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Expedition: Südanlage 21
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Druck der Gießener Verlagödruckerei, Albin Klein.
54, Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 19. Juni 1918.
r-I-Pho-, Nr. 362. 31. Jührg.
Starke feindliche Apgriffe im Westen abgeschlagen. Compiegne unter deutschem Feuer.
Mehr als 366 Geschütze und weit über 1066 Maschinengewehre erobert.
20666 u. 28666 u. 22666 u. 16666 Br.-R.-T. ^ zusammen 86006 Br.-R.-T. versenkt. Die österreichisch-uuKsrische Offensive; 36666 Gefangene eingebracht»
ein Tri*(kn$ariike! €lemen«au$.
* Genf, 15. Juni. „Homme Itbcc" schreibt zu der Fciedensfcage, daß Deutschland se;ne Wünsche an die Verbündeten bckanntgeben solle. Ein gerechter und dauerhafter Friede sei auch der Wunsch Frankreichs. Franko reich sei jederzeit bereit, Deutschlands Wünsche entgegen- Zunehmen. Tic „Humanite" schreibt mit Genehmigung der Zensur, daß der Artikel in d^m „Homme libre" von Clemenceau selbst geschrieben sei.
Jltiüliche üeritsche LZgerbericbke.
Berlin, 14. Juni. Durch die Tätigkeit unserer U Boote wurden wiederum 20000 Bruttoregistertonnen versenkt. Den HauptantUl an di sen Erfolgen von 17 000 Bruttocegistertonnen hat Kapitänlcutnant Georg, 'dessen Erfolge hauptsächlich im Aermelkanal erzielt wurden.
Unter anderen wurden 2 tiesbeladenc Frachtdanipfer von zirka 6000 und 4000 Bruttoregist^rtonnen-Größe, sowie ein Tankdampstr vom Ausschs» des „Luccllum" (zirka 5000 Bruttoregistsrtonnen), der in Begleitung von 2 großen U-Bootkjägern fuhr, vernichtet. Ferner wurden von dem im englischen Kriegsdienst eingestellten Fischer- fahrzcug „St^ Johns" das Geschütz und die Kcieqsflagge erbeutet. D^r Kommandant, 1 Maschinist und 1 Mann wurden gefangen genommen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 15. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Rege Artillerietätigkeit. Südwestlich von MerxrS machten wir Gefangene. Stärkere Vorstöße des Feindes an der Ancce wurden abgewiesen. Der Artillerie- und Mincn-Feuerkampf lebte am Abend beiderseits der Somme auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südwestlich von Royon blieb die Jnfunterietättgkeit auf örtlische Kampfhandlungen beschränkt Das Anillerie- feuer ließ an Slärke nach. — Südlich der Aisne blieb der Artilleriekampf gesteigert. Mehrfache Teilangriffe, die der Feind gegen unsere Linien im Walde von Villees- Cotterets führte, wurden abgewiesen. Die Gefangenen- zahl ans den letzten Kämpfen südlich der Aisne hat sich auf 48 Osfiziere und mehr als 2000 Mann erhöht.
Leutnant Udet errang seinen 30., Leutnant Kirsch- stein seinen 25. und 26 Luststeg.
Osten.
Heeresgruppe Eichhorn.
Etwa 10000 Mann starke russische Banden, die, von Jeisk kommend, in der Miuß-Bucht an der Nordküste des Asowschen Meeres landeten und zum Angriff auf Taganrog vorgingen, wurden vernichtet. Teile deö Feindes, die auf Booten und Flößen zu entkommen versuchten, wurden im Wasser zusammengcschossen.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.
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Berlin, 15. Juni, abends. Oertliche Angriffe des Feindes nördlich von Bethune und südlich der Aisne sind verlustreich gescheitert.
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Berlin, 15. Juni. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Remy (Walter) hat neuer- dtNgtz im Atlantischen Ozean 3 Dampfer mit zusammen 28 000 Bruttoregistectonnen vernichtet und zwar den mit vier 15,2 Zentimeter-Geschützen bewaffneten omerika nischen Truppentransporter «Präsident Lincoln" (18,168 Brt.) und die biwoffneten cnglischcn Dampfer „Begum" (4646 Brt.) und „Carlton" (5262 Brt.). Die militätische Besatzung des „Präsident Lincoln" bestand aus 40 Ossi- zieren und ca. 650 Manu dir Marine. Außerdem befanden sich noch 20 Osfiziere und Mannschasten der Armee an Bord, die nach Amerika zuxückbefördert werden
sollten. Vermutlich ist der größte Teil der Besatzung bet der Versenkung des Schiffes umgekommen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 16. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Südwestlich von MerriS und nördlich von Bet- h u n e wurden englische Teilangriffe, bei denen der Feind westlich von Locon in unsere vorderen Linien eindrang, im Nahkampf abgewiesen. An der übrigen Front blieb die Jnfanterletättgkcit auf Erkundungsgefechte beschränkt. Der Artilleriekampf lebte am Abend nördlich der LyS, nördlich der Scarpe und beiderseits der Somme auf.
Heeresgruppe deutscher Kronprinz.
Kleinere Jnfauteriegefcchie auf dem Kampffelde süd« westlich von Royon. Südlich der AiSne dauerte erhöhte Gefechtstätigkeit an. Starke Angriffe der Franzosen gegen Dommiers wurden durch Gegenstoß auf der Höhe westlich von Dommiers zum Scheitern gebracht. Ebenso brach ein gegen unsere Linien am Walde von Villecs-Cotterets gerichteter Angriff verlustreich zusammen.
