.
lüohnung$kiindigungen.
j Dos ftrfiu. Genecalkommando Hot eine Verordnung betrrffcnd Maßnahmen gegen die Wohnungsnot erlassen,
de en JnDoftfitzang für Frankfurt dem Magistrat über, lassen ist. Der Mi Ucickutzv rein har beim Magistrat beantragt, dsts Verordnuna in K oft zu setzen. Die V ivrdnung bestimmt, daß Vermstter von 1—b Ziinmec- Wohnungen die ve nnelsten Wohnungen nicht ohne Ein v.iNäridws dts blshe'!igen Mlsters kündigen, nach Av- lauf ds biöheeigen M'etve-l a S an ond«re als die bisher! en Mlctcr vermieten, sonst überlassen, oScr s Ib.st in Benutz ng rühmen düsten, falls nicht der 'Magistrat (Einigungsamt) zngestimmt Hot. Ohne dessen Zustimmung dürfen Wohnräume nickt zu anderen Zw'cken .ve, wandt w.rden. Unbenützte Wohnungen Von 1-5 Zimmern müssen d m Mag streit auf Verlangen zu ciN'M angeM'ss n n P eise, der durch die genannte Behörde oder das E'nigungs oder Wohnungsamt od.c (in" sonstige Sachverständigenkommission festgesetzt wird, über lassen werden. Räumlichkeiten, die zwar nicht belvohnt, ab> t mit Möbeln cinglrichtct sind, aelUn niatalS unb> nutzt. Auf Beim etung möblierter Räume finden die Bestl .-wun icn k ine Anwendung. Zuwider- h ndlun. en werden mit Gefängnis b:s zu einem Jahr, bei nliiderd.n Umständen mit H st oder Geldstrafe vis zu 1500 Ma.k b st.oft.
Rach stnec neueren Meldung d.s Frankfurter Haus' bcsitz r Vernns soll diese Verordnung nicht für Frant fort gelten.
Di vo.st.h nde Maßnahme, dle für Mieter und Vermi'tec von einschneidender Bedeutung ist, ist, wie uns aus Mainz genield.t wird, mit der heutigen Verordnung des GrneralgouverncurL durch den Oberbürgermeister für die Etadt Mainz in Kraft getreten.
Rach dieser Verordnung dürfen Ein- bis Fünfzimmer- wohnungen nur dann gekündigt und anderweitig vei- wendst werden, w nn die Kündigung durch das Städtische Mtcteinigungsamt genrhmigt ist Eine Ausnahme ist nur der Fall, daß Mieter und Vermieter über die Auflösung des Mietverhältn sseS einig find.
Ausbau des Mieterschutzes.
RachdtM durch dir Misterschutzovdnung des Bundes- rats vom 26. Joli v. Js. die aus der Lage des WoH. nungsmarktes, den Umzugsschwierigkeiten usw. sich für die Mietbevölkerung ergeb-nden großen Gefahren für eine Zeitlang einigermaßen behoben erschienen, tritt diese Frage jetzt wieder in den Vordergrund. Zahlreiche Nachrichten über Mietsteigerungen, teilweise in außer- ordentlicher Höhe, liegen vor, und die ganze Lage der Mtetdevölkerkng erscheint überaus gespannt und gefährdet. Schon haben auch verschiedene Stellvertretende Generalkommandos in den letzten Monaten eingegriffen und haben Mietsteigerungen und Mietkündigungen von der Genehmigung der Mieteinigungsämter abhängig gen acht; auch eine ganze Anzahl von Eingaben wegen schleuniger Erweiterung des Mieterschutz s sind an die Rtgierung gerichtet worden, z. B. vom Deutschen Woh» nungsausschuß zusammen mit dem Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen, dem Mieteinigungsamt Dortmund und anderen Stellen. Unter diesen Umständen scheint eS dringend gebo'en, daß der Bundesrat nunmehr ohne Verzug an diese Aufgabe herantritt. Umgehen läßt sichs doch nicht mehr, deshalb sollte ihre Lösung unverzüglich erfolgen, ehe weiterer großer Schaden eintritt.


