Ausgabe 
1.6.1918
 
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Erweiterung der vierteliährlicben Uiebzäblungen.

Seit dem 1. März 1917 werden ans Beschluß des Bundesrats vierleljährliche Viehzählungen vorgenommen, die sich ursprünglich nur auf Pferde, Rindvieh, Schafe und Schweine erstrecken sollten. Vom 1. September 1917 ab sind diese Zählungen regelmäßig auf Ziegen und Federvieh (Gänse, Enten und Hühner) ausgedehnt worden. Für die Zählung am 1. Dezember 1917 wurde angeordnet, daß für die Pferde der besondere Verwendungszweck zu ermit­teln war und zwar ob die Pferde vorwiegend zu landwirt­schaftlicher Arbeit oder vorwiegend in Betrieben des Handels, Gewerbes oder der Industrie oder ob sie im Privatbesitz als Reit-, Kutsch-, Renn- und Traberpferde oder im Be­sitz öffentlicher Körperschaften oder von Behörden und Beamten für dienstliche Zwecke verwendet werden. Außer­dem war für die Dezemberzählung eine besondere Fest­stellung der guchtschweine (Zuchtsauen und Zuchteber) angeordnet worden. Bei der Zählung am 1. März 1918 wurde erstmalig die Zahl der im Deutschen Reiche gehal­tenen zahmen Kaninchen ermittelt. Auf Grund der Er­gebnisse der bisherigen Viehzählungen hat der Bundesrat nunmehr beschlossen, daß die eben erwähnten, zunächst nur für die Dezemberzählung und für die Märzzählung angeordneten Erweiterungen bis auf weiteres bei allen künftigen Viehzählungen in Geltung bleiben sollen, so daß die vierteljährlichen Viehzählungen sich jetzt erstrecken werden auf Pferde und deren Verwendungszweck, Rindvieh, Schafe, Schweine mit besonderer Feststellung der Zucht­sauen und Zuchteber, Ziegen, Gänse, Enten, Hühner und zahme Kaninchen. Die erste Zählung in diesem Umfange wird heute am 1. Juni 1918 stattffnden.

flu$ Stadt und fand.

Luderrdorff-Spende. Wenn nicht alle Zeichen trügen, dürste der Weltkrieg in diesem Jahre zu Ende gehen. Millionen, die kampfesfroh hinauszogen in den Streit, haben ihre Treue zum Vaterlande und zu uns mit dem Tode besiegelt. Sie ruhen in fremder Erde. Wir können sie nur noch ehren, indem wir ihnen ein treues Gedenken bewahren. Hunderttausende unserer wackeren Heldensöhne kehren aber auch verstümmelt, krank und siech aus dem Felde zurück. Sie vor Not zu schützen, ist Ehrenpflicht des deutschen Volkes/Wohl hat der Staat in erster Linie durch seine Renten für dieselben zu sorgen. Notgedrungen muß dieser aber bei seinen Unter- stutzungen schematisieren. Auf die Notlage und Hilssbe- durftlgkeit des Einzelnen kann ein Gesell, und mag es noch so gut gemeint sein, nicht eingehen. In solchen Fallen muß, um Härten zu mildern, und vor Not zu schützen, die Pcivathilse einsetzen. Daß zu diesem Liebes, werke aber gewaltige Summen nötig sind, ist leicht be- grelflich. Zu diesem Zwecke rufen olle führenden Männer und Frauen Deutschlands: Gebt schnell und jeder noch 'einem Teil zur Ludendorff-Spende. Niemand darf sich bei derselben ausschließen. Jeder muß mithelfen, daß die für uns draußen geblutet haben, in die Heimat vor Elend gewahrt bleiben. Was ein Volk wert >st. zeigt es, wie es seine Helden ehrt.

