Hi-tzen-r Jeitnng
Bezugspreis SV pfg. monatlich
vierteljährlich 1,80 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und SamstagS. — Redaklionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Expedition: Südanlage 21.
gnzeigenpreir 20 psg.
die 44 mw breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung«- zieleS <30 Taaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.
Druck der Gietzencr Verlagödruckerei, Albin Klein.
Slr. 58.
Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 3. Juli 1918.
Telephon dir. 362.
Seit 21. März 1918 im Westen 191454 Gefangene gemacht 2476 Geschütze und 15924 Maschinengewehre erbeutet.
Aus dem amtlichen Kreisblatt.
Stellv. Kommandierende General. 2. 7. 1618: Bekanntmachung ' betreffend Bcstandserhebung von Wismut (Wismut- metalles. Alle Anfragen und Anträge, welche diese Bekanntmachung betreffen, sind an das Sanitäts-Departement in Berlin W. 66, Wilhelmstv. 94 zu richten.
Kreisamt Gießen. 28. 6* 18: Vortrag über Landgewinnung am 5. 7. 18. in der großen Aula der Universität durch Hauptmann Emmerling vom Kriegswirtschaftsamt Frankfurt. Die Bürgermeister und Leiter der Ortssammetstellen sind dazu eingeladen.
Ministerium des Innern. 20. 6. 18 r Hegezeit für Wildenten mit Wirkung vom 1. bis zum 16. Juli d. Js. aufgehoben.
Kreisamt Gießen. 26. 6. 18: Verendete Schafe nicht geschoren an die KreiSsammelwasenmetsterei abliefern.
KreiSamt Gießen. 27. 6.18: NachtragsverzetchntS für Oelfchlag- scheine baldigst einretchen. — Schlagscheine für Oelsaaren aus der neuen Ernte noch nicht entgegennehmen.
Ministerium des Innern. 18. 6.18: Das Verbot des Abschlag tens weiblicher Kälber bleibt bis auf weiteres aufgehoben.
Kriegsamtstelle Frankfurt a. M.: Zahlreiche Hilfskräfte für den vaterländischen Hilfsdienst rn der Etappe benötigt. Meldungen nimmt das Bezirkskommando Gießen entgegen.
Ministerium des Innern. 20. 6. 18: Der Ankauf von Pferden zur Schlachtung, der Betrieb des Rohschlächtereigewerbes und der Handel mit Pferdefleisch ist vom 1. 8. 1918 ab nur den Kommunalverbänden und nur solchen Personen gestattet, die vom Kreisamt die Erlaubnis erhalten haben.
Krcisamt Gießen. 22. 6. 18: Scheidekatarrh bei dem Rind des Heinrich Wagner II. in Leihgestern und die Räude bei einem Pferde des Johs. Arnold V. in Leigestern und unter dem Pferdebestand des Kreisabdeckereipächters Schmoll in Garbenteich sind erloschen.
Kreisamt Gießen. 25. 6. 18 Die Mühle des Wilhelm Sellheim bei Münster ist bis zum 15. 10. 1918 geschloffen.
Kreisamt Gießen. 25. 6. 18: Formblätter betr. Gemüsebau sind von den Bürgermeistereien sofort einzusenden.
Zur mllitärlTcben Lage im Aefteo.
* Genf, '60. Juni. L'Oeuvce meldet, die ersten 500 Arbeiter zur Anlage von Schützengräben in der Pariser Umgebung verließen Parts in nördlicher und östlicher Richtung.
Jlnillicbe deutfcbe Cagesberlcbu.
wtb. Großes Hauptquartier, 29. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nördlich der LyS sind hcftigem Feuer Jnfanteriean- griffe der Engländer gefolgt. Dreimaliger Ansturm gegen MeryS brach unter schweren Verlusten zusammen. In der Mitte deS Kampffeldes drang der Feind in Vieux. Berqutn ein. Gegenstoß der Bereitschaften brachten ihn dort zum Stehen und warfen ihn über den Westrand des Dorfes zurück. Nördlich von Merville sche terten die feindlichen Angriffe in unserem Feuer.
