Die neuen Urlauberzuge.
Am 1. Juni ist die Urlaubssperre aufgehoben worden. Für die Urlaubsreisenden sind nunmehr neue Vorschriften -getroffen worden. Sie werden in besonderen Militärtransportzügen befördet. Man will dadurch erreichen, daß trotz der Verminderung der Zugzahl eine größere Anzahl Urlauber befördert werden kann. Zu diesem Zweck wird für jede Armee ein Bahnhof bestimmt, auf welchem sich tägkg alle Urlauber der Armee zu sammeln haben. Don diesem Urlauber-Armee-Vahnhof gehen täglich Züge nach bestimmten Heimatsgebieten ab, welche die Urlauber so nahe wie möglich an ihr Urlaubsziel heranführen. Die Rückkehr erfolgt in der gleichen Weise. Um jedemMrlauber einen Platz zu sichern, werden in diesen Zügen Platzkarten ausgegeben. Die Beförderung in diesen Zügen bedingt jedoch eine längere Reisedauer ne aber nicht auf die bewilligte Urlaubsdauer ang. net wird. Außerdem sollen die Urlauber wie Truppen verpflegt werden, die sich auf Transporten befinden. Den Offizieren wird die Benutzung dieser Züge ebenfalls empfohlen, und als Anreiz dazu wird ihnen die Mitnahme des Burschen und unbeschränkten Gepäckes gestattet, was in den D-Zügen verboten ist. Die Benutzung der D-Züge ist künftig auf folgende Fälle beschränkte 1. Für vorausbefördertes Personal verschiedener Truppende,' 2. bei Todesfällen und schwerer Erkrankung nächsten Angehöriger,' 3. zur Regelung privater Angelegenheiten, welche die sofortige und persönliche Anwesenheit des Beurlaubten erfordern,' 4. für Burschen Kriegsbeschädigter Offiziere und höherer Beamten,' 5. Burschen von Offizieren und höheren Beamten beim Antritt eines Kommandos,' 6. Burschen von Stabsoffizieren und höheren Beamten in Regst mentskommandeurftellungen und aufwärts, sowie höheren Beamten des gleichen Ranges. Man hofft durch diese Zusammenfassung der Urlauber in besonderen Transport- zugen der unerlaubten Entfernung von Mannschaften wirk- samer als bisher entgegentreten zu können. Jedenfalls wird die Urlaubsreife erheblich unbequemer gemacht als bisher.
Steppdecken nnd Matraken.
Die Reichsbekleidungssttlle hat die Bewirtschaftung mwauchter Stipp- und Daunendecken, deren Ober, und llntelseite nicht nur aus Seide besieht, ferner die Bewirt schoftung gebrauchter Matratzen und fei tiggefüllter In lctts den Kon munalverbänden onheimgestellt. Diefi lind nunmihr zum An und Verkauf-der genannten Gegen- stände berechn, t. Die Kommunalvei band? werden, wenn 'S™" Fälle zur Kenntnis kommen, daß an einzelnen -Stellen Waren der genannten Alt zwecks Preissteigerung oder angesamlnelt werden, Entcignungsantrag bei der Reichsbekleldungsstelle stellen.
Lohnt sich jetzt noch der Bobttenanbau?
Diese Frage wird fast täglich gestellt und sie muß dahin beantwortet werden, daß gerade die jetzt eingetretene feuchte Witterung vorzüglich geeignet ist, sowohl Stangenbohnen, wie Buschbohnen zu legen. Saatgut gibt es noch von beiden Arten genügend. Wer also über einen guten lockeren und humusreichen Boden verfügt, der säume nicht mit sorgfältiger Herrichlung desselben und pflanze sofort ein Ertrag wird ihm sicher sein. Auf 1,20 m breite Beete schnürt man 20 cm vom Fußweg zwei Reihen ab setzt m Zwischenräumen von 70 cm Standen und legt um jede derselben 5-6 Bohnen etwa 3-5 cm tief je nach dem Feuchtigkeitsgrad des Bodens. Einfacher ist es, Buschoder Krupbohnen anzubauen, von denen die Ernte auch zeitiger einsetzt. Man legt entweder bei einem Abstand von 50 cm 4-6 Bohnen zusammen oder aber in 50 cm Reihenentfernung bei einem Abstand in der Reihe von 15 cm je eine Bohne. Sind die Pflanzen 10-15 cm hoch geworden, werden sie behackt und behäufelt. In Berücksich- tigung dessen, daß die Hülsenfrüchte, also Erbsen, Bohnen und Linsen, die eiweißhaltigsten Früchte sind, sollte man jetzt noch auf ihre Anpflanzung Bedacht nehmen und nicht zu viel im grünen Zustande abernten, sondern auf die ausgereiften Samen Gewicht legen. Denn 1 Pfund trok- kene Bohnenkerne enthält die gleichen Wärmeeinheiten und Eiweißmenge, wie 8 Pfund grüne Bohnen. Denken wir dabei z. B. an die nährenden Bohnensuppen, an die vorzüglichen norddeutschen Mischgerichte, die Bohnen mit Kartoffeln, Lauch, Sellerie und Möhren zusammengekocht auf den Tisch bringen oder an Samenbohnen, Zubereitet aus eingemachten oder getrokneten grünen Bohnen und Kortoffeln dazu, von Hülsenfrucht-Koteletts, denen man einen Teil vorgekochter gemahlener Graupen oder Hafer- flocken, auch Grütze mit paffenden Gewürzen beimischt mit Brotmehl umgibt und dann gelbbraun backt, gar nicht zu reden So bietet sich der Küche reichlich Gelegenheit eme kräftige abwechslungsreiche Nahrung herzustellen die den vermeintlichen Eiweißmangel, zumal die Fleischrationen immer noch geringer werden, zu ersetzen in der Lage ist.
