Ausgabe 
29.6.1918
 
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* Enlrnanns Gieranlrag Der Abg. ßafmann< Alzey hat im hlffifchen Landwg folgenden Antrag gi stellt:

Die Kammer wolle beschließen: 1. D> jenigen Be- siimmungen aufzuheben, welche der Landes-Cie. stelle das Recht gewahren, selbständige Anordnungen betreffend üb lieferungspflicht d.r Cür zu treffen 2. Die Lunocs-Eier stelle anzuhalten, in Stroffällcn sich auf die IKbeimitth njj des Tatbestandes an das zuständ'g? Kreisamt zu bcsckn än ken und die Stellungnahme zur Strafverfolgung diesem zu überlassen. 3. In Erwägung zu ziehen, ob nicht d'e Niederschlagung aller Strafverfahren wegen unge< nügcnder Ablieferung von Eiern in 1917 zulässig und zur Beseitigung brcchtigter Erregung Witter Volkskrnsc und der Gefährdung der Eierversorgung im Jahre 1918 zu empfehlen ist."

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L U. Gießen. Bei der Jahresfeier der Lan des. Universität am kommenden Montag sind, wie uns mitgeteilt wird, au r, er den geladenen Gästen auch andere Freunde der Universität willkommen, einer be­sonderen Einladungskarte bedarf es nicht. Die Füer in der neuen Aula beginnt ll 1 /* Uhr pünktlich.

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* Gvangel Vfarrvereirr Im HIstschen cvan- gelischen Parrvrretn ist der langjährige verdiente Vor­sitzende. Geh. Ktrchenrat Schcimpf, wegen hohen Alters von seinem Amte zurückgetreten. Auf der HauptHer- sammlung zu Frankfurt wurde an seiner Stelle Dekan Jaudt zu Plantg zum Vorsitzenden gewählt. Dissen Stellvertreter wurde Pf. Weimar, Inspektor der Epilep tischen Anstalt zu Riedei »Ramstadt. Der Rechner des Pfarrvereins, Dekan s ch en zu Freien sen, und der Schriftleiter desHessischen Kirchcnblattls". Pfarrer Fritsch zu Ruppertsburg, konnten beide aus 25 jährige Tätigkeit tm Verein zurückühm und wurd.n ent­sprechend gefeiert. Der bisherige Vorsitzende wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

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Gieße». Das seit 4 Jahren jährlich stattfiudende Hindenb urgschild-Wettu cn en zwischen dem Gym­nasium, dem Real-Gymnasium und der Obecrealschule fand am vorigen Samstag statt. Dem vorjährigen Sieger, die Obercealschule, wurde auch in diesem Jahre den Schild wieder auf Grund der höchsten Gesamtleistung zugefprochen. Gelingt es den Schülern der Oberceal­schule auch im nächsten Jahre die höchste Gesamtleistung zu erringen, dann wird der Schild Eigentum ihrer Schule.

* Die Ortskrankenkasse Gießen-Stadt hilt am letzten Donnerstag im Gewerkschaftshaus eine Ausschuß- sttznng ab, die sich in der Hauptsache mit der Erhöhung der Grundlöhne, der Beitrüge und des Krankengeldes be­schäftigte. Rach einer Bundesratsverordnung müssen die Grundlöhne den derzeitigen Lohnverhältnissen entsprechend erhöht werden. Der Ausschuß beschloß daher über den Dorschlag des Vorstandes, der die Einfügung von 2 Stufen vorgeschlagen hatte, hinausgehend vier neue Stufen des Grundlohns einzurichten une zwar 7 Mk., 8 Mk.. 9 Mk. und 10 Mk. Da die Krankenkasse durch die Folgen des Krieges in ganz besonderem Maße belastet wird, ist es unmöglich mit den derzeitigen Beiträgen auszukommen. Es wurde daher beschlossen, die Beiträge ab l. Juli l. Is. von 4 1 li % auf 5 ° zu erhöhen, zumal die meisten übrigen Ortskrankenkassen diesen Prozentsatz, teilweise noch mehr, bereits seit längerer Zeit jerheben, ohne daß die Mitglieder dieser Kassen die Vorteile der freien ärzt­lichen Behandlung d r Familienmitglieder genießen. Mit Rücksicht auf die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse wurde weiter beschlossen, auch das kankengeld zu erhöhen und zwar für Verheiratete auf 60 °/ Q , für Ledige auf 55 °/o des Grundlohns.

* Gießen. Dieser Tage hielt die Polizei auf dem Bahnhof einen von Lich kommenden Schließkorb mit frisch geschlachtetem R i n d f l e i sch für einen hiesigen Fremden­hof an, ferner Schleichhändler'aus Köln, in deren Besitz man drei Schließkörbe mit gleichfalls frisch geschlachtetem Rindfleisch vorfand.