An der übrigen Front flaute die lebhafte nächtliche Artillerietätigkeit in den Morgenstunden ab. Südwestlich von BucquoyS wurden stärkere Vorstöße gemacht, mehrfache ErkundungSabteilungen des Feindes abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich der Aisne griff der Franzose nach starker Feuerwirkung an. Bei Ambleny wurde er nach hartem Kampfe abgewtesen. Ueber Cutry hinaus gewann er Boden. Unser Gegenstoß warf ihn auf die Höhen beiderseits des Ortes zurück. Versuche des Feindes, unter Einsatz von Panzerkcastwagen den Angriff seiner Infanterie weiter vorzutcagen, scheiterten. Am Walde von Villers-Cotterets stießen wir dem weichenden Feinde bis in seine Aus- gangSstellungen nach und machen Gefangene.
In der Luft erlitt der Feind eine schwere Niederlage. 19 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Leutnant Udet errang seinen 35., Leutnant Löwenhardt seinen 30. Lustfieg.
Südwestlick von Reims wurden bei einer kleinen Unternehmung 20 Italiener gefangen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
«
Berlin, 29. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues.
wtb. Großes Hauptquartier, 30. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz:
In den Kampfabschnitten nördlich der LyS und südlich der Aisne hielt tagsüber erhöhte Artillerietätig, keit an. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Front zwischen Dser und Marne auf. Kleinere Jnfanteriegesechte. Bet stärkeren Vorstößen des Feindes südlich des Ourcq und bei erfolgreicher eigener Unternehmung am Hart- mannsweilerkops machten wir Gefangene.
Leutnant Udet errang seinen 36., Leutnant Löwenhardt seinen 31. Luftsieg. Leutnant Jakobs schoß in den letzten Tagen seinen 20., 21. und 22. Gegner ab.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.
»
Berlin, 30. Juni, abends. Von Kampffronten nichts Neues.
wtb. Großes Hauptquartier, 1. Juli 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die GcsechtStätrgkeit lebte am Abend an vielen Stellen der Front auf. Leihaste Eckundungstätigkeit hielt an. Englische Teilangriffe nördlich von Albert wurden abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Aisne und Marne rege Tätigkeit des Feindes. MehrfachstießJnfanteriezustarftnErkundungen vor. Bei und südlich von St. Pierre Atgle griff der Franzose gegen Mittag nack nächtlicher Vorbereitung an. Er wurde abgewiesen Ebenso scheiterten hier nacht- liche Vorstöße deS Feindes.
Leutnant Löwenhardt errang seinen 32. Luftsieg
Nach Abschluß der Prüfungen beträgt die Zahl der seit Beginn unserer Angriffsschlachten — 2l. März 1918 — bisher über unsere Sammelstellen abgeführten Gefangenen, ausschließlich der durch die Krankenanstalten zurückgesührten Verwundeten: 191484, davon hab^n die
Engländer 94939 Gefangene, darunter 4 Generale und etwa 3100 Offiziere,
Franzosen 89 099 Gefangene, darunter 2 Generale und etwa 3100 Offiziere
verloren. Der Rest verteilt sich auf Portugiesen, Belgier und Amerikaner.
Von den Schlachtfeldern wurden bisher 2476 Geschütze und 15024 Maschinengewehre in die Bcutestellen zurückgefühlt.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 1. Juli, südlich des Ourcq.
abends. Oertliche Teilkämpfe
Berlin, 1. Juli. Im Sperrgebiet um England wurden durch die Tätigkeit unserer U Boote neuerdings 17000 Bc.'R.-T. feindlichen HandelSschlffSraumes vernichtet.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
m
wtb. Großes Hauptquartier, 2. Juli 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
An vielen Stellen der Front leiteten starke Feuerüberfälle Unternehmungen des Feindes ein, sie wurden abgewtesen.
Heeresgruppe deutscher Kronprinz.
Westlich der Oise und südlich der Aisne rege Ec- kundungstätiakcit. Stärkere Teilanqriffe deS Feindes südlich des Ourcq und westlich von^Chateau Thterry wurden in unserem Kampfgelände zum Scheitern gebracht.
»
Leutnant Udet errang seinen 37. und 38., Leutnant Kroll seinen 28. und 29. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.
Berlin, 2. Juli, abends. Von den Kampffronten nichts Neues.
Aus Staat und Land.
