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dir. 6 «.
Telephon dir. 302.
Mittwoch, den 10. Juli 1918.
r e l e p h o n Rr. 362.
31. Jahrg.
Der öerttsche Gesandte in Moskau ermordet.
Kühlmann znrückgetr ten; Admiral v. Hinhe Giaatssekreiär des Aeußeren.
Im Westen weitere größere Angriffe der Franzosen, Engländer u. Amerikaner abgeschlagen.
169«« u. 17099 Br.-R-T. - zusammen 33 999 Br.-R.-T. versenkt.
Ans dem amtlichen Kreisblatt.
Oberversicherungsatnt zu Darmstadl, 28. 0. 18: Festsetzung der JahrcsarbeitSverdienste landwirtschaftlicher Arbeiter.
Kreisamt Gießen, 3. 7. 18: Maßnahmen gegen die Einschleppung und Verbreitung von Viehseuchen durch Ferkcltransportc. Für alle in das Land eingeführleit Ferkeltransporte wird deshalb eine neuntägige Beobachtungsfrist augeordnel.
Kreiöamt Gießen, 2. 7. 18: Die Einziehung der Nickelmünzen und ihre Weiterführung an eine Reichsbankstelle sind nach Möglichkeit zu beschleunigen.
Landesobststelle für das Großherzoglum Hessen, 5. 7. 18: Ergänzung zur Festsetzung der Preise für Erzeuger, Großhandel und Kleinhandel für Frühobst für Hessen.
Stellv. Generalkommando 18. A.-K., 18. 6. 18: Verhinderung der Ausbreitung der Bartflechte. Jeder Fall von Bartflechte ist von dem zugezogenen Arzi innerhalb 2t Stunden anzuzeigen. 10 Paragraphen der Bekannlmachuitg sind für die Friseure bestimmt.
Der Reichskanzler, 15. 0. 18: Verordnung über die Höchstpreise für Getreide Buchweizen und Hirse.
Kühlmantts Abschied genehmigt.
Berlin, 9. Jull. Wie zuv rlässig verlautet, hat der Kaiser das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs v. Kühl, mann angenommen. Als fctn Nachfolger wild der bisherige Gesandte in Kristiania v. Hintze gewinnt. Eine endgültige Entscheidung ist j doch noch nicht getroffen.
Der demscde ßefaitdie Graf Mirbach in Moskau ermordet.
Berlin, 6. Juli. Heute vormittag ersuchten zwei Herren den kaiserlichen Gesandten in Moskau um eine Unterredung, die ihnen vom Grafen Mirbach im Beisein von Legationscat Niezlec und einem im Zimmer anwesenden deutschen Offizier bewilligt wurde. Die beid n Unbekannten zogen Nrvo'vr und schossen auf den kaiserlichen Gesandten, wobei sie ihn leicht am Kopfe verletzten. Ehe sie daran verhindert w.r.den konnten, warfen sie hierauf itn paar Handgranaten und retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster auf die Straße. Gras Milbach, der schwer veibtzt wurde, ist ohne das Bewußtst in wieder erlangt zu haben, kurz darauf verschieden. Die beiden anderen H rcen blieb n unverl tzt. — Dos bisherige Ergebnis der sofort angestclltln Unter suchnng laßt die Vermutung zu, daß es sich um im Di nst. der Entente sUhcnde Agenten handelt.
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Berlin, 8. Juli. Nach dem „Berl. Tagebl." hat sich ein Mitglied der Bolschewistenregicrung im Hause der deutschen Gcsondtschost in Moskau etrquartiert zum Beweise, daß die Regierung die Bürgschaft für die Sicherheit des dänischen Gesandtstbastspersonals übernehme. Die gegcnwä tige russische Regierung scheint auch zu beabsichtigen, eine Spezialgcsandtschaft ans Anlaß des tragischen Ereignisses nach Berlin zu entsenden.
Die „Boss Ztg." schreibt: Unter den Männern, die in die Moskauer- Blurtat verwickelt sind, nennt der Brricht an erster St lle Sawinkow. Mit ihm tritt die gefährlichste Persönlichkeit der russischen Terroristen wieder auf den Plan, Sawinkow ist der Mörder Plehwes.
Linke Sozialreeolut onäre bekennen sich als Morde .
Moskau, 7. Juli. Die linken SoziaUevolutionäre haben sich zum Mord des kaiserlichen Gesandten bekannt. Ihre im Theater etrqcfdj[offenen Vertreter sind verhaftet. In der Stadt sind Kämpfe der Gegenrevolutionäre gegen die Bo.schewicki an vuschied neu Stellen cntbranru, die bisher zu Gunsten der Bolschewickr zu verlaufen scheinen. Alle Mitglieder der Gesandtschaft und sonstige Vertreter deutscher Behörden sind unversehrt.
Zur militärifcben Lage im Mslen.
* Köln, 6. Juli. Der militärische Mitarbeiter des „Nieuwe Courant" faßt die militärische Lage im Westen dahin zusammen: Nur die Deutschen könnten jetzt eine > allgemeine Offensive unternehmen Der Verband muß | warten, bis Amerika fertig ist. Nach der Auffassung > der deutschen Heeresleitung ist der Verband, selbst i - di" Amerikaner verstärkt, nicht im Stande, im Jahr 1919 das für: eine überwältigende und ergebnisreiche Offensive erforderliche Uebecgewicht in der Zahlenstärke zu erlangen.
* Zürich, 7. Juli. Der „Cocriere della Sera" j fordert in einem Hilferufe an den Versailler Kriegsrat die gleichmäßige Verteilung der amerikanischen Soldaten,
.da bald eine neue österreichische Offensive zu erwarten sei.
flmilicbe deuffcbe Cagesberidw.
wtb. Großes Hauptquartier, ö. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.
