* Grünberg (Kr. Gießen). Auf der Jagd fand der Leutnant Andree dadurch den Tod. daß sein Gewehr sich unversehens entlud und ihm die Kugel in den Kop drang.
* Friedberg (Hessen). I.Juli. Da die vor einigen Jahren erbaute katholische Kirche nicht mehr für ihre Zwecke ausreicht ,wurde der Bau einer neuen katbolischcn Kirche beschlossen. Sie erhält ihren Platz am Mainzer Tor. — Mit dem heutigen Tage ist die altberühmte hiesige „Schillerschule" zu einer höheren Töchterschule mit zehn Klassen erhoben worden. Ferner nurde mit ihr eine Frauenarbeitsschule verbunden. T c seitherige Rektor der höheren Bürgerschule, Dr. Strecker, wurde zum Direktor beider Anstalten ernannt.
* Main?» 1. Juli. Ein hiesiger Kaufmann, der vorläufig ungenannt bleiben will, hat dem hiesigen Oberbürgermeister 10 000 Mack zugestellt. Mit den Zinsen dieses Kapitals sollen fähige Volksschüler bei ihrem llebertcitt in höhere Lehranstalten unterstützt werden. Später will der Geber seine Stiftung erhöhen.
* Mainz» 1. Juli. Am Sonntag fand hier eine außerordentliche Eisenbahnbeamten- Versa mm- lung statt. Im Januar wurde in Berlin, durch wirtschaftliche Nöte veranlaßt, ein Bund der Bahnbeamten der preußisch-hessischen Etats, und Reichseisenbahnen beründet. Der Bund umfaßt mehr als 200 000 Mitglieder, und der Bezirksverein McKnz hatte die Sonn- tags'Versammlung etberufen. Bezirks-Revisor K a s ch a u begrüßte die Anwesende, besonders den Vertreter der Eisenbahn-Direktton, Ober' und Geheimen Regierungsrat Gallo, den Mainzer Oberbürgermeister Göttelman, die Abgeordneten Adelung, Bach, Bartling und Geil. Haupt mann Kleisinger vom stcllvertr. Generalkommando in Frankfurt a. M. sprach über die Aufgabe der Beamtenschaft dem Vaterland gegenüber. Heber die Orgoni- sation und die nächsten Ziele des Eisenbahnbeamten- bundes srach Eisenbahn Obersckcetäc M. Lange, der Vorsitzende des Bundes. Auch dieser Redner erntete großen Beifall. Von außerordentliche großem Interesse für alle Teilnehmer war der Gegenstadt, den Herr Ober- bahnasfistent Hofmann-Darmstadt behandele. Ec sprach über die Sonderbehandlung der hessischen Beamten der preußisch ° hessischen Eisenbahngemeinschaft, insgesondere die Versteuerung der Treuerungszulagen in Hessens. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der die Aufbtsserung der Teuerungszulagen und eine einmalige Beihilfe in ausreichender Höhe gefordert wird.
* Hechtsheim (iUjftt*). Von einem merkwürdigen „Spuk" wird von hier benschtet. 6 Tage dauert der nun bereits und überschüttet die „verhexten" Häuser mit allerlei unnützen und zeitweilig auch nütztlichen Sachen wie Käse, Zucker und Garn. Trotz aller Wachsamkeit gelang es der Polizei doch nicht, die Urheber dieses groben Unfugs zu ertappen.
* Waldbröl. Vei starkem Angebot und geringer Nachfrage sind in den letzten Wochen die Preise für Ferkel erheblich zurückgegangen. Tiere, die vor 4 Wochen mit 150 Mk. und mehr bezahlt wurden kosten jetzt nur noch (!) 80 bis 90 Mk. Die Ursache ist, daß wegen Mangels an Mastfutter die Landwirte die Aufzucht von Mastschweinen zum Zwecke des späteren Verkaufs eingestellt haben und sich nur auf die Mästung der zur Selbstversorgung erforderlichen Hausschlachtungsschwei- ne beschränken.
* Wipperfürth. Die Behörden in der oberber- gischen Gegend von Hartegasse fahndeten seit einiger Zeit auf einen Sonntagsdieb, der nach und nach 22 Hühner,
1 Schwein und einen Wagen gestohlen hatte. Als der Mann sich letzthin wieder in Hartegasse zeigte, kam richtig wieder ein Schwein fort. Run sah er sich erkannt. Tags darauf kam bei dem Bestohlenen eine Postkarte an, auf der zu lesen stand, daß das Schwein wiedergebracht werde. Man möge nur keine Anzeige erstatten. Letzten Samstag stand nun ganz Hartegasse Posten, um den Dieb zu sehen. Er kam aber nicht: wohl fand man am Sonn- tagmorgen das Schwein gesund und munter wieder vor. So etwas dürfte nicht allzu oft Vorkommen.
Iftttta, 29. Juni. Was alles im Kriege möglich ist, geht daraus hervor, daß bei dem hier in Garnison liegenden Ersatzbataillon Nr. 15 ein Mann auf Grund gefälschter Papiere als Feldwebel eingestellt werden und als solcher monatelang tätig sein konnte, ohne daß der Schwindel entdeckt wurde. Der „Herr Feldwebel", welcher auch mancherlei Ehrenzeichen ange- legt hatte, wurde jetzt kriegsgerichtlich zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt.
^^**^**> Sunt- Eine neueKrankheit A» Zur 3ut in weitverbreitetem Maße in der Stadt Iserlohn und in der Umgegend auf. Fast ausschließlich werden Kinder im Alter von etwa 7 bis 17 Jahren von thl befallen Zum Glück ist der Verlauf der Krankheit nicht gefährlich,- nach etwa 4 bis 5 Tagen ist sie meist Überwunden. Man will die Krankheit erst nach der letzten deutschen Offensive und in Verbindung damit nach dem Eintreffen der neuen Gefangenen als eingeschlevvt festgestellt haben.
3m Interesse der vielen Bruchleidenden sei an dieser Stelle nochmal ganz besonders auf das Inserat in heutiger Nummer htnguoiesen.
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In der heutigen Gemeinderatssitzung wurden ausge-
Lit. B Nr. 52 und 75 mit je 500 Mk.
Lit. C. Nr. 18, 23, 36 und 58 mit je 200 Mk. Rückzahlung erfolgt am l. Oktober l. I. bei der Gemeindekasse dahier und dem Bankhause I. Grünewald in Gießen und hört an diesem Tage die Verzinsung auf.
Rockenberg, den 1. Juli 1918.
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