Der Anbau von Hülsenfrüchten ist deshalb auch be- sonders notwendig, weil wir vor dem Kriege schon eine verhältnismäßig erhebliche Einfuhr hatten, sie belief sich im Bahre 1913 bei Speisebohnen auf 350000 Doppelzentner b« ^bs°n auf 1 475 000 Doppelzentner, bei Linsen auf ^OOMDoppeizentner nnt einem Gesamtwerte von 37 250 000 Mark.
* «KUnavtniUn im Juli. Zur vollständigen Ausnutzung des Landes sind die obgcecnteten Beete als k umzugraben, zu düngen und von neuem zu
bestellen Nachdem die frühen Kartoffeln, ferner Erbsen, Gelberuben, Salat und Kohlrabis geerntet worden sind, werden die Beete mit Rosenkohl, Grünkchl und Kohl- L?b's bepflanzt. Ein Teck der leeren Beete wird mit Gelberuben, Wintccsalat, Winterendivien und am Ende des Monats auch wieder mit Spinat besät. Auch Buschbohnen können jetzt noch gelegt werden, sie geben inr Lause des Septemtnr noch eine recht schöne E.nte. Zudem kann das grüne Kraut nach der Ernte als Dünger der reich an Stickstoff ist, untergegraben werden. Man merke sich, daß ^ öfteres Pflücken der Bohnen stets zu neuem Fruchtansatz anregt. Tomaten sind aufzubinden, bet dieser Gelegenheit werden die überflüssigen Seiten- trtebe entfernt. Eingezogene Zwiebeln werden aus dem Boden genommen, getrocknet, gereinigt und luftig auf. ^han^. Von den Frühkartoffeln mache man stets nur jobiel Busche aus, als manKnollcn zum jeweiligen täg ltchen Verbrauch nöt g hat. , Erst, wenn das Kraut gilbt und ab stirbt erfolgt die allgemeine Ernte. Beim Blumen kohl wird ein inneres Blatt geknickt und über den Käse gebogen, damit er dem Lichte entzogen wird und bleicht, ^tzt stiegt bereits die erste Generation des Kohlweiß- ings, der seine Eier in Fo m von Häufchen an die Unter Kohlblatter legt. Ein öfteres Nachsuchen und Ablesen der Eier ist die bequemste Bekämpfungsweise der Gemuseraupen. Stellen sich auf den Gemüfiblättern Blattlause ein, so spritze man sie mit einem starker Wafferstrahl weg, wo Wasserleitung zur Vtxfügung steht, sonst verdrucke man sie mit bcn Fingern, so lange die Herde noch einen fUinen Umfang haben. Das Gemüse das noch in Entwicklung begriffen ist, verabfolge man oue Tage einen Dungguß. woturch das Wachstum stark gefördert wird.
* Die Heideilreercr-rlte hat im Odenwald und ^Pessacl bereits allgemein eingesetzt, doch steht man 0,2 kaum ein Exemplar von dieser früher so eifcia an gebotenen Beerenfrucht in den größeren Städten. Die meisten Heidelbeeren werden eben genau so wie die Jo- yannis- und Stachelbeeren auf dem Wege des Schleich Handels ihre meisten Abnehmer finden. Der Ecnteertrag durfte sich auf ein g u t e s M l t t e l stellen. Wenn auch die Fruchtansätze infolge der kalten Witterung zur Blütezeit nicht io reichlich wie sonst waren, so sind die Beeren dafür um so kräftiger entwickelt.
™ Fremdenverkehr in Hessen Das hessische Ministerium des Innern hat für sämtliche Landgemein- ^ .en Kur- und Erholungsaufenthalt auf 4 Wochen beschrankt. Tie Fortsetz mg des Aufenthalts in andern Landortcn ist untersagt.
* 9000 Mir für den Morgen Weinberg. Be
einigen in der Alzehec Gegend abgehaitenen Versteiger- ll) ™ bcn öie meisten Weinberge mit 8000—9000 Mk. pro Morgen verkauft. Für Ackerland werden übet gens auch 4000 Mk. bezahlt.
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beginnend und evtl, folgende Tage, soll die gange Hotel-Einrichtung des Hotels „Terminus" in Salzschlirf, bestehend in:
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wegen Geschäftsaufgabe freiwillig öffentlich versteigert werden,wozu Kauflieberhaber höflichsteinlade Besichtigung am 8. und 9. Juli von morgens 9\ 2 bis 3 Uhr nachm. Fulda, am 15. Juni 1918.