* Zeitttngsanxeigen über Gegenstände des täg­lichen Sedarfs müssen nach behördlicher Vorschrift jetzt stets den Namen und die Wohnung des Aufgebers ent­halten, um unerlaubtem Handel, Aufkauf usw. vorzubeugen. Zu Gegenständen des täglichen Bedarfs gehören die Dinge, die m Wohnung und Haus und unter Umständen auch im Beruf ständig gebraucht werden, so vor allem Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, sogar Tiere, soweit

Zatsch genießbar ist (z. B. Ziegen Kaninchen usw.) Da Verstöße gegen diese Bestimmungen bestraft werden können, so sei den Aufgebern von Zeitungsanzeigen em­pfohlen, m den hier in Betracht kommenden Fällen die Anzeigen von vornherein dementsprechend abzufassen.

L»J

' Gieße«, 28. Mai. Ein junger, 19 jähriger Mensch erhängte sich gestern abend aus Gram über seine epileptischen Anfälle. Er konnte jedoch noch rechtzeitig abgeschnitten werden.

Kassel. Bürgerschullehrer Leutnant d. R. Tre ding aus Kassel, der mit zwei tapferen Kameraden wie seinerzeit im Heeresbericht lobend erwähnt wurde oen Zähe von den Engländern verteidigten Ueberganc über die Lys erkämpfte und hier die englische Artillerie oesatzung durch Handgranatenangriff niederwarf und dar auf diese Stellung mit seinen beiden Kameraden so lang« hielt bis Verstärkungen herangeführt werden konnten wurde bald nach seiner kühnen Heldentat mit seinen beider Kameraden vom Kaiser empfangen. Der oberste Kriegs Herr ließ sich den Leutnant d. R. Trebing, den Studenter öer Rechte Gefreiten Daniel Dülfer aus Wiera (Krei- Ziegenham Bez. Kassel) und den aus Kassel geburtigten Feischergesellen August Engelhardt, jetzt in Hamburg vorstellen worauf er sich vom Leutnant Trebing den Hev gang des Ueberganges über die Lys, den Leutnant Trebinc aus eigenem Ermessen für notwendig hielt und deshalb erzwang, eingehend schildern. Leutnant Trebing berichtete {SS? 1 . Obersten Kriegsherrn, daß er die verheerende MiUerietatlgkeit der Engländer als dem Fortgange bet 0 en l7 en Operationen seines Kampfabschnittes störenb fR ö fI Un ^ en .^ e un ^ k Q f) cr beschloß, mit zwei seiner /^n einen Ueberfall zu wagen, um diese Batterien e ^Mampfen und gefechtsunfähig zu machen. Mil c rem Kahn erkämpften sie sich das gegenüberliegende mw« 330 ' ie ^ort einen überraschenden Handgranaten = . ? % 6^en die englische Artilleriebesatzung durchführten

rtTcwx C 3 rm- C verteidigte Stellung der Engländer auch cusvald vollständig niederkämpften. Die englischen Geschütze MEgen an dieser Stelle und sofort kamen englische starkungen heran, gegen die sich die kleine Patrouille

durch Handgranaten verzweifelt wehrte, bis das Trebing'sche Regiment Verstärkungen mit Maschinengewehren schickte, die alsbald den englischen Widerstand vollkommen brachen und nunmehr die ganze Lysstellung des jenseitigen Ufers genommen und gegen starke Gegenangriffe behauptet werden konnte. Nachdem sich der Kaiser über weitere Einzelheiten hatte Bericht erstatten lassen, befragte er alle Teilnehmer an dem kühnen Handstreich nach ihren persön­lichen Verhältnissen, worauf er dem Leutnant d. R. Tre­bing, der schon mit dem Eisernen Kreuz zweiter und erster Klasse ausgezeichnet war, den Orden pour le merite. und den beiden anderen, Gefreiten Daniel Dülfer unter sofor- tiger Beförderung zum Unteroffizier und Offiziersaspiranten und Fleischergesellen August Engelhardt, der erst kurz vorher Gefreiter geworden war, das Eiserne Kreuz erster Klasse überreichte.

r Main?» 29. Mai, Wie wir erfahren, wird der Mainzer Kommunalverband im Stande sein, durch Ver­wendung von Streckmitteln die Brotkürzung zu mindern, so daß 14tägig 3500 Gramm Brot gegeben werden können,' das wäre wöchentlich 1 / 2 Pfund weniger als bisher.

o 29. Mai. Bei der gestern stattgehabten

Landtagsersahwalh für den Wahlkreis GonsenheimNie­derolm wurde an Stelle des seitherigen Abgeordneten Kom.-Mlt Moltan der Zentrumskandidat Lehrer Schorn-Mainz einstimmig gewählt.