* Friedtzerg Die Kurgäste von Bad-Nauheim liegen in ihrer Mehrzahl morgens der vorgeschrtebenen Kur ob und nachmittags Hamstern sie auf den umliegen den Ortschaften. Die mit hohen und höchsten Preisen erkauften Lebensmittel verschick n sie dann an ihre Angehörigen in der Heimat. Dieser'Unfug hatte in den letzten Wochen einen solchen gewaltigen Umfang ange­nommen, daß eine polizeiliche Durchsuchung der in Bad- Nauheim aufgegebenen Postpakete anzeocdnet werden mußte, wobei ungezähltes Hamstecaut der Beschlagnah­mung verfiel. Die Folge d ejecPostsperce" in Bad- Nauheim ist nun, daß die Kurgäste ihre gehamsterten Waren nicht mehr in Nauheim auf die Post geben, sondern sie dem Frtedbergec Postamte zur Weiterbesöc derung anvertrauen. Hier hat infolgedessen das Paket amt eine nicht geringe Arbeit zu bewält.gen, die immer größeren Umfang annimmt. Die Versorgung der hei­mischen Bevölkerung wird durch die rücksichtslose Ham­sterei der Kurgäste immer schwieriger.

* Darmstadt. Ein hoher Preis wurde bei der letzten Pferdeversteigerung der Landwirtschaftskammer auf Jagd­schloß kranichstein erzielt. Für einige der besten drei­jährigen Fohlen wurden bis 140 00 Mark für das Stück geboten und gezahlt.

* Wetzlar Bei einem nächtlichen Einbruch in das Manufakturwarengeschäft von Stern erbeuteten Diebe

' für 7000 Mk. Anzüge; in der gleichen Rächt wuden aus dem Geschäft von Siercoulomb für mehrere tausend Mk. Zigarren und Zigaretten gestohlen. Iigarrendiebe wurden noch im Laufe des Tages auf dem Herbomer Bahnhaf verhaftet. Es handelt sich um zwei schwere Eiubrecher

Bochum.

Marburg. Das Pfund Kirschen kostete hier auf dem Markte nicht weniger als 3 Mk.

Marburg, a. d. L., 26. Juni. Auf dem Schweine­markt waren 79 Ferkel angetrieben. Die Preise be­wegten sich pro Stück zwischen 100120 Mk. Größere Läufer kosteten das Stück 240 Mk. Im Vergleich zum letzten Markt ist ein kleiner Preisrückgang zu verzeichnen. Der Handel war sehr lebhaft.

* Dtrstein Fürst Tr Franz Joseph von Isen­burg Bicstein auf Schloß Birsletn bei Gelnhausen hat der Universität Freiburg i. B. eine Stiftung von 100 000 Kronen zur Förderung dcS Studiums der mitt« leren und neueren Geschichte überwiesen. Die Stiftung wird den Namen des Stifters tragen.

* Frankfurt a. M. Einem hiesigen Spengler, mcistec wurden in einem Hamburger Gasthause nächt- ltcherweise die goldene Uhr, Schmucksachen, eine Brief- lasche mit 2100 Mark, ein Scheck über 6000 Mack und sämtliche Ausweispapiere gestohlen

* Crouberg. Rach dem Vorbild anderer Orte veröffentlicht der Magistrat nunmehr auch die ab- gefaßten und polizeilich bestraften Feldfrevler. Die erste Liste enthält 15 Namen, darunter auch einen wohl­habenden Frankfurter Privatmann, der sich an Erdbeeren gütlich getan hatte.

Urnenhain i. T. Die Versteigerung der Kirsch- ernte an der Kreisstraße brachte bisher nicht erlebte Preise. Für den Behang eines mittleren Baumes wurden z. B. 165 Mk. bezahlt, und den sicherte sich kein Kriegs­gewinnler, sondern die Frau des Schafhirten^

* St. Goar. Im HotelRose" nahm dieser Tage ein fein gekleideter und sehr vornehm auftretender Herr Wohnung. Als man ihn am nächsten Morgen wecken wollten, war er unter Mitnahme der Betten samt Federn, Gardinen, Teppiche Vorlagen, Handtücher u.s.w. ver­schwunden. Feststellungen ergaben, daß der vornehme Dieb morgens gegen 4 Uhr nach Bingen abgereist war.

Detmold. Die freiwillige Versteigerung von Fer, fein ist von der Regierung mit Zustimmung des Staats- ministertums verboten worden, um eine weitere Preis­steigerung möglichst zu verhindern.

Ollt5 gemacht wird.