5. w. Ruppert,
_ beeidigter und öffentlicher angestellter Versteigerer.
ständig gesucht.
Josef Cbasseur, essen
Rüttenscheiderstraße 238.
Ans Stadt und Land.
ftc Srotversorgui.g gestchcrt. Bon maßgebender Seite erfahren wir, daß die jetzige Versorgung der Bevölkerung mit Brotgetreide in bisherigem Maße völlig stchergeftellt ist. Da, kalte Wetter der letzten Wochen bnngt wohl eine Verzögerung, aber keine Derschlechterunq der Ernte mit.
* Tal-akpftanrungen find strurrpfiichtig Ls
wird letzt viel Tabak angepflanzt. Im Interesse unserer Leser machen nur darauf aufmerksam, daß die Tabakpflanzungen dem Königlichen Zollamte hier bis zum tS Jul, zur Versteuerung schriftlich oder mündlich angcmeldet sein müssen, andernfalls empfindliche Bestrafung eintritt Bei Pflanzung bis 4 Ar kostet das Geviertmelsr nur 7 Pfg. Steuer, im ganzen aber mindestens 70 Pfq Jfer- pflanzen bis zu 00 Stück bleiben nur dann steuerfrei' wenn ihre Bestimmung als Zierpflanze sich unzweifelhaft ohne weiteres ergibt.
* Die Schnlranfeu. Eine Beschlagnahme der Schulranzen wird, wie verlautet, nicht stattfinden.
Gießen. Die hiesige Goldankaufsstelle bleibt vom 1. -viult bis Mitte August geschloffen.
^ Hetzer, Generaloberarzt Dp. Siegect konnte am 7. oult seinen 70. Geburtstag begehen.
Gießen 20 Ruhebänke für den Gießende Stadt Wald hat jetzt auch Geh. Kommerzienrat Dc. Gail oe stiftet Das Publ kam wird für diese Spende größte Dankbarkeit empfinden.
< ® Denkmal für Wilhelm von Hofmann,
oen Begründer der modernen Teerfarbenindustrie und hoch- verdienten Chemiker, ist hier in Gießen, seiner Vaterstadt, am Montag vormittag enthüllt worden. Das Denkmal fit von der Siemensgefellschaft in Berlin gestiftet worden. Rach Uebernahme durch den Oberbürgermeister hielt Geh Regierungsrat Prof. Dr. Will von der Universität Gießen die Festrede, in der er ein Lebensbild des großen Chemikers niederlegte. Fm Anschluß daran verkündigte der Dekan der philosophischen Fakultät die Ehrenproniotionen. Zu Ehrendoktoren der Philosophie wurden promoviert: Arthur Meiner, königl. sächsischer Hofrat und Verlagsbuch- handler m Leipzig, Raphael Eduard Giesgang, Chemiker m Frankfurt m M.. und Dr. Ing. Max Epting, Chemiker m Höchst a. M. Fm Anschluß daran fand eine Besichtigung des Liebig-Laboratoriums statt.
Frirdbevg. 8. Juli. Mühlenbesitz-r Koch in Affin ynm, der vor zwei Monat n wegen großer Mehlfchie bercien nach-dem westfälisch n Judustcicg-bitt verhaftet wu.de, ist j tzt nach Abschluß der Voruntersuchung wie der auf freien Fuß grfitzt worden.
* (Oljnr Schuh und Strumpf. In sttzter Zeit Ytt man die eifreuliche Beobachtung machen' können, daß Leute beiderlei G-schlcchts sich keineswegs scheuen, Holzsandaltn ohne Strümpfe zu trogen. Zur Strcckuu unserem Vorräte au Dxtil.varen wäre es dringend zu wünschen, sehr ibt die Neichsbekleidungsftelle, daß dieser Brauch sich immer: mehr einbürgern würde.
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wird eingestellt. Meldungen mit Zeugnisabschrift und Lohnanspruch beschleunigt erbeten.
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Fabrik für Städtebedarf.
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Besserer Handwerker sucht sofort ein älteres ev. Fräulein ob. Wittwe ohne Anh., nicht unter 35 I., d. i. all. Iwg. b. Haush. erfahr, ist u. Liebe zu Kinder hat, als §am- bältfi-iit. Heirat nicht ausgeschlossen. Off. unter W. K. 6677 nach Karlsruhe, Wald- hornftr. 60.
7 Je!ser«s manchen
besserer Familie, welches Rechnen kann und etwas Hausarbeit übernimmt, in kleinen rauenlosen Pensions-Haus- )alt a. 1. August evtl.ffpäter
als Stutze gesnchf.
Anerbietungen unter B. N. 10 an die Expedition dies. Ztg.
mit Stiel
(Shv rghob escn) sowie
ötrassenbesen
aus Reisstroh und reinem Piassnva geben ab
jlclf. gering L Co.
Grünstadt (Pfalz)
Tel. 204.
Brenneisen
liefert Brenueisenfabrik Ot a u c ii o b ii r g.