Citerarllcbes.

t* K. E. Knodt, um den sich zwar keine

grotze, auch kerne lärmende Gemeinde gesammelt hat, wohl aber eine rhm treu anhängende, ihm gern lauschende, ist am 30. Sem Jahres einundsechzigjährig einem Herzschlag erlegen. Sern dichterische^ Werk liegt nun abgeschlossen vor uns. Da will uns scheinen, dag man aus den beiden zur Besprechuna vorliegenden, kleinen, schmalen Heftchen:

1) der an den Cherubinischen Wandersmann Angelus Silesius anklingenden Spruchsammlung: Gegenwartsworte

und Ewigkeitswerte, deren Erscheinen der Dichter nicht mehr erlebt hat, deren Druckbogen er aber noch durch­setzen konnte,' '

2) der Liedersammlung.' Bausteine zum Neuen Deutsch land Z u. 4. Taus., woraus als Perlen das erste, viel, fach abgedruckte Lied:Der große Pflüger" und das Wette bereits in Gesangbücher übergegangene und zum Volkslied gewordene:Das ganze Deutschland betet" hervorgehoben seien,

den ganzen Knodt erkennen kann, diesengedankenreichen Lyriker feierlich beschaulichen religiösen Lebens", der in den Fuß- tapsen des Franz von Assisi wandelnd alle Menschen mit seinem Lied von der großen Liebe heimsingen möchte und in dessen Likderii doch ivieder deutsche Art und Christenglaube zu so schöner Harmonie verschmelzen.

* In den Sturm tagen der russischen Revolution. Non

Al exander M osler, Verlag Ullstein & Co., Berlin. Preis 1,35 Mk. Non den Soldaten der Revolution, die in das brennende Petersburger Gendarmeriegefängnis eindrangen und mit Kolben- chlagen die -Zellemüren sprengten, ist Mosler am Tage des russi- schen ^asullenstnrms, am 22. März 1917, herausgeholt worden. Die init erschütternder Wahrheitstreue gegebene Darstellung seiner Leiden in russischer Kerkerhaft geht seinem Bericht über diese furchtbaren Stunden voran. Nach einem Winter in einem Verbanntendorf bei Wsatka wurde er nach Petersburg trans­portiert, angeklagt wegen Spionage, Aufruhrs und Teilnahme an einem Geheimbund gegen den Großfürsten Nikolaj Nikolaje- wltsch, den Statthalter von Kaukasien. Der Tod am Galgen war ihm von finsteren Machthabern schon bestimmt. In Signalen durch die Kerkerwande begrüßte ihn die erste Ahnung der Frei­heit. Mitten unter der zu den Barikaden eilenden Menge zog er durch die Straßen Petersburgs. Vom Balkon der schwedischen Gesamchschaft hörte er eine Rede Kerenskis an die meuternden Bolschewiki-Matrosen. Wieder in Haft,, saß er neben dem Mi­nister Lwow und dem Fähnrich Krylenko, nachmals Generalissi­mus. Aus der Mannschaftsabteilung des Kommandanturgefäng- gisses kam er ins Lazarett. Schon sollte er nach Sibirien, da nlückte ihm auf abenteuerlichen Wegen die Flucht über Finnland. Die Schreckensherrschaft der Roten Garde schildert er in den letzten Kapiteln seines Buches.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 2. Juni (1. nach Trinitatis).

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zu­gleich Christenlehre für die Neukonfirmiexten aus der Markusgcmeinde. Pfarrer Schwabe. Vormittags 9 1 / 2 Uhr: Pfarrassistent Liz. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Mittwoch, den 5. Juni, abends 8 Uhr: Kxiegs- betstunde. Pfarrassistent Liz. Reuning.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonficmierten aus der; Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9*/» Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr;: Klnderktrche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtols­heimer.

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

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