Leutnant Menkhofs errang seinen 34. Luststeg.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.
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Berlin, 16. Juni. Von den Kampffronten nichts Neues.
B erlin. 16 Juni. Deutsche und österreichisch ungarische Unterseeboote versenkten im Mittelmeer 5 Dampfer und 9 Segler, zusammen rund 22000 Brutto Registertonnen. Unter den versenkten Dampfern befand sich der englische Truppentransporter „Lensowe Castle" (9787 Brt.).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 17. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht:
Rege Erkundungstätigkeit führte an vielen Stellen der Front zu heftigen Jnfanteriegcfechten. Südwestlich von Ipern und beiderseits der Somme lebte die Ge- sechtstätigkeit om Abend auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Aus dem Kampffelde südwestlich von Royon nahm die Artillerietätigkeit am Abend an Stärke zu. Zwischen Ourcq und Marne machten w'r bei örtlichen Unternehmungen 120 Gefangene. — Die Geschützbcute aus unserem Vorstoß zwischen Montdidier und Royon hat sich von 150 auf mehr als 300 . dabet schwerstes Kaliber, erhöht. Die Beute an Maschinengewehren beträgt weit über 1000.
Heeresgruppe Gallwitz.
Zwischen Maas und Mosel fügten wir den Amerikanern durch Vorstoß beiderseits von Xtvcoy Verluste zu und zerstörten Teile ihrer Stellungen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Erkundungsabteilungen holten in den Vogesen und im Sundgau Gefangene aus fcanzösischen und amerikanischen Gräben.
Gestern wurden 8 feindliche Flugzeuge und 8 Fesselballone zum Absturz gebracht.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.
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Berlin, 17. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues.
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Berlin, 17. Juni. Im Sperrgebiet um England sind durch unsere U-Boot», neuerdings 16000 Br. R-To. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Außerdem wurden, an der Ostküste Englands folgende
englische Fischerfah^zeuge und Segler versenkt: „Fortuna," „Eclipse", „Dayspcina", „Alert", „Beryll", „Dtanthus" und „Activ".
Der Chef des Admiralstabeö der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 18. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht * Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Abschnitten in Flandern, beiderseits der LyS, zwischen Arras und Albert rege Tätigkeit. Rach heftigem Feuerüberfall griff der Feind gegen Mitternacht südwestlich von Albert an. Ec wurde abgcwicsen und ließ Gefangene ln unserer Hand.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südwestlich von Royon und südlich der Aisne lebte die Artillerietätigkeit in den Abendstunden auf. Teilvoc- stö'e des Feindes nördlich der Aisne und nordwestlich von Chateau Thiecry wurden abgewiesen.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.
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Berlin, 18/Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues.
vestrrreicdisede krlslgr.
Wien, 15. Juni. Aus dem Kriegspccsscquartier wird vom 15. Juni abends gemeldet: Unsere Armeen sind heute vormittag sowohl auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden als auch über die Piave in die feindlichen Linien cingebrochcn. Bis zum Mittag liegen Meldungen über 10 000 Gefangene (Italiener, Engländer und Franzosen) vor. Die Geschützbeute ist beträchtlich.
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Wien, 16. Juni. Gestern früh griffen an der Piave und beiderseits der Brenta unsere Armeen nach mehrstündigem Artilleriemaffenfeuec die Italiener und ihre Verbündeten an. Die Heeresgruppe des Feldmarschalls von Boroev'c erzwang sich an zahlreichen Stellen den Uebergang über die hochgehende Piave. Die Korps des Generalobersten Wurm nahmen nach Niederringen erbitterter Gegenwehr San Donna dt Piave und beiderseits der Bahn Oderzo Treviso in breiter Front die feindlichen Stellungen. Die Truppen des General« obersten Erzherzog Josef bemächtigten sich überraschend der Vrteidtgungsanlagen am Ostrande des Montello und drangen in dieses Höhengelände ein. General der Kavallerie Fürst Schönburg wurde bei dem Uebergang seines Korps durch eine Granate verwundet. — Die Zahl der an der Piave eingebcachten Gefangenen beträgt 10000 , an erbeuteten Geschützen sind bis- her etwa 50 gemeldet.
Auch der erste Ansturm beiderseits der Brenta hatte Erfolg. Starken feindlichen Widerstand brechend und alle Hindernisse des zerklüfteten waldreichen Gebirges überwindend, stießen unsere Truppen vielfach bis in die bettle feindliche Stellung vor, wobei 6000 Italiener, Franzosen und Engländer als Gefangene in unserer Hand blieben. Die damit gewonnenen Vorteile vermochten wir aber nur teilweise zu behaupten. Oestltch der Brenta mußte der Berg Rantero vor überlegenen, durch flankierendes Geschützfeuer unterstützten Gegenan- griffen des Feindes wieder freigegeben werden; indessen der Italiener an den Rocdhängen der Grappa vergebens gegen unsere dort in seine ersten Linien festgeklammerten Bataillone vorstürmte.
In den Waldzon n der Siebengemeinden trafen unsere Regimenter auf eine von den Alliierten schon in den Vortagen vorbereitete Angcrffsgruppe, vor deren Gegenstoß ein Teil des eroberten Geländes wieder grräumt wurde.
Bei Riva im Abschnitt des Majors Erzherzog Maximilian entrissen wir den Italienern den Dosso (Fortsetzung aus der 4. Seite.)