* Kerug»schriuorrfahrr« Nach einer
am 1. 7 18 in Kraft tretenden Bekanntmachung der Reichs- bekleidnngftclle find in Zukunft vor Ausstellung etneS Bezugsscheines regelmäßig .christliche BestandSVer- stcherungm abzugeben. Bei Berdacht unrichtiger Angaben find die Ausfertigungsstellen verpflichtet, häusliche Nach. Prüfungen vorzunehmen. Alle Antragsteller, die wegen ru hoher Eigcnbestände einen Bezugschein nicht erhalten können, fallen auf di- Möglichkeit der Eclanguna eines Bezugscheins gegen Abgabe eines KleidungS oder Wäsche, ftückes hingewiesen werden. Gebrauchsgegenstände aus reinem Papiergarn werden auf den Bestand an Kleidung und Wäschestücken nicht angecechner. ^.Kriegsbeschädigte oder Perionen, die d rrch daS Tragen künstlicher Glieder die Leibwäsche besonders stack abnutzcn dürfen Bezugscheine für Leibwäsche auch über den vorgesehenen Bestand hinaus erhalten. — Gleichzeitig ist angcoldnet worden, daß Herren - Oberbekicidungsstücke nur noch in beschränk, tem Umsange mit Futterstoffen versehen werden dürfen. Bet den am Halse geschlossen zu tragenden Joppen für Herren und Knaben dürfen nur noch d'-Aemei gefuttert werden. Ausgenommen find schwere Wintersoppen, die anstelle von Mänteim getragen werden. Die Rückenteile von Röcken und Jacken der Herren und Knaben- Oberklcidung dürfen überhaupt nicht mehr. Westenrucken, teile nur noch mit einfachem Futter versehen werden. Mäntel und Uebcrzleher für Herren und Knaben dürfen im Rücken nur bis zum unteren Rande der Hand.eiten. laschen gefüttert werden. Röcke und Jacken sollen kuns- tlg nicht mehr als vier Westen und Hosen nicht mehr als drei Taschen enthalten. Bon dieser Verordnung werden nur neuangcfertigte Kleidungsstücke erfaßt, sle gilt nicht für Umarbeitung getragener Stucke, wenn das alte Futter verwendet wird.
* Dke Srkauntmacha«g der Nrich«brktetd««g»- strllr über Am»deh«»«g de« Tischwäscheverbele» i« Gastwirtschaftr» tritt mit dem 1. Juli 1^18 rn Kraft. Danach dürfen Mundtücher u. Tischtücher t» Gastwirtschaften, Sckanftu Speisewirtschasten, Eafes, Konditoreien. EzfrtschungSräumen, Hotels, Pensionen, Logterhäusern, sowie Klubs, Gesellschaften, Kasino», Kan. ttnen u. Beceinen überhaupt nicht mehr verwendet werden. Dies gilt auch für Tische, die mit einem Ueberzug aus Web , Wirk. u. Strtckwaren oder Filz versehen stnv und für welche bisher eine Ausnahme zulässig war.
* Gegen übermäßige Gbst Vachtpreise Bei derVerpachtung und Versteigerung von Obstnutzungen find vieisach di- Höchstpreise wesentlich überschritten worden. Die Bezirksstelle für Gemüse und Obst für den Regte, rungsbezirk Wiesbaden macht deshalb daraus ausmerk, mm, da« sie berechtigt ist, das Eigentumsrecht an der- artigen erpachteten oder ersteigerten Obstnutzungen auf andere Personen, an Kommunalverbände oder die Bezirks, stelle selbst zu übertragen. ES besteht die Absicht, bei allen übermäßigen Pacht-oder Versteigerungssummen solche« EnteignungSverfahcen etnzulcitcn. Wer Lvst erdachtet oder ersteigert, um es später selbst abzuernten,
als Erzeuger anzusehen und bei der Veräußerung deS Obstes an die Erzeuger.Höchstpceise gebunden andern- falls ec sich strafbar macht.
* Eine neue Instanz für Stndeuterr Für die
Erledigung studentischer Ehrenhändel zwischen den schlagen- den Korporationen und den vielen Verbindungen und Studenten, die grundsätzlich Duell- und Mensurgegner sind, fehlte bisher jegliche studentische Instanz. Nunmehr ist in Marburg ein wichtiger Schritt auf dem Wege der Der- söhnung und des Ausgleichs der Gegensätze m der deut- schen Studentenschaft gemacht worden. Dort schlossen sich auf Anregung der Schwarzburg-Derbindung „ Frankoma sämtliche Korporationen und Verbände sowie die Freie Studentenschaft zu einem Marburger studentischen Ehrenrat zusammen. Er will durch gemischte, allgemeine Ehrengerichte die Händel zwischen nichtschlagenden Akademikern untereinander und zwischen schlagenden und nichtschlagen- den ausgleichen.
Das Zeldheer braucht dringend heu und Stroh! Landwirte Heist dem Heere!


