Irland und England.
Schon im Mittelalter hat Irland die Eroberungssucht Englands an sich erfahren müssen. Im Mittel- alter aber konnte England, verstrickt in die Kriege mit Frankreich, noch nicht vereinigt mit Schottland, nichts weiter erreichen, als daß es einige Distrikte der irischen Ostküste nebst der Stadl Dublin in seine Gewalt bekam. Gelang es den Engländern auch hin und wie der ihre Macht in das Innere der Insel vorzutragen, so drängten die Iren sie doch nach kurzer Zeit wieder in die Küsten bezirke zurück.
Das aber wurde anders mit dem Beginn der neuen Zeit. Die Engländer wurden eine seefahrende Nation, die englische Kriegsflotte gewann Seegeltung, das englische Reich nahm erheblich zu an Macht. Da lag Irland ihnen im Wege geographisch als der äußerste Vorposten Europas in dem Europa mit Amerika und mit Afrika verbindenden Ozean, historisch, weil die Irländer, lange vor den Engländern, schon seit den frühen Zeiten des Mittelalters, einen blühenden Handel getrieben und aus ihren herrlichen Häfen reiche Handelsemporten zu machen verstanden hatten. Die englischen Machthaber zögerten keinen Augenblick, dieses Hindernis dadurch aus dem Wege zu räumen, daß sie Irland untertänig machten. Von Heinrich VIII. bis Wilhelm von Oranien sind alle englischen Machthaber, die königlichen so gut wie die parlamentarischen, einig gewesen in dem Ziele völliger Unterwerfung Irlands.
Wäre aber England nur darauf auögegaugeu, Irland zu unterwerfen, so würde das irische Volk, wenn auch nach einigem Widerstande, sich wahrscheinlich bald bei der Tatsache der Unterwerfung unter die englische Gewalt beruhigt haben. Das irische Volk hatte vor den Zeiten dieser Unterwerfung ein Glück gehabt, das keinem anderen Volke Europas zuteil geworden ist- es hatte von grauer Vorzeit an bis tief ' in das Mittel- alter hinein jahrtausendelang in nahezu völlig ungestörtem Besitz der Heimat gesessen. Weder waren die römischen Legionen über seine grünen Flu ren gezogen, noch waren die Stürme der Völkerwanderung über seine Küsten hinweggebraust. In einem Fr eden, der von außen viele Jahrhunderte lang un- ^^^geblieben war hatte die Insel gelegen, Künste und Wissenschaften, Kirche und Frömmigkeit waren zu hoher Blüte auf ihr gekommen. Aber zu einem starken, machtvollen Staats wesen hatte es das irische
furchtbare Kartoffel-Mißernten romcn, da brachen Hungersnöte in Irland aus wie ß* S^oPa sonst nicht erlebt har. Nach englischen Statistiken sind damals dem Hrmgertvde unmittelbar erlegen fast 600 900 Menscheu.
, ^nd *^tz dieser grauenvollen, in keinem rtrift ? er annähernd ähnlich anxkb^wu Mißwirtschaft hat das irische Volk bis vor wenigen Jahrzehnten in seinen Forderungen sich zu nichts anderen, verstiegen als höchstens zu dem Begehren nach ^lner u l e , d. h. nach einer zwar weitgehenden Selbst- OfrwaltunA, aber einer Selbstverwaltung, bet der Ir- land ein a e l! des e n g l i f ch e n Reiches bleiben sollte ? le Aren waren bis vor kurzem noch zufrieden m ? mfl tWcn Sj^crium anzugeZören. sie verlangten nur Bürger, nicht rechtlose Sklaven, in diesem Reiche zu sein. y
Anders geworden ist das erst in den letzten -wei ru®‘” mächtiger Bund, die (lne= gestützt auf wehr als 1000 Ortsgruppen, die nicht nur in Irland sondern Welt verbreitet sind, das Nationalitäts" bewußtstln de» irischen Volkes aus seinem Schlafe o^brweckt, hat die irische Sprache, die dem Tode verfallen zu fern schien, zu neuem Leben gerufen bar
B ° l l mit d-r großen Geschichte seines Mittelalters und nnt den Jahrhunderte füllenden ^"pmketten des englische,^Eroberers wieder bekannt gemacht. Das irische Volk hat eine völlige Wieder- aeburt erlebt und ist sich seines unversöhnlichen Gegensatzes zur angelsächsischen Rasse bewußt ge"
der Sin Stettin: Grtsstth gegründete Bund
betner dem immer weitere Kreise der 'ren zusallen, und der jetzt wohl schon die aröüere .cklfte des irischen Volkes umfaßt, will IrlanDvöllia England machen und es zu einem sou- ^L.D-°°^^ben.^Er hat auf seinem Konusse
k, dag dazu jedes auch die Gewalt,
^walt hat der Bund schon vorher!