Mehrfache Angriffsversuche des Feindes westlich Langemarck scheiterten. In dem Kampfabschnitt südlich der Somme blieb die Aitillcrictätigkeit tagsüber gesteigert. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Heeresgruppen- fionl auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Aisne und Marne und südwestlich von Reims zeitweilig erhöhte Gefechtstätigkeit. Stärkere Vorstöße des Feindes gegen den Ciignonabschnitt wurden abgewiesen. Erkundungsgcfechte in der Champagne.
Leutnant Bolle errang seinen 20. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf.
9
Berlin, 6 Juli, abends. Oertliche Kämpfe westlich von Chateau Thierry
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wtb. Großes Hauptquartier, 7. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht
An den Kampffronten zwischen User und Marne auflcbende Gefechtstätigkeit. — Westlich von Chateau Thierry griffen Franzosen und Amerikaner trotz ihrer widerholten Mißerfolge erneut unter Einsatz stärkerer Kräfte an. Die Angriffe sind gescheitert. Harte Nahkämpfe dauerten bis in die Nacht hinein an. Die Verluste des Feindes sind nach Truppmmeldungen wiederum schwer — In den oberen Vogesen wurden feindliche Vorstöße am Hilsenfirst abgewiesen.
Leutnant Kroll errang seinen 30., Leutnant Könnecke seinen 21. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorsf.
Berlin, 7. Juli, abends. Oertliche Teilkämpfe nördlich der Aisne.
Berlin, 7. Juli. Unsere Unterseeboote haben im Mittelmeec 4 Dampfer und 3 Segler von rund 16000 B.uttoregistertonnen wrscnkt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 8. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.
Die Artillerietätigkeit tcbte am Abend auf. Sie nahm während der Nacht veiderseitS der Lys, am La Bassee Kanal und zu beiden Seiten der Somme zeitweilig große Stärke an. Nege ErkundungStätigkcit. Stärkere Vorstöße des Feindes bei Merris und südlich der Lys scheiterten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Westlich von Chateau Thieriy hielt lebhafter Feuerkampf an. Vorstöße des Feindes gegen den Clignon- Abschnitt und südwestlich von Reims wurden abgewiesen.
Lwtnant Billik errang seinen 22. Luslsieg.
Der E ste Generalquartiermeistec: Ludendorsf.
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Berlin, 8. Juli, abends. Englische Tnlangi'ffe beiderseits dis La Bassee-Kanols sind unter schweren Verlustin gescheitert.
2 englische U-Koste in der Temse von dentschcn Keefliegern stark beschädigt
Berlin, 8. Juli. Am 6 Juli nachmittags haben 2 Stoffeln der Seifliegrr des Macinetoips unter Führung von Oberleutnant der Resirve Christiansen und Leulnant der Reserve Becht vor der Themsemündung die englischen U-Boote „G. 25" und „E- 51" durch Bombentreffer und Maschlnencjiwchifeuer schwer beschädigt. Feindliche Zerstörer versuchten die beiden U Boote e'nzuschleppen. „G. 25" wurde zuletzt in sinkendem Zustande beobachtet.
Der Ehcf des Admiralstabes der Marine.
Berlin, 8 Juli. Unsere U Boote vernichteten im Sperrgibict um England 17000 Brt. feindlichen HandelS- schiffsraumcs. — Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat das vom Kapitänleutnant v. Rabenau (Reinhardt) befehl gte Boot, das an der Ostküste Englands 6 Dampfer, zum größten Teil aus stark gesicherten Geleitzügen heraus, versenkte.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 9. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.
Südlich des La Bassec-KanalS wurden mehrfach wiederholte TeUangriffe, auf dem Nordufer der Somme starke Vorstöße des Feindes abgewiesen. Der Artillerie- kampf blieb in diesen Abschnitten lebhaft, und er nahm am Abend beiderseits der Somme zeitweilig wieder große Stärke an.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
, Westlich von Autheuil (südwestlich von Noyon) haben sich heute früh nach heftigem Feuer örtliche Angriffe deö Feindes entwickelt. Am Walde von Villers-Cortercts fdjeiteittn TeUangriffe der Franzosen in unserem Kampfgelände.
Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Leutnant Billik errang seinen 23. und 24., Leutnant Friedrich seinen 2l. Lustsieg.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf.
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Berlin, 9. JuU, abends. Südwestlich Noyon wurden französische TeUangriffe abgewiesen. Oertliche erfolgreiche Kämpfe westlich Chateau Thierry
Hus dem Reich.
* Konn. Zum Rektor der Universität für das Jubel- jahr 1918/19 wurden Geheimrat Pros. Dr. Ziitelmann von der juristischen Fakultät gewählt und zu Dekanen von der evangelisch theologischen Fakultät Pros. Knapp, von der katholisch theologischen Fakultät Pros. Tillmann, von der medizinischen Fakultät Gchcimrot Ribbert und von der philosophischen Fakultät Prof. Tttting.
* Lippltadt, 3. Juli. Der lrtzte Vieh markt war mit 100 Ferkeln beschickt. Der allerorts bekannte Rückgang der Preise machte sich auch hier bemerkbar. Für Ferkel im Alter von 0 Wochen wurden bei Beginn des Marktes 100 Mk. gefordert. Da die Käufer von dem erheblichen Preisrückgang unterrichtet waren, war die Kauflust gering. Erst nachdem die Preise bis zu 80 Mark heruntergingen, setzte der Umsatz ein.


