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Expedition: Züdanlage 21
'Nr. 65. Telephon Nr. 362 . Samstag. Den 27. Juli 1918.
Telephon 'Hx. 862.
31. Jahrg.
Schwere feindliche Angriffe zwischen Lys und Marne avgefchlageK.
Fachs Durchbruchspläne gescheitert.
13666 u. 13666 Br.-R-T. = zusammen 26606 Br-R.T. versenkt.
Aus dem amtlichen Kreisblatt.
Staatssekretär des Kriegsernährungsamts, 28.6.18: Verordnung über die Preise für Stroh und Häcksel aus der Ernte 1918.
Grotzh. Ministerium des Innern, 16. 7.18: Bekanntmachung über die Preise für Stroh und Häcksel aus der Ernte 1918.
HessischeLandes-Gemüsestelle, 22.7.18: Festsetzung von Erzeuger-, Großhandels-, und Kleinhandels-Höchstpreisen für Gemüse im Großherzogtuni Hessen.
Der stellv. Kommandierende General, 9. 7. 18: Maßnahmen gegen die Wohnungsnot. Das Mieten und Vermieten, sowie die anderweitige Verwendung der unbenutzten Wohnungen ist geregelt.
Kreiöamt Gießen, 23. 7. 18: Die Verordnung des stellv. Kom- mandierenden Generals des 18. A.-K. gegen die Wohnungsnot wird für die Gemeindeu Lich, Grünberg, Hungen, Lollar, Wieseck, Heuchelheim u. Klein-Linden für anwendbar erklärt.
Auswärtiges Amt Berlin, 14. 7. 18: Ausreisemöglichkeit für diejenigen interniert gewesenen französychen Zivilpersonen, welche zuletzt in Deutschland frei leben dürfen.
Kreisamt Gießen, 20. 7. 18: Die Ausführung der Verordnung über den Verkehr mit Ersatzmitteln. Hierzu die Namen der Vorsitzenden, der Mitglieder und der Mitglieder-Stell- vertreter für die Ausführung dieser Verordnung.
Hmilicbe deutfcbe cagesbmcblr.
wtb. Großes Hauptquartier, 24. Juli 19l8.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Lebhafte Artillerietätigkeit nö-dlich der Lys, bei Arras und bei Albert. Auf dem Westufer der Avre stieß der Franzose bei örtlichem Angriff bei und südlich von Mailly vorüberg^htnd bis an die Avre vor Unser Gegenstoß stellte die Lage wieder her und schlug am Abend aus Mailly und nördlich davon Umbrechende Teilangr ffe des Gegners zurück.
Zwischen Aisne und Marne sttzte der Feind gestern früh in ch Hcransührung neuer Divisionen seine Massen- angriffe fort. Die Arme, detz Generalobersten von Boehn braute den wehefach Wied - holten Ansturm des Feindes völlig zum Scheitern Franzosen und Amerikaner erlitten wiederum schwerste Verluste.
Zwischen Noyon und Hartennes stürmte der Feind fünfmal vergeblich an. Beiderseits von Villemontoire gewann er vorübergthend etwas Boden. Unser Gegen angriff warf ihn üb<r seine Ausgangslinien hinaus zurück. Villemontoire wurde dem in dichten Mengen von unserer Artillerie beschossenen zurückffutenden Feinde wieder entrissen. Nördlich des Ourcq zerschlug unser Vernichtungsfeuer feindliche Angriffe in ihrer Bereitstellung und bei ihrem ersten Anstu-m. Panzerwagen, die unsere Liniin durchstießen, wurden zusammengeschoj- sen, Infanterie, die ihnen folgte, wurde im Gegenstoß zurückgeworfen. Auch die zwischen Ourcq und Maine kämpfenden Truppen wehrten starke feinmiche Angriffe, me st schon vor ihren Linien ab. Von der Höhe nord« östlich von Nocourt und aus dem Walde von Ehatelet warfen wir den Feind im Gegenstoß wieder zurück. Am Nachmittage fanden nur noch Teilkämpfe statt; der Gegner wurde abgewiesen.