Non Ostern 19.6 h, Dublin anzuwenden oersuch^ ?u öle ^?6lrsche Uebermacht hat die Erhebung
n , ö ? to0 ^ cn und zerstampft. Und doch fürchtet England Irland und wagt — bis jetzt — nicktt die Wehrpflicht in Irland durchzuführen. Hat doch die bloße Ankündigung der Wehrpflicht die Nationalisten die "ur Homerule wollen, und die Sinn-Feiner, die
' r*7‘ *'»iwuiviueien yarre es das irische «wmeruie wollen, und dle Sinn-Feiner die
Volk nicht gebracht. Hunderte von unabhängigen -.^utionalisten bisher feindlich genug gegenüber^
Stämmen und Königreichen bestanden auf der Insel, Uberstanden, alsbald miteinander außaesötmt
® e .^- en ' uur selten einmal Das ist das überaus schwere Problem vor dem für eine kurze Zeit zu einer lockeren Gesamtheit unter I England steht: England, der se lbstlo t?' 4 **
d« Ardrts. der Hochkönige, zusam. der,.kletnenVölker",will Irland »ich t freiacbe^ wttl mengefaßt, deren Mehrzahl machtlose Schattenherrscher I es damit die Grundlage der Tvrannel mifmih» m» ** waren. Eine geordnete Heeresverfassung gab es nicht, über die Meere ausgerichtet S S hÄ no<i) weniger eine Kriegsflotte. An einem ln unOnnt~ das trUrfw 9 tni, nt*. ....
noch weniger eü-e Kriegsflotte. An einem so unst^t- llchen, unpolitischen Volke hätte England dle Absicht der Unterwerfung leicht verwirklichen können.
„„ nber, was die Iren immer wieder zu Auf
ständen trieb, das ivar die deutliche Erkenntnis daß fnülund es offenbar nicht nur auf ihre Unterw-rstmg nbgesehen hatte, sondern mindestens von der protestan- "schE" Zeit an auch aus ihre Ausrottung von .b^ ' Der Widerstand, den sie der Eroberung
leisteten, wurde nicht als ehrlicher Kampf ln offene», ^^sege angesehen, sondern als Hochverrat gegen den englischen König Wer die Waffen gegen England trug, «iik durch den Henker verfallen. Ja, unter
Elisabeth und unter Cromwell sind die ganzen Besatzungen der irischen Städte, dle sich ergebe,, hatten
wnw!ü nbc fra n huschen, gehängt oder nicdcrgehaucn worden. Wo eine englische Arme« durch das Land /a verheerte sie zu beiden Seiten, soweit ihre ^.reichte, alles Land, tötete das Vieh, zerstörte .^däude hieb die Bäume nieder, verschüttete die Offen schrieben englische Staatsmänner, nlV Ä &a ® Schwert allein, auch dnrch den Hun- Iren aufretben, und englische
Könia^n ÄÄ“*?" tu . i 1 f)ten Berichte» an die zromgtn, an das Parlament, in einer einzigen Grai-
sie über 3000, durch ein einziges eng- Elches Reg,ment 7000 Mensche,, durch Hunger zun, Tode gebracht. — Ihre Majestät die Könmin habe in nm h nn *s. Asche und Leichen zu gebieten Noch v^E"de des 18. Jahrhunderts hauste bei der Nl^ ko küÄ>D u^"^-^"^"des die englische Soldateska in -i a ? englische Generale voll Schaudern
^ « *? etm . a - t J$I te6en ' Kirgisen und Kalmücken hätten f® -«tietzlichcr ttelben können - daß noch In
->.L"S'Ln,°L
in Hand mit diesen Greueln gina eine ae- bnlfetzljche Mißwirtschaft in der ^Ve^rwaltung Z ./'° h°"ken Priester wie Laien, wurden bis aufs peinigt, den ersteren lange Zeit bei Todes-
Preis auf , ttuf . ft? 3nfel »erboten und ein
oon Kopf eines jeden gesetzt. Die enaliscken
Enn/'dD/ P C ^ n wie einen Katholiken
~ in dem Lande, das zu fünf
Mittew>! Bar « Das Schulwesen, das' im luna^ m nmJ Ut ^ ^ Klöster zu blühender Entwick- Ä M im m&? U ff be Oölli0 zerstört. In dem pas aebö,, ^.^ttelalter zu den gebildetsten Euco-
sttken°19 o &^^ute nach englischen Sali- H utcht lese» und schreiben, in einzelnen ^ der Analphabeten Lis zu unb XilÜ ’1°£- Handel und Wandel, Schiffahrt und Gew rbe haben d,e Engländer planmäßig zer-
wölb. ' dtt KMd" 3 "dustrien die Moll-, die Baum- den ÜeberleelSnv^, Leinen,ndustrie völlig ruiniert, hat Mlr*ö fuvjnjeg oerboten. Am ärgsten aber yar vie irische Landwirtschaft leiden müssen,
Iren^entrMen fruchtbaren Bodens find den
den allein " Engländer vergeben wor-
freu^d wen v-. .,DD^^'.' ''°ch Bo»», einem cngland-
das irische Volk nicht ruhen wird, ehe es nicht'frei- geworde n ist von ^der britischen Knechtschaft. '
ie neue Ergänzung
des «Wehrpflichtges etzes.
