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Expedition: Züdanlage 21.
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Druck der Gießencr Verlagsdruckerci, Albin Klein.
Nr. 32.
Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 12. Juni 1918.
Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
Bis auf 60 km siegreich an Paris heran.
Weitere 1000« Gefangene gemacht.
21000 u. 10500 u. 12500 Br R-T. ^ zusammen 44000 Br-R.-T. versenkt.
Ueber iS milliardeni
Berlin, 11. Juni. Das Ergebnis der 8. Kriegs- anleihe stellt sich nach Ablauf der Feldzeichnungsfcist (18. 5.) nunmehr auf
15001425 400 Mark.
Die bei'der ersten Meldung ausgesprochene Ecwactung einer weiteren Erhöhung hat sich also durch das Hinzukommen von rund einer Viertelmilliarde Mark erfüllt.
Oefterreicbs Armee unter fiindenburg.
Köln, 11. Juni. Die „Köln. Ztg." meldet von der Schweizer Grenze: Unter der Ueberschrift: „Wo bleibt Oesterreich?" befaßt sich das „Berner Tageblatt" mit den böswilligen Gerüchten über das augenblickliche Wollen oder Nichtwollen Oesterreich Ungarns. Dazu sagt das Blatt: Wir sind in der Lage diese verschiedenen Auffassungen als unhaltbar nachzuweisen. Oesterreich- Ungarn hat seine ganze Armee unter den Oberbefehl Hindenburgs gestellt. Das Zucückhalten der Oefterreicher beweist nur, daß die drei großen Offensiven in Frankreich Vorläufer noch größerer Dinge sind und bei diesen wird die Fahne Habsburg nicht fehlen.
Zur miMärifcden Lage im Hielten.
Die „Wiener Mittagszeitung" meldet aus Rotterdam: In neutralen Militärkceisen herrscht die feste Ueberzeugung vor, daß die Deutschen ihre bisherigen großen Erfolge ausnützen und neue wichtige Aktionen vornehmen werden und daß die Alliierten nicht in der Lage wären, eine ernstliche Gegenoffensive noch in diesem Jahre zu ergreifen. Londoner Pcivatmeldungen der holländischen Blätter behaupten, daß Deutschland über große unangetastete Reserven verfüge, und daß der Still- stand zwischen den einzelnen Offensiven von immer kiiczerer Dauer werde.
Die Beschließung des Pariser Bezirks durch das weittragende Geschütz wurde am SamLtag fortgesetzt.
* Köln, 10 Juni. Die „Köln. Volkszg." meldet: Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß die Geschosse aus unfern weittragenden Geschützen in Paris auch an militärisch wertvollen Objekten Schaden angerichtet haben, u. a. am Ostbahnhof, am Bahnhof St. Lazaire und auf dem Quai d'Orsay; ferner wurde der Justizpalast getroffen.
* Genf. 11. Juni. Mit geringen Unterbrechungen dauerte die Beschießung von Paris aus Fertige- schützen von Samstag morgen bis Sonntag abend fort. Die Gesamtzahl der Schüsse bewies eine erhebliche Steigerung der deutschen Angriffsmittel.
* Haa g, 11. Juni. Mehrfach wurde von Londoner
Blättern geäußert, daß eine größere UmfassungS- bewegung der Deutschen gegen Paris bevorstehe, deren äußerste Flügel Montdidier und Chateau Thierry seien. Man glaubt, daß die Deutschen jetzt allen Ernstes an eine unmittelbare Bedrohung der französischen Haupt- stadt in Verbindung mit der Resere Fochs gehen — Der Kanonendonner von Nordostcn wird in Paris sehr deutlich gehört. *
Basel, 11. Juni. Der Pariser „Temps" be- 2 Comptegne wird erneut von schwerer deutscher beschossen. Die Bahnlinie Comptegne—Altvehy (?) ist streckenweise utlterbrochen.
* Genf, 11. Juni. Ein Havas-Kommentar spricht von Kämpfen um das Plateau bei Autheuil, wo die Straße nach Comptegne führt.
* Genf, 11. Juni. Die Madrider „Aktion", das Blatt deS spanischen Ministerpräsidenten Maura, schreibt am 6. d Spanien sei gewillt, wegen Regelung der Gibraltar - u n d Ma r o k k o f c a g c n Anteil an den Friedensverhandlungen zu nehmen.
Amtliche deutsche Cagesbericbte.
Berlin, 7. Juni. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote sind im Sperrgebiete um die Azoren und die westafrikanische Küste neuerdings wiederum rund 21000 Bruttoregistertonnen vernichtet worden.
Der Chef deS Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 8. Juni 1918
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
Zeitweilig auslcbendec Artillerickampf und Ec kandungsgefechte.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
Erneute Angriffe des Feindes nordwestlich von Chateau Thierry und Gegenangriffe zur Wtedernahme der verlorenen Linien an der Acdre brachten ihm nur unbedeutenden Geländegewinn. Mehrfacher Ansturm französischer, amerikanischer und englischer Regimenter scheiterte unter schweren Verlusten.
Im übrigen ist die Lage unverändert.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff.
Berlin, 8. Juni, abends. An der Schlachtfront ist die Lage unverändert.
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Berlin, 8. Juni Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 10 500 Brt. Handelsschiffsraum vernichtet. — Unter den versenkten Schiffen befand sich ein tiefbeladener mittelgroßer Fcachtdampfer, der aus einem stark ge- sicherten Geleitzug herausgeschossen wurde.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 9. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Der Artilleriekampf lebte am Abend vielfach auf und nahm heute früh im Kemmelgebiete, südlich von der Somme und an der Avre an Stärke zu. Teilangriffe der Franzosen südlich von Ipern der Engländer nördlich von Bcaumont-Hamel wurden blutig abgewiesen.