Südwestlich von Reims dauerten schwere Kämpfe tagsüber an. Zwischen Marne und Ardre stieß der Feind mehrfach vergeblich zu heftigen Teilangriffen vor. Nördlich der Ardre warf der Franzose neben weißen und schwarzen Truppen auch Italiener uns Engländer in den Kampfs Der Angriff der in der Bereitstellung wirksam gettofffmn Italiener kam nur schwach zur Entwicklung und wurde schnell zusammengeschossen Auch Franzosen und Engländer wurden nach vielfach erbittertem Kampf und teilweise durch Gegenstöße zurück- geschlagen.
Der Erste Generalquartiermeifter: L u d e n d o c f f.
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Berlin, 24. Juli, abends. Auf dem Schlachtete zwischen Soiffons und Reims im ganze., ruhiger Tag. Teilkämpfe südlich des Ouicq und südwestlich von Reims.
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Berlin, 24. Juli Unsere in Flandirn unter dem Befehl von dem Leutnant zur See Sachsenberg stehen den Marinejagdflieger haben in den letzten Wochen 24 feindliche Flugzeuge ab^eschossen und damit seit Bestehen dieses Fliegerverbandes (3t. 4. 1917) ihren 100 . Lustsieg e-runzen Leutnant zur See Sachsen berg schoß seinen 16. und 17. und Leutnant d. R. Oster- kampf seinen 16. Gegner ab. Hervorragend sind an den E folgen noch beteiligt Vizeflugmeister. Heinrich und Flugmaat Z nses.
Der Chef des AdmicalstabS der Marine.
Berlin, 24. Juli. Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz vernichteten unsere Unterseeboote 13000 Brut'vregistertonnen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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wib. Großes Hauptquartier, 25. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Zwischen Bucquoy und Hebutecne griff der Feind am Abend unter starken- Feuerschutz an. Ec wuide abgewusen. Eber.so scheitelten Bocstöße, die der Feind Westlich von Albert und aus Mailly heraus füh te.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Schlachtscont zwischen Soiffons und Reims ließ die Kampftätigkeit gestern nach Kleinere Infanterie gefechte im Borgtlände unsrer Stellungen. Südlich d,s Ourcq und südwestlich von Reims führte der Fiind heftige Teilangriffe, die wir in Gegenstößen zurückschlugen.
Heeresgruppe Herzog Alb recht.
In dcn Vogesen brachte bayerische Landwehr von einem schneidig durchgefüh len Unternehmen Gefangene zurück.
Der E.ste Gcneralquactiermeistec: Ludendocsf.
Berlin, 25. Juli, abends Heftige Teilkämpfe aus dem Schlachtfelde zwischen Soiffons und Reims.
Berlin, 25. Juli. Im Mittelmeec haben unsere U-Boote 4 Dampfer von rund 13000 Brutto-Reg-To. versenkt.'
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 26. Juli 1918
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Südlich von Albert schlugen wir einen englischen Teilangriff zurück und machten im Nachstoß Gefangene. Erfolgreiche Vorstöße unserer Erkundungsabteilungen an vielen Stellen der Front.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf dem Schlachtfeld zwischen Aisne und Marne wurden heftige Teilangriffe des Feindes teils vor teils in unserem Kampfgclände abgewtesen. Beiderseits des Ourcq dauerten die Kämpfe bis zum Abend an. Hier warfen wir nördlich von Oulchy—La Chateau den Feind aus seinen vorderen Linien. Oestlich des Ortes und südlich des Ourcq schlugen wir im Gegenstoß die feindlichen Angriffe ub. Westlich von Vinoelles (an dec Marne) wurde der Feind im Walde Rrs nach heftigen Kämpfen vor unseren Linien abgewiesen. Südwestlich von Reims säuberten wir das Waldgelände westlich von Vcigny und schlugen heftige Gegenangriffe weißer und schwarzer Franzosen zurück In der Champagne griff der Feind zwischen SuippeS-Tal und Sonain am frühen Morgen an. Er wurde im Gegenstoß abgewiesen.