Der vorher ungediente Krregslandsstnrm wird Reserve. Nach dem Gesetz vom 11. Februar 1868 betr Aen-
die Wehrpflichtigen. d^.Ew Frieden dem Landsturm ersten Aufgebots über-
wief-n oder aus der Ä
übergetrcten, wahrend des .Krieges aber zum iw.Heere oder in der Marine herangezogen ^ Landsturms wicir
Der Krieg hatte dc,^ Beweis erbracht, daß sich
"D-:^d»en eine große Anzahl von Leuten befindet',
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di- lich als völlig kieaH^chbar erw.Un! ÄÄÄ Bestimmung (Artikel II g 38 des
11 Millionen von Und Mtten b?e ffnnflfh" U 1 l i fä ^ 9en 'rischen Bodens,
WfcS 0 £mL'"iÄ ®«“ 6 -» «At<Ä Ä in ociien einstige irische Herren und zwanaen diese dns»
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<als° °uch jüngere» weiter 'in .h7e..^L„dst.'.r^erhält- Nisse verbleiben und dem Landsturm ersten Aufgebots bann nicht nur wie bisher unauSgebildete, sondern auch eine große Zahl militärisch ausgebildete Leute mr- gehören.
Im militärischen Interesse liegt eö aber, diese ae- ^de/ourch den Krieg besonders wertvoll ausgebildeten Kräfte für den durch die Kriegsverluste geschwächten G laubten stand nutzbar zu machen, sofern sie bet der Auflösung des Landsturms noch in dem 2f^ en l e *ü!! e E befinden. EL sprechen hierfür auch
dem
Beurlaubteustande bereits angehören und den »vr»/»- 5 !^emacht also in größerem Umfange bereits H^er^ d!n ?ön„'n ö« Nebungen herangezogen
Ta3 am 29. Mai 1918 vorn Bnndesrat anoenmn mene Gesetz sreht daher vor, daß
wni5 ,llirn eifUn Aufgebots überwiesenen Land sturmpfltchttgen und die zu ihm übergettettnen Er^ ratzreservrsten lMar-ne-Ersatzreservisten) im uluPunkt der Auslosung des.Landfttrrms. soweit sie miltkärisch au»gebilder |mö,je nach ihrem Alter zur Reserve oder Landwehr (Seewehr) übergeführt werden.
Verluste.
»ewichtige Grundsatz der neuen veutnden 8^ run 9» nach dem Organisation und Zettbeberr- ^uug"öem Ziele dienen, unsere Mensch^^ „v?r u ^r eauf Zl Minimum zu mindern und die des Feindes au
m bSÄla*,*" %° Öf,Cn ' 1,01 '-'ne» größten Erfolg ? m Damenweg und an der Atßne a»--
^n0cai,«i,m i H !cI,t ^ durchgreifende Wirkung der stand^'NttDwLrd-n"' ^Geg'nL n1,fa£ "er,
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wehr gegen Blutverlust sind und datz ln v-n .
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Leichen auf der ganzen Linie die Schwere der Iß, ,5 0 . e ” r f. n deutschen Waffenwirkung dartun, - Mit einen, Gefühl des Triumphes darf man feststcllen, daß deutsche rote nur ganz selten sin».