Heeresgruppe deutscher Kronprinz.
An der Oise lebte die Gefechtstätigkeit auf. Oertliche Angriffe der Franzosen aus dem Südufer der Aisne und südlich des Ourcq scheiterten. Eigener Vorstob östlich von Cutiy brachte 45 Gefangene ein. Amerikaner, die nordwestlich von Chateau Thierry erneut anzugreisen versuchten, wurden unter schweren Verlusten und unter Einbuße von Gefangenen über ihre Ausgangsstellungen hinaus zurückgeworfen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Bei erfolgreicher Unternehmung auf dem Ostufec der Mosel machten wir Gefangene.
Leutnant Kroll errang seinen 24. und 25. Feldwebel Rumey seinen 23. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.
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Berlin, 9. Juni, abends. Westlich der Oise nahmen wir die Höhe von Gur y und die an- schlisßendcn feindlichen Linien.
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Berlin, 9. Juni. Neue U-Booterfolge aus dem nördlichen Kriegsschauplatz: 12 500 Bruttoregistertonnen Handelsschiffsraum. Unter anderen wurde ein mittel- großer französischer Dampfer aus einem durch 4 Zer- störer gesicherten Geleitzug herausgcschossen.
Der Chef deS Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 10. Juni 1918.
WestlicherKciegSschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
Zwischen Arras und Albert, südlich der Sonrnte und an der Avre lebte der Artillertekamps auf. Rege Erkundungstätigkeit hielt an.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In kräftigem Angriff brachen wir gestern in das Höhengelände von Noyon ein. — Westlich der Matz nahmen wir die französischen Stellungen bei Mor- tamen und Orvillers und stießen über Cuvilly —Ricque- bourg hinaus vor. Oestlich der Matz wurden die Höhen von Gury erobert. Trotz zähen feindlichen Widerstandes erkämpfte sich unsere Infanterie den Weg durch die Wälder von Ricqubourg und Lamotte und warf den Feind über Bourmout—Mareuil zurück. Südlich und südöstlich von Lasstgny drangen wir wett in den Wald von Thickcourt ein. Heftige Gegenangriffe der Franzosen wurden abgewiesen. Wir machten etwa 8000 Gefangene und erbeuteten Geschütze.
An der Freut von der Oise bis Reims ist die Lage unverändert. Oertliche Kämpfe nördlich der Aisne, nordwestlich von Chateau Thierry und bei Vrigny brachten Gefangene ein.
Gestern wucden 57 feindliche Flugzeuge und 6 Fesselballone abgeschossen. Leutnant Kroll errang seinen 27. und 28, Leutnant Übet seinen 27 , Leutnant Kirchftein seinen 23. Luftsteg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.
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Berlin, 10. Juni, abend?. Südwestlich von Noyon machten wir im Kampfe mit neuherangefühcten französischen Kräften Fortschritte.
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Berlin, 10. Juni. Im Mtttelmeer versenkten unsere U-Boote 7 Dampfer von etwa 20000 Bc.-R-T. Unter ihnen branden sich die englischen bewaffneten Dampfer „Cambrian King" (3601 Br.-R.T.) mit Flugzeugen und der Dampfer „Suowdon" (3189 Br.-R.T. mit 4000 Tonnen Kohle und 200 Tonnen Stückgut.
Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 11. Juni 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die tagsüber, mäßige GesechtStätigkeit lebte nur beiderseits der Somme auf. Nach starker Feuersteigerung griff der Feind am Abend zwischen der Ancce und der Somme an. Oectlicher Einbruch des Feindes an der Straße Corbie—Braye wurde durch Gegenstoß zum Stehen gebracht. Vor der übrigen Front brach der Angriff blutig zusammen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In zwei Kampftagen hat der Angriff der Armee des Generals von Hutter zu dem beabfichtlgten Erfolge geführt und uns in den Besitz des Höhengcländes südwestlich von Noyon gebracht. Der Stoß traf einen auf unseren Angriff vorbereiteten tiefqegliederten Feind in stärkster Stellung. Die französischen Divisionen konnten der ungestümen Angciffskraft unserer Truppen nicht widerstehen. Auch die zu einheitlichen Gegenangriffen herangeführten Divisionen der französischen Heeresceserven wurden gestern in erbitterten Kämpfen zurückgeschlagen. — Im rechten Angriffsflügcl behaupteten Truppen des Generals von Oettingec die südlich von Affatnvillers genommenen feindlichen Linien gegen heftige Gegenangriffe. — Die Truppen des Generals von Webern stehen im Kampf bei Couiclles—Mery Beiderseits der Straße Roye—Estres—St. Denis eroberten sie die Höhenrücken östlich von Mery, durchstießen die vierte feindliche Stellung und warfen den Feind auf die Aronde zurück — Trotz zäher feindlicher Gegenwehr erkämpften sich die Truppen des Generals von Schoeler den lieber- gang über die Matz. Nach Erstürmung der Höhen von Marqueglise und die Vignemont.Berge drangen sie in unaufhaltsamem Angriff bis Antheuil vor. — Das Korps des Generals Hofntann hat im steten Kampfe das feindliche Stellungsgewirr auf den Höhen südlich von Thiesrourt durchstoßen. Auf den nach Süden zur Oise abfallenden Hängen drangen wir bis Riberourt vor.
Die Gefangenenzahl hat sich auf mehr als 10000 erhöht, damit steigt die Zahl der von der Heeres- gruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai eingebrachten Gefangenen auf etwa 75 000.