Im Luftkamps verlor der Feind gestern 28 Flug zeuge und einen Fesselballon. Leutnant Freiherr von Richlhofcn errang seinen 30. Jagdgeschwader Richlhofen damit seinen 500. Lustsieg. Leutnant Loewenhardt schoß seinen 44., Leutnant Billik seinen 27., Leutnant Voller
seinen 26. und Vizefeldwebel Thom seinen 23. Gegner ab.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.
Berlin, 26. Juli, abends. An der Schlachtfront ein ruhiger Tag.
Zur militärifcben Lage im Arsten.
Berlin, 26. Juli. Betrachtet man die Lage dec deutschen Stellungen, so kann man deutlich erkennen, daß die feindlichen Pläne, durch Zukneifen dec Zange Reims - Soiffons die deutschen Truppen an dec Marne abznschneiden, endgültig gescheitert sind. Seitdem im Westen der Stellungskrieg vom Bewegungskriege abge, löst worden ist, g ht cs nicht mehr um Gelände, daS nur Bedeutung hat, wenn ausgebaute Stellungen darin enlhalten sind, sondern um die Vernichtung dec feindlichen Kampfkraft. D r hohe Einsatz an Truppen weist darauf hin, denn nach unseren Festilellungen haben in dcn Großkampftagen 38 französische, 2 italienische, 4 eng' lische, 6 amerikanische und zwei belgiscke Kavalleriedivisionen zu Fuß mitaewirkt. die alle sitzt natürlich stark abgekämpft sind. Damit stellt sich dec Verlauf des Kampfes zwischen Reims und Soiffons als ein weiterer Schritt auf unscrm Wege zur Schwächung dec feindlichen Kampfmittel dar.
Die ungeheueren Verluste, die der Verband seit dem 21. März erlitten hat, haben dazu geführt, daß in den letzten Monaten mehrere englische und französische Divisionen infolge Mannschaftsmangels aufgelöst wurden.
Das „Sv ndska Dagbladet" sagt nach dec „Köln. Ztg.": Einen Durchb-uch wie der deutsche Angriff hat Fach nicht erzielen können.
Wie die holländische Presse aus London erfährt, wird in der englischen Militärkcitik angedeutet, daß dem Oberbefehlshaber Foch für seine Stöße gegen die Deutschen 600 000 Mann englische Truppen nebst einem ge- waltigen Bestände an britischem KriegSgerät zugesichert worden seien. Die amerikanische Oberleitung schloß sich den Plänen Fochs rückhaltslos an und übernahm vor dem Washingtoner Kriegsamte die Verantwortlichkeit für den sichern Erfolg des Schlages.
Milet
die im Haushalte, auf den Höfen, in den Schuppen aus den Dachböden usw., selbst in den Winkeln, herum« liegenden
Lumpen
Stoffabfälle, altes Packleinen, Flicklappen, Musterlappen, alte Stricke, Bindfaden, Hüte, Kragen, Manschetten, Reste usw.
nicht achtlos fori!
Die Kriegswirtschaft braucht jedes Stückchen Lumpenmaterial, auch wenn es noch so wertlos erscheint.
Zammell deshalb aller!
Verkaufet es an die richtige Ablieferungsstelle: den gewerbsmäßigen Lumpensammler. Dieser liefert alles bestimmungsgemäß an die Sortier- und Wirtschaftsstellen der Heeresverwaltung ab.
Urlegram«.
Der verblutende Mittelstand und sein Wiederaufbau.
I.
Man darf über den erfreulichen wirtschaftlichen Er- scheinungen wie Zunahme der Spareinlagen, gewaltige Steigerung des Wohlstands in gewissen Schichten, hohen Arbeiterlöhnen und enormen KapitalsbildungSprozessen die Kehrseite dec Medaille nicht außer acht lassen, die rapide Verelendung des Mittelstandes und die traurige . Lage der Festbesoldeteu. Leute, die vor dem Krieg ein