Si e RL lli , n J )r ,. u ‘ f w'rd durch die räumliche Weite des ^chlachtgeländes verstärkt, aber bestätigt wird er auch wenn man in der Kampflinie den einzelnen Kam-' fwgnteführer befragt. Gerade dort, wo der Verlust ,edes einzelnen Kameraden als der Verlust eines mit
f,p'»a @ t m f tn >, t{ ^ Tt ri Il ir ö engste verwachsenen Menschen ^ k ^s stärkste gefühlt wird, begegnet man angesichts der errungenen Erfolge einer
SSA^SSjSS. minm 5BerIUftC beinahe ÄS
El. Besuch auf den Verbandplätzen ergänzt die- Dw weitaus überwiegende Mehrzahl der -lussälle sind leichte Verwundungen, zumeist ifufalls- ^eeff.^, fefitdlicher Maschinengewehre, Die fast sofort ® t *(j e 0 un 8 der feindlichen Artillerietätigkeit anffifi, e ’st ^ bi^et Artillerieverletzungen
Seltenheiten sind. Wir sprachen in Soissons den Führer einer märkischen Kompagnie, die vom Damenwege an bis über die AiSne P a u s e n l o » in vorderster Linie marschierte und kämpfte Auf die Frage nach seinen Verlusten erklärte er uns, daß seine Sturmkompagnie in drei Gefechtstagen und btt einem Geländegewinn von über 20 Kilometer nur o i e r Leichtverwundete zählte.
Deutsche Stürme.
Anö dem Felds wird uns geschrieben:
Du sunkensprr'jhonder Prüfstein
>etU rl 0 i' n ; c ^ aIle? ^ tovfen - du unbestechlicher Enthnller aUes Echten und alles Falschen: d»i uner-
Öiflenf* 1 5i!qcc oUes .Hinfättigen und Tvdeswür-
Mit allen Mitteln der Welt haben unsere Geq- ner und mederzuringen versucht, und mit tausend Fanfaren haben sie immer wieder vor jedem ihrer u ^I er f Vernichtung, ihren glänzenden Sieg verkündet, ssty berauscht an überschwenglichen Worten mi Jfiüf 11 btlIe Seance", „das glorreiche unüber- ^ ^"Ylond" und „die unvergleichliche scanzö- Nsche Armee" nnn.„ wiederkehrten. - Und dann kamen ihre Offensiven, hier und da mehrere Male in jedem >^lrhr. mit einem unerhörten Aufwand von Men-
ySJL ^Etstens auf wenig breiterer
^asts als 20 Kilometer, nur zweimal sich auf 40 Kilometer ausdehnend. Auf unserer Seite lagen in zer- cho senen Gräben und klammerten sich in wasserae- füllten Granatlöchern dünne Linien feldgrauer Betera- uen und Jünglinge fest. Und was folgte dc>n rasenden ^tegesposaunenklängen. die aus dem feindlichen Laaer vor dem Angriff zu uns herübergeschallt waren? Wenn ^E oehn- und mehrfache zahlenmäßige und artllle- riftische Ueberlegenheit die Feinde am ersten Tag, dem Hauptstoßes, an einzelnen Stellen drei bis fünf Kilometer^ in die flelicür.-ten deutschen Linien hatte etndringen lauen, gerret ihre Presse in ein wahres Freudendellruim - und dann stockte der Angriff, der uns zerschmettern sollte, jedesmal. In wochen- und monatelangen verlustreichen Kämpfen suchten sie vorwärts zu kommen und hatten dann nach einem halben Jahr acht bis zwölf, einmal sogar 17 Kilometer uderwunden, und jedesmal erschien darauf ein anderes das über die Enttäuschung hinwea-
^lsen sollte: Bald sollten die deutschen Linien unaufhaltsam angeknabbert, bald durch stete Beunruhigung zermürbt, bald langsam zerhämmert werden, und anderes Gerede mehr, das ersetzen sollte, was die Tat übriggelassen hatte. — Worte aber haben noch nie etwas wirklich Großes in der Welt vollbracht: die Tat entscheidet.
Jahrelang haben wir gegen eine Welt von Feinden gekämpft, ohne viele Worte, nie nur passiv abwehrend, sondern immer dem deutschen Geist gemäß, die öu der Tat, die aller Ding^ ^snfang und Wert tst. Nie haben wir im ganzen eine bloße Ab- wehrschlacht geführt. Muhten lvir mit dem einen Arm den Schild zum Schutz halten, dann hat der andere um so schärfer und vernichtender zugeschlagen. Nur so haben wir es erreicht, nicht durch schöne Worte, daß der gesamte Osten Frieden schließen mußte.
Nun waren endlich unsere beiden Arme gegen Westen frei, nun konnte sich's zeigen, ob dort der jahrelange Schützengrabenkrieg unsere herrlichen Kämpfer in ungezählten Abwehrschlachten zermürbt und untau-ltch gemacht hatte, zu stürmen, wie fte im Svn^