Bekanntlich besttht zwischen Stadt und Land inso­fern ein Streit, als die Städter behaupten, die Bauern rücken m't den Nahrungsmitteln nicht heraus oder sie nehmen Wucheipreise dafür. Anderers.its schimpfen die Bauern auf die Städter, die die Gesetze machen, auf den Kommunalvetband,^auf die Regierung usw , die ja alle ihr^n Sitz in der Stadt haben. Der Städter steht es nun gern, wenn in der Zeitung auf den Bauern hecum- gchackt wird, und der Bauer freut sich, wenn ec in der Zeitung liest, daß d.r Städter in alles hineinpfufcht, wovon er nichts versteht. Für die Zeitungen, die in Stadt und Land verbreitet sind, ist es nun keine angenehme Aufgabe, diesen zwiefachn Wünschen gerecht zu melden. Hilft man zu den Bauern, so schimpfen die Leser in der Stadt, hist man zu den Städtern, so läuft man Gefahr, daß die Lauern bie Zeitung abbestellen. Wie man es macht, macht man es falsch. Es gibt aber Zeitungen, die da einen Ausweg wissen, nämlich den: sie nehmen Eingesandt" auf, |Die sich heute gegen den Städter, morgen gegen den Bauecn wenden. Man heißt das auf allen Achseln Wasser tragen" oderallen Leuten Brei ums Maul schmieren". So haben wir kürzlich in rheinhJsischen Zeitungen, die in der Stadt erscheinen, folgende zwei Gedichte gefunden, die beide alsEinge­sandt", also scheinbar ohne Verantwortung der Redaktion, rschienen find:

Das Gedicht ?nr Freude des Städters.

Heut der Höchstpreis ward bekannt,

Morgen Streik schon auf dem Land,

Die Verschwörung ist geschehn:

Auf dem Markt kein Obst zu sehn;

Und es sieht das Publikum.

Sich darnach vergeblich um.

Höchstpreis, er geniert uns nicht,

Auf dem Land der Bauer spricht.

Machen selbst der Preise hier Und zu Haus verkaufen wir.

Wer was will, komni auf das Land,

Auch der Kommunalverband.

Das Gedicht zur Freude des Dauern

Täglich kann mer ewe lese,

Ganze Seite duht mer schreiwe,

Was mir miserable böse Bauern for en Wucher treiwe.

Jeder schennt uff hohe Preise Und dobei werd nit bedacht,

Daß doch unser Herrgott 's Wetter Und domit die Preise macht.

Gibts viel Obst un viel Gemüse,

Sind die Preise billig halt:

Stets wars immer rar und deier,

Isis zu trücke oder kalt.

Drum, was nutzt dann all detz Schenne Ueber hohe Preise jetzt,

Hot doch Angebot un Nochfrog Stets die Preise festgesetzt.

Und so halt ichs for das Beschte,

Wann von jetzt ab werd beschlösse,

^Daß die, wo die Preise mache,

Aach die Kersche wachse losse.

Daß in Zukunft die Behörde- Uns stets günstig Wetter schenkt;

Daß es gibt in Hüll und Fülle,

Un der Preis sich widder senkt.

Täglich wolle mer dann bete:

Heiliger Kommunalverband!

Schenk uns immer gutes Wetter,

Schütz und segne unser Land.

* Aus Thüringen. Daß es nicht überall eine Wohnungsnot gibt, zeigt Kahla in Sachsen-Altenburg. In der jüngsten Ratssitzung wurde festgestellt, daß zur- zeit 93 Kleinwohnungen freistehen und daß für die Zeit nach dem Kriege von Kriegerfrauen und Krieger-Wittwen bis jetzt nur 56 Wohnungen verlangt werden.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 30. Juni (5. nach Trinitatis).

In der Stadtkirchc. Vormittags 8 Uhr: fällt aus, si he Johannesktcche! Vormittags 9*/, Uhr: Pfacrassisünt Liz. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Ausfeld. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Psarr- assistent Liz. Reuning.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr. zugleich Christenlehre für die Neukonficmierten aus der Johanncsgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9 1 / 2 Uhr: Pfarrer Bcchtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfarrer Bech- tolsheimer.

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

Ocffentliche Aufforderung.

Am 15. Mai 1855 verstarb zu Homberg a. d. Ohm der Landgerichtsdienec Johannes Ueichard Ec war vecheiratet mit Luise geb. Hilde­brand und hinterließ mehrere Kinder, deren Nach, kommen ich suche, da sie als Mitecben am Nachlasse der Diakonissin Luise Christiane Reichard in Bettacht kommen.

Alle Personen, welche glauben Ecbansprüche er» heben oder zur Sache zweckdienliche Auskunft geben zu können, werden ersucht, sich mit dem Unterzeichneten Nachlaßpflegec in Verbindung setzen zu wollen.

D a r m st a d t, den 5. Juni 1918.

Ludwig Kaab.

mtSgerichtStaxator, Wilhelminenstraße 21.

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Badekur: Mai-Seprember. | Auskunft: Magistrat, Hersfeld.

Das Zeldheer braucht bringend heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere!

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Vertreter gesucht.

Chem. FabrikHammerschlag Frankfurt a. M., Postfach 84.

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